Bautechniken vor der Antike: ein Vortrag im VDI

Bautechnik vor der Antike - Vortrag vom VDI in Berlin, Sketchnotes von Julia Faßhauer

Als wahrer Freund alter Häuser kann man sich gerne einen Vortrag über Bautechniken vor der Antike anhören. Im Vortragssaal des Technischen Museums in Berlin fühlt man sich auch gleich wie in der Vorlesung „Baugeschichte“ (lang ist’s her).

Dietmar Kurapkat (OTH Regensburg) hat im VDI-Vortrag von den Bautechniken im Neolithikum gesprochen. Als die Menschen sich gerade sesshaft in Mesopotamien nieder ließen und mit Ackerbau und Viehzucht begannen. Schon damals wurden 40 Tonnen schwere Steine behauen, Versammlungsbauten errichtet und offenbar vornehmlich halb unterirdisch gebaut.

Für weitere Informationen zum Beitrag Zum ersten Mal gebaut – die genuine Entwicklung von bautechnischem Wissen im Neolithikum Südwestasiens findet man direkt als vom Technikmuseum.

Wie in guten alten Studienzeiten habe ich es mir nicht nehmen lassen, meine Notizen zu machen. Neuerdings nennt man sowas „Sketchnotes“ und wird für Jung und Alt veröffentlicht, um die Erinnerungen an Vorträge und Vorlesungen im Gedächtnis zu behalten. Ich liebe diese Art des Mitschreibens und werde sie hoffentlich immer öfter praktizieren dürfen. Zum Anlass dieses Vortrages habe ich meine Sketchnotes diesmal als PDF zum Herunterladen zusammen gefasst.

Hier klicken, um die Sketchnotes vom Vortrag als PDF herunter zu laden!

Bei Belieben, darf der Link zu diesem Beitrag natürlich herzlich gerne im Netz geteilt werden.

Beste Grüße aus Berlin.

Eckdaten zum Vortrag:
Do., 26. Januar 2017
17.30 Uhr
Vortragssaal, 4. OG
Deutsches Technikmuseum Berlin
Trebbiner Straße 9
10963 Berlin-Kreuzberg

Warum Nürnberg meinen Horizont erweiterte.

3 Bilder aus Nürnberg, Blogparade Raumzeichner

2006 war ich das erste Mal und nur für kurz in Nürnberg. Einem kurzen Besuch folgte ein langer. Als Berliner Gör, das noch nie die Nase über den Tellerrand gestreckt hat und alle anderen Städte auf der Welt für unwürdig hielt, war es wie Liebe auf den ersten Blick.

Nürnbergs neue Altstadt.

Nürnbergs Herz ist die neue Altstadt. Diese Altstadt ist allerdings gar nicht so alt, wie sie aussieht. Sie ist das Resultat wahrer Heimatliebe.
Nach dem zweiten Weltkrieg war Nürnberg in großen Teilen schrecklich zerstört. Da Nürnberg im Krieg eine wichtige Rolle gespielt hat, war es nur logisch, dass die Bomben nur so auf die schöne kleine Stadt im beschaulichen Franken regneten.

Die Bewohner Nürnbergs haben schon damals den Wert ihres Heimatgefühls erkannt und beschlossen, die Stadt wieder so aufzubauen, wie sie war. Sie nahmen die Trümmer, ergänzten um neues Material und errichteten ihre Stadt neu. Mehr dazu habe ich bereits in einem Beitrag über Nürnberg geschrieben.

Die Altstadt von Nürnberg wurde nach dem zweiten Weltkrieg fast komplett neu gebaut.

Dieser energische Wille zum Erhalt macht es uns heute möglich, die malerisch schöne Stadt zu besuchen.
Nürnbergs Kern ist ein undurchdringliches Gewusel aus Einbahnstraßen, aus denen es scheinbar kein Entrinnen gibt. Die Straßen sind mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und führen steil bergauf und bergab. Ich kann nur empfehlen, die Altstadt zu Fuß zu begehen. Egal, wo man in der Altstadt wohnt, man kann alles locker zu Fuß erreichen. Ein Auto lohnt sich nur für den Großeinkauf am Wochenende, wenn überhaupt. Ich hatte in Nürnberg immer das Glück, sehr zentral zu wohnen und bin auf dem Heimweg an einigen kleinen Supermärkten vorbei gekommen.

Leben in Nürnberg

Dort hat sich auch einer meiner favorisierter Lebensstile entwickelt: Ein kurzer weg zum Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz den ich liebe. Und ein Heimweg, der mich an Einkaufsmöglichkeiten vorbei führt, sodass ich täglich frische Lebensmittel kaufen konnte. Mein Weg hat mich übrigens (je nachdem wie ich es eingerichtet habe) auch über den Markt geführt, wo es dann wirklich alles in superfrisch gibt.

Allerdings ist Nürnberg eine der teuersten Orte, die ich bisher besucht habe. Ein 10qm-WG-Zimmer hat mich dort etwas über 200€ gekostet. (Dagegen sind die 30qm-1,5-Zimmer für 340€ in Kaiserslautern ein Witz.) Dafür habe ich allerdings auch direkt unter der Burg wohnen können. Das Auto stand die meiste Zeit herum und diente nur dazu, ab und zu nach Berlin bzw. zu meinem Freund in den 20km entfernten Ort zu fahren. Ich habe es also schon fast jeden Tag genutzt, aber eben nicht, um zur Arbeit zu müssen. Mein Weg zur Arbeit war geradezu idyllisch. Romantische kleine Pfade zwischen uralten Geschäften vorbei. Über kleine Brücken und am Wasser entlang.

Aufwändige Arbeiten aus Holz machen den ganz besonderen Charme dieser Stadt aus.

Herzlichkeit und Wertschätzung

Die Nürnberger haben mich allesamt sehr herzlich empfangen. Die mürrische Mine, die man aus Berlin kennt, gibt es dort fast gar nicht. Oder sie ist mir nicht begegnet. Zwar gab es natürlich auch mal schlechte Laune, Differenzen und Streitigkeiten, aber insgesamt klingt Fränkisch einfach immer netter, sogar wenn der dazugehörige Franke ziemlich bös drauf ist.

Was ich dort auch zum ersten Mal erlebt habe, war die Einstellung meiner Chefin. Als Berliner Abiturient auf Praktikumssuche ist man es gewöhnt, jeden Tag 8 Stunden zu malochen und dafür im schlimmsten Fall sogar noch Geld zu bezahlen. In Nürnberg allerdings wurde ich direkt mit den Worten empfangen, dass ich immerhin Arbeit verrichte und dafür auch Geld bekommen soll. Es waren zwar nur 400€, aber mit einem sehr spartanischem Lebensstil und einem Job im ansässigen Nachtclub hat es durchaus ausgereicht. Das Praktikantengeld hat meine Miete gezahlt und mir mein Essen finanziert, der Nebenjob von Donnerstag bis Sonntag hat dafür gesorgt, dass ich mir auch so mal ein bisschen was leisten konnte. Außerdem fällt dann die Versuchung weg, am Wochenende viel Geld auszugeben, wenn man jeden Abend um 19 Uhr im Club erscheint und erst um 6 Uhr Morgens wieder raus kommt.
Ich gebe zu, der Freitag war immer ziemlich hart, wenn ich um 6 aus der Arbeit raus kam und um 9 wieder im Büro war, aber ich war jung… na ihr versteht schon ;)

Monat für Monat in Nürnberg

Warst du auch schon mal in Nürnberg oder bist gar ein waschechter Nürnberger? Ich habe so viele tolle Erinnerungen an diese schöne Stadt, dass es mir ganz warm ums Herz wird, wenn ich nur an die Zeit zurück denke. In meinem ersten langfristigen Anlauf war ich rund sechs Monate in Nürnberg und habe mein neugieriges Näschen in so gut wie jede Gasse gesteckt. Durch die Arbeit bei den Denkmalpflegern und Architekten habe ich nicht nur die Denkmäler sondern auch die Stadt gut kennengelernt. Nürnberg hat mich auf zweierlei Weise verzaubert. Es hat mich von sich als Stadt überzeugt und mir die Augen für Baukultur und Altstädte geöffnet. Seit Nürnberg wuchs in mir der Wunsch mich mit Denkmalen und Baukultur zu beschäftigen. Ich wollte erhalten, schützen, helfen und vor allem: immer und immer mehr lernen und das Gelernte vermitteln.

Der Altstadtfreunde Nürnberg e.V. unterstützt sein geliebtes Nürnberg, wo es nur geht. Ein Grund, warum die Stadt noch so schön ist.

Nach den ersten sechs Monaten in Nürnberg, habe ich noch 3 Praktika von jeweils 2-3 Monate dort gemacht, die Stadt immer besser kennengelernt und mich dort schon fast einheimisch gefühlt. Es war wie ein Heimkommen, wenn ich wieder mit Sack und Pack dort angekommen bin und immer war im Hinterkopf verankert, dass ich bald wieder komme.

Mein letzter Besuch ist jetzt schon wieder viel zu lange her. Ich denke, ich sollte mal wieder für ein paar Monate nach Nürnberg ziehen und mich in das baukulturelle Getummel dort werfen.

Was ist deine Geschichte, die dich mit Nürnberg verbindet? Erzähl es mir in den Kommentaren.

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Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von Frollein Keks zum Thema „3-Bilder-aus…“. Es war wirklich gar nicht so leicht, sich auf nur 3 Bilder zu reduzieren. In den bestimmt 12 Monaten, die ich dort war, habe ich Unmengen an Fotos gemacht… :D

Neue Materialien in der Denkmalpflege? Ein Thema mit viel Diskussionspotential.

Manchmal sind die historischen originalen Materialien einfach nicht wirklich gut. Darf dann mit modernen Alternativen nachgebessert werden?

Dass auf dem Bau schon immer mit neuen Materialien experimentiert wird, ist nichts ungewöhnliches. Entwicklungen müssen sich schließlich auch erst etablieren. Manchmal funktioniert alles wie geplant, manchmal aber nicht. Wie handelt der Denkmalpfleger nun, wenn die historischen Materialien nicht gut funktioniert haben und es unwirtschaftlich wäre, ein Bauwerk mit genau den gleichen Materialien wieder herzurichten?

Um dieses Thema entbrennt schon seit jeher eine hitzige Diskussion nach der anderen. Die Sophienkirche in Berlin bietet ebenfalls Anlass für solche Debatten. Sie werden sogar provoziert.
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Mitreden, wenn etwas in deiner Stadt passiert!

Wenn in deiner Stadt gebaut wird, dann ist sie darauf angewiesen, dass du ihr mitteilst, was du dir wünschst. Lies mehr zum Thema Bürgerbeteiligung auf raumzeichner.de

Es wird gebaut. Überall und ständig. Das ist ja ein ganz gutes Zeichen, denn dann hat das Land oder die Stadt offensichtlich Geld. Oder es gibt Investoren, die investieren. Bauen ist auf jeden Fall immer gut für die Wirtschaft, nicht allerdings für den Verkehr oder die Nerven der gestressten Bewohner.

Damit die Bewohner einer Stadt allerdings Verständnis für die zahlreichen Baustellen aufbringen können, bedarf es der Bürgerbeteiligung. Bewohner einer Stadt möchten wissen, was um sie herum geschieht und warum die Straße vor ihrer Haustür morgens um 7 Uhr aufgerissen wird und die Fenster die nächsten 6 Monate nur noch nachts geöffnet werden können. Das Interesse der Bürger ist da, denn sie wohnen in den Gegenden, die sich verändern. Allerdings mangelt es an der Kommunikation zwischen Bewohnern und Entscheidern.
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Die perfekte Kamera für Unterwegs.

Auf der Suche nach der perfekten Kamera für reisende Architekten

Ich bin schon lange auf der Suche nach einer Kamera, die es mir erspart mit mindestens 2 Objektiven herum zu laufen und die mich dennoch nicht einschränkt bzw. mir das Fotografieren von Architektur sogar unmöglich macht.

Die perfekte Kamera für reisende Architekten

Da ich auf ewige Online-Recherche und Quacksalberei in den Elektronikfachmärkten der Umgebung keine Lust mehr hatte, habe ich mich dazu entschlossen, die Hersteller direkt mit meinen Anforderungen zu konfrontieren. Ich habe sie um Rat gebeten, welche ihrer Kameras möglichst nahe an meine gewünschten Kriterien kommen.

Erstaunlicherweise haben sich viele Hersteller wirklich die Mühe gemacht, mir Modelle zu zeigen, die recht nahe an meine Wünsche heran kommen:

Meine Kamera-Anforderungen

Auf der Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau

„Ich suche eine Kamera, die sehr klein ist, an ein Stativ angebracht werden kann und sehr lichtempfindlich ist. Da Bilder auch ab und zu in den Print sollen, muss die Kamera auch nachts und bei einem Iso-Wert von 100 einsetzbar sein. Zudem ist eine nicht-digitale Brennweiten-Varianz von ca 12-50mm nötig. Generell soll sie die gleichen Einstellungen haben, wie sie normale Spiegelreflexkameras haben. – Also soll beinahe alles einstellbar sein. – Und sie muss im RAW – Format fotografieren können. Die Blende sollte bei einer Brennweite von 30-40 bei rund 2,8 liegen.“

Die Ergebnisse

Erstens hat mich erstaunt, dass ich überhaupt Antworten bekommen habe. Die meisten Antworten waren direkt nach 2 Tagen da, die letzten haben 2 Wochen auf sich warten lassen. Ehrlich gesagt habe ich mit weit weniger Resonanz auf diese seltsame Art der Anfrage gerechnet. Da die Auswahl noch immer sehr groß war, habe ich mir erlaubt, pro Hersteller nur eine Kamera mit in die Liste aufzunehmen. Das Auswerten hat trotz der Vorarbeit der Hersteller immer noch einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Die Angaben, die die Hersteller auf ihren Seiten machen, sind einerseits immer individuell sortiert und andererseits dann auch noch anders benannt oder gar nicht vorhanden. Mit so viel Arbeit hätte ich da ehrlich gesagt nicht gerechnet, aber hier nun die Ausbeute:

Leica V-Lux Typ 114



Preis 1.100,00€ ein stolzer Preis
Objektiv Leica DC Vario-Elmarit 1:2,8–4/9,1–146 mm ASPH
Blende 2,8 Weitwinkel bis 4 Tele
Belichtungszeit keine Angabe
Videos 4k
Sensor 1“ Sensor
Display Dreh-, klapp- und schwenkbarer 3“-Monitor
Apps Leica C Image Shuttle App für Ansteuerung per Smartphone und Tablet
ISO keine Angabe
Sucher Ja
Dateiformat keine Angabe
Gewicht
Stativgewinde
Betriebstemperatur
Maße
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Nikon Coolpix P7800


Preis 349,00€
Objektiv NIKKOR-Objektiv mit optischem 7,1-fach-Zoom
Blende 1:2,0 bis 4,0
Brennweite 6,0 bis 42,8 mm (Bildwinkel entspricht 28 bis 200 mm bei Kleinbildformat)
Belichtungszeit 1/2.000 bis 1 s, 1/2.000 bis 60 s
Videos
Sensor 1/1,7-Zoll-CMOS-Sensor, Gesamtpixelanzahl: ca. 12,76 Millionen
Display 7,5 cm (3 Zoll) großer neig- und drehbarer TFT-Monitor
Apps -/-
ISO ISO 80 bis 1.600
Sucher nicht optisch
Dateiformat Fotos: JPEG, RAW (NRW; Nikon-eigenes Format). Sprachaufzeichnung (Sprachnotiz): WAV. Filme: MOV (Video: H.264/MPEG-4 AVC, Audio: LPCM-Stereo).
Gewicht ca. 399 g
Stativgewinde 1/4 Zoll (ISO 1222)
Betriebstemperatur 0 °C bis 40 °C
Maße 77,5 x 118,5 x 50,4 mm
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Olympus PEN EP-5


Preis 649,00€
Objektiv
Blende
Brennweite
Belichtungszeit 1/8000 – 60 s, Bis zu 30 Minuten bulb
Videos Full HD 1920 x 1080 (16:9) 30p, 20Mbps (MOV)
Sensor
Display Schwenkbares LCD – Interaktives Bedienfeld, 7,6 cm / 3“ (3:2) / Touch AF & Shutter
Apps
ISO ISO 200 – 25000
Sucher
Dateiformat RAW & JPEG
Gewicht 420 g
Stativgewinde
Betriebstemperatur 0 – 40 °C
Maße 122,3 x 68,9 x 37,2 mm
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Ricoh Pentax Q10


Digitale Fotokamera mit Wechselobjektiven
Preis 932,00€
Objektiv 5-15mm äquivalent zu 27,5 – 83 mm
Blende 2,8 ~ 4,5
Brennweite ca. 27,5 – 83 mm
Belichtungszeit 1/8000 – 30 Sekunden
Videos Videofunktion mit Full HD, 30b/sec
Sensor 12 MP CMOS-Sensor
Display 3″ TFT Farb LCD Monitor, mit 170° Ansicht
Apps keine Angabe
ISO ISO 100 bis 6400
Sucher nein
Dateiformat RAW (DNG), JPEG (Exif 2.3), DCF2.0 konform
Gewicht 200 g
Stativgewinde keine Angabe
Betriebstemperatur keine Angabe
Maße 58 mm x 102 mm x 33,5 mm
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Samsumg NX mini


MicroSD, MicroSDHC, MicroSDXC, UHS-1 MicroSD Unterstützung
Preis 369,90€ mit 9-27mm Objektiv im Kit
Objektiv Samsung NX-M
Blende keine Angabe
Brennweite keine Angabe
Belichtungszeit 1/16000 Sek. – 30 Sek, 4min bulb
Videos 1.920 x 1.080, MP4 (H.264)
Sensor keine Angabe
Display TFT LCD, Touchscreen (C-Typ), 7,52 cm (2,96”), Flip-up um 180° klappbar, Touch AF & Auslöser
Apps keine Angabe
ISO keine Angabe
Sucher keine Angabe
Dateiformat JPEG (EXIF 2.21), DCF, MP4 (Video)
Gewicht 192 g
Stativgewinde keine Angabe
Betriebstemperatur 0 – 40 °C
Maße 110,4 x 61,9 x 22,5 mm
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Sony Alpha 7S mit SEL1018


Preis 1979,00€ + 679,00€
Objektiv SEL1018
Blende
Brennweite 24-70mm Vollformat (bei APS-C: 36-105mm)
Belichtungszeit 1/8000 bis 30 Sek., Langzeit
Videos 4K Video
Sensor 35 mm
Display 3,0″ TFT LCD
Apps
ISO ISO 50 bis ISO 409600
Sucher 0,5″ großer elektronischer Sucher (Farbe)
Dateiformat RAW und JPEG
Gewicht 489 g plus Objektiv
Stativgewinde
Betriebstemperatur 0-40 °C
Maße 126,9 x 94,4 x 48,2 mm
Hier Kamera kaufen! Hier Objektiv kaufen!

Canon PowerShot G7 X


Preis 482,00€
Objektiv festverbaut
Blende f/1.8-2.8
Brennweite 8,8 – 36,8 mm (äquivalent zu KB: 24 – 100 mm)
Belichtungszeit keine Angabe
Videos (Full-HD) 1.920 x .1080, 60 B/s / 30 B/s
Sensor 1,0-Zoll-Typ Back Illuminated CMOS
Display klappbares 7,5 cm (3,0 Zoll) PureColor II G Touchscreen-LCD (TFT)
Apps -/-
ISO ISO: 125 – 3.200
Sucher nein
Dateiformat RAW+JPEG, MP4
Gewicht ca. 304 g
Stativgewinde keine Angabe
Betriebstemperatur ca. 0 – 40 °C
Maße ca. 103,0 x 60,4 x 40,4 mm
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Fazit

Die Preise unterscheiden sich tatsächlich sehr. Mein Ziel war eigentlich ein günstigerer Immer-Mit-Dabei-Ersatz für meine aktuelle Kamera. Momentan fotografiere ich mit einem Canon EOS 700D Body und zwei Objektiven. Als Weitwinkel nutze ich das Canon EF-S 10-22mm und für alles, was kein Haus ist, das Canon EF 40mm 1:2,8. Gerade das 40mm gebe ich nie mehr aus der Hand. Es ist so winzig klein mit einer doch so guten Qualität, dass es einfach immer mit dabei ist. Wenn ich allerdings auf architektonische Safari gehe, dann hilft es mir leider überhaupt nicht. Mein tolles Immer-Mit-Dabei-Stativ, das hier auch auf dem Bild zu sehen ist, ist übrigens das Rollei CT-4A aus Aluminium mit Kugelkopf. Das hat mir ein sehr guter Freund empfohlen, das durfte ich in Bonn ausprobieren und das habe ich mir in Quedlinburg dann spontan auch gekauft, um dort Nachtaufnahmen zu machen.

Quedlinburg bei Nacht

Quedlinburg bei Nacht

Mein Favorit unter den hier aufgelisteten, ist tatsächlich wieder das Canon-Produkt. Ist es nun reine Sympathie? Hast du andere Empfehlungen, die hier unbedingt mit rein gehören?

Kultur ist für mich…

Kultur ist für mich das Erhalten von Denkmalen

Kultur ist für mich …

die Entstehung und Entwicklung von Fähigkeiten und ästhetischem Geschmack einer Gruppe. Wenn ich an Kultur denke, dann bekomme ich so ein ganz seltsames Gefühl im Bauch. Es hat etwas mit Ehrfurcht und purer Begeisterung zu tun. Ich werde hibbelig und irgendwie auch glücklich.

Kultur ist für mich …

erhaltenswert! Definitiv. Kultur entsteht aus Entwicklung, aus Fähigkeiten und aus dem Zusammenspiel vieler Menschen und ihrer Fertigkeiten. Read more

Farben herstellen wie in alten Zeiten.

Farben herstellen wie in alten Zeiten.
Kirchenmaler wollte er werden. Wie sein Vater. Schon früh stand für den jungen Adrian Neus fest, was er werden wollte, doch sein Vater wollte ihn nicht lassen. Erst nachdem er einige Jahre in eine andere Ausbildung investiert hatte, ließ sein Vater ihn das Handwerk des Kirchenmalers lernen. Offenbar hatte der Sohn genug Willen bewiesen. Inzwischen ist Adrian Neus anerkannter Restaurator, kennt die verschiedenen historischen Farben in- und auswendig und kann auf Anhieb sagen, welche Farben für welche Ansprüche geeignet sind. Die stellt er dann auch selbst her und lässt sich nicht von den Werbeversprechen der Industrie blenden. Er hat das richtige Rezept für Stein-, Holz- oder Putzanstriche immer parat und teilt sein wissen in Seminaren mit angehenden Restauratoren.

Atelier von Adrian Neus in Görlitz

Im Rahmen der Qualifikation Denkmalpflege der Denkmal-Akademie lernen wir – eine Gruppe, die hauptsächlich aus Architekten und Mitarbeitern der unteren Denkmalschutzbehörden besteht – in einem eintägigen Schnelldurchlauf die verschiedenen Farben und ihre Verwendungszwecke kennen.
Direkt neben der spätgotischen Pfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich das Waidhaus, ein grau gestrichenes Gebäude, das irgendwie zusammen gestückelt anmutet. Im obersten Geschoss des hohen Baus befindet sich die Werkstatt, die Schulungsraum, Arbeitsplatz und Experimentierstube zugleich ist. Der ganze Raum ist voll von Malereien. Manche sind auf Holz und manche auf Putzflächen gemalt, die in Holzrahmen angelegt worden sind. Fresken nennt man diese Malereien, die in den feuchten Kalkputz gemalt werden und somit zu einer Einheit mit der Wand verschmelzen. Ist der Maler zu langsam und der Putz bereits abgebunden, wird diese Einheit nie entstehen. Gelingt das Werk allerdings, ist die Malerei vor Regen- und Spritzwasser geschützt. Ein Trass-Kalk-Putz ist für Außenfassaden geeignet und die Malereien können so lange Zeit überdauern ohne von der Witterung zerstört zu werden.
Anders verhält es sich mit Leimfarben, die nur für den Innenraum geeignet sind und emfpindlich auf Feuchtigkeit reagieren. Früher wurden Leimfarben ganz un-vegetarisch aus Knochen und Häuten, später aus Pflanzenstoffen, hergestellt. Der Farbenleim wurde früher in Fässern gelagert und mühsam transportiert, heute kann man ihn einfach als Granulat im Fachhandel beziehen und mit Wasser anrühren. Später sind wir live dabei und können uns die Finger schmutzig machen. Die Vorfreude ist groß, doch zunächst hören wir weiter staundend zu und lernen, dass Lehmputze mit einer Kalklasur und Holzbalken mit einer Vorleimung grundiert werden können.

Verschiedene natürliche Farben auf Holz.

Kalklasuren eignen sich für Außenfassaden und zeigen ihre Deckkraft erst nach dem Trocknen. Es erfordert also Erfahrung, die Inhaltsstoffe für die Lasur richtig zu dosieren. An einem anschaulichen Beispiel einer Atelierwand können wir sehen, wie die Abstufungen von mehreren Kalklasur-Anstrichen decken und wie sie auf Spritzwasser reagieren. Die erste Schicht deckt erstaunlich gut, reagiert aber noch auf das Wasser. Ab der dritten Schicht ist der Anstrich deckend weiß und das aufgebrachte Wasser perlt einfach ab ohne einen Schaden zu hinterlassen. Das macht die Carbonatisierung, lernen wir, die eine schützende Schicht auf der Oberfläche entstehen lässt. Kalklasuren sind günstig und einfach herzustellen und können nach einigen Jahren einfach abgebürstet werden, wenn sie verwittert sind. Danach kann die Lasur neu aufgetragen werden und die Fassade in neuem Glanz erstrahlen.

Lernen durch Ausprobieren. Schüler nehmen den Pinsel in die Hand.

Wir sind gebannt von der Arbeit mit Farben. Beim Besuch im Schlesischen Museum zu Görlitz würdigen wir die ausgestellten Exponate kaum eines Blickes. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Steinmetzarbeiten und die Malereien. Helle Stellen im Stein verraten uns, dass dort neues Material eingebracht wurde. Exakt wurde darauf geachtet, keine überstehenden Ränder zu bilden und penibel wurden die Materialanforderungen eingehalten. Eingebrachtes Material muss immer weicher als das Original und damit der Eingriff in das Denkmal reversibel sein. Es klingt fast wie im Krankenhaus, wenn wir von Eingriffen und Rekonstruktionen sprechen, und ähnlich lang wie im OP scheint uns die Liste an Vorschriften, die es einzuhalten gibt. Höchste Aufmerksamkeit, Konzentration und Geduld braucht auch nicht nur der Herzchirurg sondern auch der Maler in der Restauration. Ergänzte Flächen werden mühsam und sorgfältig gepunktet oder gestrichelt. Striche dürfen eine Maximallänge nicht überschreiten, an ihrer dicksten Stelle nicht mehr als 2mm aufweisen und müssen linsenförmig an Anfang und Ende spitz zulaufen. Die senkrecht verlaufenden Striche werden so dicht gesetzt, dass sie die Lücke in der Malerei optisch schließen, bei nahem Betrachten allerdings preisgeben, wo nachgearbeitet wurde.
Mit neuem Wissen sehen wir nun die Wand- und Deckenmalereien im restaurierten Gebäude in ganz neuem Licht und können unsere Blicke kaum von den Fenstergewänden und Türlaibungen lösen.

Adrian Neus mischt seine Farben fast immer selbst an.

Im Anschluss lernen wir, wie Farben selbst produziert werden: Wir stellen eine Leimfarbe her, oder schauen zumindest dabei zu. Zwei Bottiche mit Wasser stehen bereit, dazu ein Päckchen speziellen Leimpulvers und ein geöffneter Sack mit feinster Kreide aus der Champagne. „Die hat einen schönen gelblichen Weißton, nicht so kalt und grau wie die Kreide von Rügen.“, erklärt uns Herr Neus. – Aus der Champagne ist eben alles edel und champagner-farben, schlußfolgern die wissbegierigen Teilnehmer mit ausgelassenem Humor.
Die Farbe wird angemischt. Einsumpfen nennt sich der Vorgang, wenn in den Bottich mit Wasser die Farbpigmente (in unserem Fall die Kreide aus der Champagne) langsam eingerieselt werden. So langsam, dass sie sich schön flächig im Wasser verteilen und so viele, dass zum Schluss ein kleines Häufchen oben stehen bleibt.
Aus der Pigmentmischung und dem Leim entsteht die Leimfarbe. Eigentlich ganz einfach, oder? Man muss nur wissen, wie es geht und ein Gefühl dafür entwickeln. Diese beiden Punkte allein aber reichen schon, dass die Malerausbildungen heutzutage schon daran scheitern und die Auszubildenden weder ein Gespür für Farbigkeit noch für die Herstellung ihrer eigenen Arbeitsmaterialien haben – geschweige denn welche Eigenschaften sich wo für eignen. Natürlich gibt es auch glorreiche Ausnahmen in diesem Bereich, aber die Masse der Malereibetriebe weiß kaum noch etwas über das Medium Farbe. Sehr schade, denn nicht nur im Denkmal gehört Materialwissen einfach zum A und O um Bauschäden langfristig zu vermeiden.
Bei Adrian Neus haben wir eine Menge über Farben und das ursprüngliche Handwerk des Malers gelernt. Die angehenden Denkmalpfleger wissen nun, worauf es ankommt und wurden für den Umgang mit verschiedenen Farben sensibilisiert. Außerdem wurde noch verstärkt betont, dass Gebäude nicht wartungsfrei sind und man sich (was ja leider viel zu oft vergessen wird) auch um seine vier Wände ab und zu kümmern sollte.

Kirchenmaler Neus erklärt die Tücken bei der Herstellung einer Schablone.

Erreichen kann man Herrn Neus hier:

DENKMALWERKSTATT
ADRIAN NEUS
Obere Klimbach 14
97842 Karbach
+491713102950
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Görlitz | Geliebtes Schmuckstück an der Neiße

Görlitz Reisebericht

Görlitz ist eine Stadt, die jemand so sehr liebt, dass er ihr jährlich eine Million D-Mark spendet. Und alle anderen mögen Görlitz auch, auch wenn sie etwas weniger spendabel sind.

Nach einer Woche Aufenthalt in Görlitz (Sachsen) wird aus den vielen Eindrücken ganz allmählich ein vages Gesamtbild eines städtischen und kulturellen Gefüges.

Bahnhof Görlitz

Ausgehend vom Bahnhof Görlitz in Richtung Altstadt entwickelt sich ein widersprüchliches Bild einer Stadt, die ihr baukulturelles Erbe liebt und schätzt und dennoch allerorten mit dem Zerfall zu kämpfen hat.
Wer den Bahnhof inmitten des pulsierenden Lebens der Stadt vermutet, irrt. An historisch wertiger Position am Ende einer langen, prunkvollen Sichtachse wirkt er bei näherer Betrachtung abgeschottet und vereinsamt. Eine wenig befahrene üppige Straße, die sicher ausreichend Platz für viele schmucke Kutschfuhrwerke geboten hat, ist inzwischen zerschnitten von Straßenbahnschienen. Als Fußgänger fühlt man sich ungewollt und abgeschnitten von der Stadt, die man besuchen möchte. Die wertigen Ausformungen im und am Bahnhof haben den Besucher zuerst glauben lassen, in eine einladende Stadt zu treten. Verlässt er die Bahnhofshalle in Richtung Stadt, sieht er sie in vermeintlich weiter Ferne und sein Blick sucht sogleich die strahlend gelben Taxen zu seiner Rechten. Die Schneise, die durch Schienen und PKW-Verkehr zwischen den Bahnhof und die Stadt geschlagen wird, erscheint nur allzu abweisend. Als wolle Görlitz vermeiden, dass man die Schönheit dieser Stadt doch noch entdecken kann.

Sog in die Stadt

Lässt man sich von der Sichtachse in die Stadt ziehen, säumen auf beiden Seiten verkommene, leerstehende Stadthäuser die Straße. Verlorene Sitzbänke stehen auf den breiten Gehwegen und der Verkehr ist so ruhig, dass man ohne Zögern über die Straßenbahnschienen läuft, während man von einer Straßenseite zur anderen wechselt, um die verstreuten schönen Fassaden zu betrachten.
‚Zu verkaufen‘ reiht sich neben ‚zu vermieten‘ und subversive Geschöpfe schrieben mit den Fingern die Frage in den Staub der Verbretterung, wann denn ‚ihr Merkur zugemacht‘ hätte. ‚Freier Wohnraum für alle‘ wird da gefordert während andere Häuser ihren braocken Schmuck stolz in die Frühjahrssonne recken.

Soziales Leben in der Stadt

Mit einem prunkvollen Portal, an dem sich Jugendstilschönheiten (oder doch ein anderer Stil?) sonnen, läd die Straußberg-Passage ein, zu flanieren und in den teuer anmutenden Läden viel hart erarbeitetes Geld zu lassen. Zugegeben, die Passage hat ihren Namen verdient und läd wirklich ein, hinein zu gehen. Romantisch anmutend recken sich in Reih und Glied die Ladenschilder in den Luftraum über den Köpfen und anmutig hängen grüne Banner von der Decke. Alles ist sauber und Lichtdurchflutet und trotzdem schafft es kein Laden, mein Interesse zu wecken.
Wieder raus und der Sichtachse weiter folgend erscheint das Café Central, das den Platz vor sich bemerkenswert gut nutzt. Tischgruppen mit Sonnenschirmen verteilen sich auf einen dreieckigen Platz zwischen Straßenbahnschienen und wirken doch so einladend, dass man sich fragt, wie sie das wohl hinbekommen haben. So ein unwirtlicher Ort mit Schienen und Straßen läd doch sonst auch nicht zum Verweilen ein. Hier schon.

Hohe-Str. / Christoph-Lüders-Str Görlitz

Manch ein Platz in Görlitz ist gesäumt von vielerlei schönen Fassaden. Die alte Post beispielsweise steht an einem wunderschönen Platz, der sogar im kühlen März schon Passanten dazu einlädt, mit einem warmen Kaffee auf den Bänken Platz zu nehmen und ein Schwätzchen zu halten.
Das alte Kaufhaus Görlitz wird gerade renoviert, wie die Beschilderung angibt. Währenddessen steht dahinter, fast verschämt im Eck, ein neues Einkaufszentrum, dessen Schönheit zweifelhaft ist aber dem modernen Bild von Einkaufszentren zu entsprechen scheint. Es erinnert an das, das gerade in Kaiserslautern gebaut wurde. – In 80 Jahren finden wir das vielleicht auch schön. Das menschliche Auge braucht eben seine Zeit, um sich an etwas zu gewöhnen.
Ganze Straßenzüge in Görlitz sind herausgeputzt und saniert, während viele andere komplett verwahrlost wirken und die Häuser beinahe auseinander zu fallen scheinen.

Verfall und Restauration

Neben barocken Fachwerkhäusern finden sich in Görlitz auch gotische Stadthäuser aus Stein, die stolze Plaketten tragen, die verkünden, dass hier einmal Napoleon gewohnt hat. Leider ist dieses Gebäude momentan nicht mehr sehr repräsentativ und bedarf einiges an Pflege.
Sehr gut gepflegt hingegen sind die Görlitzer Kirchen, die einen Besuch und den dazugehörigen Eintritt allemal wert sind.

Barock, Renaissance, Gotik und mehr.

Von einer beeindruckenden Fassade zur nächsten hangelnd verliert man sich staunend in den verworrenen kleinen Straßen in Görlitz. Mal findet man sich vor einem grandiosen barocken Stadthaus wieder und dann vor einem Stück Renaissancekultur. Freskenmalereien reihen sich neben getönte Putze, Kratzputze oder Fassaden, die gänzlich aus Stein gemeißelt sind. Für Architekten und Denkmalschützer ist Görlitz ein Fassaden-Paradies. Einen nicht unbedeutenden Teil dazu trägt der anonyme Spender bei, der seit langem jährlich eine halbe Million Euro spendet. Damit können so einige Baumaßnahmen umgesetzt werden und viele Bauwerke nicht nur saniert sondern vor allem erstmal gesichert werden. Eines der wichtigsten Anliegen der Denkmalpflege ist das Erhalten der bestehenden Substanz, damit diese dann ggf. später wieder hergerichtet und genutzt werden kann. Der Verlust eines Denkmals ist unumkehrbar und bedeutet den Verlust von Wissen und Kultur.

Bilderbuch der Architektur-Stilkunde

Görlitz ist ein Bilderbuch der Architektur-Stilkunde. Mit einem guten Architekturführer kann man so am gebauten Beispiel eine Menge über Architektur lernen. Ein uns empfohlenes Werk dazu ist der Görlitz Architekturführer von Frank Vater*. Mit reichlich Bildern und erläuternden Texten ist es ein schönes Werk, das mit viel Sorgfalt und Liebe erstellt wurde. Viele Fotos sind beeindruckend schön und weisen eine Qualität auf, die für Reiseführer überdurchschnittlich ist.

Warst du schon mal in Görlitz und hast du es gar auf die polnische Seite geschafft? Wie fandest du es dort?

Qualifikation Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Der Werdegang vom Architekten zum Denkmalpfleger kann für jeden sehr individuell sein . Der Weg über die Qualifikation Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz dauert mindestens 13 (maximal 36) Monate und lässt einen verschiedene denkmalträchtige Städte in Deutschland besuchen.

In insgesamt 8 Wochenseminaren und einigen Tageskursen erlernt man die fundamentalsten Grundlagen der Denkmalpflege in ihrer weit gestreuten Variation. Durch den umfassenden Einblick in die Bandbreite des Themengebietes Denkmalpflege lernt man eines als erstes: Demut.

Demut vor dem großen Ganzen, Demut vor dem kulturellen Gut, Demut vor dem gewaltigen Wissen, das Experten sich in Jahrzehnten angeeignet haben. Winzig klein mit Hut ist der angehende Denkmalpfleger, denn er kratzt nur die Oberfläche des gewaltigen Wissens an, das es zu erlernen gibt.

Je mehr Seminare man besucht, desto größer ist die Ehrfurcht vor dem, was man alles noch nicht weiß. Man lernt immer mehr Themengebiete kennen, die man nur unzureichend bearbeitet hat und in denen es noch so viel mehr zu lernen gibt. Die Kurse bauen ein Wissensfundament auf, auf dem man mit Hilfe der Kursunterlagen weiter aufbauen kann. Die einzelnen Wochenseminare sind jeweils Oberthemen zugeordnet, die sich ergänzen. Zum Schluss hat man ein umfangreiches Bild der verschiedenen Tätigkeiten des Denkmalschutzes. Architekten und Planer lernen Vorgehensweisen anderer Planer kennen, sie lernen, wie andere mit Problemen umgehen und sie werden auf Stolperfallen im Alltag hingewiesen. Neben allerlei fachlichem Wissen, das den Lernenden mit auf den Weg gegeben wird, sind die Kontakte, die man knüpft ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kurse. Durch den ’studentischen Zusammenschluss‘, den die Kursteilnehmer bilden, entwickelt sich ein Netzwerk von Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet. Die gute Durchmischung der Berufssparten und der regionalen Verortung ermöglicht ein breites Bild über aktive Denkmal-Interessierte.

Kursaufbau

Die Wochenseminare der Qualifikation Denkmalpflege gliedern sich thematisch zusammengefasst so, dass man die Reihenfolge der Kurse mischen kann. Ein Kurszyklus dauert 13 Monate, die maximale Zeit, die man brauchen darf, sind 3 Jahre. Innerhalb dieser 3 Jahre kann man die Kursreihenfolge frei wählen, sodass man für sich passend, alle 8 Wochenseminare belegt hat. Neben diesen Wochenseminaren (WS) gibt es noch 5 Tagesseminare (TS), die man belegen muss, um zur Prüfung zugelassen zu werden.

Aufgrund des Aufbaus bietet es sich an, die Seminare innerhalb eines Kurs-Zyklus zu belegen, sodass Referenten nicht mit ähnlichen Themen doppelt auftreten. Je nach aktuellen Themenschwerpunkten in der Denkmaldebatte ändern sich die Kursinhalte entsprechend. Von einem Lehrplan, wie man ihn von Unis kennt, kann also nicht die Rede sein, obwohl man von einer wohl strukturierten und gut organisierten Ausbildung sprechen kann.

Das Thema der Praxiswoche varriert, sodass im Zyklus 2015 eine Bestandsaufnahme in der Nähe von Görlitz erfolgt, 2016 Bauschäden untersucht werden und man 2017 vertiefte Einblicke in die Bauforschung erhalten kann.

Mich persönlich interessiert das Thema Bauforschung 2017 zwar am meisten, da ich Bestandsaufnahme und Bauschäden jeweils schon in der Uni und im Büro hautnah praktisch durchgeführt habe, aber da ich die Fortbildung im Jahr 2016 abschließen will, werde ich wohl nochmal die Bestandsaufnahme durchgehen und hier sicherlich trotz viel Erfahrung in dem Bereich immer weiter Neues lernen. Gerade das Arbeiten in größeren Gruppen interessiert mich da, da man in Uni und Büro für gewöhnlich nur mit 1-2 Kollegen unterwegs ist und so weniger Meinungsaustausch hat.

Prüfung

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen alle Wochenseminare und Tagesseminare belegt worden sein. Zudem gehört zur Prüfung ein Vortrag innerhalb eines Wochenseminares über ein passendes Thema des eigenen Ermessens. Der Vortragende referiert also über sein Spezialgebiet oder ein von ihm betreutes Bauvorhaben. In die Schlussbewertung fließen außerdem die Ergebnisse des Praxisseminars ein und das Abschneiden in einer mündlichen Prüfung.

Finanzielle Aufwendungen

Insgesamt kostet die Qualifikation Denkmalschutz rund 4500€ plus Reise- und Übernachtungskosten. In den Städten, in denen es Gästehäuser der Denkmal-Akademie gibt, können Kursteilnehmer mit ermäßigte Übernachtungskosten unterkommen.

Eine Nacht im Görlitzer Gästehaus kostet während eines Kurses (Stand März 2015) 25€ und beinhaltet ein Frühstück sowie eine brüchige WLan-Verbindung.
Gästehäuser gibt es meines Wissens in Görlitz und Quedlinburg.

Schlesisches Haus in Görlitz

Unterkunft

Die Gästehäuser sind Gebäude, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz betreut werden. Die Kursteilnehmer werden dort bevorzugt aufgenommen, wenn gerade ein Wochenseminar stattfindet.

Görlitzer Gästehaus

Das Gästehaus in Görlitz ist gleichzeitig auch der Veranstaltungsort des dortigen Wochenseminars. Es befindet sich mitten in der Altstadt und hat genügend Platz und Ruhe. Die Einzelzimmer sind ausgestattet mit einem Schrank, einem Einzelbett und einem Tisch. Dazu gibt es ein eigenes kleines Duschbad und die Ermahnung doch in allgemeiner Rücksichtnahme Ruhe walten zu lassen. Das Gästehaus versteht seine kleinen Zimmer als Studierstuben und niemand soll daran gehindert werden, seinen Recherchen und Gedanken nachzugehen. Während die Zimmer sich in den oberen Geschossen befinden, gibt es im Erdgeschoss neben dem Seminarraum eine ausgestattete Küche und ein Frühstückszimmer. In der Küche haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit in einem großen Kühlschrank Lebensmittel aufzubewahren. Einige Schränke bieten Stauraum und Herd und Ofen ermöglichen gemeinsames Kochen. Eine Spülmaschine gibt es auch!
Der wLan-Zugang ist allerdings sehr brüchig, was modernes Arbeiten mit viel Recherche etwas erschwert da je nach Lage des Zimmers die Verbindung sehr oft abbricht.

Das Zimmer kostet pro Nacht pro Person ca. 25 Euro und beinhaltet ein Frühstück. Sind weniger als 5 Personen eingemietet, gibt es kein Frühstück, dann muss man sich bei diversen Bäckern in der Stadt behelfen. Für diese Tage wird dann allerdings auch keine Frühstücksgebühr erhoben. Für den Preis (etwa 6€) kann man dann gut in Görlitz frühstücken.

Quedlinburger Gäste-Apartments

Die Aparments in Quedlinburg gehören nicht direkt zur DSD und bieten den Kursteilnehmern daher keine Rabatte. Außerdem gibt es keine Einzelzimmer, was eine Einbuchung finanziell nur attraktiv macht, wenn man mit einem Kollegen anreist. Im Vergleich mit den anderen Hotelzimmern in Quedlinburg scheinen die Apartments des Palais Salfeld allerdings dennoch günstiger zu sein, denn ein Doppelzimmer kostet dort rund 80€. Unter 90€ bekommt man auch in anderen Hotels pro Nacht kaum ein Zimmer.

Alternative

In manchen Städten sind die Hotels nicht so arg teuer, wenn man in Kauf nimmt, weitere Strecken zurück zu legen. In Bonn beisielsweise haben wir uns im City Hotel eingemietet, waren dafür aber auch jeden Tag eine Stunde mit dem Auto unterwegs.

In Quedlinburg teste ich zum ersten Mal AirBnB und habe laut Auskunft des Vermieters einen täglichen Fußmarsch von 20-30 Minuten vor mir. 15 Minuten je Strecke morgens und abends laufen halte ich für durchaus machbar, wenn man dafür ein paar kostbare Euro spart.

Je größer die Städte, desto höher auch die Preise für Übernachtungen. Dafür hat man dann da auch die größere Auswahl und kann auch mal was anderes ausprobieren. In Berlin beispielsweise ist es kaum ein Problem mit CouchSurfing für eine Woche in einer WG unter zu kommen. Gerade für die jüngeren Teilnehmer der Weiterbildung ist das doch ein Anreiz und eine Möglichkeit ein paar Euro zu sparen und dabei noch tolle Kontakte zu knüpfen.

Fazit

Die „Qualifikation Denkmalschutz“ ist eine gut strukturierte und organisierte Weiterbildung für Architekten, Planer und Mitarbeiter der Denkmalbehörden. Durch die insgesamt 9 Wochen, die sich die Kursteilnehmer sehen, entstehen wertvolle Kontakte, da man viel von den anderen erfährt. Die Kosten sind mit rund 4500€ für den Kurs allerdings nicht zu verachten. Auch die zusätzlichen Kosten für Fahrt und Unterkunft sorgen dafür, dass man im Kurszyklus rund 9000€ für die Ausbildung ausgibt.

Andere Arten der Weiterbildung, wie Aufbaustudium oder ortsgebundene Ausbildung, sind nicht so teuer, bieten dafür vermutlich aber auch nicht den Vorteil innerhalb eines Jahres bis zu 7 neue Städte kennenzulernen.

Finanziell und zeitlich ist die Qualifikation Denkmalschutz also mit hohem Aufwand verbunden, der von Arbeitgeber, Familie und Geldbeutel erstmal genehmigt werden muss. Alles in Allem lohnt sich die Qualifikation allerdings auf jeden Fall.

Hast du eine Ausbildung zum Denkmalpfleger hinter dir oder planst du eine? Wenn ja, welche ist es und wie ist deine Einschätzung dazu? Lohnt es sich?

Riga | Welterbe zwischen Pracht & Chaos.

02:30 in der Frühe. Der Wecker klingelt, es ist finster, ungemütlich kalt und stürmisch draussen. Das beste Wetter, um das kalte Deutschland an einem Februarmorgen zu verlassen. Gegen eine gute Ladung Sonne und Wärme hätte da wohl keiner etwas einzuwenden, doch es geht nicht auf die Malediven, sondern nach Riga. In die schöne Hauptstadt Lettlands, ganz weit im Osten von Europa und beschaulich klein. – Und genauso eisig kalt. Was hab‘ ich mir dabei nur gedacht?

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In die Höhe strebt der Mensch

Warum bauen wir hoch?

Neulich im Fernbus von Kaiserslautern über Mainz und Frankfurt nach Berlin, kam während der Fahrt durch Frankfurt in der Reihe hinter mir folgende Frage auf:

„Warum bauen die hier überall so komische hohe Häuser? Überall wollen sie Türme bauen!“

Wie werde ich Denkmalpfleger?

Denkmalpfleger: Wie werde ich das?
Viele Menschen lieben Denkmäler und erkennen ihren Wert, wissen aber nicht, wie sie selbst aktiv werden können. Es gibt einige Wege, die es möglich machen, Denkmalpfleger zu werden.
Baudenkmäler sind Kulturgüter, die allen Beteiligten einer Gesellschaft zur Verfügung zu stehen haben. Denkmäler im urbanen oder ländlichen Umfeld schaffen Identifikation mit dem Raum und ein Heimatgefühl. Verbundenheit und Interesse sind ausschlaggebend für die Erhaltung historischer Bauten, die für die Allgemeinheit zugänglich sind. Kulturgüter wie Bücher oder Gemälde erfahren große Wertschätzung, da sie in sicheren Gemäuern verwahrt und nur gegen Geld zugänglich sind. Baudenkmäler hingegen sind Bestandteil des alltäglichen öffentlichen Lebens und werden daher nur zu leicht zur Selbstverständlichkeit. Die Dinge des täglichen Lebens erfahren leider nur allzu oft erst Anerkennung, wenn sie vergangen sind.
Denkmalschützer und Denkmalpfleger sind sich der Existenz der Kulturgüter bewusst und wissen, wie wertvoll sie sind. Sie suchen nach ihnen und erkennen sie, bevor sie verschwunden sind und betrauert werden. Oft wird das Werk der Denkmalschützer wenig gewürdigt oder gar in Frage gestellt, dabei balanciert er ständig auf dem schmalen Grad zwischen Erhalten und Verändern. Ein 100%iges Richtig oder Falsch gibt es genauso selten wie in anderen Bereichen des Lebens.

Wie werde ich Denkmalpfleger?

Es gibt klassische Wege mit einer Ausbildung zum Denkmalpfleger zu werden, man kann aber auch über Umwege als Quereinsteiger in die Rolle des Denkmalpflegers schlüpfen.

Das Studium

Ein klassischer Weg ist, Denkmalpflege zu studieren. Studienmöglichkeiten gibt es zum Beispiel mit dem Masterstudium Denkmalpflege der TU Berlin. Dieses kann man absolvieren, wenn man Architektur erfolgreich im Bachelor oder im Diplom studiert hat.

Die Weiterbildung

Diverse Kurse der Architektenkammern befassen sich mit Bauen im Denkmal oder im Altbau. Man kann sich also als ausgebildeter Architekt zum Denkmalpfleger weiterschulen und so sein Wissen neben dem Büroalltag weiter ausprägen.
Kunsthistoriker, Archäologen oder andere Nicht-Architekten haben die Möglichkeit an den Schulungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz innerhalb von 8 Wochenseminaren und 5 Tagesseminaren die Qualifikation Denkmalschutz zu erlangen. Diese Ausbildung ist sehr umfangreich und allen angrenzenden Gewerken, sowie den Architekten, offen.

Der Quereinstieg

Manch einer plant nicht, Denkmalpfleger zu werden und wird im Laufe seines Berufslebens immer öfter mit denkmalgeschützten Bauten konfrontiert. Durch eingehende Literaturrecherche sowie ‚Learning-by-Doing‘ entwickelt sich manch einer nach und nach zu einem Experten und Denkmalpfleger.
Manch ein Stuckateur, Schreiner oder Schmied hat mit Vorliebe historische Materialien bearbeitet und so viel Wissen angesammelt, dass er durch Empfehlungen immer bekannter wurde. Dadurch baut sich ein Netzwerk auf und durch jeden neuen Auftrag wächst das Wissen weiter und die Fähigkeiten entwickeln sich.

Die Ausbildung

Ein anderer möglicher Weg ist die Ausbildung zum Restaurator. Restauration kann man zwar auch studieren, aber ein mittlerer Schulabschluss ist die beste Einstiegsmöglichkeit für den praktisch orientierten Beruf des Restaurators. Je nachdem, welchen Betrieb man findet, kann man sich auf Kirchenmalereien, historische Tapetenrekonstruktion, oder -Retusche (oder viele weitere) spezialisieren. Auch Schreiner und Stuckateure, Maler und Maurer stellen Handwerke dar, die es schon an historischen Bauten gab. Allerdings ist hier die genaue Recherche nach den bestimmten Ausbildungsbetrieben nötig, denn viele Handwerksbetriebe bilden die alten Techniken gar nicht mehr aus. Ein Maler, der sich beispielsweise auf Restauration spezialisiert hat, wird noch selbst Farben mischen können, kennt den Unterschied zwischen Kalk- und Leimfarbe, kann diese den Gegebenheiten anpassen und wird nie Fertigfabrikate aus Baumärkten verwenden.

Weiterbildung nach der Ausbildung

Hat man den ‚falschen‘ Ausbildungsbetrieb gewählt oder erst nach der Meisterausbildung die Liebe zum Denkmal entdeckt, kann man sich dennoch zum Restaurator schulen lassen. Das Denkmalzentrum Görlitz  bietet jungen Meistern die Möglichkeit, sich zum Restaurator weiter zu bilden. Die Ausbildung dauert etwa 4 Monate und beinhaltet sowohl einen theoretischen als auch einen 3-monatigen praktischen Teil.

Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege

Wer sich schon direkt nach der Schulzeit für die Denkmalpflege interessiert, kann ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege einlegen. Dort gibt es die verschiedensten Möglichkeiten einen Platz zu finden. Man kann in einem Handwerksbetrieb eine der vielen verschiedenen historischen Handwerkstechniken lernen, in Seminaren viel über Baugeschichte lernen und Kontakte zu Betrieben und Einrichtungen knüpfen. Viele Informationen gibt es auf der Seite des Freiwilligendienstes Deutschland.

Stiftungen und Institutionen

Überregional:
  1. Badem-Württemberg
    1. Denkmalfreunde Freudenstadt
      1. Denkmalverein Mössingen
  2. Bayern
    1. Altstadtfreunde Nürnberg e.V.
    2. Altstadtfreunde München
    3. Altstadtfreunde Lauf
    4. Straubinger Altstadtfreunde
    5. Denkmalverein Penzberg
  3. Berlin
    1. Denkmalpflege Verein Nahverkehr Berlin
    2. Berliner Unterwelten e.V.
    3. Denk-mal-an-Berlin
  4. Brandenburg
    1. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege
  5. Bremen
    1. Landesamt für Denkmalpflege
  6. Hamburg
    1. Denkmalverein Hamburg
  7. Hessen
    1. Heppenheimer Altstadtfreunde
  8. Mecklenburg-Vorpommern
    1. Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern
    2. Landesarchäolovie MV
    3. Bund Heimat und Umwelt
  9. Niedersachsen
    1. Denkmalpflege in Niedersachsen
  10. Nordrhein-Westphalen
    1. Altstadtfreunde Warendorf
  11. Rheinland-Pfalz
    1. Förderverein Sauerbrunnen – Denkmalpflege e.v.
    2. Förderkreis Theodor Zink-Museum Kaiserslautern
  12. Saarland
    1. Förderverein für Denkmalpflege und Heimatkunde Schwalbach e.V.
  13. Sachsen 
    1. Denkmalzentrum Görlitz
    2. Denkmalverein Glauchau
    3. Vereinigung der Landesdenkmalpfleger Leipzig
  14. Sachsen-Anhalt
    1. Freunde der Bau- und Kulturdenkmale S.A.
  15. Schleswig-Holstein
    1. Denkmalfonds Schleswig-Holstein e.V.
  16. Thüringen
    1. Denkmalerhaltungsverein Eisenach

Magazine und Seiten

  1. Monumente
  2. Denkmal-Sanierung
  3. Eine tolle Sammlung wichtiger Adressen wurder von der Redaktion der Denkmal-Sanierung zusammengetragen und kann als PDF herunter geladen werden.
  4. Restaurator im Handwerk
  5. Restauro
  6. e-conservation
  7. Denkmal heute (Österreich)
  8. DenkMal! – Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein
Es gibt also einige Wege, zum Denkmalpfleger zu werden. Nicht immer tragen Denkmal-Vereine oder -Institutionen das Denkmal im Namen. Wer also nach solchen Vereinen sucht, sollte auch Stichworte wie Altstadt oder Altbau nicht außen vor lassen. Auf den Seiten der einzelnen Institutionen sind auch oft Links zu anderen Vereinen zu finden, wodurch man sich auf der Suche von einer Seite zur nächsten arbeiten kann.

Welche Vereine, Firmen oder Stiftungen kennt ihr noch, die sich mit Denkmälern und deren Erhalt beschäftigen?

I love mondays von Tim Chimoy – Buchtipp

Tim Chimoy hat es wieder getan. Er hat wieder ein Buch geschrieben, das einen packt und mitnimmt durch eine Welt seiner Erfahrungen.

Im locker leichten Stil vom „Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten“ ist auch „I love mondays“ ein Buch, das sich sehr leicht und flüssig liest und durch seinen Humor öfter mal zum Lachen bringt.

„I love mondays“ beschreibt die veränderte Arbeitswelt, in der sich unsere und die kommende Generation befinden. Das geregelte Leben ist nicht mehr das, was es einmal war. Work-Life-Balance muss man sich im Betrieb hart erarbeiten – ein Widerspruch in sich? Der gesicherte Job ist nicht mehr so sicher, wie wir es aus unserer Kindheit oder den Erzählungen der Großeltern noch kennen.
Auch der gefürchtete „gläserne Mensch“ ist Thema in „I love mondays“.  Profile, die nur aus dem geschriebenen Wort im Lebenslauf bestehen, zählen nicht mehr. Das Profil besteht aus dem ganzen Internet. Der Expertenstatus wird dadurch aufgebaut, dass man überall seine Brotkrümel verteilt und dabei einen möglichst guten Eindruck hinterlässt. – Abschlüsse zählen nur noch sekundär und als Grundlage für das Expertenwissen, durch das man sich irgendwie aus der großen Menge der anderen Fische im großen Teich hervortun muss.

„I love mondays“ berät auch, was zu tun ist, wenn wir ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen wollen. In wenigen klaren Punkten wird erläutert, worauf es ankommt. Liest man sie, denkt man sich „Na das ist doch logisch!“, aber steht man selbst vor dem Projekt eigenes Portfolio oder neue Unternehmensseite, dann fragt man sich doch „Was genau verkaufe ich da eigentlich?“. Genau da greift „I love mondays“ ein und hält uns unter die Nase, was wir zuerst uns selbst und dann dem künftigen Kunden beantworten müssen.

Dank der Lektüre ist mein Kindle wieder gefüttert mit vielen neuen Büchern, die ich nun demnächst lesen werde. Buchempfehlungen aus Büchern sind meiner Erfahrung nach die Besten, denn bevor jemand etwas gutes über ein anderes Werk schreibt, muss man schon wirklich überzeugt davon sein. Natürlich ist da auch Eigennutz dabei, aber so bewahrt man sich in der Regel vor Blindkäufen und bisher waren meine Erfahrungen mit Empfehlungen in dieser Hinsicht sehr gut.

Gerade die vielen kleinen Einzelgeschichten, die man in „I love mondays“ findet, inspirieren ungemein. Nicht nur die motivierende Art zu schreiben, sondern auch die Geschichten an sich motivieren, sofort loszulegen. Oft kommt der Gedanke „die Idee hatte ich auch schon!“ und dann liest man, dass diese Idee tatsächlich schon jemanden zum Erfolg gebracht hat. Auch wenn man die gleiche Idee dann nicht nochmal nimmt, so öffnet es doch den Blick dafür, dass kleine Ideen vielleicht doch erfolgsversprechend sein können.

  • Ich habe mittlerweile überall meine Spur hinterlassen.

    Tim Chimoy
  • Reichen würde ein Kärtchen mit dem Aufdruck »Google mich«

    Tim Chimoy

Zum Schluss kommt das Thema Angst zu sprechen. Das Thema kennt jeder, irgendwie. Die Angst vor dem Start in ein neues Leben ohne Netz und doppelten Boden. Zwar gibt es viele Bücher, die sich mit dem Entrepreneurship beschäftigen und auch sie sprechen das Hauptthema zum Scheitern an: Die Angst. – Aber dieses Thema ist elementar, denn in Schockstarre dürfen wir nicht verfallen und uns verkriechen bringt uns auch nicht weiter. Mischa Miltenberger, der Co-Autor von „I love mondays“, beschreibt wie es auch nach einem Burnout weiter gehen kann. – Meiner Meinung nach sind Menschen, die einen Burnout erleiden, die idealen Selbstständigen. Wer sich schon für jemand anderen so versklaven kann, dass einem alles über den Kopf wächst, der kann es erst recht für sich. Und da vermutlich sogar noch viel besser! – Nach der Heilung. Wenn man moralisch und ideell komplett hinter seinem eigenen Projekt steht, dann kann man auch mit der (gesunden) Angst im Nacken seine Unternehmen effektiv anschieben.

Während man das Buch von Tim Chimoy „I love mondays“ liest, kribbelt es einem direkt in den Fingern und man möchte sofort loslegen. Als ausgebildeter Architekt hat er einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, aber durch sein Studium und die Arbeit in einem Unternehmen bereits bewiesen: Er kann sich durchbeissen. Das ist ein elementarer Bestandteil, wenn nicht sogar Grundstein, der Selbstständigkeit und so geht er mit gutem Beispiel voran und erreicht sein Ziel, den Leser zu motivieren.

Wer sich mit der eigenen Idee selbstständig machen will, findet in diesem Buch viel Motivation, es ist ein Motivationskick für diejenigen, die eine Nische besetzen wollen. Denkmalpflege ist so eine Nische.

Warum also bei diesem Thema nur die altmodischen Wege gehen und die Arbeit auf dem Amt suchen? Was fällt euch zu dem Thema ein und wollt ihr euch selbstständig machen?

Zum Buch*

  • Für mich würde sich das Wort »Lebensstellung« bei einem Einstellungsgespräch anhören wie eine Drohung oder einfach nur ein Scherz.

    Thorsten Kolsch
  • Achte darauf, auf wessen Meinung du hörst. Jeder da draussen hat eine Meinung, aber nicht jede Meinung ist auch qualifiziert.

    Patrick Baumann

Grundton D – Musik für die Baukultur – Benefizkonzert-Reihe

2015 wirbt die Benefizkonzert-Reihe „Grundton D“ vom Deutschlandfunk (DLF) und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für den Denkmalschutz. Zehn sanierungsbedürftige Bauwerke erhalten direkte Unterstützung durch ein hochkarätiges Benefizkonzert und die Berichterstattung im Deutschlandfunk. Die Auftaktveranstaltung findet am 26. April 2015 in der ehemaligen Synagoge in Görlitz statt.

Das letzte Konzert ist am 13. September 2015 zeitgleich mit der bundesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals im Technischen Halloren- und Salinemuseum in Halle an der Saale zu hören. Musik und Architektur in Verbindung begeistert die Besucher für das kulturelle Erbe des Denkmals seit 1991 und stärkt ehrenamtliches Engagement.

Wieder kommen deutschlandweit zehn sanierungsbedürftige Bauten dank eines Konzerts und der Berichterstattung im Deutschlandfunk in den Genuss finanzieller und ideeller Hilfe. Die Erlöse aus den Konzerten gehen direkt an die Denkmale, in denen sie stattfinden. Die bundesweite Ausstrahlung der Konzerte vermittelt einem Millionenpublikum neben dem musikalischen Genuss auch wichtige Informationen über den Konzertort, den Denkmalschutz und die Initiativen vor Ort.

Die Konzertreihe

26. April 2015 um 17.00 Uhr

ehemalige Synagoge, Görlitz (Sachsen)

Jascha Nemtsov am Klavier und Simone Drescher am Violoncello.

20. Juni 2015 um 19.30 Uhr

in der Hoffnungskirche in Oberweißbach (Thüringen)

King’s Singers

25. Juni 2015 um 19 Uhr

Alte Spulerei der ehemaligen Pulverfabrik in Rottweil (Baden-Württemberg)

Sommersprossen-Festival Daniel Schnyder & Ensemble

12. Juli 2015 um 18.00 Uhr

Fagus-Werke in Alfeld (Niedersachsen)

German Brass

19. Juli 2015 um 18.00 Uhr

Friedenskirche in Potsdam (Brandenburg)

Hyeyoon Park an der Violine mit dem Wiener Kammerorchester unter der Leitung von Stefan Vladar

02. August 2015 um 19.00 Uhr

Benediktinerabtei in Tholey (Saarland)

Vokalensemble Stile Antico

15. August 2015 um 18.00 Uhr

Ringlokschuppen in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)

Per Arne Glorvigen Trio

19. August 2015 um 20.00 Uhr

Brentanoscheune in Oestrich-Winkel (Hessen)

Dieter Ilg Trio in Kooperation mit dem Rheingau Musik Festival

6. September 2015 um 17.00 Uhr

Heilig-Geist-Hospital im Lübeck (Schleswig-Hlstein)

Quartett NeoBarock

13. September 2015 um 17 Uhr

Technisches Halloren- und Salinemuseum in Halle an der Saale

Bundesjazzorchester BuJazzO

Die Konzerte werden vom Deutschlandfunk insbesondere im Rahmen der Sendereihe Deutschlandfunk Musik-Panorama und Konzertdokument der Woche jeweils ab 21.05 Uhr zusammen mit ergänzenden Wortbeiträgen zum jeweiligen Denkmal ausgestrahlt.
Weitere Infos und die Sendetermine unter www.dradio.de/aktuell/1185646 und www.denkmalschutz.de/aktionen/grundton-d-konzerte.html.

Pilotstadt Songdo

Aerotropolis Songdo als grüne Vorzeigestadt in Südkorea
Jede Woche ziehen weltweit 1 Millionen Menschen in die Stadt. Städte nehmen nur rund 2% der Erdoberfläche ein, beherbergen aber schon über 50% der menschlichen Bevölkerung. Die Urbanisierung der Welt entwickelt sich in beeindruckender Geschwindigkeit.
Um nicht zu kollabieren, entwickelt sich Städte notgedrungen immer weiter. Ressourcenschonung beispielsweise ist ein Thema, das die größte Wirkung zeigen wird, wenn sie in den Städten angewendet wird. Dort ballen sich Verbräuche und CO2-Ausstoß, Infrastrukturen kommen an ihre Grenzen, um die Menschen vor Ort mit Lebensmitteln zu versorgen.

grüne Idealstadt Songdo in Südkorea

Stadtutopien

Prototyp-Städte gibt es unter anderem in China, Südkorea und Abu Dhabi. Sie sollen grüner werden, bessere Infrastrukturen aufweisen, voll digitalisiert sein und eine ökologische Ausrichtung haben. Urbane Utopien gab es schon immer. Architekten und Städteplaner zerbrachen sich schon seit jeher die Köpfe über bessere oder gar perfekte Städte.
Ein neues Phänomen bei all der Städteplanung ist, dass Ingenieure und Planer nicht mehr nur damit beschäftigt sind, Städte zu verbessern, sondern sie von Grund auf auf ‚grüner Wiese‘ zu planen. Momentan gibt es einen neuen Schwung Planer, die ihre Ideen aufzeichnen und umzusetzen beginnen. Wie sich die Ideen umsetzen lassen und funktionieren, oder ob sie nur Träume bleiben, bleibt abzuwarten und genau zu beobachten. Wie Utopien zu Geisterstädten werden können, zeigt die Stadt New Ordos (Kangbashi) in China, die in der Realität so gar nicht funktioniert. (YouTube-Video). Die Idee dahinter war eine Stadt, die mit einem Merkmal glänzt, das für Chinas Metropolen undenkbar schien: Platz. Allerdings sind die Wohnungen so teuer, dass nicht einmal die wenigen Menschen, die dort arbeiten und den nicht vorhandenen Verkehr regeln, die Grünanlagen pflegen oder die Plätze fegen, dort wohnen können. Auch Brasilia war eine gut gemeinte Planung.
Obwohl diese Beispiele gescheitert sind, haben viele Planer noch immer Erfolgsambitionen und kreieren weiter ‚perfekte Städte‘. Ein zu planendes Beispiel ist die King Abdullah Economic City mit einem gewaltigen Geldbudget und hoch gesteckten Ambitionen (YouTube-Clip) bis 2035. Mit dem Ansatz, dass alles Gestaltbar ist, wenn man von ex nihilo* anfängt, wird geplant. Allerdings fehlt dann die Identität, die eine Stadt hat, die gewachsen ist und in der viele Individuen ihre Parzellen bearbeitet haben und damit unfassbare Vielfalt liefern.

geänderte Stadtideale

Während man früher noch die Städte nach ihren Nutzungen aufteilte und Wohnen weit weg von Arbeit und Freizeit ansiedelte, geht der Trend nun in eine andere Richtung. Der ehemalige Gedanke macht durchaus Sinn, wenn man die Ausgangslage in der industriellen Revolution sieht, in der man möglichst weit weg von stinkenden Fabriken wohnen und seine Freizeit nicht in engen Wohnblöcken verbringen wollte.
Heute wird sich gegenteilig eher bemüht, die Bereiche zu mischen. So werden Wege eingespart, die nicht mehr zurück gelegt werden müssen und damit Ressourcen schont. Sogar eine zeitliche versetzte Mehrfachnutzung von Arealen wird angestrebt, damit Flächen nicht zu bestimmten Uhrzeiten brach liegen. Während von 8-17 Uhr im Büroturm gearbeitet wird, werden nach 19 Uhr die Cafés und Clubs in den oberen und unteren Etage geöffnet und an den Wochenenden werden die Plätze davor mit OutDoor-Events bespielt.

Songdo – künftiger Knotenpunkt im globalen Netzwerk

Viele neue Metropolen, die ex nihilo geplant werden, wollen Knotenpunkte im globalen Netzwerk (Hubs) werden. Eine solche Ambition hat Songdo in Südkorea. Auf 6 Quadratkilometern soll die Wirtschaftsstadt, die auf neues Land im gelben Meer gebaut wurde, stark und mächtig werden. Die Finanzierung läuft momentan komplett privatwirtschaftlich mit koreanischen und amerikanischen Unternehmen. 35 Milliarden Dollar soll das Projekt Songdo mit all seiner Vernetzung und Infrastruktur kosten.

2001 wurde 60km entfernt von Koreas Hauptstadt Seoul mit dem Bau begonnen. Sie wurde in die Freihandelszone von Incheon gelegt, um wirtschaftlich attraktiv zu sein und Investoren anzulocken. Das sollte durch die Unmittelbare Nähe zum Flughafen Incheon gewährleistet werden, der laut des Kommissars der Freihandelszone Incheon Lee Jong-Cheol für 30% der Weltbevölkerung nur 3 Stunden entfernt ist.
Die Aerotropolis, die Flughafenstadt, liegt auf halben Weg zwischen China und Japan und sollte bis zum Jahr 2020 etwa 65.000 Einwohner haben. Momentan sind es etwa 20.000. Die Einwohnerzahl liegt damit etwas unter 50% des kleines Ortsteils Rudow in Neukölln. (Stand 30. Juni 2014 mit 41.221 Einwohnern).

Korea zwischen Tradition und Moderne

Geschichtslosigkeit mit Architektur ausgleichen

Städte ziehen ihre Bewohner nicht selten wegen ihrer Geschichte an. Geschichte vermittelt Identität und eine Verbundenheit, sie zeigt Entwicklungen und damit auch immer Möglichkeiten zu Verbesserungen. Geschichtsträchtige Orte wirken attraktiv und interessant auf Bewohner, auch wenn sie keine genauen Geschichtskenntnisse haben. Um diese Geschichtslosigkeit auszugleichen, setzen Songdos Planer auf Architektur, die bekannten und beliebten Beispielen dicht nachempfunden ist. Ideengeber waren beispielsweise das New World Trade Center in New York für den Northeast Asia Trade Tower oder die Oper in Sydney für das internationale Konferenzzentrum „Songdo Conversia“. Diese Gebäude sowie der Musterplan dieser Stadt wurden vom New Yorker Architekturbüro KPF entworfen.

aktive Inspiration

Die besten urbanen und architektonischen Ideen aus anderen Städten wurden in Songdo wiederverwertet. So waren die Amsterdamer Grachten und der Central Park Inspirationen. Probleme, die in anderen Städten auftauchen, sollen von Vornherein vermieden werden. Der Park als Herzstück und grüne Lunge der Stadt soll vor Überhitzung schützen und den Bewohnern Freifläche zur Erholung bieten. Mit 40-Flächenprozent Grünanlagen ist die nachhaltige Stadt eindeutig nach westlichen Qualitätsmerkmalen geplant.

Ökostadt

Generell werden ökologische Aspekte bei der Planung immer relevanter. Die Lebensqualität der Menschen soll verbessert und der CO2-Fußabdruck neuer und bestehender Städte soll beständig kleiner werden. Zwar werden in China aktuell im Dutzenderpack Ökostädte entworfen, doch auch Songdo in Südkorea schreibt sich Ökologie und Nachhaltigkeit auf die Fahnen und macht damit einen wegweisender Schritt in die richtige Richtung, wenn alles wunschgemäß funktioniert. Sein erstes Etappenziel hat Songdo schon damit erreicht, dass es als grüne Vorzeigestadt anerkannt ist. Bonn und Genf konkurrierten mit Songdo um den Sitz des UN-Klima-Fonts, der letztendlich 2012 nach Südkorea zog.

Pilotstadt – SmartCity

Städte wie Songdo sind Pilotstädte für alle möglichen urban relevanten Entwicklungsbereiche. Hier können Entwickler ihre Theorien am ‚lebenden Objekt‘ testen. ITler suchen nach dem Optimum der Vernetzung und damit einer maximal möglichen Ressourcenschonung in Symbiose mit der Stadtentwicklung.
Schlechte Vernetzung auf kleiner Ebene, wie zum Beispiel einem einzelnen Geschäftshaus, lässt sich skalieren und somit auf Städte übertragen. Während in einem Gebäude Licht, Lüftung, Heizung und Aufzüge wenig bis gar nicht miteinander kommunizieren, sollen erhebliche Einsparungen möglich sein, wenn diese Systeme alle miteinander vernetzt sind und nur dort aktiv werden, wo sie gerade gebraucht werden, statt dort zu arbeiten, wo vergessen wurde, sie abzuschalten.

Vernetzung und Überwachung

In Songdo wird mit Cisco daran gearbeitet, eine komplett vernetzte Stadt zu erstellen. Alle Systeme kommunizieren miteinander und sollen ihre Wirtschaftlichkeit optimieren. Die ganze Stadt ist mit Sensoren und Kameras ausgestattet. Die Daten sammeln sich in einer einzigen großen Schaltzentrale, einem einzigen großen Rechner in der Stadt. Dort werden u.a. Kameraaufnahmen, Wetter- und Verkehrsdaten ausgewertet.
Durch die ständige und absolute Möglichkeit, alle Tätigkeiten und Dienste bestimmten Personen und Haushalten zuzuordnen, können mit einer einzigen Schließkarte sämtliche Dienste in Anspruch genommen werden. Dafür können auch die Bewohner beispielsweise ihre Kinder von der Wohnung aus beim Spielen auf den Plätzen beobachten, da immer alles überwacht und mit Kameras festgehalten wird.
Intelligente Kameras mit Akkustiksensoren erkennen zum Beispiel Waffenschüsse und übermitteln Ton und Bild aus dem entsprechenden Areal direkt an die zuständigen Behörden um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten und Reaktionszeiten drastisch zu verkürzen.

Energieprobleme lösen durch ständige Überwachung für intelligente Ressourcenverteilung

Fossile Energieträger können nur komplett abgeschafft werden, wenn das Problem der Energiespeicherung gelöst wird. Auch wenn auf Windkraft, Solarenergie und Geothermie gesetzt wird, so scheint weder beständig die Sonne noch weht immer ein kräftiger Wind.
Während Zähler überwachen wer wieviel Energie verbraucht und den Bewohnern anzeigen, wie hoch der eigene Verbrauch im Vergleich zum Durchschnitt ist, kann der Verbrauch durch den Wettbewerbsgedanken gesenkt werden und überprüfende Instanzen der Kontrollcentren können in Echtzeit überwachen, wo welche Ressourcen in welcher Menge gebraucht werden. Dementsprechend kann sich die Produktion an den Verbrauch anpassen. Überschuss soll möglichst nicht im Äther verschwinden.
Die Überwachung und Auswertung beschränkt sich allerdings nicht auf den Energieverbrauch und die Zufuhroptimierung. Derweil Verkehrsteilnehmer aufgrund der flächendeckenden Überwachung gewarnt werden können, wenn es Staus oder andere Behinderungen gibt, werden falsch geparkte Fahrzeuge automatisch vom System erfasst und Strafzettel automatisch an die Halter verschickt.

Kritik am System

Aus Zeiten von Big Brother und der Angst vor dem Gläsernen Menschen werden Kritiker des „Big Data“ laut. Obwohl Big Data nicht zwingend mit Big Brother zu vergleichen ist, sind Gemeinsamkeiten nicht von der Hand zu weisen. Der Umfang der Befugnisse der Regierungen gilt scharf überwacht zu werden, damit diese nicht beginnen ihre Bewohner zu bespitzeln und zu analysieren. Sobald Bewegungsprofile erstellt werden und damit nach Regierungsgegnern gefahndet wird, sind Persönlichkeitsrechte gefährdet. Erinnerungen an die Stasi kommen ins Bewusstsein. Dass die Möglichkeiten dafür bestehen, bedeutet aber nicht, dass diese Möglichkeiten missbraucht werden, aber unsere sensible und subversive Gesellschaft wird bei solch einem Überwachungsumfang schnell hellhörig.
Wie ist deine Meinung zu den neuen Stadtutopien und Innovationen? Findest du, dass diese Städte Chancen haben oder verlieren sie sich doch irgendwann aufgrund verschiedenster Faktoren im planerischen Nirvana? Hast du schon mal Brasilia, New Ordos oder gar Songdo besucht und kannst etwas berichten?
Sind bei dir Fragen offen geblieben, sind Zusammenhänge unerklärt? 
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ex nihilo: Schöpfung aus dem Nichts
 
TV-Tip ARTE: Städte der Zukunft in 3 Teilen

Wir schmieren Erdöl an die Wände! Nicht?

Was ist dran am Anti-Dämm-Wahn?
Erst bekleben wir unsere Häuser als würden wir sonst erfrieren, jetzt verbrennen wir darin. Oder?
Nachdem in Deutschland wie verrückt gedämmt wurde und viele Fassaden hinter Styropor[1] verschwanden, wird inzwischen in den Medien und sozialen Medien, unter Fachleuten, Bauherren und Bewohnern das Geschrei laut, dass wir nicht mehr dämmen wollen. Eine Anti-Dämm-Welle bewegt sich durch Deutschland.

Warum haben wir so viel gedämmt?

Es ist auffallend, dass vor etwa 10 Jahren massiv angefangen wurde, Fassaden zu dämmen. Plötzlich zierten viele Gerüste die Straßen der Städte und Häuser verloren ihre Identität, indem sie hinter einer wärmenden Vollverschleierung versteckt wurden.
Dazu kam es durch die EnEV, der Energie-Einspar-Verordnung, die stetig erweitert wird und Bauherren und Planer vor immer neue Herausforderungen stellt. Ständig werden ihre Vorschriften verschärft und immer höhere Werte müssen neue und sanierte Gebäude einhalten.
Aktueller Stand ist, dass jede Fassade nach EnEV-Standard gedämmt werden muss, wenn 10% ihrer Oberfläche saniert werden. Darunter fällt das Beseitigen von Fehlstellen und das Sichern und Verfüllen von Rissen.
Ein gutes Argument Pro EnEV ist in diesem Fall natürlich, dass zu ohnehin anfallenden Kosten, „ein paar Mehrkosten“ anfallen und man damit dann die Umwelt schützt. Aber:
Dämmen kostet eine Menge Geld. Es ist nicht allein damit getan, dass die Dämmung an die Wand geklebt wird. Die Fassade muss zuerst gereinigt werden. Eventuell müssen Fliesen abgeschlagen oder mit Grundierung bearbeitet werden, bevor die Dämmung angeklebt werden kann. Fensterbänke müssen erneuert werden, weil die Wände hinterher dicker sind als die meisten Fensterbänke es vorher waren. Lampen und jegliche Elektroinstallation wie Bewegungsmelder etc. müssen durch die Dämmung nach Außen verlängert werden. Je nach Haus, muss ein Dachdeckerbetrieb den Dachüberstand nach Außen verlängern. Vordächer und andere Anbauten wie z.B. Carports müssen versetzt werden. Wenn alles um die 14-20 cm nach Außen geschoben wurde, wird ein neuer Putz nötig. Dazu dann ein neuer Anstrich, der eventuell mit einer Gestaltungssatzung abgeglichen werden muss.
Je nachdem, wie die Anbietersituation ist, müssen also mindestens 5 Gewerke beschäftigt werden. Plus Archiekt/Energieberater, der die energetischen Berechnungen durchführt, die Gewerke koordiniert und den Papierkram mit den Ämtern meistern muss.

Was ist schlecht an Styropor?

Styropor ist ein Markenname, der inzwischen so umgangssprachlich verwendet wird wie Tempo, Zewa oder Cola. Gemeint ist ein Polystyrol-Dämmstoff, der üblicherweise in Plattenform verkauft wird.
Auf den ersten Blick scheint Styropor ja einen ganz positiven Eindruck zu machen. Es ist leicht zu verarbeiten, dämmt, ist mit rund 5-15€ pro Platte recht günstig und man bekommt es überall.

ungesicherte Entsorgungsvorgänge

Allerdings ist dieses Dämmmaterial aus Erdöl gemacht und man weiss nicht, was man später damit machen soll. Es ist Sondermüll. Das Fraunhofer Institut forscht zwar, wie man es von restlichen Baustoffen wie Putz und Kleber lösen kann, aber bisher erst in kleinem Umfang. Bis zur großen nächsten Sanierungswelle ist aber auch noch ein bisschen Zeit.

Brandverhalten

Die Polystyroldämmung beinhaltet ein Brandschutzmittel, das dafür sorgt, dass die Dämmstoffplatte nicht in Flammen aufgeht. Statt dessen schwindet sie zurück. Dabei schmilzt das Material weg, tropft nach unten… und brennt eben dann. Das verflüssigte Polystyrol brennt nämlich gar nicht mal so schlecht. Es ist ja immerhin aus Erdöl.
Da das Polystyrol bei großer Hitze zurück weicht, wird dieser Umstand auch genutzt um es mit einem heißen Draht ganz einfach zu ‚zerschneiden‘. Dummerweise weicht es aber auch im Brandfall zurück.
Bei der Anwendung an der Fassade wird die Dämmung zwar durch die Putzschicht geschützt, doch auch diese gibt relativ schnell nach, wenn sie direktem Feuer (zB brennende Kinderwagen oder Mülltonnen) ausgesetzt ist. Schon bevor die Putzschicht nachgibt, schmilzt der Dämmstoff in seiner Putz-Hülle und ergießt sich dann in einem Schwall in die Flammen. Dadurch wird das Feuer weiter genährt und die Hitze dringt in den Zwischenraum zwischen Wand und Putz ein.
Es entsteht ein Kreislauf, wenn die Hitze das Material schmilzt. Es tropft nach unten in die Flammen, diese werden größer, schmelzen mehr, bekommen mehr neue Nahrung. Das ist der Grund, warum Fassadenbrände mit diesen erdölbasierten Dämmstoffen so schnell wachsen.

Toxisch für Flora und Fauna

Ob es Plastiktüten in Vögelmägen oder Verpackungen in Fischgedärmen sind… Erdöl und seine Erzeugnisse können von uns nicht abgebaut werden.
Wenn Vögel ihre Nester in wärmegedämmte Fassaden versenken, wo ist dann das Material hin? Wenn die Vögel das heraus gepickte Material gefressen haben, dann wird es (zumindest ein Teil) vermutlich in ihren Innereien bleiben.
Das Brandschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) kann ausgewaschen werden und somit ins Grundwasser gelangen. Natürlich wird das Auswaschen durch die Putzschicht eingeschränkt, aber man sollte diesen Aspekt nicht vernachlässigen. Es geht dabei um das Prinzip des umweltschädlichen Potenzials.
Es soll auch schädlich für Säuglinge sein, die es über Muttermilch aufnehmen können, und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Laut „Der Spiegel„* wurde es auch schon im menschlichen Blut gefunden.
HBCD wird bei Produktion, Einbau und Abriss freigesetzt und eben auch dann, wenn es noch an der Fassade klebt.

Und alles brennt wie Zunder…

Bemerkenswert ist der Umstand, dass es die deutsche Dämmstofflobby geschafft hat, dass die „Styropordämmung“ nicht als brennbar deklariert wurde. Schwer entflammbar heißt es in Deutschland. EU-weit aber weiterhin: brennbar.
Es mag ja stimmen, dass die Dämmstoffplatte an sich schwer entflammbar ist, aber das Schmelzprodukt, das jeder Architekturstudent schon in rauhen Mengen selbst als Nebenprodukt beim Modellbau produziert hat, ist sehr wohl für jede Flamme ein gefundenes Fresschen.
Betrachtet man aber deutschlandweit die jährlichen Brände, kommt man (laut Sto) auf 186000. Bei nur 18 davon sei die Fassadendämmung beteiligt gewesen.
Auch zu hinterfragen ist bei der ständigen Angst um das Brandrisiko, wie es mit Dachstühlen oder Schilfdächern aussieht. Man nimmt bei einem Dachstuhl aus Holz hin, dass er brennen kann. Genauso sieht es aus mit Dächern, die mit Schilf gedeckt sind. Bis zum 2. Weltkrieg gab es sogar landläufig noch oftmal offenes Feuer in den Küchen, da ein Ofen mit Schornstein zu teuer war. – Es ist Abwägungssache, wieviel Geld man in die Hand nimmt, ob man die Kosten scheut oder ob man sich dem Brandrisiko einzelner Materialien stellt.

EnEV, das Öko-Paradoxon

Dank Angela Merkel sollte Deutschland die Vorreiterrolle beim Umweltschutz übernehmen. Die Ziele sind hoch gesteckt. Häuser sollen kaum bis keine Energie mehr verschleudern und klimaneutral sein. Klimaneutral heißt, dass sie keine Auswirkungen auf die klimatische Entwicklung mehr haben.
Schlecht gedämmte Häuser verpulvern Geld und kostbare Energie – soweit richtig.
Dafür allerdings höchst bedenkliche Materialien in rekordverdächtigen Mengen zu produzieren und zu verbauen, ohne dabei zu wissen, wie man sie später mal recyceln oder entsorgen kann, ist dabei aber durchaus als grenzwertig einzustufen.
Ketzer könnten sich an Atomkraftwerke erinnert fühlen.

Welche Alternativen gibt es?

Glücklicherweise schreibt die EnEV nicht vor, welche Materialien zu verwenden, sondern welche Grenzwerte einzuhalten sind.
So kann man sich also anderer Dämmstoffe bedienen.
>> Nicht brennbare Dämmstoffe.
Bei Brandwänden und öffentlichen Gebäuden wird es gemacht und ist sogar verpflichtend: Die Verwendung nichtbrennbarer Dämmstoffe.
Das können beispielsweise Mineralwolle, Steinwolle oder Schaumglas sein. Die Namen machen schon deutlich, dass hier wenig Brandpotenzial herrscht.
Schaumglas ist sogar druckbeständig und kann unter Fundamenten und Bodenplatten eingesetzt werden. Zwar sind dort wieder Bitumen bei der Verlegung im Einsatz, aber Schaumglas an sich ist bisher noch nicht negativ aufgefallen.
(Belehrt mich bitte eines Besseren, wenn ich mich irre!)
Neben der Nicht-Brennbarkeit kann man diese Dämmstoffe sogar wiederverwerten und damit dem Markt erneut zuführen.

Warum werden diese Alternativen nicht benutzt?

Leider spielen die Kosten beim Sanieren eine große Rolle. Da manch ein Bauherr nur ein paar Reparaturen machen wollte und sich ‚unversehens‘ der Sanierungsverpflichtung gegenübersieht, ist das Geld oft sehr knapp. Der Unwille ist außerdem groß, denn man ‚wollte doch gar nichts Großes machen‘, nun wird man aber dazu gezwungen… Der störrische und bockige Bauherr will also so günstig seiner Verpflichtung nachkommen, wie es nur geht.
Die KfW schüttet zwar Förderungen an dämmende Bauherren aus, allerdings sind die nicht abhängig vom ökologischen Fußabdruck der verwendeten Materialien.
Da die Förderung stur berechnet wird und weniger-kritische Dämmmaterialien teurer sind, ist der positive Effekt der Geldspritze bei günstigen Stoffen natürlich viel größer.
Ein explizites zusätzliches Förderprogramm für nachhaltige Baustoffe gibt es leider momentan nicht. Es könnte ein Anreiz sein, diese zu verwenden. Und wenn es kein richtiger Anreiz wäre, würde es immerhin umweltliebende Bauherren finanziell mehr unterstützen statt ihnen ein Bein zu stellen. Nur weil man Umwelt liebt und sie schützen will, hat man ja immer noch keinen Goldesel zu Haus.

Aber dann schimmelt doch alles!

Wer sein Haus rundherum dämmt, spart dann wirklich energie. Rein der Physik geschuldet, kommt die warme Luft eben einfach nicht mehr durch jede Öffnung heraus. Damit die Häuser warm bleiben, sollen sie luftdicht werden.
Die Luftdichtheit allein sorgt schon für Diskussionen. Früher gab es eine Zwangslüftung durch nicht ganz dicht schließende Fenster, Dächer und Türen. Heute sind diese Lüftungslöcher dicht und so sammelt sich auch die Feuchtigkeit, die der Mensch so produziert, im Haus. Um die Feuchtigkeit abzuführen, muss man nun bewusst lüften. Dazu verwendet man entweder neu bemessene Lüftungsanlagen oder man öffnet das Fenster.
Die Bewohner müssen in mäßigem Umfang ein neues Benutzerverhalten lernen. Der Irrglaube von atmenden Wänden hält sich hartnäckig. Auch wenn Wände ohne Dämmung früher diffusionsoffener waren, haben sie dennoch nie ‚geatmet‘. Sie haben nie so viel Luft diffundieren lassen, dass es gereicht hätte. Auch früher hat man schon gelüftet, wenn es stickig im Haus geworden ist. Jetzt lüftet man eben minimal mehr oder bedient sich einer feuchtegeführten Lüftungsanlage. Eine ‚feuchtegeführte Lüftungsanlage‘ misst die Luftfeuchtigkeit im Raum und tauscht dann die Luft, wenn ein Grenzwert erreicht ist. Diese Lüftungsanlagen sind vor allem in Küchen und Bädern sinnvoll. Dort entsteht die meiste Feuchtigkeit und durch eine Lüftungsanlage wird die Luft auch ausgetauscht, wenn man beispielsweise das Haus verlässt und das Fenster nicht offen lassen will.

Fazit

Ich bin definitiv pro Dämmung, da vor allem alte Häuser definitiv zu viel Energie in den Aether schicken und damit die Umwelt belasten. Gleichzeitig bin ich aber genauso definitiv gegen erdölbasierte Dämmstoffe, genauso wie ich auch gegen fossile Brennstoffe bin.
Mein Wunsch wäre, wenn Banken wie die KfW bei ihren Zuschüssen und Krediten ein Auge darauf legen würden, wiederverwendbare und ungiftige Dämmstoffe in größerem Maße zu fördern als die oben beschriebenen. In Österreich beispielsweise wird Hanfdämmung teilweise gefördert.
Allerdings ist bei jeder Baumaßnahme separat zu prüfen, ob und in wieweit eine energetische Ertüchtigung Sinn macht. Muss die Fassade eingepackt werden? Man muss sich immer fragen, ob die Materialien und Methoden miteinander harmonisieren, oder ob man siche eine Schimmel-Brutstätte baut. Vielleicht ist nach einer Neuanschaffung eines Brennwertkessels vor 2 Jahren eine Dämmung ja kaum noch lukrativ? Das gilt es zunächst zu klären, bevor man pauschalisiert und urteilt, denn manchmal können bessere Heizkessel und Heizkörper in Kombination mit einer gedämmten obersten Geschossdecke ja schon eine große Energieeinsparung verursachen.
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Mir liegen keine Daten zum energetischen Aufwand bei der Herstellung von Schaumglas, Mineral- und Steinwolle vor. Die Relation der Energieaufwände zur Herstellung der verschiedenen Dämmstoffe ist nicht Teil dieser Betrachtung. 
 
Dieser Beitrag soll keine allumfassende Stellungnahme zum Thema Dämmung darstellen, sondern einen kleinen Einblick in die Thematik bringen und meine persönliche Meinung dazu darstellen. 
 
Die Begriffe Styropor, Styrodur, Polysterol-Dämmung und erdölbasierte Dämmstoffe sind in diesem Beitrag als eine Gruppe von Dämmstoffen zusammen gefasst, die ähnliche Materialeigenschaften haben. Gemeint ist jeweils die Materialgruppe.
[1] Markenname
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Anbei eine Linkliste, die aus Quellen und weiterführenden Inhalten zusammen gesetzt ist:
Nicht alle dieser Links spiegeln meine Meinung wieder, doch sie zeigen den allgemeinen Tenor, was Dämmen momentan in Deutschland angeht.

Guten Morgen, 2015

Rückblick

2014 war ereignisreich und turbulent, vor allem die erste Hälfte.

Mein letztes Silvester war der einzige freie Tag, den ich  mir in diesem Wintersemester genommen hatte. Es war das Diplom-Semester, das bei Architekten außerordentlich stressig ist, vor allem an unserer Uni in Kaiserslautern.

Diplom

Während man andernorts sein Diplomthema mit völliger Selbstverständlichkeit selbst wählt und damit seine Interessen vertieft, wird in Kaiserslautern das Thema vorgegeben. Das bedeutet auch, dass die Diplomanden bis zum Tag der Ausgabe keinen blassen Schimmer haben, worum es gehen kann. Dementsprechend hoch ist der Stress, wenn man die Aufgabenstellung dann in den Händen hält und liest, in welche Themen man sich in den kommenden 3 Monaten vertiefen muss.
Und das waren komplett neue Themen. Hier ist der Textteil meiner Diplomarbeit im Groben zu lesen und die Pläne und Grafiken dazu auch. Die Themen waren Wohnen, Hotel, Gastronomie und Denkmal. Davon im Studium behandelt hatten wir: Wohnen. Yey, also viel Neues. Welch Freude bei so enormen Zeit- und Leistungsdruck.

Koffer und Kartons packen!

Nachdem das Diplom mit einigem Bangen doch geschafft wurde, wollte ich eigentlich umziehen. Wieder komplett zurück nach Berlin, zurück nach Hause und hin zu meinem damalig ganz frisch neu gefundenen Lebensabschnittsgefährten. Aber Pustekuchen. Nachdem ich mein Hab und Gut in Berlin hatte und das neue WG-Zimmer zu 25% bezogen war, kam ein Jobangebot aus der anderen Ecke der Republik und leider war der Gehaltsscheck, mit dem da gewunken wurde, doch überzeugender, da in Rheinland Pfalz die Mieten und die Lebenskosten auch einfach unfassbar viel günstiger sind als in der geliebten Heimat.
Also musste ich zurückrudern. Eine neue WG suchen, den Freunden und dem Freund Lebwohl sagen und wieder in die Pampa in den schönen Pfälzer Wald ziehen. Die Wohnung in Berlin bleibt aber mein, ich lass die Krallen noch nicht aus meiner Heimat! Irgendwann, ja, wenn ich selbstständig bin, dann komm ich wieder.

Neuer Job

Seit Mai 2014 arbeite ich nun in einem kleinen Architekturbüro in Rheinland Pfalz, das sich mit Energie und Denkmalpflege beschäftigt. Daher ist es eigentlich wie für mich gemacht, denn dort liegen auch meine Interessen. Dennoch bin ich auch ganz froh, dort nicht in Vollzeit festangestellt zu sein, denn neben Fortbildungen verschiedener Arten habe ich auch noch andere Ziele. Die Freunde sind alt, Job und Wohnung sind neu… Alles Neu macht der Mai…

Fortbildung

Im November 2014 habe ich nun endlich, nachdem ich es 3 Jahre lang wollte, mit der Qualifikation Denkmalpflege begonnen. Diese ist eigentlich viel mehr ein 2015er Projekt, da sie mich das ganze Jahr begleiten wird und meine anderen Pläne ziemlich über den Haufen geworfen hat.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Da sich die Qualifikation Denkmalpflege in mein Jahr 2015 geschoben hat, wird das Studium des Journalismus vorerst auf das Jahr 2016 verlagert, es sei denn, ich werde wider erwarten ganz fürchterlich Langeweile schieben, aber das glaube ich  noch nicht.

Vom Portfolio zum Blog

Die Seite Raumzeichner.de war vorerst nur als Portfolio gedacht und erfüllte damit auch den Zweck, eventuellen Arbeitgebern ein Bild von mir zu vermitteln. Das tat sie erfolgreich. Da ich ja nun einen Job habe, dachte ich mir im Laufe des Jahres, dass ich die Seite nicht einfach verstauben lassen wollte. Der ein oder andere kleine Beitrag mit meiner ketzerischen Meinung zu architektonischen Themen hatte sich schon in den Menü-Tiefen versteckt… nun wurde es doch mal Zeit, der Seite ein neues Kleid und einen neuen Sinn zu geben.
Daraufhin entstanden mehr und mehr Beiträge und hervorragende Kontakte im WWW, die ich jetzt  nimmer missen möchte und die mich sehr motivieren. Ein paar Beiträge haben sogar ziemlich viel Zulauf in Form von Kommentaren bekommen.
Seit Oktober 2014 hat sich immerhin 1433 mal jemand auf Raumzeichner verirrt.

Top 3 Kommentierte Beiträge

  1. Beschissene Nebenjobs
  2. Duzen im Internet
  3. Das Fernweh des Architekten
Ein Dialog auf einer Page ist sehr erfüllend und wenn ich sehe, dass du meinen Artikel gelesen hast und deine Meinung dazu kundgibst, dann freue ich mich immer sehr darüber. Wenn du meinen Artikel teilst, dann grinse ich wie ein Honigkuchenpferd und mein Tag könnte kaum besser werden. Danke, tausendmal Danke!

Hallo 2015!

Lass mir Luft zum Atmen, aber bitte nicht zu viel davon! Ich hab‘ viel vor und Raumzeichner ist ein Teil davon und wird davon profitieren.

Lernen, lernen, lernen,…

Wie schon oben erwähnt, wird mich die Qualifikation Denkmalschutz das Jahr über begleiten und so werde ich hier für alle Interessierten etwa alle 2 Monate einen neuen Bericht über das Thema veröffentlichen. Sicherlich wird auch der ein oder andere Artikel beeinflusst und inspiriert von der Fortbildung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sein.

Geheime Pläne

Wie das Leben so spielt, gibt es auch noch Pläne, die noch im Verborgenen liegen. Wenn es so weit ist und sie klappen sollten, werden sie aber sicherlich den Weg hier her finden. Ich verrate nichts weiter und quäle ein wenig mit Unwissenheit.

Reisen

Viele Reisen wird es nicht mehr geben, außer einige in Deutschland. Im kühlen Februar werde ich für ein paar Tage nach Riga aufbrechen. Hast du da Tipps, was ich unbedingt gesehen haben muss? Dann her damit. Per Mail oder in die Kommentare!

Auf die Blende, fertig los!

Das Jahr 2015 wird voll sein von Reisen, auch wenn ich hier auf Raumzeichner viel von alten Reisen zeigen werde, ist das nicht minder interessant. Jeden ersten Donnerstag im Monat wird es einen kleinen Post zum Thema „3 Bilder aus…“ geben. Die Virtuelle Reise durch 12 Städte nimmt euch durch Europa und wird euch keine Touristen-Fotos à la „Das bin ich, ich stehe vor dem Eiffelturm!“ geben sondern Schnappschüsse von Ecken, die das Architektenauge interessieren und vielleicht auch nachdenklich machen.

Was wünschst DU dir von Raumzeichner?

Meine Pläne hin oder her, es geht hier ja auch um dich als Leser! Daher habe ich eine kleine Umfrage erstellt. Wenn du mir sagen möchtest, welche Themen dich brennend interessieren, dann fülle doch die Umfrage aus und schick sie mir ganz anonym (wenn du willst).

Planänderungen

Je nachdem, was bei der Umfrage so rauskommt, kann es natürlich sein, dass sich ein paar Pläne für Raumzeichner ändern. Damit ich aber weiss, was dich interessiert, musst du mir das auch sagen :) Welcher war dein liebster Artikel bisher?

 Bildquellenangabe: Ulrich Merkel  / pixelio.de

Junges Prag – Die Mutter der Städte

Junges Prag - Reisebericht Magic Letters
Im 9. Jhd gegründet, repräsentierte es die Souveränität und Eigenheit des tschechischen Volkes.
Prag ist eine der schönsten Städte der Welt. Durch die Verbindung verschiedener Architekturstile seit dem Mittelalter, wird dem Auge viel geboten. Die herrschaftlichen Gebäude im Stadtkern wirken imposant und erhaben. Modernes Leben mischt sich mit den Charakteristika des gemächlichen Lebens einer traditionsreichen Stadt. Prag wächst in alle Himmelsrichtungen und hat weitreichende Veränderungen erlebt. Von seiner tausendjährigen Vergangenheit zeugen die Konstanten in seinem Inneren.
Jeder Stein erinnert hier an ein Heldendrama.Ernest Denis, französischer Historiker, 3. Januar 1849 bis 4. Januar 1921
Mitte des 14 Jahrhunderts unter der Herrschaft Kaiser Karl IV. wurde Prag mit seiner eigenen Universität und dem Erzbistum zur größten Stadt Mitteleuropas und zu einem der bedeutendsten politischen und intellektuellen Zentren.

Prag bei Nacht

Die „königliche“, „hunderttürmige“ oder „goldene“ Stadt.

Dies sind nur einige Prädikate der Stadt. Im gesamten Stadtkern wird man durch die gute erhaltenen Baudenkmäler und die Reinheit der architektonischen Stile überrascht. Dadurch wird Prag zu einem beliebten Ziel touristischer Ströme. Die Touristen kommen millionenfach in diese attraktive Stadt an der Moldau.
Auch in den romantischen Winkeln unzähliger Restaurant und Cafés kann man verweilen und dem Treiben der Städter seine Aufmerksamkeit schenken und sich dem Prager Lebensgefühl hinreißen lassen.

Praha, die chaotische Schwelle im Fluss

1918 wurde Prag zur Hauptstadt. Das wichtigste weltliche als auch kirchliche Verwaltungszentrum ist seit jeher die Burg, die auf dem ehemals kahlen Hügel an der leicht zu überquerenden Flussschwelle errichtet wurde. Praha, das bedeutet Schwelle und ist ein passender Ort für eine Burg. Ihr Grundstein wurde etwa im Jahre 885 gelegt. im 14 Jahrhundert wurde der Wald unter der Burg gerodet und ein Untertanenstädtchen gegründet. Heute heißt der Hügel Hradschin und die Burg bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt. Generationen von Baumeistern haben im Laufe der Zeit ihr Aussehen stark verändert und verschiedene Baustile als Spuren der Geschichte an der Burg hinterlassen.
Ab den 1560 Jahren begann der Prager Adel eine Vielzahl von Renaissance-Palästen zu errichten. Seine endgültige Gestalt erhielt der Burgplatz im Barock und im Rokoko.

Prager Innenstadt mit Renaissancefassaden

Prag als Anziehungspunkt der Persönlichkeiten

Nicht nur heute ist Prag eine Stadt, die mit ihrem Charme und ihrem Lebensgefühl die Menschen anzieht. Schon Franz Kafka hatte in der Prager Innenstadt, im Goldmachergässchen, für einen Sommer lang seine Residenz aufgeschlagen und weitere Intellektuelle taten es ihm gleich.
Auch heute zieht es die Menschen nach Prag. Nicht nur Touristen sondern auch Investoren und Geschäftemacher. Rund 8000 Amerikaner, 5000 Deutsche und viele Holländer, Franzosen, Dänen und Briten haben sich in Prag nieder gelassen. Viele wollten einfach etwas neues entdecken, viele wollten Geld machen. Kulturelles Highlight bilden die urigen Kaffeehäuser in Prag, die historisch hauptsächlich für die Frauen angelegt wurden. Dort verbrachten sie ihre Nachmittage und lebten Kultur. Sie waren Begegnungszentren für Künstler und Damen, heute tummeln sich hier Touristen und manch ein Prager liest hier am frühen Nachmittag bei einem Kaffee die Zeitung.

Kellerbar in Prag

Modernität vor historischer Kulisse

Vor den architektonisch-historischen Hintergründen spielt sich inzwischen in Prag ein modernes, buntes Leben ab. Junge Künstler eröffnen eine Ausstellung neben der anderen, Bücher und Platten werden veröffentlicht, die Szene pulsiert. Viele junge Tschechen zieht es in die Stadt an der Moldau und ziehen den Altersdurchschnitt auf rund 40 Jahre herunter. Neben der Karlsuniversität, den vielen Möglichkeiten und der Szene ziehen noch elf weitere Hochschulen unzählige Studenten in die Hauptstadt und sorgen für Wohnungsnot und frischen Wind.

Kleine Stadt mit viel Zulauf

Manche verlieben sich in die Stadt Prag, manche verfluchen sie. Die schwere Last einer attraktiven Stadt ist ihr großer Zulauf an Touristen und Zugezogenen. Die Stadt ist voll von Menschen. Manche wollen dort studieren, manche leben, manche sind dort geboren, manche suchen Arbeit und hunderttausende wollen nur ein paar Tage dort verbringen. Etwa 1,2 Millionen Menschen sind dort gemeldet (1. Jan 2014), dazu die Touristen und viele, die dort keinen Hauptwohnsitz haben. Wen es in eine solch beliebte Stadt zieht, sollte sich nicht über die vielen Menschen wundern, die sich dort aufhalten. Ruhig kann man es anderswo haben, hier tobt das chaotische Stadt-Leben.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „3 Bilder aus“ und der Magic Letters.


Warst du schon mal in Prag? Wie findest du diese pulsierende Stadt, die aus allen Nähten zu platzen scheint und eine so ehrwürdige Schönheit ausstrahlt? 

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Tuschkastensiedlung | Die bunteste Berliner Welterbe-Siedlung

Tuschkastensiedlung | Die älteste Berliner Welterbe-Siedlung
Eine lange kopfsteingepflasterte Straße führt im Berliner Süd-Osten vorbei an schmucken kleinen Gartenzäunen, hinter denen sich farbenfrohe Häuser reihen. Manche davon sind Reihenhäuser, andere stehen als Solitäre in ihren Gärten, aber gemeinsam haben sie eines: Jede Wohneinheit hat ihre eigene Farbe und alle gehören zur Tuschkastensiedlung von Bruno Taut. Aber auch größere Häuser finden sich in unmittelbarer Nähe zu diesen bunten Häusern der Gartenstadt Falkenberg. Sie sind akzentuiert oder sogar kariert.
Der Architekt dieser fröhlichen kleinen Ansammlung an farbintensiven Häuschen ist Bruno Taut, der 1912 vom Berliner Spar- und Bauverein den Auftrag bekam, in Treptow-Köpenick auf 75 Hektar einen Bebauungsplan auszuarbeiten, der die Hanglage des Areals besonders gut ausnutzte.

Tuschkastensiedlung, Gartenstadtweg, 12524 Berlin

Tuschkastensiedlung a.k.a. Gartenstadt Falkenberg

Der bezeichnende Name Tuschkastensiedlung ist in Architektenkreisen und bei architekturinteressierten Berlinern bekannter als der offizielle Name „Gartenstadt Falkenberg„. Berliner vergeben gerne lustige Namen wie Telespargel, Goldelse oder Erichs Lampenladen (hier geht’s zu einem kurzen Video aus dem Palast der Republik aka Erichs Lampenladen, Luftaufnahmen von der Goldelse, Luftaufnahmen vom Fernsehturm aka Telespargel mit atemberaubendem Panorama von Berlin). Die sind für gewöhnlich auch viel einprägsamer und sie verbreiten gute Laune, denn oft sind sie gar nicht so ernst gemeint und haben eine gewisse Portion Humor mit inbegriffen.
Heute mag die Tuschkastensiedlung nicht mehr zeitgemäß wirken, doch damals entsprang sie dem Zeitgeist. Hätte der erste Weltkrieg die Bauarbeiten nicht unterbrochen, so wären heute mehr Entwürfe von Bruno Taut auf diesem Areal zu sehen. So gibt es 127 Wohnungen, die dort nach Tauts Ideen entwickelt wurden.

Blaues Haus über der Gartenstadt Falkenberg in Berlin

Denkmal & Unesco Weltwerbe

Heute stehen die Gebäude der Tuschkastensiedlung von Bruno Taut unter Denkmalschutz. Das heißt, sie müssen von ihren Bewohnern so erhalten bleiben, wie sie sind und unterliegen strengen Auflagen. Wer sich also ein Häuschen in der Gartenstadt Falkenberg gönnt, ist ein Liebhaber und tut dies aus Überzeugung und nicht, weil die Wohnungen so schön billig sind.
Im Juli 2008 wurde die Tuschkastensiedlung in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen und bleibt somit als Zeugnis der Berliner Moderne für die Nachwelt erhalten.

Farben

Die ungewöhnlich anmutende und intensive Farbgebung hat der Siedlung ihren Spitznamen Tuschkastensiedlung gegeben. Mit der Farbgebung distanzierte sich Bruno Taut von John Ruskins Ansicht, dass nur die Materialien die Farbgebung eines Hauses bestimmen sollten. Unter Ruskins Gesichtpunkten war Bruno Tauts Tuschkastensieldung ‚unrechtmäßige Architektur‘. Nach Ruskins Auffassung, hätte ein rotes Gebäude beispielsweise aus rotem Sandstein gefertigt werden müssen. Bruno Taut hingegen war da anderer Meinung und erkannte die Farbe als etwas eigenes. So waren viel günstigere, farbenfrohere Fassaden möglich.

Orange und Gelb in der Tuschkastensiedlung in Berlin

Städtebau

Beachtlich ist der Unterschied der Tuschkastensiedlung zu vielen anderen Siedlungen dieser Zeit, deren Merkmal eine unbestreitbare Eintönigkeit war. Günstig und schnell sollte gebaut werden, also entstanden ganze Siedlungen mit identischen Häusern und identischer Farbgebung. Diese Monotonie wirkt nicht nur bedrückend sondern auch verwirrend, denn es fällt schwer, die Orientierung zu behalten.
Bruno Taut hingegen spielte mit den Achsen von Straße und Platz und schuf so eine große visuelle Abwechlsung. Hinzu kommt die vertikale Versetzung der Gebäude je nach Position auf dem jeweiligen Hanggrundstück. Die bunten Farbkleckse der Tuschkastensiedlung reihen sich nicht stur aneinander sondern springen die Straße entlang.

Spott und Anerkennung

Früher war der Name Tuschkastensiedlung noch durchaus spöttisch gemeint. Die Berliner Bewohner standen der revolutionären Idee des Architekten Bruno Taut skeptisch gegenüber und der Unterschied zu anderen, monotonen Siedlungen, war deutlich zu sehen. Man wohnte eben anders. Inzwischen ist der Name Tuschkastensiedlung durchaus anerkennend zu werten und die Bewohner wohnen dort voller Stolz.

Geliebte Barrieren

Auch wenn manche Bewohner schon seit Geburt an in der Tuschkastensiedlung leben, dort mehrere Kinder großgezogen haben und nun in einem Alter sind, in dem andere gerne einen Treppenlift benutzen würden, gibt es noch stolze Berliner, die hier nicht wegziehen wollen. Die Fluktuation ist in dieser Siedlung sehr gering. Die Menschen wollen nicht wegziehen. Im Gegenteil, immer mehr Menschen wollen in die Siedlung ziehen. Es gibt Wartelisten für die Siedlung und man muss hoffen.

Grüne Oase und ehemalige Selbstversorger

Bruno Taut hatte für seine Tuschkastensiedlung große Pläne. Die Bewohner sollten sich hier selbst versorgen können. In den Gärten sollte Gemüse wachsen, im Hof der Hahn krähen und an den Bäumen das Obst reifen. Vorbild dafür waren die englischen Siedlungen, mit denen sich auch Hermann Muthesius viel beschäftigte. Die Hanglage der Anlage eignete sich hervorragend, das Gemüse anzubauen, denn die von der Sonne beschienene Oberfläche war groß, der Boden konnte sich aufwärmen und die Pflanzen wachsen.
Die Gartenstadt Falkenberg sollte ein genaues Gegenteil der Berliner Mietskaserne sein. Gärten und Balkone wurden gegen dunkle Hinterhöfe getauscht. Und dennoch sollten diese Häuser eine Antwort auf die Wohnungsnot sein. Die einzelnen Wohnungen sind nicht übermäßig groß, sodass eine große Zahl Wohnungen in dieser Siedlung zu errichten war.

Brenne Architekten haben die Gartenstadt Falkenberg denkmalgerecht saniert

Denkmalgerechte Sanierung

Das Architekturbüro Winfried Brenne, bei dem 2013 u.a. auch ich gearbeitet habe, hat die Gebäude der Gartenstadt Falkenberg 1992-2002 gründlich saniert. Die Fassaden mussten nicht verändert werden, da die Wände aus 38 Zentimeter Mauerwerk bestehen. Die energetische Ertüchtigung erfolgte hauptsächlich durch die Installation neuer Heizkessel und die Dämmung von Kellerdecken und obersten Geschossdecken.

Wo, wie, wer?

Die Adresse ist:
Gartenstadtweg, 12524 Berlin
Der Architekt ist:
Bruno Taut
Die Busanbindung:
Buslinie 163, Gartenstadtweg

Eure Meinung

Wie findet ihr die bunten Häuser der Moderne und welches ist euer liebster Bau von Bruno Taut? Habt ihr die Tuschkastensiedlung schon mal besucht, oder nur von ihr gehört? Ich war im Spätsommer 2011 dort und sie blieb mir in Erinnerung.
Schreibt mir in die Kommentare und teilt den Artikel mit euren Freunden!

Weiteres?

Interessiert ihr euch für weitere solcher Artikel? Schaut in der Rubrik Streiflicht auf raumzeichner vorbei, hier werde ich immer wieder Architektur, Plätze und Architekten unter die Lupe nehmen. So habe ich zum Beispiel über das Fakultätsgebäude der Architektur „Bau Eins“ in Kaiserslautern, das „Haus Eckstein“ in Nürnberg oder Il Gesù in Rom bereits geschrieben. Außerdem ist dieser Artikel Teil der „Magic Letters“ und behandelt das Thema „B wie Bunt“.

Plötzlich Architekt

Schön war die Studienzeit und jetzt ist man AiP

Viel Zeit bleibt einem als AiP (Architekt im Praktikum / Absolvent in der Praxis, jeder versteht etwas anderes darunter) nicht, aber mit genügend Zeitmanagement kann man auch neben der Arbeit im Büro produktiv an eigenen Zielen arbeiten.

Zeitmanagement nach der Uni

Mein Jahresziel, einen Gastbeitrag zu schreiben, wurde schon umgesetzt und so erschien Anfang Januar auf Stadtsatz ein Artikel zur Wirkung von Architekten auf ihre Umwelt.

weniger Komfort

Die Umstellung vom Uni- auf den Arbeitsmodus ist aber nicht unbedingt einfach. Wenn man vorher ewig zu Hause saß und auf Sofa oder gar Bett die Pläne für die nächste Abgabe anfertigte, so muss man heute um 5 oder 6 aufstehen und in einem ansehnlichen Zustand um 8 auf der Arbeit antreten. Hat man früher seine Zeit oft im Arbeitsraum in der Universität verbracht und dort mit Kommilitonen gerne mal eine Stunde über ein Detail eines Entwurfes gefachsimpelt, dann muss man jetzt innerhalb von 10 Minuten ein Detail lösen oder ein anderes in Betracht ziehen. Man darf sich nicht mehr verplauschen und man legt sich nicht mehr über zwei Stühle während man eine Ansicht zeichnet.

Bürodepression

Arbeiten im Büro ist weitaus unbequemer, als das Arbeiten im ungezwungenen Umfeld. So kommt es auch, dass man nach nur 8 Stunden Arbeit im Büro gerne mal erschöpfter ist als nach 16 Stunden im Arbeitsraum oder am Küchentisch. Man wird zur Effektivität gezwungen, was im Endeffekt aber gar nicht gut sein muss, denn man ist sicherlich nicht die 8 geforderten Stunden hochproduktiv. Der Kopf braucht ab und zu einfach eine Auszeit. Man kann ihn zwar mit Kaffee und Energy zwingen, Leistung zu bringen und Aufgaben mehr oder minder schnell abzuarbeiten, aber allein das ‚offizielle Umfeld‘ eines Büros kann den kreativen Geist sehr einschränken. Auch bei Aufgaben, die keinerlei Kreativität bedürfen, kann es durchaus sein, dass man viel schneller ermüdet. Mal eben spontan mit einem Kommilitonen joggen gehen oder eine Runde mit dem Mountainbike drehen, wenn man merkt, der Kopf ist nicht mehr bei der Sache, geht nicht mehr. Das führt dazu, dass sich Stress ansammelt. Man fühlt sich zunehmend unwohl und wenn man ein sehr freiheitsliebender Mensch ist, dann fühlt man sich auch im sprichwörtlichen goldenen Käfig eingesperrt.

Fortbildungen

Neben all den unliebsamen Eigenschaften der Umstellung von Uni auf Büroalltag gibt es aber immer noch ein paar gute Sachen an der Zeit direkt nach der Uni. Bis man die rund zwei Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, ist man von den Architektenkammern dazu gezwungen, Schulungen zu besuchen um sich weiter zu bilden. In manchen Bundesländern ist es auch später in etwas geringerem Umfang noch Pflicht, aber Seminare und Kurse sind Bestandteil des AiP-Lebens.

Während man Vorlesungen früher noch verteufelt hat, bietet eine Schulung nach dem Abschluss wieder die Möglichkeit, das Gehirn mit Input zu versorgen, den man im Büro schmerzlich zu vermissen lernt. Man knüpft Kontakte, hat für einen oder mehr Tage ein frisches neues Umfeld und wird manchmal sogar von einem Caterer besser versorgt, als man es im Alltag selbst macht.

 keine freie Zeiteinteilung

Das Ziel, nach Korea zu reisen, wurde zugunsten des Ziels, viel über Denkmalpflege zu lernen, verschoben. Anstatt der langen Koreareise gibt es nun die Fortbildung Qualifikation Denkmalschutz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für das neue Jahr 2015. Das war schon im Dezember abzusehen, aber ich bin mir noch gar nicht sicher, ob das nicht vielleicht doch eigentlich eine Gute Nachricht ist. Eine Fortbildungsreihe kann einen ein ganzes Jahr beschäftigen und einen immer wieder für 1-5 Tage aus dem Büro holen. Allerdings kann man in dieser Zeit auch keinen Urlaub nehmen. Wenn der Kurs also ein mal im Monat einmal Anwesenheit bedingt, kann man nicht mal eben wegfahren. Denn die Woche davor und danach wird man ja im Büro gebraucht. Des Weiteren kann man Pech haben und die Mitarbeiter mit Kindern bekommen in den Ferienzeiten frei. Will man selbst in der Zeit mit Freunden, die vielleicht auch auf Schulferien angewiesen sind, in Urlaub fahren, kann man bei einer Urlaubssperre in dieser Zeit das Nachsehen haben.

Auf dem Bau ist man teilweise auch davon abhängig, wann die Vielzahl der Firmen, mit denen man zusammen arbeitet, Betriebsferien haben.

Identifikationsproblem

Während man in der Uni hinter seinen Projekten stand und sie wie eine Löwenmutter verteidigte, kann man als AiP das Pech haben, die eintönigsten Aufgaben aufs Auge gedrückt zu bekommen. Man kann sich ja nicht wehren. Die Chefs und die älteren Mitarbeiter suchen sich die Rosinen (oder andere bevorzugte Aufgaben) heraus und für den AiP bleibt das übrig, wofür der Praktikant noch nicht qualifiziert genug ist. Oder er muss den Praktikanten unterstützen. So werden im Akkord Pläne gefaltet, Planköpfe ausgefüllt, Massen für das 382. Wärmedämmverbundsystem (WDVS) gezogen, Bauanträge kopiert oder Telefonate angenommen.

Hat man nicht das Glück, ein ansprechendes Projekt zugewiesen zu bekommen, muss man eventuell sogar gegen seine eigenen tief verwurzelten Prinzipien arbeiten, weil der Kunde das so will und dafür bezahlt. Architekten haben oft das Bedürfnis, die Welt zu verbessern, weil sie wissen, wie es besser und ökologischer gehen würde, aber Bauherren interessieren sich meist für’s Geld und wenn nicht, dann hätten sie gern genau das Design, das ihnen vorschwebt, auch wenn dafür Materialien genutzt werden (müssen), denen man ggf. skeptisch gegenüber steht.

Jede freie Minute nutzen

Man ist es nicht gewohnt, sich plötzlich an stetige Feierabende halten zu müssen. Spontanes Mittagessen mit den anderen in der Mensa oder ein Meeting im Café sind selten drin. Da muss man schon die Bahnfahrten oder die meist viel zu verplanten Wochenenden nutzen, um ein gutes Buch zu lesen oder anderen Projekten nachzugehen. Auch eine Webseite ist ein solches Projekt. Im neuen Jahr hat sich das Aussehen von Raumzeichner minimal geändert. Beitragsbilder sind jetzt quadratisch, statt bannerförmig. Ich steh ja total auf Quadrate, auch wenn mich gerne manch einer steinigen will. Das kam so zwischendurch, neben Arbeit, Freunden und Schulungen. Ist man nach der Uni zum ersten Mal Pendler, lernt man es zu schätzen, wenn man endlich wieder zu Hause ist. Vor allem wenn im Winter die Bahnen nur fahren, wie sie wollen.

Sobald es abends länger hell ist, kann man nach Feierabend die Parks besuchen und da ein wenig Sonne tanken, sich mit Freunden treffen und vielleicht auch wieder etwas Outdoorsport betreiben. Sitzt man im Büro, kann man gerade im Winter den Zustand haben, vor Sonnenaufgang im Büro anzukommen und erst in der Abenddämmerung die Tür wieder hinter sich zu zu ziehen. Obwohl man auch im Sommer manchmal sehr lange arbeitet und teilweise bis in die Nacht schuftet, sollte es zumindest da eine Ausnahme sein. Im Winter kann es einem gerne mal 3-4 Monate am Stück so gehen und nicht alle vertragen das gut. Was machst du im Winter, um deine Portion Sonne zu tanken?

eine Frage der Sichtweise

Anetts Blogparade #Raumgefühl hat mich im Dezember dazu inspiriert, nochmal das Architektur-Gebäude der TU Kaiserslautern unter die Lupe zu nehmen. Da ich so etwas wie „Heimweh nach Bau Eins“ empfinde, traue ich mich fast zu sagen, ich hätte mich mit der Studienzeit wieder versöhnt. Mit den Lehrmethoden zwar nicht, aber das Studieren wünsche ich mir doch wieder zurück und eine Zukunft ohne Studium kommt mir so surreal vor, nachdem diese Institution 7 Jahre meines Lebens bestimmt hat.

Ziele verfolgen

Gerade wenn die Zeit langsam knapp wird, ist es wichtig, Ziele im Auge zu behalten. Natürlich kann man sich sein Notizbuch voll schreiben oder mit PostIts die Wohnung schmücken, aber es geht auch im Kollektiv. Ein solches kollektives Aufrütteln habe ich schon Ende letzten Jahres vorgestellt. Da der Monat nicht genug Tage hat und es den Umfang dieser Seite doch sprengen würde, wird Erik nicht jeden Monat vorbei kommen und etwas erzählen, sondern jeden zweiten Monat Bericht erstatten, welche Ziele erreicht und welche verworfen wurden. Immer am letzten Donnerstag des Monats, das nächste Mal also im März. Damit gibt es auf Raumzeichner zur Zeit zwei regelmäßige „Serien“. Einmal EriK und dann „3 Bilder aus…„. Wer findet, dass EriK eine gute Idee ist, kann sich auf meldipi.com anschauen, wer noch alles mit dabei ist.

Bist DU gerade AiP? Wie findest du dein neues Leben? Hast du vielleicht Ratschläge oder Hinweise?

Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn mit deinen Freunden und bekannten! Bitte hinterlasse deine Meinung in den Kommentaren. Wie siehst du den Berufsstart, was vermisst du aus der Ausbildungszeit und was wünschst du dir zurück?

Bau Eins in Kaiserslautern. Ein Raumgefühl.

Raumgefühl Bau Eins Kaiserslautern
Das Gebäude mit dem bemerkenswert unarchitektonischen Grundriss nennt sich in weiten Teilen der Studierendenschaft einfach nur „Bau Eins„. Es ist Universitätsgebäude 1, auch wenn es in der Pfaffenbergstraße 95 steht und vom regulären Campus abgeschottet ist. Diese Abgeschottenheit bedingt auch, dass Bau Eins von den meisten anderen Studenten gar nicht im Alltag wahrgenommen wird.
Dieser Umstand verstärkt noch das Phänomen, dass die Studierenden von hier immer ein wenig als „komisch“ abgetan werden.

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Wie wird man (k)ein Architekt? | Julian Münzel | Rezension

Der Titel „Wie wird man (k)ein Architekt?“ lässt einen Erfahrungsbericht vermuten, der tendenziell eher ernüchternd enden würde. Umso überraschender ist es dann, einen sehr humorvollen Comic vorzufinden.

Der Leser wird beim Abitur abgeholt und zum Bund geschleppt. Immer und immer wieder wird Abschied genommen und irgendwann wird nach einer erfolgreichen Ausbildung tatsächlich das Architekturstudium begonnen.
Dieser Werdegang ist zwar nicht der Standard aber durchaus auch nicht ungewöhnlich und die Einblicke, die man in das Architekturstudium bekommt, sind hinter aller Komik dennoch mit bitterer Wahrheit gewürzt.

Wie wird man (k)ein Architekt? von Julian Münzel Rezension

Neben Studentenjobs werden auch Exkursionen beschrieben und natürlich das Architektur-Studenten-Leid schlechthin: Entwürfe und Präsentationen.
Von den üblichen Verdächtigen, die es in jeder Fakultät auf Seiten der Professoren sowie der Studenten gibt, bis hin zum Dilemma duchgearbeiteter Nächte wird nichts ausgelassen.

 

Julian Münzel überzeugt hier mit einer sehr gesunden Portion Selbstironie und einer Art Galgenhumor, die jeden Absolventen mindestens schmunzeln lässt.

 

Da ich nicht wusste, was mich erwartet, habe ich das eBook zunächst auf den Kindle Paperwhite geladen. Da es aber Farbbilder hat, ist es durchaus lohnenswert, es am Rechner oder einem Tablet zu lesen.

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 20335 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 53 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.*
  • Sprache: Deutsch

StadtDiskurs

StadtDiskurs von Urbanophil in Kaiserslautern
Unter dem Thema „Partizipation“ fand am 10.12.2014 auf dem Kaiserslauterer Weihnachtsmarkt der StadtDiskurs statt.
„Parti… was?“

[Par|ti|zi|pa|ti|on] [Substantiv, feminin] [Teilnehmen, Beteiligtsein, Teilnahme]

Initiiert von der Architekturgalerie Kaiserslautern und eingeleitet von Peter Spitzley trafen „Macher„, „Verwalter“ und „Nutzer“ der Stadt aufeinander. Die Vorträge fanden unter dem Untertitel „Die Stadt aus der Sicht von…“ auf einer kleinen Bühne auf dem Schillerplatz statt und lockten die Urbanitätsinteressierten der Stadt sowie einige zufällige Passanten an.

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A wie Anfang

MagicLetters A wie Anfang

Am Anfang eines jeden Bauprojektes steht der Entwurf. Und am Anfang vom Entwurf steht die Ideenfindung.

Im Architekturstudium werden die Anfänge einer jeden Aufgabe oft in den Arbeitsräumen der Uni gesucht. Die Gemeinsamkeit der Leidensgenossen ist es, was sie zusammen schweißt. Architekturstudenten versuchen jeder für sich und doch in Gemeinschaft, die Aufgabenstellungen zu bewältigen.

Während meist mit der Analyse des Bauortes begonnen wird, sind andere schon dabei, Geländemodelle zu modellieren oder selbst per Hand zu bauen. Wiederum andere unterhalten sich über ihre Entwürfe, lassen ihren Frust über die letzte Korrektur ab, machen sich Tütensuppen oder kleben Wände aus Pappe zu kleinen Kunstwerken zusammen. Read more

Der erste Tag in Bau1

Tag1 in Bau 1, Studentengeschichten

Es ist halb neun Uhr morgens, kalt und regnerisch. Es ist ein ungemütlicher Herbsttag. Die Kapuze der schwarzen Winterjacke ist tief ins Gesicht gezogen und die Hände in den Taschen vergraben. Obwohl es Bindfäden regnet, liegt der obligatorische Miniregenschirm in den Untiefen ihrer Umhängetasche. Sie, das ist Fiona, eine frisch gebackene Studentin, die von weit her gekommen ist, weil in dieser kleinen Stadt die Mieten günstig sind und man noch das altehrwürdige Diplom machen kann.

Drei Mal schon ist sie an diesem Gebäude vorbei gelaufen, ohne es weiter zu beachten, obwohl ihre neue Mitbewohnerin ihr doch genau gesagt hat, wo es liegt. Aber es sieht eben doch so unscheinbar und uneindeutig aus, wenn man mit etwas anderem rechnet. Zwischen ein paar Bäumen versteckt und von der Straße weg gerückt, steht ein altes Gebäude mit neuerem Anbau im grauen Oktoberregen und nimmt ein paar Gestalten durch seine Glasfassade auf, die durch den Regen ins Innere eilen.

Die Pfaffenbergstraße 95 sollte es sein, oder das Universitätsgebäude 1, aber weder eine 95 noch eine 1 stehen irgendwo an diesem Haus.
Neugier oder der Unwille noch weiter durch den Regen zu stapfen bringen sie dazu, doch über den kleinen Vorplatz zu gehen und einen Blick in das Gebäude zu riskieren. Auch wenn es tatsächlich von Außen eher aussieht wie eine Schule, ist es doch das richtige Gebäude auf dem Campus. Der Campus, der sich „Kleiner Campus Pfaffenberg“ nennt, was sie aber erst viel später erfährt.
Drinnen herrscht schüchternes Gewusel von an die vierzig tropfnassen Gestalten, die alle nichts mit sich anzufangen wissen. Einige wenige wuseln geschäftig durch das Foyer, das von einer großen Treppe dominiert wird. Hoch und runter, in die Gänge und durch eine kleine Tür laufen sie und haben kein Auge für die unsicher wartenden, die sich nach und nach in kleinen Grüppchen zusammen rauffen und sich gegenseitig bestätigen, dass sie alle nicht wissen, was genau sie hier tun und wie es weiter geht. Aber man ist sich einig, man ist in der Pfaffenbergstraße 95. Einer hat es jedenfalls zu wissen vorgegeben und die anderen hoffen, dass er Recht hat, denn sie haben keine Lust mehr, weiter suchend im Nassen zu stehen.
Innerhalb der nächsten halben Stunde werden aus den vierzig Tropfenden rund 90 und um kurz vor neun erbarmt sich ein groß gewachsener, blonder, junger Student und spricht mit einem Strahlen auf dem Gesicht, als wäre das der schönste Tag seines Semesters, zu den Neulingen, die augenblicklich verstummen und froh sind, endlich aus der Ahnungslosigkeit befreit zu werden.
Allerdings erzählt er so viel, dass die Meisten später weiterhin ahnungslos sind. Sie werden aber mit dem guten Gefühl zurück gelassen, dass sie ein paar Zettel in die Hand gedrückt bekommen und dass man sich in der folgenden Woche um sie kümmern wird.
Sie werden durchgezählt von Eins bis Acht und werden den Nummern nach zu zufälligen Gruppen zusammen gemischt. Alle Einsen zusammen, alle Zweien zusammen, und so weiter. Jede Gruppe gehört zu einem Mentor, der sie die ganze Woche lang begleiten und ihnen das Wichtigste zeigen und erklären wird.
Alle hinterher!
Nach einer kurzen Begrüßung des Mentors, der in Wirklichkeit eine Mentorin ist und Eva heißt, geht es auch schon los. Ein kurzer Blick über die Schulter verrät Fiona, dass die anderen Gruppen auch aufbrechen, also jetzt bloß nicht den Anschluss verlieren. Eva führt sie durch die unendlich verwirrenden Flure des Gebäudes und macht halt an Büros, die hier Lehrgebiete heißen, die niemand aus der Gruppe je wiederfinden würde. Jedenfalls sind sie alle aufgrund des Übermaßes an Neuem, felsenfest davon überzeugt.

 

Nachdem sich alle an die Temperaturen im Inneren des Gebäudes gewöhnt haben und die Jacken inzwischen offen stehen, verrät Eva ihrer wenig begeisterten Gruppe, dass es jetzt wieder nach draussen geht. Mit wenig Begeisterung aber folgsam trabt das kleine Rudel hinter Eva her in den Regen und nach und nach öffnen sich die Regenschirme. Unsere Neustudentin teilt sich mit dem zufällig neben ihr stehenden Mädchen, das seinen Schirm vergessen hat. Somit sind sie die folgenden drei Stunden durch Regen und sozialem Schirm-Sharing miteinander verbunden. Dass ein Teil dieser zufälligen Gruppe, und vor allem dieses eine Mädchen unter ihrem Schirm, bis zum Abschluss und darüber hinaus eine Rolle in ihrem Leben spielen wird, damit hätte sie an diesem ersten Tag nicht gerechnet.
Es folgt eine Wanderung durch unscheinbare Pfade zwischen Kindergärten und Schulen hindurch zum eigentlichen Campus. Wenn man diese Wege nicht kennt, würde man nicht auf die Idee kommen, sie zu benutzen, weil sie fast wie Privatwege aussehen.
Der Campus erweist sich als hügeliges Areal mit diversen Gebäuden, die auf den ersten Blick ohne hohen architektonischen Wert an den Stadtrand gestreut wurden. Für die angehenden Architekten schrecklich weit weg von ihrem „Hauptquartier“ befindet sich die Mensa, das Rechenzentrum, die Hauptbibliothek und der Audimax. Die Mensa werden einige noch schmerzlich vermissen, das Rechenzentrum wird der Ort der zweitgrößten Ängste in ihrem Studium werden, die Hauptbibliothek wird erstaunlicherweise keine Rolle in ihrer Studentenlaufbahn spielen und der Weg in den Audimax wird nur sehr selten von ihnen zurück gelegt werden, weshalb sie, wenn es dann soweit ist, erstmal wieder schauen müssen, wo der denn nochmal war.
Nach etwa zwei informationsgefüllten Stunden unter Regenschirmen, finden sich die Architektenanwärter wieder im Foyer von „Bau1“ wieder, dem Gebäude, in dem die Fakultät ARuBi* untergebracht ist. ARuBi steht für Architektur, Raum- und Umweltplanung und Bauingenieurwesen. Die Gruppen kommen nach und nach wieder zusammen und der sonnige junge Mann von heute Morgen erzählt, dass es am Abend eine Art Schnitzeljagt durch die Stadt geben wird, die zum einen dazu dient, die Stadt besser kennen zu lernen und zum anderen, die Gruppen näher zusammen zu bringen.
Das Vorhaben scheitert leider aufgrund aktuer, wetterbedingter Unlust seitens der Protagonisten und so bleibt nur die Verabredung bestehen, sich morgen um 9 Uhr wieder im Foyer zu treffen.

*Die Fachbereiche sind zu diesem Zeitpunkt 2008 noch zusammengelegt und teilen sich die Vorlesungen sowie einen gemeinsamen Fachschaftsrat.

 Hier gibt’s den Workflow für das heutige Titelbild zu sehen. Mal was Neues im neuen Jahr.

3 Bilder aus Potsdam

3 Bilder aus Potsdam

Das neue Jahr 2015 beginnt mit einer neuen Serie, die monatlich erscheint und 3 Fotos beinhaltet.

Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es „3 Bilder aus…“ verschiedenen Städten, in denen es architektonisches oder urbanes zu sehen gab und das ich mit meiner Kamera festgehalten habe. Als leibhaftiger Berliner lag es nahe, eine Stadt zu nehmen, die ich schon oft besucht habe. Potsdam, die kleine aber schicke Stadt in Brandenburg, an der manch ein Berliner kein gutes Haar lassen kann.  Read more

Zurück auf die Schulbank, freiwillig?! [Qualifikation Denkmalschutz]

Zurück auf die Schulbank, freiwillig?!

Der erste Kursblock der „Qualifizierung Denkmalschutz“ beinhaltet das Thema Recht. Ein Thema, mit dem Raum- und Umweltplaner schon in der Uni-Zeit gequält wurden, das von Architekten (zumindest bei uns) aber nur angeschnitten wird.

Was in der Ausbildung vor allem fehlt ist der Hinweis auf rechtliche Fallstricke, die im Berufsleben lauern und den Architekten gerne zu Fall bringen.
16

Teilnehmer

7

Architekten

9

Beamte

Im Bereich Denkmalpflege und Altbau gibt es noch viel mehr zu beachten, als bei Neubauten. Der Umgang mit der baulichen Substanz stellt den Architekten nicht nur vor gestalterische Herauforderungen, sondern auch vor gesetzliche Spitzfindigkeiten.
Der frisch im November 2014 gestartete Lehrzyklus der Denkmal Akademie bestand aus folgenden Komponenten:
Unwissend und Ahnungslos haben wir an Tag 1 erst einmal die Einfahrt zur Denkmal Akademie in Bonn verpasst, denn sie hat sich gemeinerweise hinter einem abgesenkten Bordstein versteckt, der das Großstadt-Autofahrer-Kind gar nicht daran denken lässt, dass sich dahinter die Straße befindet, in die man will. Wirklich, man will doch nur in große und wichtige Straßen, oder? Irrtum.
1

Student

18

Dozenten

Nach zwei Mal Wenden fanden wir die Denkmal Akademie und wurden mit einem Vortrag über UNESCO Welterbestätten in die Schulungswoche geleitet. Ich musste da direkt an Anett von Stadtsatz denken, die sich auch viel mit diesem Thema beschäftigt.
Wir erfuhren, wie simpel es sein kann, ein Welterbe zu kühren und wie irrwitzig manche Vorschläge da sind.
30

Liter Kaffee

15

Packungen Kekse

Überaus interessant war auch der Vortrag über Vertragsrecht, das nicht nur Bestandsgebäude betrifft. Neben dem Thema des Umgangs mit der Barrierefreiheit in historischen Stadtkernen wurde auch die Problematik mit alten Baustoffen behandelt. Wo muss überall noch mit Asbest zu rechnen sein und wie kann man es nachweisen, wenn es in unsichtbaren aber gesundheitsschädlichen Mengen verbaut wurde?! Wo wird über neue DIN-Normen entschieden und wie verbindet man Brandschutz und historische Gebäude befriedigend miteinander?

 

Baudenkmale beeinflussen nicht nur die Wirkung von Straßenzügen sondern ganze Innenstädte und deren kulturelles Gefüge. Die Thematik ähnelt dem Vortrag von Sebastian Tränkner auf dem 8. Stadt.Umbau.Salon in Kaiserslautern, in dem aus Duderstadt berichtet wurde und wie in dieser Stadt Bewohner mit ihren Denkmalen zusammen kommen.

 

Diese und viele weitere Aspekte wurden angeschnitten oder sogar ausführlich behandelt. Der Grundkonsens war allerdings leider mal wieder: Der Architekt bekommt’s immer ab und muss daher ganz besonders aufpassen.
Immerhin wurde auch bei den nicht-architektonischen Kursteilnehmern eine Sensibilität der mannigfaltigen Aufgaben des Architekten geweckt, sodass sie einen kleinen Eindruck davon bekommen haben, was ein Architekt so alles beachten muss und dass er eben wirklich nicht alles wissen kann.

 

Neben den Kursen wurden mal wieder Kontakte geknüpft und Adressen ausgetauscht. Wir wollen in Kontakt bleiben und die Verbundenheit wird im Laufe des nächsten Jahres vermutlich weiter wachsen. Ich bin gespannt auf die nächsten Seminarwochen. Das nächste findet in Frankfurt-Höchst statt. Ich werde dann im Februar 2015 davon berichten!

Wenn dich die Motivation verlässt

Wenn dich die Motivation verlässt, kurz davor alles hinzuwerfen? Studienkrise? Depressiv?

Du kennst das sicherlich. Das Gefühl, einfach keine Lust mehr zu haben. Du fragst dich, warum du den Mist hier eigentlich machst und warum du nicht einfach aufhörst.

Egal ob du dich durchs Studium quälst oder arbeitest, irgendwann hat doch jeder von uns diesen Punkt, an dem man denkt: WOZU?

Ich hatte ihn auch. Schon mehrfach. Während der Uni schon.

Was hat mir da geholfen?

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The architect’s guide to writing

The Architect's guide to writing. Deutsche Rezension

Erwartungen:

Der Titel „The architect’s guide to writing“ lässt viel erwarten. Meine Erwartung, dass einem ein Hinweisbuch zum Texten an die Hand gegeben wird, haben sich leider nicht bestätigt. Man erfährt nicht, wie man inhaltlich idealerweise Texte strukturiert und wie man beispielsweise seine Projekte schriftlich gut darstellt.

Inhalt:

Das Buch besteht fast ausschließlich aus Inhalten, die sich nur für den englischen Sprachraum anwenden lassen. Neben der anscheinend häufigen Falschverwendung von Wörtern, die nicht einmal Fachbegriffe sind, beschäftigt es sich mit Wortkombinationen, Zeichensetzung und zum Beispiel mit dem Einsatz von ‚this‘ und ‚that‘.

Die Beispiele sind alle sehr konkret und lassen sind für den deutschen Muttersprachler wie ein Englischkurs, der sich vom ersten bis zum fünften Lernjahr erstreckt.

Qualität des Inhalts:

Obwohl die Inhalte nicht oder nur selten auf andere Sprachen übertragen lassen, ist das Buch qualitativ für den US-englisch-sprachigen Leser sicherlich aufschlussreich. Wenn man die Hinweise über den Einsatz des Fragezeichens liest und den Vermerk dazu, dass es häufig falsch platziert wird, erscheint dieser zunächst überflüssig erscheinende Part durchaus sinnvoll.

Fazit:

Aufgrund der teilweise sehr elementaren Grundkenntnisse der englischen Sprache, die der Durchschnitts-Ingenieur in Deutschland schon mit dem Schulenglisch auf den Weg bekommen hat, stellt sich eine Frage: Lesen diejenigen, denen dieses Buch helfen würde, überhaupt Bücher?

Empfehlenswert?

Meine Erwartungen anhand des Titels haben sich leider nicht bestätigt, dennoch ist dieses Buch empfehlens- und lesenswert für all diejenigen, die sich mit dem Verfassen von Texten auf Englisch beschäftigen.
Der Titel ist meiner Meinung nach irreführend, da dieses Werk sich als Einsteiger-Englischkurs-Unterstützung entpuppt und sich wenig auf die Zielgruppe der Architekten bezieht. Die Begründung des Autors, warum sein Werk für Architekten so wertvoll ist, begnügt sich damit, dass Architekten gutes und fehlerfreies Englisch anstreben sollten.

Für mich ein Fehlkauf.

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Images Pub; Auflage: New. (15. September 2014)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1864705728
ISBN-13: 978-1864705720
Erhältlich: 16,67€ auf Amazon

Bücherwünsche eines Architekten

WunschLiteratur eines Architekten

Da das Konsumfest Weihnachten nun naht und man sich mehr und mehr Gedanken darüber macht, was man den Lieben denn so zukommen lässt, fallen einem natürlich auch immer mehr Sachen auf, die einen selbst brennend interessieren, für die man aber noch nicht das passende Kleingeld hatte.

Was auf meiner vielleicht etwas speziellen Wunschliste steht,

zeige ich euch hier.

Hanok The Korean House

Hanok: The Korean House

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1zNyEBF In recent decades, few nations have transformed themselves as radically as Korea. Amid Seoul’s glass-and-steel skyscrapers and luxury apartments, however, the traditional Korean home or Hanok is experiencing a surprising renaissance. Hanok: The Korean House showcases twelve very special Hanok that reflect today’s Korea—a country that’s putting a modern twist on traditional values. While the exteriors of these houses are indistinguishable from Hanok built decades ago, the interior designs have been completely updated.

Traditional materials of stone, wood, and clay are still the only components used in these houses. They also incorporate natural elements such as wind and sunlight, and baesanimsu—known in Chinese as feng shui—used to position the Hanok in harmony with the natural forces and geographical features of the site. But many of these new Hanok owners are architects who have incorporated open floor plans and cutting-edge architectural elements to create a more functional home.

Design for the Other 90%

Design for the other 90%

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1rDbX9k

Design for the Other 90% is an exhibition focusing on design for poor of the world, the 90% who cannot afford many things. The exhibition is on at Cooper-Hewitt, National Design Museum through September 23, 2007. Of the world’s total population of 6.5 billion, 5.8 billion people, or 90%, have little or no access to most of the products and services many of us take for granted; in fact, nearly half do not have regular access to food, clean water, or shelter. Design for the Other 90% explores a growing movement among designers to design low-cost solutions for this other 90%.

 

Wir leben in so viel Wohlstand und jammern dennoch. Es kann nicht schaden, sich immer mal wieder vor Augen zu führen, wie gut es uns eigentlich geht. Und es ist so interessant zu sehen, mit wie wenig andere Menschen auskommen. Zyniker mögen sagen „Ja, Wärmedämmung braucht man ja in Afrika auch nicht!“, aber so einfach ist es nicht. Egal ob es um Wassergewinnung oder Umweltkatastrophenopfer geht; es gibt genug Menschen, die wünschen sich einfach nur das Nötigste.

Architecture and Urbanism in Modern Korea

Architecture and Urbanism in Modern Korea

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1E5MPk6

This book traces the transformation of Koreas architecture and urban space over the course of the last hundred years, a period when the built environment changed so fundamentally as to make its transfigurations difficult to comprehensively understand.

Ich gebe ja zu, aufgrund meiner Interessen ist Korea auf meiner Wunschliste etwas stärker vertreten als die typische Star-Architektur, aber ist das hier auf dem Cover nicht eine Londoner Telefonzelle? Naja, gewisse Ähnlichkeiten sind jedenfalls vertreten.

 

Das Ego des Architekten

Das Ego des Architekten

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1rWdPeq

Wer steht nicht zuweilen ratlos vor der Mega-Architektur unserer Tage? Muss man ihr in jedem Fall Respekt bezeigen? Oder darf man nach der Berechtigung einer Architektur fragen, die ihren städte-baulichen und sozialen Kontext hochmütig ignoriert? Nach den Motiven ihrer Schöpfer und Auftraggeber, die ihr Ego über alles zu stellen scheinen? Wilhelm Kücker kennt die Malaise von innen und außen. In -prägnanten Kapiteln zeichnet er die Wege und Irrwege der Architekturmoderne von 1910 bis heute nach. Er demontiert Ikonen wie Le Corbusier, dem er das „Feindbild Mensch“ und die Neigung zu totalitären Regimen attestiert, bis hin zu Star-Architekten wie Herzog & Demeuron oder Philip Johnson. Wie nebenbei werden dem Leser die Augen für die essenziellen Fragen geöffnet. Was ist eine Stadt? Was soll Architektur? Seit wann gibt es überhaupt Architekten? Eindrucksvoll beschreibt Kücker den Abstieg des Berufsstands vom baumeisterlichen Künstler zum Dienstleister. Eine kritische, subjektiv-ironische, nie aber billig ressentimentgeladene Abrechnung, für Leute vom Fach und interessierte Laien.

 

Stadtsoziologie: Stadtentwicklung und Theorien

Stadtsoziologie: Stadtentwicklung und Theorien

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1rWe2hq

Diese Einführung knüpft an das Lehrbuch zur Architektursoziologie an und stellt – nicht zuletzt durch zahlreiche Abbildungen und Schaubilder – die Soziologie der Stadt sehr anschaulich und nachvollziehbar dar. Die historischen und sozio-ökonomischen Grundlagen werden ebenso herausgearbeitet wie aktuelle Probleme der Stadtplanung.

Oh Schreck, ein Lehrbuch?

Ist sie denn von allen guten Geistern verlassen? Nein, denn erstens geht es um Stadt und zweitens um Soziologie! Das „Partnerbuch“ mit dem schönen Namen Architektursoziologie habe ich bereits voller Lesehunger verschlungen und euch in einer Rezension davon berichtet.

 

Design Like You Give a Damn

Design Like You Give a Damn

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1E5NCSf

Design Like you Give A Damn [2] is the indispensable handbook for anyone committed to building a better a more sustainable future. With the rise in social demand for recycling programs and sustainable living this second title in the Design Like you Give A Damn repertoire, documenting more than 1 00 new projects from around the world tunes into this fever pitch of change. This volume is packed with practical and ingenious design solutions that address the need for basic shelter, housing, education, health care, clean water and renewable energy. One-on-one interviews and provocative case studies demonstrate how innovative design is reimagining community and uplifting lives. From swing sets in refugee shelters, a co-ed skate-park in war-torn Afghanistan, to building material innovations such as smog-eating concrete to innovative public policy that is repainting Brazils‘ urban slums, Design Like you Give A Damn [2] serves as a how-to guide for anyone seeking to build change from the ground up.

 

Small Scale Big Change

Small Scale Big Change

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1vkJneW

Andres Lepik war Kurator für Architektur am MoMA, New York und ist heute Leiter des Architekturmuseums München. Autor zahlreicher Publikationen, u.a. zu Mies van der Rohe und dem Bauhaus.

Kleine Änderungen können so viel bewirken, wenn es die richtigen sind und wenn man sie den richtigen Menschen zur Verfügung stellt.


Wie vielleicht ersichtlich wird, interessiere ich mich für Soziologie, für humanitäre Architektur und für Urbanität. Das sind die drei Themen neben der Denkmalpflege, die mich schon seit sehr langer Zeit nicht mehr loslassen und zu denen ich auch immer wieder zurück gefunden habe. Was wünscht ihr euch denn so ins Bücherregal, egal ob zu Weihnachten oder ansonsten?

The Human Scale

The Human Scale ist ein beeindruckender Film über die Veränderung der Städte und wie die Menschen sich zunächst versuchen anzupassen, bevor sie ihre selbst geschaffene Umgebung anpassen, um besser in ihr leben zu können.

The Human Scale präsentiert die umgesetzten Visionen von Städtebauern und Architekten zur Verbesserung des Stadtlebens in gelungenen Beispielen.

Kennt ihr den Film schon und welche anderen, interessanten Filme über Städtebau und Architektur könnt ihr empfehlen?

von Studenten – für Studenten

Eine neue Kategorie auf Raumzeichner.de, in der es folgendes gibt:
Geschichten aus erster Hand über und von (ehemaligen) Architekturstudenten.

Tagebücher und Reportagen

In der Ellenbogengesellschaft der Architekturfakultäten ist man nicht allein, denn vielen Kommilitonen geht es so wie dir!

In dieser Kategorie geht es um Architekturstudenten. Architekturstudenten und Absolventen sprechen über das Studium, über die Schwierigkeiten und schütten ihr Herz aus. Es wird aus dem Nähkästchen geplaudert und der ein oder andere Tipp verteilt.

Durch die Nacht streifen mit Lukas Furlan

LinkTipp_LukasFurlan

„Durch die Nacht streifen“ oder „roaming at night“ ist eine Foto-Reihe von Lukas Furlan, der in Wien studiert und eigentlich Landschaften viel lieber fotografiert als urbane Zusammenhänge. Da das Studium ihn aber oft nicht lässt, hat er die Flucht in die Natur zum Teil aufgegeben und nun bannt er seine städtische Umgebung in Pixel und schafft damit schöne Farb- und Lichtspiele, die sich wirklich eines Blickes als würdig erwiesen haben!

Wie anmutig und surreal triste Zweckbauten erscheinen können, wenn die Düsternis der Nacht die Schatten und den Dreck verschwinden lässt und die Lichter das Leben in den Vordergrund rücken, sieht man im folgenden Bild sehr deutlich.

 

Auf http://kwerfeldein.de/2014/11/01/durch-die-nacht-streifen/ gibt es weitere wunderbare Lichtspielbilder von Lukas Furlan.

Alle diese schönen Bilder sind von Lukas Furlan und NICHT von Raumzeichner.de!

Die Qualifizierung Denkmalpflege der DenkmalAkademie

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bietet eine ausführliche berufsbegleitende Weiterbildung im Gebiet der Denkmalpflege an. Ehemals war die „Qualifizierung Denkmalpflege“ ein Angebot der Denkmal Akademie, die lange Jahre mit der DSD zusammen gearbeitet hat. Inzwischen ist die Denkmal Akademie ein Teil der DSD und die Qualifizierung bietet unverändert ihre Ausbildungsmöglichkeiten.

Aufbau

Die Qualifizierung Denkmalpflege ist ein berufsbegleitender Kurs, der in einer Zeitspanne von etwas über einem Kalenderjahr absolviert werden kann. Man kann ohne weitere Auflagen auch drei Kalenderjahre dafür in Anspruch nehmen.

Der Themenkomplex ist aufgebaut in 8 große Blöcke, die in Wochenseminaren organisiert sind. Diese finden an verschiedenen Orten in Deutschland statt und haben jeweils ein Schwerpunktthema. Neben diesen Wochenseminaren gilt es, weitere 5 Tagesseminare zu belegen. Innerhalb der einzelnen Schulungstage werden Vorträge aus den verschiedensdsten Berufsgruppen gehalten. Die Schüler lernen aus der fachlichen Erfahrung von Spezialisten das wichtigste für ihr Gebiet und haben für gewöhnlich die Möglichkeit, bei weiteren Fragen später mit den Dozenten in Verbindung zu treten.
Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung.

Themen

  1. Rechtliche Grundlagen
  2. Historische Grundlagen
  3. Fachliche Grundsätze
  4. Besondere Aspekte der Baudenkmalpflege
  5. Praxiswoche: Bestandsaufnahme
  6. Integrierte Planung
  7. Denkmalpflege in der Praxis
  8. Denkmal als Ressource

Unterlagen

Neben den Vorträgen an sich gibt es von vielen Vortragenden eine kurze schriftliche Übersicht und von einigen die ausgedruckte Präsentation als Skript. Online gibt es die meisten Skripte zum herunterladen, wenn man Teilnehmer des Kurses ist und sich verpflichtet, diese Unterlagen nur privat zu nutzen und nicht weiter zu geben. Es erinnert also sehr an die Uni. Man bekommt Skripte und Vorlesungsfolien und kann mit denen dann lernen.

Finanzen

Ein Wochenkurs kostet aktuell 450€ und beinhaltet unbegrenzt viel Kaffee, die Skripte und ein paar Knabbereien, die das Gehirn mit Zucker versorgen. Ein Tageskurs kostet um die 250€. 4850€ kostet also die komplette Qualifikation Denkmalpflege, wobei unter Umständen ein Rabatt ausgehandelt werden kann, wenn man die Qualifikation in ‚einem Rutsch‘ absolviert.
Des Weiteren kann man natürlich versuchen, mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, dass dieser eventuell einen Anteil des Kurses übernimmt. Immerhin nutzt man ihm mit dem neuen Wissen auch und der Kurs ist wirklich kein Urlaub.
Als weitere Möglichkeiten kann man sich über den Bildungsscheck der einzelnen Bundesländer informieren. Im Jahr 2014 wurde ein Stipendium von der DSD verteilt, mit viel Glück ist es also auch möglich, dass die Stiftung selbst einen Teil oder die kompletten Kosten übernimmt.

Dauer

Im Wochenseminar dauern die Kurse täglich rund 9 Stunden mit Mittagspause und kurzen Kaffeepausen. Mal sind es 8 Stunden, mal sind es 10 Stunden, je nachdem, wie viele Fragen gestellt werden. Die Tagesseminare sind ebenfalls rund 9 Stunden lang.
Insgesamt kann man sich für die Absolvierung aller Seminare der Qualifizierung Denkmalpflege und der Prüfung bis zu 3 Kalenderjahre Zeit lassen. Je nachdem wie die Kurse liegen, kann man aber auch in rund 15 Monaten alle Kurse belegt haben.

Zielgruppe / Teilnehmer

Neben Architekten ist der Kurs der DSD auch für Sachverständige, Bauingenieure und Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörden geeignet. Da die Themengebiete sehr umfangreich und weit gefasst sind, können die verschiedenen Zielgruppen aus den großen Seminaren etwas lernen. Je nach Wissensstand der Teilnehmer ist es nicht für jeden gleich leicht in den Vortrag einzusteigen. Bei einer so breit gestreuten Gruppe kann es aber auch kaum gelingen, jedem den gleichen Einstieg in neue Themen zu garantieren, auch wenn die Dozenten sich redliche Mühe geben. Allein schon die Tatsache, dass die Personen aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen kommen und andere Erfahrungswerte haben, lässt sie verschiedene Wissensstände haben.
Die gute Mischung der Berufsgruppen lässt sehr interessante Diskussionen und Fragerunden entstehen, da aus gestellten Fragen aus dem einen Berufsfeld neue Fragen für ein anderes Berufsfeld entstehen und somit eine rege Unterhaltung entsteht.

Fortbildungspunkte für Architekten

Gerade als frischer Absolvent ist es von Interesse, ob eine Weiterbildung die nötigen Fortbildungspunkte bietet, die man als „AiP“ erbringen muss, um sich in die Architektenkammer (AK) eintragen lassen zu können. Dies ist von der jeweiligen AK jeweils zu prüfen. Dazu reicht es, dem zuständigen Sachbearbeiter in der Kammer eine kurze eMail mit dem Programm zu senden. Dieser bewertet dann, ob und wieviele Punkte in welchem Bereich der geforderten Weiterbildungen die Kurse abdecken.
Beispiel: Bei der AK RLP war es so, dass im WS 2014/2015 der Wochenkurs „Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen der Denkmalpflege“ 16 Punkte im Bereich Recht gegeben hat und damit dieser Bereich bereits ausgeschöpft war. Das bedeutet, innerhalb der nächsten 2 Jahre bis zur Eintragung in die Kammer, muss ich keine Kurse zum Thema Recht mehr hören.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen.

Unterbringung

An manchen Standorten organisiert die DSD die Unterbringung der Kursteilnehmer, weil beispielsweise in Görlitz ein Gästehaus zur Verfügung steht. In Standorten wie Bonn kümmern sich die Teilnehmer selbst um ihre Unterkunft.

Informationen

Informatinen zur DSD gibt es auf der Homepage.
Das Programm der Qualifikation Denkmalpflege gibt es jährlich in aktualisierter Form auf den Seiten der Denkmalakademie. Neben den Seminaren im Rahmen der Qualifikation gibt es auch zusätzliche Kurse, die durch ihre Themenrelevanz interessant sind, aber nicht zwingend zur Qualifikation gehören bzw. auch gar nicht angerechnet werden.

Erik und die 12 Ziele in 2015

Sich selbst Ziele setzen ist eine Art der altbekannten To-Do-Liste. Und obwohl To-Do-Listen schon fast wieder out zu sein scheinen, können sie auf lange Sicht dabei helfen, nicht aus den Augen zu verlieren, was einem wichtig ist.

Das Problem an festen Zielsetzungen ist, dass man sich selbst verpflichtet, sie zu erfüllen. Wenn es dann nicht klappt, dann beschleicht einen das Gefühl, versagt zu haben. Aber wie hilft einem Erik jetzt nun dabei, die eigenen Ziele zu erreichen?

Erik ist die Abkürzung für „Es rappelt im Karton“ und ist eine Aktion, bei der für ein Jahr monatliche Ziele definiert werden, die man zu erreichen versucht.

Ziele? Aber ich dreh mich doch so gern im Kreis!

Welche Ziele kann man haben? Neben dem Bestehen eines Kurses oder einer Klausur kann ein Ziel auch sein, eine gewisse Zahl an Creditpoints zu erreichen oder einen Ort zu besuchen, den man schon lange auf der Reiseliste vor sich her schiebt.
Willst du zeichnen üben oder doch endlich die 30DaysDrawingChallenge zu Ende bringen? Das kann eines dieser Monatsziele sein! Was willst du schon lange hinter dich bringen und was nagt an dir, weil du es immer noch nicht gemacht hast? Hast du es vergessen, oder gerade etwas wichtigeres zu tun? Erik wird dich daran erinnern, dass da ja noch was war, das erledigt werden will. Jedenfalls, wenn du ihm ab und an eines Blickes würdigst.

Die Neue Blogparade: EriK 2015 – 12 Ziele für 12 Monate stellt das Vorhaben kurz vor und läd ein, mitzumachen!

Ziel 1 | 10 architekturrelevante Bücher lesen!

Ziel 2 | beginnen (irgendwie) Journalismus zu studieren

Ziel 3 | ein neues Ehrenamt für mich finden

(irgendwas mit Medien, Denkmälern, Entwicklungshilfe und/oder Urbanität)

Ziel 4 | nach Korea reisen

Ziel 5 | endlich ein Logo für Raumzeichner entwickeln.

(Ideen? Irgendwer?)

Ziel 6 | in die schönste Hauptstadt Deutschlands reisen… #abnachhause

Ziel 7 | das HomeOffice einrichten

Ziel 8 | das große MBP gegen ein kleines MBP tauschen

Braucht jemand ein 17″er MacBookPro ? ^^

Ziel 9 | das Wohnzimmer ausbauen

Ziel 10 | viel über Denkmalpflege lernen

Ziel 11 | einen tollen Film über Architektur / Urbanität / … sehen

Ziel 12 | einen Gastbeitrag oder einen Gastartikel irgendwo veröffentlichen

Manchmal muss man sich aber eingestehen, dass das, was man einst für so wichtig erachtet hat, gar nicht so wichtig ist bzw. seine Wichtigkeit verliert. Prioritäten ändern sich, so ist das Leben, es wandelt sich. Man sollte nicht aus Prinzip daran festhalten, man kann Ziele auch wieder loslassen und sich neue suchen.

Jeden Monat um den 25. soll Erik sich zu Wort melden und etwas über die erreichten Ziele berichten oder zumindest Kund tun, wenn sich etwas getan hat. Ein Jahresprojekt in der zweiten (für mich in der ersten) Runde.

Bildquellenangabe: Tim Reckmann  / pixelio.de

Haus Eckstein – Außenraum – Das Büro und Architekturhaltung

Haus Eckstein Außenraum & Architekturhaltung
Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.
Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg
Teil 2 – Heutige Nutzung
Teil 3 – Die Gewandung 
Teil 4 – Der Innenraum 

Das Ellenbogengässchen

Außenraumbezug

Der fließende Übergang von Innen und Außen, das Strömen des Publikums und die Verbindung nach allen Seiten stehen ganz oben auf der Liste der gewünschten Eigenschaften des Hauses. Rathausplatz sowie Gehsteigbereich sollten aufgenommen und bis zum Ellenbogengässchen geführt werden – einmal quer durch das Gebäude. Das Ellenbogengässchen ist zwar leicht zu übersehen, da sich der Eingang mitten in der Fassade befindet, bildet aber eine Verbindung, die von den Nürnbergern gerne genutzt wird. Es schafft eine Abkürzung von der Burg im Norden zum Westteil der Stadt und ermöglicht es dem Fußgängerverkehr, dem Hauptmarkt im Süden aus dem Weg zu gehen. Der kleine Pfad, der aus der Vergangenheit1 wiedergeholt wurde, ist für den Nürnberger Fußgängerverkehr wie ein kleiner geheimer Weg um das touristisch erschlossene Nürnberg und um die Menschenmengen der Hauptstraßen, -märkte und -plätze herum.

Freiflächengestaltung

Fußgängerbewegung durch Ellenbogengässchen

Direkt im Nürnberger Stadtbild integriert, hat das Haus keinerlei Freiflächen nach Ost, Süd oder West hin. Es wächst aus dem Geweg heraus in die Höhe. Einziger Rücksprung ist der durch Stufen vom Straßenniveau abgehobene Eingangsbereich, der allerdings von einer breiten Stütze verdeckt wird, sodass er in der Kontur des Hauses kaum auffällt. Der nach Norden ausgerichtete Innenhof wurde zum Großteil vom neu errichteten Treppenhaustrakt eingenommen und so bildet das Gässchen die einzige Freifläche, die nun – dem Nutzungskonzept des Komplexes folgend – dem öffentlichen Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen.

Das Architekturbüro

Das Büro Fritsch + Knodt & Klug ArchitektInnen, Untere Kreuzgasse 33, 90403 Nürnberg befindet sich am westlichen Rand der Nürnberger Altstadt im Bezirk Sebald, keine zehn Fußminuten von der Sebaldkirche entfernt. Direkt an der Pegnitz gelegen und beinahe in die Stadtmauer hineingebaut, bietet es einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt, die umliegenden Balkone und den Fluss. Das Architekturbüro hat sich auf die Restaurierung, die Sanierung und den Erhalt der mittelalterlichen Bauten in Nürnberg spezialisiert. 

Architekturhaltung

Bezeichnend für die Architekturhaltung des Büros ist folgendes Zitat von Alexandra Fritsch:

„Das Einpacken mit Styropor zerstört unsere Baudenkmäler. Ornamente und Fachwerk gehen oft verloren. Und damit verlieren unsere Städte ihre Identität.“

Blick aus dem Büro

Auch die Lage des Büros, verwachsen mit der alten Nürnberger Stadtmauer gibt Aufschluss über die Denkweise dieses Büros, denn durch Sensibilität im Umgang mit denkmalgeschütztem Bestand wird Neues geschaffen, das den heutigen Ansprüchen genügt. Nur durch ständige Nutzung kann ein Gebäude, auch ein denkmalgeschütztes, erhalten werden. Durch Kompromisse wie Umnutzung oder behutsame Veränderungen muss diese Nutzung umsetzbar werden, sodass der Bestand erhalten bleiben kann. Sorgsame Auseinandersetzung mit der Geschichte ist notwendig, um zu erkennen, wie weit bei den Neuerungen vorgedrungen werden darf und muss, damit bei größtmöglichem Erhalt die Gebrauchstauglichkeit bewahrt – oder in vielen Fällen erst geschaffen – wird.

 

 

Weitere Projekte

St. Lorenz & St. Sebald

St. Lorenz-Kirche Nürnberg

St. Lorenz und St. Sebald werden als „Zwillinge(Bauer, Hirschmann und Stolz: 500 Jahre Hallenchor St. Lorenz“, S. 11) bezeichnet. Die beiden Töchter der Stadt Nürnberg, denen man gleichermaßen eine große Mitgift leisten konnte. St. Sebald ist die ältere von beiden und beherrscht den nördlichen Teil der Nürnberger Altstadt. St. Lorenz thront über der südlichen Hälfte der Stadt. Die Ähnlichkeit, die sie wie Zwillinge anmuten ließ, liegt nicht nur in der ähnlichen Größe und Form sondern auch daran, dass sie beide aus dem gleichen Material gebaut wurden – dem Nürnberger Burgsandstein. Die Ähnlichkeit in den Proportionen kommt daher, dass damals bei beiden der „Nürnberger Werkschuh“ (12 Werkzoll = 1 Nürnberger Werkschuh = 27,85 cm) als das „rechte Maß“ verwendet wurde. In der Geschichte der Kirchen gab es einen ständigen Wettstreit zwischen ihnen. Sebald brachte lange Zeit durch das Grab des Hl. Sebaldus mehr Geld ein und konnte sich dadurch mehr leisten. Das Inventar war besser gepflegt und Reparaturen konnten sofort ausgeführt werden.

St. Sebald Kirche Nürnberg

Sebald war immer die „größere“ Schwester, die immer alles zuerst hatte und auf die man blicken konnte. Lorenz war unscheinbarer und stand immer hinter Sebald. Da St. Sebald etwas älter ist als St. Lorenz hatten es die Lorenzer Baumeister in einigen Dingen leichter als die Sebalder. An St. Sebald wurde vieles erstmalig gemacht und so wusste man dann bei Lorenz, wie es ging und konnte Fehler vermeiden. Die Arbeiten gingen schneller voran, weil nicht so viel getüftelt werden musste.

Durch die beiden Kirchen ist Nürnberg in zwei Hälften geteilt. Es gibt die nördliche, Sebalder Altstadt und die südliche, die Lorenzer. Beide Teile sind durch den Fluß, der durch Nürnberg fließt, voneinander getrennt. Die Pegnitz wird von vielen prächtigen Brücken überspannt und wird von dem fast täglich stattfindenden „Markt“ eingerahmt.

Das Büro Fritsch + Knodt & Klug mit Dombaumeisterin Alexandra Fritsch beschäftigt sich mit der Geschichte der Kirchen, katalogisiert und digitalisiert alte Originalpläne, sowie Glasplattenfotos und Bauberichte im Zusammenwirken mit den historischen Stadtarchiven LoAN4 und SeAN5 um die Restaurierung und Erhaltung der beiden Schwesterkirchen auszuführen.

Kindertagesstätte Pirckheimerstraße

Fritz-Kelber-Haus , Pirckheimerstraße

Die alte, marode Stadtvilla in der Pirckheimerstraße wurde vom Architekturbüro in eine Kindertagesstätte für mehrere Kindergruppen umgebaut und dabei umfangreich saniert. Außen konnte der alte Charme erhalten bleiben, sodass das Haus nach wie vor verputzt ist und die Bossen die Gebäudekanten markieren. Zwischen Erd- und erstem Obergeschoss markiert ein Gesims die ungefähre Höhe der Zwischendecke und gibt der Fassade eine horizontale Teilung. In der Fassade wechseln sich die Fensterformen ab, sodass es Fenster mit geraden Sturz gibt, aber auch Fenster mit Rundbogen. Alle Fenster und Türen sind mit Faschen versehen und die Glasflächen sind mit Sprossen unterteilt. Das Dach ist in mehrere Flächen gegliedert und kleine Gauben erheben sich daraus um mehr Nutzfläche im Dachgeschoss zu schaffen. Der Eingang des Hauses befindet sich nicht an der Straßenseite sondern im Schutze des Hauses, was der Nutzung des Hauses als Kindertagesstätte zugute kommt.

Studentenwohnheim Pfeifergasse

Studentenwohnheim, Pfeifergasse 7

Die Wiederbelebung eines vergessenen Viertels. Die baulichen Verhältnisse blieben nach der Zeit des Wiederaufbaus der Stadt miserabel. Bei Fundamentfreilegungen traten Tierknochen und Keramikscherben zum Vorschein, so daß eine archäologische Untersuchung der Unteren Denkmalschutzbehörde durchgeführt wurde. Der Kontakt mit dem Studentenwerk ließ die Idee einer studentischen Nutzung mit Kleinwohnungen und Ateliers entstehen. Im Vordergebäude gibt es 4 Wohnungen, ein kombiniertes Wohnatelier, ein Atelier und Gemeinschaftsräume. Im historischen Rückgebäude und dem südlichen Neubau befinden sich 2 Wohnungen und ein Atelier. Erd- und 1.Obergeschoß sind geprägt von mittelalterlicher Raumgestaltung mit Bohlenwänden, Bohlenbalkendecken und sichtbarem Fachwerk. Die Raumzuschnitte sind nach den überlieferten Grundrisskonzepten nicht üppig, scheinen aber durch Öffnungen groß, weit und bieten die möglichst viel Helligkeit. Im 2.Obergeschoß und im Dach entstanden Maisonettewohnungen. Im Wohnzimmer mit Galerie ist der gotische Dachstuhl sichtbar.

Kleine Städte – große Projekte

8. Stadt.Umbau.Salon in Kaiserslautern

Die Raumpiraten besetzen zwar keine Raumschiffe, aber sie entern Leerstände. Sie horten ihre Schätze darin, teilen sie aber ganz offenherzig mit allen, die sich dafür interessieren.
Doch wofür muss man sich eigentlich interessieren, damit die Raumpiraten mit einem teilen? Read more

Studium vs. Arbeit

Universität vs Arbeit

Architekten haben diverse Pflichten und von ihnen wird viel verlangt, doch nur auf wenig davon werden sie im Studium vorbereitet oder überhaupt nur hingewiesen.
Sobald ein Architekt die ‚Komfortzone verlässt‘ und über den Tellerrand des Entwerfens hinaus schaut, wird er von Bauträgern, Bauherren und seiner Aufsichtspflicht in die Mangel genommen.

Was lernt man an der Uni?

Während des Studiums wird man intensiv auf den Entwurf vorbereitet. Der Entwurf ist die Königsdisziplin der Architekten und folglich auch das, wofür das Herz der meisten Architekten schlägt. Der Entwurf ist nicht nur das reine Denken mit dem Kopf, das weltfremde und abgehobene Ideenspektrum eines geborenen Individualisten mit schwarzem Anzug und rotem Schal, sondern viel mehr das sinnvolle Kombinieren von Möglichkeiten unter Berücksichtigung wichtiger Vorgaben bei kreativer Auslegung zwingender Einschränkungen. Vorgaben sind oft nicht konkret und selten ausreichend ausführlich durchdacht. Der Architekt ist geschult darin, sich in ein Gebäude und seine Nutzbarkeit hinein versetzen zu können und so sieht er konzeptionelle Mängel oder schlicht fehlende Punkte schneller, auf die ein Laie (was mit Verlaub die meisten Bauherren ja sind) gar nicht kommt und daher auch nicht in den Vorgaben nennt.

Der Architekt denkt also weiter und erkennt mögliche Erweiterungen der Liste, damit sich der Bauherr auch noch in 2-10 Jahren über sein Bauwerk freut und nicht in einem Jahr unglücklich ist, weil er einen für ihn wichtigen Raum nicht hat. Da sich der Architekt mit dem Bauherren auseinander setzt und sich in Menschen hineinversetzen kann, denkt er weiter, teilweise Jahrzehnte voraus, und macht Vorschläge, die den Gebäuden längere Nutzbarkeit geben.

Am konkreten Beispiel:

Ein Bauherr möchte ein Haus für sich und seine Kinder; die Familie passt hervorragend zusammen und der Familienclan möchte sich lange nicht trennen. Auch soll das Haus in Familienbesitz bleiben und niemand möchte weit weg ziehen.
Dass die Kinder irgendwann nicht mehr in der Elternwohnung leben wollen, bedenkt der Bauherr vielleicht noch und plant Einliegerwohnungen ein, dass aber irgendwann ein barrierefreier Zugang nötig wird, und daher Rampen oder gar Aufzüge notwendig werden könnten oder weitere Kinderzimmer für Enkel in Spe, hat er dann vergessen. Nach dem Hinweis vom Architekten, ist das dann aber doch in die Planung mit eingeflossen. Ein Glück, denn nach nur 9 Jahren ist es dann tatsächlich soweit, das erste Enkelchen zieht ein und alle sind froh, dass oben noch ein Kinderzimmer frei war.

Was wird vom Architekten erwartet?

Planung, Bauüberwachung, Kostenschätzung, Kostenüberwachung, Rechnungsprüfung und Schriftverkehr sind nur wenige Aspekte der Architektentätigkeit. Planen kann er ja, aber für den Rest ist er als Uni-Abgänger schlichtweg nicht vorbereitet. Was heißt das genau?
Der Diplom Ingenieur der Architektur wird mit einem Stapel Pläne auf die Baustelle gestellt und soll den Handwerkern auf die Finger schauen. Das klappt ja noch, aber dann soll er bewerten, ob die Arbeit, die diese Leute da verrichten, auch richtig ist. Das ist je nach Detailierungsgrad der Pläne relativ einfach. Bei einem 1:1 Plan, kann man kaum etwas falsch verstehen, denn da ist, wie der Name „Eins-zu-Eins“ schon sagt, wirklich alles abgebildet. Von der Dichtungsschicht bis hin zum Silikonklecks an der Fensterbank. Ist der Plan aber in 1:100 oder gar 1:200 abgebildet, dann sieht man nur schwarze Linien mit weissen Unterbrechungen, was dann Wände und Öffnungen sind. Anhand dieser abstrakten Darstellung ist es unmöglich nachzuvollziehen, wo welches Bauteil wie verbaut sein soll. – Und da soll sich dann der Herr Absolvent aus der Nase ziehen, wie das ganze funktioniert und ob das so richtig ist. Wann hat er sowas schonmal gesehen? Mit etwas Glück im Praktikum, aber das ist auch eher selten, denn Praktikanten bekommen die Bauleiteraufgaben selten zu Gesicht, immerhin ist die Bauleitung viel zu anspruchsvoll und zu fehleranfällig als dass ein Praktikant oder Werkstudent da etwas machen dürfte. 
Sobald er aber ein Zeugnis in der Hand hat, wird erwartet, dass er alles schon mehrfach gesehen hat und weiss, wie etwas verbaut wird, als wäre er ein Handwerker und hätte eine Ausbildung darin gemacht. – Und das in allen Gewerken, die es so gibt. Er ist also in der Vorstellung der Bauherren und der Gesetze ein Allroundtalent mit 200 Jahren Berufserfahrung. Oder hat es gefälligst zu sein.

Wo ist dabei das Problem?

Das Problem liegt darin, dass niemand innerhalb von einer Woche nach Erhalt des Zeugnisses, diese von einem erwarteten 200 Jahre Berufserfahrung erlangen kann und wird. Dennoch ist der Jungarchitekt dazu verpflichtet, diese Fehler und Mängel zu erkennen und anzuzeigen. Die Universitäten vermitteln viel theoretisches Wissen und die Philosophie, die hinter dem ehrenwerten Beruf des Architekten steckt, doch sie ist keine Ausbildung, in der der Auszubildende vollen Überblick in alle Gewerke erhält.
Meistens wird sogar erwartet, dass der Architekt mehr Wissen besitzt als der jeweilige Handwerker. Obwohl man meinen sollte, der Handwerker müsse wissen, welche Materialien er verbaut und wie sie chemisch miteinander reagieren, welche Hersteller mit welchen kombiniert werden können und wie man spezifische Probleme am besten löst, ist es doch immer wieder der Architekt, von dem erwartet wird, dass er dem Handwerker und dem Bauherren sagen kann, was wie wo in welcher Weise kombiniert werden kann und was wie wo und in welcher Weise funktioniert und ggf. warum es nicht funktioniert. 
Das Problem dabei: Ein Architekt ist kein Hellseher. Ein Architekt ist Planer, kein Werkstoffingenieur. Diese werden seperat ausgebildet und eindeutig besser bezahlt als jeder Architekt es jemals wird, warum also wird erwartet, dass ein Architekt das theoretische Wissen dieser hoch qualifiziert geschulten Menschen auch noch hat?

Der Lichtblick?

Absolventen des Studiengangs Architektur dürfen sich so lange nicht Architekt nennen, bis sie sich in die Architektenkammer eintragen lassen konnten. Um dies zu schaffen, muss man mindestens 2 Jahre Berufserfahrung nachweisen, alle Tätigkeitsfelder des Architekten durchlaufen und per Punktesystem eine gewisse Anzahl an Fortbildungen absolviert haben. Diese zwei Jahre geben dem Absolventen etwas Pufferzeit, um sich auf Baustellen umzusehen und ein Auge für ausgeführte Arbeiten zu entwickeln. Da er sich in den ersten zwei Jahren ohnehin nicht vollumfänglich selbstständig machen darf, ist er beschränkt haftbar und meistens irgendwie angstellt. Das Risiko liegt also nicht allein bei ihm und wenn wirklich etwas schief läuft, sollte er einen erfahrenen Chef haben, der Fehler erkennt und weiß, wie man zu handeln hat.
Doppelter Boden mit integriertem Fallnetz sozusagen.

Dass man nach der Uni erstmal ‚Nichts‘ weiss, ist nichts neues, allerdings fehlt mir im Bereich Architektur definitiv ein Trainee-Programm, das als erweiterte Ausbildung gesehen werden kann. Architektur-Absolventen werden ins eisige Wasser geworfen, was bei großen Unternehmen teils durch Mentoring-Programme abgemildert wird, in kleinen Büros aber duraus kritisch und rechtlich riskant sein kann.

Der Innenraum – Material, Konstruktion und Licht

Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.
Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg
Teil 2 – Heutige Nutzung
Teil 3 – Die Gewandung

Material und Farbe

Neben dem für Nürnberg typischen sichtbaren Sandstein wurde für die Fassaden des Hauses ebenfalls auch Putz benutzt, der in verschiedenen Tönen eingefärbt wurde. So ist die Fassade des Ost-Hauses in einem Rotton eingefärbt und das West-Haus in Grau. Der Ocker-Ton wurde für das angrenzende, den Innenhof nach Norden abschließenden Gebäuderiegel verwendet, sodass im Innenhof alle drei Farben und die Glasfassade der Treppenhaushalle zusammenkommen und ein farbenfrohes Ensemble bilden.

Für die verschiedenen Fenster wurden Holzrahmen verwendet, die dem historischen Charme des Gebäudes nahe kommen sollen und die Tradition des Fensterbaus hochhalten. Gestrichen wurden die Fenster in seidenmattem Perlenzian und bilden damit den kühlen Gegenpol zu den überwiegend warmtönig gehaltenen Fassadenflächen. Als untraditionelle Details sind die Eingangstüren nicht mehr aus Holz gearbeitet sondern nun ein- oder zweiflügelige Metallrahmentüren mit Glasscheibe und umlaufender Festverglasung2. Die Rahmen der Scheiben sind in dunklem Grau gehalten während die Scharniere, Türklinke, Griffe und Schlösser silbern glänzen. Die Tür in der Innenhoffassade wurde als zweiflügelige, automatische Schiebetür aus Glas ohne Festverglasung konzipiert.

Innenraum

Beleuchtung

Blichtung im Längsschnitt und Treppenhaus-Grundriss

Die Beleuchtung des Eckstein erfolgt über eine Unzahl verschiedenster Lampen. Allein in der Treppenhaushalle gibt es fünf Ausführungen. Die meisten Lampen sind mit Energiesparleuchtmitteln ausgestattet. Flache Lampen sind vor allem an den Decken vom Eingangsbereich, den Treppenhäusern und dem Dachgeschoss angebracht. Die gleichen Lampen wurden im obersten Geschoss der Treppenhaushalle an den Wänden zwischen den Fenstern und Türen montiert.

Die Kegellampen sowie die Leuchtstoffröhren befinden sich vor allem in den Fluren zu den Büros. Ebenfalls in den Toiletten und in den Putzkammern befinden sich die Kegelleuchten, von denen immer eine permanent brennt und die anderen über Lichtschalter oder Bewegungsmelder zugeschaltet werden. In den Küchen sowie den Meditationsbereichen, im Foyer, im Eingangsbereich und auf den Ebenen 0 und -1 befinden sich Halogenstrahler, die punktuelle Lichtakzente setzen, in der Gesamtbeleuchtung aber einen eher unterordneten Rang haben. Die Blumenwand der Treppenhaushalle bestrahlen ab 20 Uhr abends Quecksilberdampflampen.

Belichtung

Dem natürlichen Sonnenlicht wurde im Haus der Kirche eine wichtige Rolle zugeschrieben. Als Begegnungsraum galt es eine gute, freundliche, einladende, positive Athmosphäre zu schaffen. Die Belichtung erfolgt in den drei Hauptgebäuden über die zumeist zweiflügeligen Fenster in den nach Ost, Süd und West ausgerichteten Fassaden. An den Nordfassaden gibt es keine Fenster, dafür ist die mittig angeordnete Treppenhaushalle nach Norden vollständig verglast und lässt so die größtmögliche Menge an Licht vom engen Innenhof ins Eckstein. Durch den recht geringen Abstand zu den gegenüberliegenden Gebäuden ist die Belichtung von den Straßenseiten gerade an der Westseite problematisch. Die große Menge an Fenstern ermöglicht aber eine gute Lichtausbeute, da jedes Büro über mehrere Fenster verfügt. Die Fensterflächen überwiegen in der Gesamtfläche der Fassaden, sodass bis auf den inneren Sanitärkern jeder Raum über Tageslicht verfügt.

Das Glasdach belichtet die gesamte oberste Ebene und sorgt dafür, dass durch das Auge der Gallerien Tageslicht bis in die Kelleretage des Hauses fällt. Zudem sind einige Flächen des Glasdaches mechanisch zu öffnen und dienen bei gutem Wetter der natürlichen Belüftung und einem guten Raumklima.

Durch die große verglaste Treppenhaushalle verfügen auch die nach innen gerichteten Büros und Seminarräume über Tageslicht, auch wenn sie keine Fenster zu den Straßen hin haben. Außerdem wurden alle zur Halle ausgerichteten Türen in Räume ohne Fenster als Glastüren ausgeführt. In die zur Treppenhaushalle gehenden Wände sind neben den Flurtüren auch Fenster im gleichen Stil wie die der Außenfassade eingelassen.

Im Längsschnitt wird deutlich, wie das Licht schräg in die Büros fällt und wie das Licht durch das Glasdach weit bis ins Gebäudeinnere eindringt. Da die Treppen schwebend und ohne Setzstufen konstruiert sind, wirken sie leicht und durchlässig und behindern das einströmende Licht so wenig wie möglich.

Die Halle spielt bei der Belichtung des ganzen Komplexes die größte Rolle und dient sogesehen als einziges großes Fenster mit darin schwebenden Ebenen, die dem Lichteinfall so wenig wie möglich im Weg stehen sollen. Ziel war es, einen großen, lichtdurchfluteten und möglichst schattenfreien Raum zu schaffen. Die einzigen unbelichteten Bereiche sind die Räume für die Technik und die Sanitäreinrichtung der Gastronomie, die sich im Keller des Hauses befinden und keinen großen Publikumsverkehr aufweisen und auch keine Auflagen für Arbeitsbedingungen erfüllen müssen. Der Querschnitt zeigt den Lichteinfall von den Straßenseiten und die indirekte Belichtung der innenliegenden Räume über die Treppenhaushalle (mitte).

Material im Innenraum

Im EG sowie im UG wurden für die massiven Treppen für Setz- und Trittstufen ein Belag von 3cm dicken, schwarzen Granit verwendet. Für die Fußböden in den Durchgangs- und Bewegungszonen wurden insgesamt rund 750m2 unglasierte, schwarze Fliesen im Maß von 1515cm verlegt. Verteilt in den Seminar- und Gruppenräumen wurden 170m2 6mm starkes Korkparkett verlegt. Für das Parkett wurde naturharzgebundener, unbehandelter, geschliffener Naturhartpresskork in Plattenmaßen von 3030cm verwendet, das eine gewissen Grundfußwärme sichert, worauf gerade in den Bereichen des Meditationsraumes sowie in den Räumen für die Kindergruppen großer Wert gelegt wurde. In den anderen Räumen wurde als Bodenbelag Stabparkett eingesetzt. Aufgrund der hohen Belastung, die ein Boden durch Stuhlrollen erfährt, wurde für die BüroraÅNume strapazierfähiges Linoleum gewählt.

Gallerie in der Treppenhaushalle, Lichtsituation | Fensterfassade von Innen

In den WC-Räumen wurden schlichte, weiße 15*15cm Wandfliesen auf Dünnbettmörtel angebracht, die leicht zu säubern sind und die innenliegenden kleinen Räumlichkeiten nicht verdunkeln.

Die innenliegenden Fensterbänke sind aus Betonwerksteinen gefertigt. Sichtbarer Beton findet sich auch an den Untersichten der Gallierien in der Treppenhaushalle. Die Abdrücke der Schalung wurden sichtbar gelassen und der Beton weiß gestrichen. Die Schalungsstruktur ist aber nur im Bereich der Treppenhaushalle zu finden, in den Fluren und den anderen Treppenhäusern ist die Decke glatt gearbeitet und ebenfalls weiß gestrichen bzw mit einer Akkustikdecke abgehängt. Die frei schwebenden Treppen sowie die Handläufe an Treppe und Gallerie wurden aus hellem Buchenholz gefertigt und bilden einen farblichen und warmen Kontrast zu den schwarzen Böden, der rohen Decke und dem kühlen Metall der Nordfassade.

Möblierung und Ausstattung

Möblierung des Begegnungsraumes

Die mit Beamer und Bestuhlung ausgestatteten Seminarsäle und -räume wurden mit einer Akkustikdecke versehen. Die Bestuhlung ist schlicht, robust und stapelbar ausgewählt, die Teeküchen im ganzen Haus wurden als Theken ausgeführt, sodass sie offen sind und dem Konzeptpunkt der Kommunikation entsprechen. Sie laden zum Aufenthalt ein, sind im gleichen Holz gebaut wie die Bürotüren und klein und übersichtlich gehalten. Sie verfügen über Mikrowellen, Herde, KühlschraÅNnke und Spülmaschinen und wurden von den Mitarbeitern zusätzlich mit Kaffeemaschinen und Wasserkochern ausgerüstet, sodass eine Mittagspause im Büroalltag sowie auch Verköstigung bei Veranstaltungen kein Problem darstellen. Die in der Treppenhaushalle strategisch verteilten Sitzgruppen sind ebenso schlicht und zweckmäßig ausgewählt. Die Stühle haben Metallrahmen und farbige, dünne Polster. Die Rückenlehne besteht aus gelochtem Buchenholz und nehmen damit die Farbigkeit der Treppengeländer und der Treppenstufen auf.

Es gibt Ausführungen mit und ohne Armlehnen, die wiederum aus Buche bestehen und gebogenen Varianten des Treppen- Handlaufs entsprechen.

Konstruktion

Die Bestandshäuser1 wurden nach dem Krieg kostengünstig und zeiteffektiv aus Stahlbeton in die Höhe gezogen2. Da es im Herzen der Altstadt liegt war die Druckerei Tümmels gezwungen sich dem Aussehen4 des Vorkriegszustandes anzunähern.

Ein Bau aus Nürnberger Sandstein kam allerdings nicht in Frage, sodass die Gebäude Stahlbetonmassivbauten sowie Stahlbetonskelettbauten sind. Der Neu-Anbau des Treppenhauses ist eine Konstruktion aus Stahlbeton, Stahl und Glas. Die Gallerie-Ebenen sind aus Stahlbeton gefertigt und wurden in den Bestandshäusern verankert. Das Dach sowie die Fassade sind eine Stahl-Glaskonstruktion, die keine tragenden Wirkungen hat.

Habt ihr schon mal ein Gebäude so unter die Lupe gekommen?

Das Fernweh des Architekten.

Das Fernweh des Architekten - Artikel

Wer lernen will, muss reisen.

Architekten und Städtebauer sind nicht die einzigen, die das Reisen lieben, doch gerade diese beiden Berufe können kaum anders lernen. Man lernt am besten mit allen Sinnen. Architekten und Städtebauer beschäftigen sich mit Gebäuden, Plätzen, ganzen Städten. Ihre Passion sind urbane Strukturen und die wollen sie verstehen, damit das Wissen der früheren Generationen rekonstruiert und angewandt werden kann.

Reisen zum Studieren

Warum wirken manche Plätze einladend und heimelig während andere offen und abweisend erscheinen? Ist nicht unser aller Anliegen, offene und weitläufige Plätze in Städten zu haben um urbanes Leben zu pflegen? Nein, ganz so einfach ist es nicht. Es gibt viele Parameter, warum ein Platz wirkt und funktioniert. Dabei reicht es nicht, von Plätzen und ihrer wunderbaren oder schrecklichen Ausstrahlung zu lesen und darüber zu diskutieren. Als Diskussionsgrundlage dient einzig die eigene Erfahrung und das eigene Empfinden.
Das gleiche gilt für Gebäude. Es reicht nicht, über Sinn und Unsinn von Grundrissen und Raumfolgen zu diskutieren, wenn man das Ambiente nicht erlebt hat. Gebäude können durchaus unwirtschaftlich geplant worden sein und erfüllen dennoch jeden gewollten Zweck, wenn sie nur die richtige Stimmung im Besucher hervorrufen.
Ob es repräsentierende Treppenkonstruktionen sind oder gemütliche private Galerien, es kommt auf die verwendeten Materialien an, auf das natürliche Licht, die künstliche Lichtführung, auf Haptik, Geruch und Schallentwicklung.
So viele Aspekte können nur durch das Begehen und Erleben dieser urbanen oder architektonischen Räume erkannt und verwertet werden.

Der Architekt als Tourist

Als Architekt regt man sich gern über die Touristen auf, die knipsend durch die Städte eilen und an den interessantesten Gebäuden achtlos vorbei rennen. Er ist auch ein Tourist in einer fremden Stadt, aber er geht mit einem völlig anderen Blick hindurch, obwohl er die gleichen Empfindungen hat, wie der ‚gemeine Tourist‘. Eine Reise ist für einen Architekten weniger Erholung, sondern viel mehr eine Schulung.

Rom Siedlung Garbatella

Während andere sich in Cafés amüsieren und der fremden Sprache lauschen, analysiert das Architektenhirn, ob dieser Ort nicht besser hätte konzeptioniert werden können. Regionale Eigenheiten werden erkannt, analysiert und innerlich ausgewertet. Gegenden und Plätze werden miteinander verglichen und Fotos haben einen dokumentarischen Stellenwert.
Während der Otto-Normal-Tourist seine liebsten vor die Linse bekommen will, ist der Architekt froh, wenn möglichst keine Menschen das Bild der ruhenden Stadt stören.

Abseits vom Tourismus

Da Touristenströme immer im Weg rum stehen, flieht der Architekt in abgelegene Gassen!
Nein, natürlich nicht. Aber den Touristen der hürdenhaft auftretenden Spezies „Architekt“ interessieren beispielsweise auch Wohnsiedlungen, die geplanter Maßen entstanden sind. Sie üben die gleiche Faszination wie Plätze aus. Sie funktionieren oder funktionieren nicht. Das Ergründen dieser Qualitäten liegt dem Architekten so im Blut, dass er sich selbst ein Bild davon machen will, und dafür teilweise sogar weit fährt.

Rom Siedlung Garbatella

So machen sich Architekten nicht selten auf in heruntergekommene Gegenden, in denen der Putz nur noch durch die Wäscheleinen an der Wand gehalten wird und die Fensterläden schon längst als improvisierte Tischplatten missbraucht wurden. Wo die Mauersteine nur noch aus reiner Gewohnheit das Dach in die Höhe halten und der Müll durch die Gassen weht, packt den Architekten Wehmut und er will herausfinden, warum die Siedlung nicht mehr so genutzt wird, wie sie einmal sollte. Oft erkennt er noch die erdachten Raumqualitäten, aber Zeit und der Unwille, Gebäude und Straßenzüge zu pflegen, haben auch den besten Entwurfsgedanken verkommen lassen. – Und dann entbrennt in ihm der Wunsch, es später einmal besser zu machen, denn er weiß ja nun, worauf es ankommt. Und wenn nicht, wird er sich noch weitere Tage lang den Kopf zerbrechen, bis er die räumlichen Strukturen mit seinem Geist durchdrungen.

Die Finanzierung der Studienreisen

Während manche Studenten reiche Eltern haben und einfach hin reisen können, wohin sie wollen, ist der Durchschnittsstudent und -architekt gar nicht gut genug betucht, um alles genau so zu machen, wie er gern würde.
Eine Methode, dennoch viel zu reisen ist folgende:
Ab und an gibt es Last-Minute-Angebote von Fluglinien, denn ein günstig verkauftes Ticket ist besser als ein leerer Sitz. Wenn man also spontan ist, kann man zum Flughafen gehen und den erstbesten Flug nehmen. Er wird schon in eine interessante Stadt führen, denn jedes Fleckchen Erde hat irgendetwas an sich, das den Planer interessiert. Man muss nur offen dafür sein. Sogar ‚langweilige‘ Reisen sind Reisen, während denen man etwas lernen kann, denn dann kann analysiert werden, warum diese Orte so wenig ansprechend sind. – Und es dann später besser machen.
Eine weitere Methode ist „Blind Booking“. Man hat einen Preis und sucht sich einen Abflughafen sowie ein Abflugdatum raus. Ein paar Tage später erfährt man dann, wohin die Reise geht. Diese Angebote sind aber schnell ausgebucht und meist begrenzt, man sollte sich also sputen.
Meine erste Blind-Booking Erfahrung wird mich nächstes Jahr nach Riga in Lettland führen. Um auch das Meiste aus dem Trip heraus zu holen, sollte man möglichst bald mit den Recherchen anfangen. Je mehr man über den Ort weiß, den man bereist, desto mehr Interessantes fällt einem auf und desto mehr Nutzen kann man aus der Reise ziehen.

Das immerwährende Fernweh

Städte, die ich bereist habe.

Hier eine kleine Auflistung von Städten, die ich bereist habe oder in denen ich sogar gelebt habe. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig und in manche Städte sollte man durchaus auch öfter mal fahren. Die Erinnerungen verblassen langsam und durch neue Erfahrungen lassen sich neue Eindrücke sammeln.

Bewohnt:

  • Berlin (geboren und aufgewachsen)
  • Nürnberg (2007-2008)

Bereist:

Deutschland:

  • Rothenburg ob der Tauber
  • Mannheim
  • Frankfurt am Main
  • Leipzig
  • Hamburg

Ausland:

  • Venedig (Italien, 2004)
  • Amsterdam (Niederlande, 2007)
  • Prag (Tschechien, 2009)
  • Paris (Frankreich, 2010)
  • Zürich (Schweiz, 2011, …)
  • London (UK, 2011, 2012,…)
  • Karnity (Polen, 2011)
  • Kaliningrad (Kaliningrad, 2011)
  • Kopenhagen (Dänemark, 2011)
  • Rom (Italien, 2012)
  • Santander (Spanien, 2012)
  • Bern (Schweiz, 2013, …)

Orte, die ich noch bereisen möchte oder werde.

Wünsche:

  • Seoul & Busan (Südkorea)
  • St. Petersburg (Russland)

Pläne:

Deutschland:
  • Köln
  • Bonn
  • Görlitz
Ausland:
  • Riga (Lettland, Anfang 2015)

 


Dieser Beitrag ist ein Teil der Fernweh-Blogparade.

 

Die Gewandung

2014-11-07 Eckstein
Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.

Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg
Teil 2 – Heutige Nutzung
Teil 3 – Die Gewandung 

Madonna

Fassadengestaltung der Burgstraße

Madonna

Nach dem Vorbild der reich geschmückten Nürnberger Kirchen mit ihren auf Konsolen unter Baldachinen gestellten Figuren wurden in Nürnberg an vielen Gebäuden die Hausheiligen aufgestellt. Diese befinden sich überwiegend an den Hausecken in Höhe des ersten Obergeschosses und blicken vorwiegend wachend auf die Straße hinab. Gerade als mit der Zeit die Frömmigkeit der Bürger nachließ und einige Statuen von den Kirchen verschwanden wurden die Hausheiligen immer wichtiger für die Gläubigen, wenn sich ein solcher fürs eigene Haus geleistet werden konnte. Die Eckstatuen an den Häusern dienten als Statussymbole der Hauseigentümer und natürlich als Bekenntnis der Frömmigkeit der Bewohner, genau wie die Chörlein.

Eine Notiz vom 10.11.1952 über die Madonnenstatue besagt:

Fassadenansicht Halbwachsengässchen

Herr Dr. Nagel gibt bekannt, dass die Originalfigur vom Anwesen Burgstr. 1 vom Hausbesitzer im Jahr 1886 an das Germ. Museum verkauft wurde. Die Reste vom Sockel und Baldachin sind damals auch weggekommen. Die Figur hatte damals schon weder Arme noch Flügel. Für die Nachbildung (im Fembohaus[ Haus an der Burgstraße aufwärts Richtung Burg, welches in die Straße hineinragt. Benannt nach einem der späteren Besitzer mit Nachnamen Fembo, inzwischen als Museumshaus bekannt.) soll nun auch Sockel und Baldachin neu hergestellt werden.“

Chörlein

Als Chörlein werden die Auskragungen im ersten Obergeschoss eines Hauses bezeichnet. Chörlein sind typisch für das Nürnberger Stadtbild. Früher hieß der Chor auch Ausladung, Erkerlein oder Studitorium. In anderen Städten werden diese Anbauten Erker genannt, in Nürnberg ist der Begriff „Chor“ allerdings seit 1598 schriftlich belegt.

Es gibt verschiedene Ausführungen dieser Anbauten. Manche sind aus Holz und wirken wie ans Haus angeklebte Schränke oder schlichten Kästen, andere sind aus Stein und durch ihre detaillierte und filligrane Ornamentierung der prächtigste Bestandteil eines städtischen Hauses. Viele dieser Chörlein weisen einen Bogengiebel vor.

Südfassade

Südchörlein

Chörlein an Nachbarhaus in der Burgstraße

Sitz des Chörleins in der Fassade

 

Der Name Chor rührt daher, dass in den Auskragungen für die Familien kleine Andachten gehalten wurden. Da die meisten Nürnberger Chörlein keinen sakralen Ursprung mehr hatten sondern reine Zierbauten waren, wurden sie ganz normal in den Familienalltag integriert und dafür benutzt um zu sehen, wer an der Tür steht oder was auf der Strasse passiert.

Über 450 Chörlein schmückten vor dem zweiten Weltkrieg die Fassaden der Stadt, durch die Bombenangriffe wurden 350 von ihnen zerstört. Dank der Nürnberger Altstadtfreunde e.V. zählt Nürnberg wieder 17 restaurierte oder neu aufgehängte Chörlein mehr. Am großen Sandsteinchor an der Südfassade sind Reliefs und Inschriften plaziert. Im mittleren Brüstungsabschnitt befindet sich ein Relief mit drei Männern die dem Druckereihandwerk nachgehen und das ganz offensichtlich auf den Wiederaufbau durch Tümmel zurückzuführen ist. Darunter befindet sich die Inschriff „Gott gruess die Kunst“. Das untere Brüstungsrelief ziert ein in Ornamente gebettetes Medallion in dem die Justizia mit Schwert, Augenbinde und Waage abgebildet ist. Der Chor des Eckstein sitzt ausserhalb der Symmetrie der Fassade am Ende des ersten Wanddrittels1. Er beginnt traditionell über dem ersten Geschoss, erstreckt sich dann allerdings über erstes und zweites Obergeschoss.

Fassadenanalyse

Das Haus der Kirche zeigt sich als 6-geschossiger Bau mit 7 Strassenfassaden und einer Hoffassade. Die Südseite als Hauptfassade präsentiert sich mit vier Fensterreihen und einer Gaubenreihe. Der Spitzboden ist von Süden nicht belichtet. Es gibt drei horizontale Bereiche. Der unterste bildet das Sockelgeschoss mit großen Fenstern und einem eigenen Raster. Darüber erstreckt sich ein mittlerer Teil mit einem homogenen Fensterraster und darüber wiederum das Gaubengeschoss. Als verbindendes Element findet sich das Format des Fensters auch im Sockelgeschoss wieder, da die Höhe der oberen Fenster als Ausgangspunkt dient und die Festverglasung als Rahmen um das Format herum gelegt wurde.

Ostfassade Teil 3

Ostfassade Teil 1 und 2

Südfassade

Die Westfassade teilt sich in 4 Fassadenbereiche. Die beiden mittleren sind traufständig, wie es die Nürnberger Bauvorschriften vorsehen, die südliche ist Giebelständig und die nördlichste besteht aus einem gläsernen, schwebenden Rechteck. Die Giebelfassade ist symmetrisch aufgebaut und horizontal wieder in drei Bereiche gegliedert. Das Sockelgeschoss mit den großen Glasflächen besitzt die Eingänge. Die Fenster sind symmetrisch und gleichmäßig gerastert. Im Giebeldreieck finden sich dann zwei weitere Fensterformate. In der zweiten Fassade findet sich ein einheitlicheres Raster. Die zwei Fenster rechts und links messen zwei mal die Breite der Zwischenräume. Der mittlere Zwischenraum hat die Breite eines Fensters. Die Tür sitzt genau unter der linken Fensterachse und misst die Breite von zwei Fenstern und einem Zwischenraum. Die Erdgeschossfenster haben das gleiche Format der anderen Fenster, sind allerdings ohne Zwischenraum nebeneinander gesetzt.

Die dritte Ostfassade ist auch in Sockelgeschoss, Obergeschosse und Dachbereich aufgeteilt und weist ein neues Fensterformat auf, das sich wieder zu einem Raster zusammensetzen lässt. Die Formate lassen sich auseinander ableiten. Wenn das unterste südlichste Fenster der Maßstab (a) ist, dann ergeben sich daraus die anderen Fenster mit exakt 1,4a. Die Breite der Hauptfenster entspricht genau dem Doppelten der kleineren Seitenfenster (c). Bis auf den Sprung zwischen EG und den oberen Geschossen gibt es in der Brüstungshöhe keine Abweichungen vom Maß (d). Das langgezogene Erdgeschossfenster hat genau die halbe Höhe des Fenstermaßes (a).

Durchgang Eckstein / Ellembogengässchen / Ostfassade

Innenhoffassade

Die nördlichste Fassade, die den Durchgang zum Ellenbogengässchen bildet, hat ein klares Raster aus 4 Elementen, einem oberen Abschluss und ist symmetrisch aufgebaut. Die Spaltenbreite (a) bildet ein wiederkehrendes Modul in der horizontalen Aufteilung der Fassade, indem sie -als Quadrat- den Geschosswechsel in der Fassade anzeigt. Jeweils darüber beschreibt ein zweites Maß (b) die Höhe der Brüstung und dazwischen das dritte Maß (c) die Höhe der Fenster. Der oberste Bereich (e) ist nicht verglast und bildet den oberen Abschluss des gläsernen Riegels indem er das Dach bildet.

Der Innenhoffassade wurde in der Rasterung ebenfalls eine Symmetrie zugrunde gelegt, der sich allerdings links noch ein kleiner Teil anfügt, der die Verbindung zum Ostflügel bildet. Vertikal ist die Fassade in den vorspringenden unteren Abschnitt (g) und den zurückgesetzten oberen Abschnitt (h) geteilt. Außerhalb der Symmetrie befindet sich die Eingangstür fast mittig in der rechten Fassadenseite.

 

Der untere Abschnitt teilt sich horizontal in zwei gleich dimensionierte Flächen, der obere Abschnitt mit dem Giebel weist verschiedene Größen auf. Oben und unten sind die Glasflächen in ihrer maximalen Höhe gleich, der mittlere Fensterstreifen ist etwas schmaler. Zwischen oberem und mittlerem Streifen gibt es eine Trennung aus gleichgroßen kleineren Glasflächen. Der Streifen direkt über dem vorspringenden Teil fällt schmaler aus. Die Westfassade teilt sich in zwei Bereiche, die jeweils in Sockelgeschoss, Obergeschosse und Dach einteilen lassen. Der Linke weist ein Fensterraster auf, das sich aus dem Element des Fensters bilden lässt. Ist das Fenster mit Flügeln und Festverglasung Element 1, ist die Brüstung genau 3/4 des Fensters hoch und die Breite des Mauerpfeilers zwischen den Fenstern misst genau 1/4 davon. Die rechte Fassade ist symmetrisch gespiegelt, wobei die Fenster die gleiche Größe wie die der linken Seite haben. Die Festverglasung wurde allerdings weggelassen. Der horizontale Abstand zwischen den Fenstern misst hier 1 1/4 der Breite. Die Position der EG-Öffnungen resultiert aus den Achsen der OG-Fenster. In der Mitte befindet sich die Tür mit einseitiger Festverglasung, die großen Fenster sind ähnlich denen der Südfassade. An der abgeschrägten rechten Fassadenecke hängt ein nach unten spitz zulaufender Körper aus mehreren horizontalen Scheiben und Hohlkehlen am unteren Abschluss der Obergeschosse.

Weitere Details

Holzfenster in Westfassade

Detail_Aussenlampe

Detail Erker

Die Hauslampe an der Westwand des Eckstein wurde in Anlehnung an die historischen Straßenlampen in Nürnberg gefertigt. Ähnliche Ausführungen finden sich an den umliegenden alten und restaurierten Häusern der Nürnberger Altstadt und tragen zu einem einheitlichen Erscheinungsbild von Strassenzügen bei, auch wenn die einzelnen Exemplare oft Abweichungen haben und es dadurch zunächst scheint, als gäbe es kein zweites Exemplar dieser einen Lampe. Im Falle des Eckstein allerdings findet sich der Zwilling nicht weit entfernt an einem Haus im Halbwachsengässchen.

Ein Stein mit der Jahreszahl 1953 wurde in die Ostfassade nahe der Madonna in Höhe des Straßenschildes in die Wand eingelassen. 1953 ist das Jahr des Wiederaufbaues nach dem Krieg, als mithilfe des Architekten Huthöfer aus den wenigen erhaltenen Mauern wieder die Buchdruckerei Tümmels entstand. Am großen Sandsteinchor an der Südfassade sind Reliefs und Inschriften plaziert. Im mittleren Brüstungsabschnitt befindet sich ein Relief mit drei Männern die dem Druckereihandwerk nachgehen und das ganz offensichtlich auf den Wiederaufbau durch Tümmel zurückzuführen ist. Darunter befindet sich die Inschriff „Gott gruess die Kunst“. Das untere Brüstungsrelief ziert ein in Ornamente gebettetes Medallion in dem die Justizia mit Schwert, Augenbinde und Waage abgebildet ist.

Duzen im Internet?

Wir hier unter Studenten, angehenden Studenten und frischen Absolventen sind doch alle jung oder zumindest jung-geblieben. Jung ist relativ und wer über Studium und Arbeit nachdenkt ist doch inzwischen ein stückweit erwachsen, egal ob nun auf dem Papier oder nur im Kopf. Gleichzeitig ist der stets wissenshungrige online lesende Student im Kopf (und manchmal auch auf dem Papier) auch jung. Also wird hier geduzt. Wir sind ja eine Familie. Praktizierende, angehende oder abtrünnige Raumzeichner-Tierchen und deren Freunde.

Ist das denn okay?

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Wolke 7 für digitale Handwerks-Nomaden

Handwerkerhimmel

Handwerker scheinen für gewöhnlich altmodisch, altbacken, wenn nicht sogar unmodern. Das liegt daran, dass einige ihre Rechnungen noch per Hand schreiben oder, wenn sie den PC dafür benutzen, teilweise Excel-Tabellen nur dafür missbrauchen, um ein Raster unter die Zahlen zu bekommen, was ihnen in Word zu kompliziert erscheint.

Tabellenformeln, mit denen Excel glänzt und mit denen man schier alles denkbare ausrechnen kann, sind manchen so fremd, als seien sie auf Chinesisch in phonetischem Kyrillisch geschrieben. Read more

Schreib-Challenge – Blog Ahead

BlogAhead

Der verrückte Plan einiger Schreiberlinge im deutschsprachigen World Wide Web besteht darin, in 30 Tagen 30 Artikel zu schreiben und diese aufzuheben. Diese 30 Tage beginnen mit dem 01. November 2014 und diese verrückten Schreiberlinge schließen sich ganz nerdig in einer FacebookGruppe zusammen.

Ein Artikel pro Tag, scheint beinahe machbar. Aber nur beinahe, denn ich persönlich schaffe mit Recherche, Vor- und Nacharbeit, selten einen ganzen Artikel pro Tag. Dennoch gibt es einige Themen, die in Schriftform gebracht werden wollen und dafür wird (abzüglich Wochenenden und Wochenseminaren in ganz-weit-weg) der November genutzt. 

Generell ist der November offenbar der Schreib-Monat, denn im November gibt es auch noch den NaNoWriMo, dessen Ziel es ist, innerhalb eines Monats einen Roman fertig zu stellen, indem man täglich 1500 Wörter verfasst.
Dann gibt es noch die Aktion von HerdingCats, die das gleiche Ziel hat, wie diese hier weiter oben beschriebene Aktion. Nur auf Englisch und weltweit.

Ich bin zwar kein Fan von Planungs-Beiträgen, da ich mich ja gut genug kenne und weiß, dass es nicht immer klappt, an einem Tag einen Beitrag zu schreiben, aber als Ankündigung für eventuell entstehende Stille hier, dient er dennoch.

Und keine Bange, es wird später keinen Roman über rosa Elfen auf silbernen Einhörnern geben, sondern raumzeichnerisch relevante oder verknüpfte Artikel.

Interview mit mir selbst

Liebster Award Interview mit mir selbst

Da ich einer Rücknominierung für den Liebster-Award aus reiner Neugier nach meinen eigenen Antworten auf meine Interviewfragen entgehen möchte, gibt es wie angekündigt hier das Interview meiner Selbst mit meiner verträumten zweiten Persönlichkeit.

Interview mit mir selbst

1. Was fällt dir spontan zu Beton ein?

Beton ist in erster Linie ein schneller und flexibler Baustoff, der sich den verschiedendsten Anforderungen anpassen kann. Als zweites ist er als Sichtbeton ein Gestaltungselement, das mir persönlich nur gefällt, wenn es sehr sauber gearbeitet und mit klaren, hellen Materialien kombiniert wird. Generell finde ich Materialien wie Stein oder Holz allerdings haptisch und optisch sympathischer, für ausgefeilte und anspruchsvolle Konstruktionen sind allerdings Verbundstoffe und Beton durchaus geeignet.

2. War zuerst das Themenkonzept in deinem Kopf, oder der Wunsch einen Blog zu starten?

Das Bloggen an sich stand als reiner Tagebuchgedanke mit Brief-Ersatz eines Teenagers zuerst im Raum, allerdings gab es die Seite Raumzeichner schon lange bevor aus ihr ein Medium für Meinungen wurde. Hier war es also die Idee der Thematik, die nach langem Ringen mit mir selbst damals den Blog/das Magazin zum Portfolio hinzufügte.

3. Was ist besser, großes oder kleines Haus?

Klare Antwort: darauf weiss ich keine Antwort, denn beides hat seine Reize.
Das kleine Haus muss gut durchdacht sein, wirkt eher bescheiden obwohl es das gar nicht sein muss und kann dennoch das Beste Heim der Welt sein. Andererseits ist ein großes Haus auch nicht immer reiner Ausdruck von schierer Pompösität sondern kann auch einfach elegant und heimelig sein. – Je nach Anzahl der Bewohner tendiere ich dann aber doch eher zu großen Häusern.

4. Würdest du dein Haus lieber im Bestand oder im Neubau haben wollen?

Wenn ein Bestandshaus viele Möglichkeiten zur Verwirklichung meiner Wohnträume hergibt, dann würde ich lieber ein bestehendes Haus aufpeppeln und jeden Tag seine Geschichte einatmen als ein neues Gebäude auf eine grüne Wiese zu planen. Am liebsten wäre mir da ein großes freistehendes Bestandsgebäude im urbanen Umfeld, beispielsweise in Berlin. Dort gibt es sehr schöne Flecken mit wunderschönen alten Häusern, die viel Raum bieten, stilvoll und mit Platz zu leben.

5. Ab wann kann man ein Projekt nicht mehr alleine realisieren?

Wenn es die eigenen Kompetenzen oder Stärken überschreitet. Generell bedeutet es in der Architektur; immer. Niemand plant und baut sein Haus komplett allein, außer er baut sich eine Blockhütte, deren Bauholz er selbst schlägt. Das Anfertigen von Baustoffen, das Ausführen der Arbeiten und die Prüfung der Statik sind allein schon drei gewaltige Gründe, die dafür sprechen, ein Projekt in einem Team von Bauleuten zu bewältigen.

6. Was bedeutet Architektur für dich?

Der architektonische Gedanke besteht darin, etwas Gutes zu entwickeln, etwas, das die Menschen anspricht und sie innerlich berührt. Blickbeziehungen, hochwertige Materialien oder ungewöhnliche Grundrisse allein reichen nicht aus. Es geht um das Zusammenspiel von allen Aspekten, die die Gefühlswelt der Betrachter ansprechen. Architektur ist er- und gelebter Raum. Sie wird erst in vollem Umfang bewusst, wenn man sie durchwandert und somit den Raum erlebt. Das innere Bedürfnis eines Architekten ist, ein gebautes Erlebnis zu schaffen, das die Menschen berührt. Es muss das Gefühl von „Gut“ hervorrufen, damit ein Architekt zufrieden mit seinem Werk ist.

7. Welche Zeitschriften liest du?

Nicht strikt jede Ausgabe aber in unregelmäßigen Wiederholungen lese ich den Spiegel, Competitiononline, die Bauwelt, die Detail, BrandEins und Neon.

8. Wuchst du in einer Wohnung oder in einem Haus auf?

Die ersten paar Jahre, an die ich mich nicht erinnern kann, krabbelte ich durch eine Wohnung. Dann zogen meine Eltern in ein Haus und nahmen mich mit. Dort lebte ich dann, bis ich nach Nürnberg verschwand und in meine erste (zweier-) und zweite (dreier-) Wohngemeinschaft (WG) zog. Von dort aus zog ich nach Kaiserslautern, lebte auch dort wieder in einer (sechser-)WG, dann kurzzeitig wieder nach Nürnberg in meine alte zweite WG, dann wieder nach Kaiserslautern. Von Kaiserslautern dann nach Berlin zurück in eine (zweier-)WG, dann wieder in eine (zweier-)WG in Kaiserslautern und letztendlich in eine andere (fünfer-)WG in Kaiserslautern, in der ich jetzt seit einem guten halben Jahr schaue, was das Arbeitsleben mir so bietet und wohin es mich als nächstes treiben wird.

9. Liebst du das Land- oder das Stadtleben mehr?

Ich bin definitiv ein Großstadt-Gewächs, was ich daran merke, dass ich zwar gerade in einer Stadt wohne, diese mir aber trotz des Vorteils der kurzen Wege viel zu klein ist und mir da doch schon die Decke auf den Kopf fällt, was ich hier und da durch Heimatbesuche zu kompensieren versuche.

10. Welches ist dein Lieblingsplatz oder deine Lieblingsstadt?

Der Gewohnheit wegen ist mein Herz an die heimatlichen Gefilde von Berlin gebunden, allerdings hat mir auch London so gut gefallen, dass ich zusammengenommen auch dort schon mehrere Monate verbracht habe und somit die einzige Stadt im Ausland ist, die ich bisher mehr als einmal besucht habe.

11. Willst du weiterhin an deinem jetzigen Wohnort bleiben?

Definitiv: nein. Vielleicht noch 1,5 Jahre, aber das ist meine oberste Schmerzgrenze. Spätestens dann will ich meine drölftausend Sachen packen und wieder aus dieser Gegend hier verschwinden. Meine Heimat hat mich schon zu lange nicht mehr dauerhaft bei sich gehabt. Und auch wenn ich nicht zurück in die Heimat gehe, dann brauche ich definitiv nach 8 Jahren einen Tapetenwechsel.

Habt ihr eure eigenen Liebster-Fragen eigentlich auch mal beantwortet oder sie nur den anderen gestellt?

*dieser Beitrag enthält Affiliate-Links

Was ein lateinisches Kreuz mit einem kleinen Haus in Rom zu tun hat.

Il Gesu Giacomo Vignola

Wie lange baut man an einer kleinen, römischen Kirche und wie verbindet man einen Langbau mit einem Zentralbau? Was hat ein lateinisches Kreuz mit einem Haus zu tun und wie verändert sich ein Stil in der Architektur? – Hier und da werden ab und an kleine und große Bauwerke von Interesse hier vorgestellt. Heute, Il Gesù in Rom.

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Mängel ohne Ende – Rezension

Ansorge Mängel ohne Ende

Dieter Ansorge bietet in seinem Buch einen tagebuchähnlichen Bericht über die Entstehung einer Doppelhaushälfte, bei der es „Mängel ohne Ende“ gab. Neben ausführlichen Beschreibungen der aufgetretenen Fehler beschreibt Ansorge, wie mit den Fehlern umgegangen und wie sie behoben wurden. Dabei gibt er einen ungefähren Einblick in die Kostenentwicklung der Mängelbeseitigung und gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, wie diese Fehler hätten vermieden werden können. Inhaltlich deckt das Buch die Themen Rechtsgrundlagen, Planung, Bauüberwachung, Ausführung und Ablauf ab. Die jeweiligen Themen sind unterteilt und erläutern grob die einzelnen wichtigen Punkte wie ‚Entwässerungssatzung‘ oder ‚Tragwerksplanung‘. Das Kapitel ‚Bauausführung und Bauablauf‘ nimmt den größten Teil ein und hangelt sich chronologisch nach der Bauabfolge durch die Errichtung des Gebäudes.

Dieter Ansorge, Mängel ohne Ende

Allerdings ist das Buch eher umgangssprachlich verfasst, was den Eindruck eines zusammengefassten Blogs erweckt. Die Chronologie der auftretenden Mängel sowie die Spekulation über den zukünftigen Umgang damit, lässt vermuten, dass das Buch im Verlauf des Baus entstanden ist und später nicht in großem Umfang textlich überarbeitet wurde.
Auf den ersten Anschein wird der Eindruck vermittelt, in Ansorges Buch würde an Planern und Handwerkern aus reinem Prinzip kein gutes Haar gelassen, doch dieser Eindruck revidiert sich, wenn man Ansorges Werdegang und seine Berufswahl als Bauingenieur und Architekt betrachtet. Viele Abbildungen machen es dem Laien leicht, den angesprochenen Problematiken folgen zu können, dennoch fehlt eine professionelle Sachlichkeit und in manchen Punkten auch eine tiefere Beleuchtung wichtiger Punkte. Einige Formatierungsfehler im Textbereich (z.B. werden bei zwei hintereinander folgenden Stichpunktlisten die zweiten Überschriften als Stichpunkt in der ersten aufgeführt) erschweren das flüssige Lesen. Zusammenfassende Bemerkungen neben dem Text geben dem Fließtext eine gute Überschaubarkeit und helfen beim Wiederfinden bestimmter Themen.

Das Buch ist geeignet für Bauherren, Bauträger, Architekten und Planer, die sich anhand einer Beispielbaustelle einen Überblick über zu erwartende oder mögliche Baumängel verschaffen wollen.

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Dieses Buch führt dem Leser brutal und deutlich vor Augen, welche Tücken im Bau eines vermeintlich einfachen Standardgebäudes stecken. Es klärt über die Pflichten der einzelnen Gewerke auf und offenbart die Unzulänglichkeiten in der Bauausführung.[/su_note]

Titel: Mängel ohne Ende – Doppelhaushälfte B
Ausgabe: 2., überarbeitete Auflage
Autor: Dieter Ansorge
Broschiert: 135 Seiten
Verlag: Fraunhofer IRB Verlag; Auflage: 2., überarb. Aufl. (5. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3816792219
ISBN-13: 978-3816792215
Preis: 24,90€ auf Amazon

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Fraunhofer IRB Verlag zur Verfügung gestellt.

Heutige Nutzung des Hauses Eckstein

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.
Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg[/su_note]
 
Heute wird ein Teil des Gebäudekomplexes des Hauses Eckstein vom Café „Zeitlos“ für seine Räumlichkeiten genutzt.
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Dieses befindet sich im südlichen Bereich des Hauses im Erdgeschoss. Das eigentliche Hausder Kirche, zu finden unter dem Namen „Eckstein“, erstreckt sich mit seinen Sälen, Büros sowie Groß- und Gruppenräumen über den restlichen Gebäudekomplex. Auf den ersten Blick wirkt das Haus von Innen kahl, kühl und ungastlich. Die Einrichtung ist funktional schlicht gehalten, denn der Publikumsverkehr macht es notwendig, dass die Räumlichkeiten leicht und schnell zu reinigen sind. Dunkle Steinböden stehen im Kontrast zu den einfachen, weißen Wänden und den Türen aus hellem Holz. Die Treppen sind aus Stahl gefertigt und mit Holzstufen versehen. Das Gemeindehaus wartet mit vielen Veranstaltungen auf. Das Programm reicht von Pilates und Yoga über Hilfe für Alleinerziehende bis hin zu spirituellen Meditationen.

Entwurfsskizzen der Architekten

Institutionen im Haus sind die Evangelische Fachstelle Al- leinerziehende, die evangelische Stadtakademie Nürnberg, das Forum Erwachsenenbildung/ ev. Bildungswerk e.v., das Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden und die Evangelische Jugend Nürnberg.

Haus Eckstein in Nürnberg

Café Zeitlos im Eckstein

Genau wie das gesamte Gebäude sind auch die Räume des Café Zeitlos‘ verwinkelt, was nicht in geringem Maße dazu beiträgt, dass der Gastraum eine gewisse Intimität hat und der Besucher sich behütet und geborgen fühlt. Kleine Gästegruppen können sich in eine der Nischen, die durch die Lage des Kamins entstehen, zurückziehen.

Auffällig sind die offen liegenden Lüftungsrohre, die sich wie Fremdkörper silbern glänzend von der seidenmatt dunkel- blau gestrichenen Decke abheben. Auch der Weg zu den Sanitäreinrichtungen, der durch eine in Wandoptik bemalten orangenen Tür von den kühlen Fluren des Eckstein abgetrennt ist, beschreibt einen radikalen Stilbruch. Durch ein massives Gitter sind die weiteren Flure des Eckstein abgetrennt, doch der Blick in die Treppenkonstruktion ist frei bevor die schwarz glänzenden Treppen in den Keller zu den Gästetoiletten führen.

Das Gebäude

Konzept und Vision

ZurKonzeptfindungwurdenBeteiligtevomArchitektenbiszum Nutzer in einem offenen Verfahren einbezogen. Gleichzeitig wurde die bauliche Umsetzung von den Architekten erarbeitet. Das Haus der Kirche sollte einladend gastlich und Raum für spirituelle Tiefe sein, es sollte das geistliche Leben aufnehmen und Gespräche fördern.
Unter einem Dach vereinigt werden sollten das Gemeindehaus St. Sebald, die evangelische Jugendarbeit, die Gremien und Informations- sowie Hilfsdienste, die allesamt dennoch eigen- ständig zu bleiben hatten.
Für das direkte Signal der Gastlichkeit sollten Infothek als auch Restaurant dienen.
Aus einem introvertierten Produktionsbetrieb galt es ein sich nach aussen öffnendes, einladendes Haus zu machen. Außer- dem sollte es ganz ohne Schwierigkeiten für jeden zu betreten sein, so war die Prämisse. Durch Offenheit und viel Licht sollte Angst und Beklemmung entgegengewirkt werden und durch gesicherte Barrierefreiheit ist der Zugang jedem möglich.

Das Haus der Kirche durfte nicht in Konkurrenz zu den großen Baudenkmälern in seiner nächsten Umgebung treten und sollte dennoch ein architektonisches Zeichen setzen. Die Möglichkeit, Bindeglied zwischen den verschiedendsten konzeptionellen und räumlichen Vorstellungen seiner Nutzer zu sein, deren Anspruch es war, eine eigene Identität in dieser Einrichtung zu bekommen, blieb erhalten.
Schnell entstand die Vision eines Hauses, das den Außenraum, die Straße, den Platz, einbezieht und innen wie außen durchläs- sig ist und dadurch alle Nutzungsebenen miteinander verwebt. Luft,Licht,Wasser,Pflanzen,FarbeundMaterialsolltenLeben spürbar machen, Positives ausstrahlen und Raum zur Ent- wicklung und Veränderung geben. Einblick und Ausblick sind gleichermaßen gegeben.

Umsetzung

Nachdem die dominante Ecksituation des Hauses am Rat- hausplatz lange diskutiert wurde und man schon probierte, das turmartige Eckgebäude von einst wieder herzustellen, ließ man diese Überlegung letzendlich aus mehreren Gründen fallen.
Buchstäblich ins Gegenteil verkehrt wurde diese Idee, indem die Hausecke im Erdgeschoss nun zurückgezogen wurde um so eine offene Arkade zu schaffen, über die die Empfänge der beiden Institutionen des Hauses erreichbar sind. Über die Ecke erreicht man den Gastronomiebereich sowie die Informationstheke des Eckstein.
Als Lebensader des gesamten Gebäudes entstand die zwischen
die Hauptbaukörper eingefügte glasüberdeckte Treppenhalle.
Durch- und Einblick in alle Nutzungsebenen ist über EmpHoalrbewanc,hsengässchen Brücken und Freitreppen gegeben. Sie führt durch das Gebäude
bis zum wieder auferstandenen Ellenbogengässchen, das einen
eigenen Eingang zum Haus der Kirche bekam.
Raumklima und Raumakustik werden durch die die östliche HallenwandgestaltendeBepflanzungpositivbeeinflusst.Diese hängendenPflanzgefäßewerdendurcheinDachwasserreser-
voir versorgt, das durch die Dachbegrünung von Schadstoffen befreitundsogefiltertdemWachstumskreislaufwiederzuge-
führt wird.
Über sich immer wieder aufweitende Erschließungsbereiche werden die unterschiedlichen Raumstrukturen zugänglich gemacht.
Es gibt Säle, Seminarräume, eine Bibliothek, ein mobiles Café der Behindertenarbeit, Gemeinderäume und Büroräume. Sie bieten durch ihre verschiedenen, verschachtelten Flächen Ni- schen und Plätze für Teeküchen und Sitzbereiche für Mitarbeiter und Raum für Informationsaustausch in Form von Stellwänden undRepräsentationsflächen.
Durch die Lebensader des Hauses wird der Blickbezug nach außen zur Nürnberger Burg, St. Sebald, dem Rathaus und zum Straßenraum hergestellt.
In Anlehnung an die bisherige Nutzung des Gebäudes der Druckerei Tümmels wurde das Konzept des industriellen Zweck- baus in differenzierter Weise in Material- und Farbwahl sowie inderBehandlungderOberflächenaufgenommen.
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Umbau und Neubau

Im Rahmen der neuesten Umbaumaßnahmen wurde unter Anderem der vorhandene Stahlskelettbau der alten Druckerei der den Ostteil des Gebäudekomplexes1 bildet, entkernt und durch die Treppenhaushalle erweitert.
Diese ist eine Konstruktion aus Stahlbeton und Glas.
Bauteil 1 besteht aus einem Untergeschoss, 4 Normalgeschos- sen und 2 Dachgeschossen. Der Dachstuhl ist eine Konstruktion vorwiegend aus Stahl und Holz.
Im Zuge der Umbauten wurde ein weiterer Neubau direkt an Bauteil 1 angeschlossen. Das sogenannte Bauteil 2 ist ein Stahlbetonmassivbau mit einem Untergeschoss, 5 Normal- geschossen und einem Dachgeschoss. Der Dachstuhl ist vollständig aus Holz konstruiert. AufgrundderVergrößerungderDachgeschossnutzflächemuss- ten in den Bestandsgebäuden die vorherigen Kehlbalkendach- konstruktionen abgebrochen werden. Sie wurden einheitlich durch Pfettendachkonstruktionen ersetzt.
Durch die geänderte Nutzung und bereichsweise Erweiterung mussten die vorhandenen Träger teilweise zusätzlich unter- stützt werden.

Baukörper und Volumen

Baukörper und Volumen

Den alten Feuerschutzbestimmungen folgend stehen die Dä- cher der drei Bestandsgebäudeschenkel traufseitig zu Straßen undInnenhof.DemwidersprechendbefindetsicheinSatteldach als verbindendes Stück über dem alten Innenhof , sodass es zum neuen, kleinen Innenhof giebelständig ist.

Funktion und Nutzung

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ImErdgeschossbefindensichdieoffenenundfreizugänglichen Räume wie das Foyer und wenige kleine Büros und die Räum- lichkeiten des Café Zeitlos im Südteil.
In den Räumen Richtung Süd und Ost in den oberen Geschos- sen befinden sich hauptsächlich die im Haus angesiedelten Büros während die öffentlichen Räume und Säle den westlichen Gebäudetrakt sowie den kleinen Glaserker und große Teile der Dachgeschossräume belegen.
Die Sanitärbereiche ziehen sich wie ein Kern senkrecht durch das Haus in der Mitte nahe des Aufzuges. Die Toiletten im Keller gehören zum Café Zeitlos und sind vom restlichen Eckstein abgetrennt.

Erschließung

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Die Zugänge vom Straßemraum zum Haus befinden sich in allen vier Himmelsrichtungen. Der Südliche Zugang ist der Haupteinang zum Café Zeitlos, der über eine breite Stahltreppe wenige Stufen hinauf in die Gastronomie führt. Im SüdOsten ist die eingezogene Erdgeschossecke der Eingangsbereich für den Nebeneingang des Zeitlos und den Haupteingang zur Infotheke des Eckstein. Gleich daneben an der Ostfassade befindetsichderrollstuhlgerechteEingangmitkleinerRampe, ebenfalls zur Infotheke und direkt zum Fahrstuhl des Hauses. Ein weiterer Eingang liegt im Ellenbogengässchen in der großen Glasfassade. Von diesem Eingang im Staffelgeschoss führt eine kurze Treppe mit Rollstuhllift in die erste Vollebene von der aus auch wieder der Fahrstuhl erreichbar ist.
Das Haus Eckstein als Haus der Kirche ist als Haus mit viel Begegnungsraum konzipiert. So dient die gläserne Treppen- haushalle nicht nur als reiner Wegraum sondern vor allem der Begegnung und dem Austausch, der Kommunikation.
Die offenen Freitreppen sowie die mehreren im Haus verteilten Treppenhäuser dienen nicht nur als Fluchtwege sondern vor allem dazu, eine Bewegungsdynamik im Haus zu schaffen. Egal wo das Ziel liegt, es gibt mehrere Wege, es zu erreichen und dabei wird zumeist auch eine der vielen Teeküchen pas- siert, die ebenfalls Teil des Begegnungskonzeptes sind. Neben den Teeküchen, Informationswänden und verstreut plazierten Stehtischen gibt es in der Treppenhaushalle auch einige kleine Sitzgruppen, die zum Gespräch einladen.
Die ganze Treppenhaushalle ist hell und offen gestaltet und mit vielen Pflanzen ausgestattet. Eine Reihe von Kübelpflanzen steht an der Glasfassade verteilt und eine hängende Pflanz- kastenkonstruktion befindet sich mitten in der Halle an der ehemaligenAußenwanddesOstbaus.DiePflanzeninstallation wird durch ein Regenwasserreservoir vom Dach gespeist. Pflanzen, Sitzgruppen sowie einige verteilt plazierte Details verleihen der Halle einen freundlichen Charakter mit viel Aufent- haltsqualität sodass der erste Eindruck eines Missverhältnisses zwischen Nutz- und Bewegungsfläche aufgehoben wird. Das Nutzungskonzept des Eckstein hätte kaum eine andere Verteilung der Flächenverhältnisse zugelassen.

Liebster Award

LiebsterAward

Unfassbar geehrt und ganz schrecklich gebauchpinselt fühle ich mich durch Arnes Nominierung zum Liebster Award. Er hat mich nicht nur nominiert sondern auch noch einen eigenen, wunderschönen Award gestaltet, den ich mir voller Stolz an das Magazin hängen werde!

So eine Ordensverleihung erfolgt natürlich nicht ganz ohne Auflagen. Da ich nun in der schönen Pflicht bin, weitere Blogs zu nominieren, gibt es hier die Regeln, damit auch jeder weiss, was er tun muss. Read more

Haus Eckstein in Nürnberg

Eckstein Haus der Kirche Nürnberg
[su_note note_color=“#e0e0e0″]Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.[/su_note]

Geschichte des Hauses

Unter dem Eintrag „Ellenbogengässchen“, das durch den neuesten Umbau durch das Architekturbüro Fritsch + Knodt wieder hergestellt wurde, konnte im Bestand der Kommunalregistratur ein Grundstücksverkauf des “FlurstücksNr. 6101/2 der Gemarkung Sankt Sebald“ von der Stadt an „die Buchdruckerei W. Tümmels und den Verlag des Fränkischen Kuriers GmbH“ aus den Jahren 1941-1943 (C 7/VIII Nr. 1122) gefunden werden (Stadtarchiv Nürnberg).
Die erste Erwähnung des Grundstücks zur Burgstraße 1-7 in den Unterlagen des Stadtarchivs Nürnberg stammt vom 29. Juli 1879 aus einem Protokoll. In den Akten des Stadtmagistrats Nürnberg mit dem Betreff: Gesuch des Grundstücksbesitzers Wilhelm Tümmel um Aufstellung eines Dampfkessels […] vom 1. Oktober 1892 wird der Schriftverkehr samt einfacher Skizzen zum Umbau für den Einbau eines Kessels festgehalten.

Bilder mit freundlicher Unterstützung aus dem Stadtarchiv Nürnberg.

Der Architekt Georg Heim errichtete 1887/88 das “Haus des Fränkischen Kuriers“ an dieser Stelle. Aus alten Zeichnungen geht hervor, dass sich das Haus radikal veränderte, die Kubaturen aber blieben. Da in den Akten aus 1887 von der Errichtung gesprochen wird, ist spekulativ, ob das Gebäude in diesem Zug völlig abgerissen wurde (Zu einem Abriss konnte ich keine Belege finden.).
Unter Wahrung der vorgefundenen mittelalterlichen Baufluchten und Grundstücksstrukturen entstand ein Gebäudeensemble im „Nürnberger Stil“. Es wurde bewusst kein nüchterner Fabrikstil gewählt sondern eine würdige und harmonische Repräsentation.

Der Nürnberger Maler Friedrich Wanderer beriet Gerorg Heim stilistisch und griff auf die traditionellen Bauformen wie Chörlein, Ziergiebel und Erker zurück.
Die Bombenangriffe des 2. Weltkrieges zerstörten den gesamten Gebäudekomplex bis auf die südwestliche Ecke.

Wiederaufbau Druckerei Tümpels 1952 und Umbau 1968

Momentaufnahmen des Wiederaufbaus

Ab 1952 plante der Architekt Hans Huthöfer den Wiederaufbau des gesamten Areals. Von seiner Planung wurden allerdings nur Teile verwirklicht.
Es entstand ein für den Druckereibetrieb abgestimmter Betonstützbau in Verlängerung zum noch bestehenden zum Rathausplatz traufständigen Gebäude zwischen Burgstraße und Krämergasse. Die unbebauten Flächen dienten als Lade- und Rangierfläche der Druckerei.
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Nürnberg Ellenbogengässchen

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Nürnberg Ellenbogengässchen 49.456160, 11.077053

Allein der Funktion folgend wurde auf das repräsentative Äußere des Neubaues völlig verzichtet. Die inneren Funktionsabläufe standen im Vordergrund der Planung, sodass vergitterte Fenster sowie versteckte Zugänge entstanden und provisorische Zwischen- und Anbauten den Charakter des Rathausplatzes gänzlich veränderten.

Halbwachsengässchen 2, Untere Krämergasse 4 (Links), 1942

Aus einem Schreiben vom 12. Oktober 1948 von der Technischen Abteilung der Baupolizei an das Stadtbauamt geht hervor, dass laut Architekt die Erstellung eines Lagerschuppens zur Unterbringung von Material während der Bauarbeiten unbe- dingt notwendig sei. Anfang 1954 wurde laut Schlusskontrolle die Errichtung eines behelfsmäßigen Schuppens und eines Transformatorenraumes fertiggestellt.
Die Baupolizei setzt schon in einem Schreiben vom 26. Oktober 1948 Bestimmungen über den Umgang mit Materialien beim Bau des Hauses fest. So wird unter Anderem festgelegt, dass zur Mörtelbereitung nur scharfkantiger Bausand verwendet werden darf.
Sand- oder Backsteine sind laut Bestimmung gründlich zu reinigen, wenn sie aus einem Abbruch stammen.
Backsteine dürfen nur unter Verwendung von Portlandzement vermauert werden.
Die Untersichten der Treppen und der Podeste sind weiß zu verputzen.
Die Außenwände des Gebäudes sind zu verputzen und zu streichen.

Aus der Baubeschreibung vom 23.7.1968, unterschrieben mit Hans Huthöfer, Architekt BDA, für die erdgeschossige Hofüberbauung im „Anwesen der Firma W. Tümmels-Verlag, Nürnberg, Burgstr. 1-7“ geht hervor, dass die im Keller überdeckte Hofanlage im Erdgeschoss eine Maschinenaufstellung ermöglichen soll, weshalb eine Abstützung der Decke ins untere Kellergeschoss von Nöten sei.
Im Zuge dieser Baumaßnahme fertigte man eine Stahlkonstruktion zum Abfangen an, die im Keller auf die vorhandenen Fundamente und Mauern aufgestützt wurde. Diese Stahlkonstruktion wurde durch die Decke hindurchgeführt und oberhalb als Stütze für eine Überdachung genutzt.

Die Überdachung wurde aus vorgefertigten Betonteilen gebaut. Die statischen Berechnungen ergaben eine Belastarkeit der Decke mit 1,0t/m2. Die Fensterbrüstungen in Richtung der Maschinenhallen wurden herausgebrochen und die Fenster entfernt, sodass es eine Verbindung hergestellt werden konnte. Die an der Burgstr. gelegenen Räume wurden von ihr aus belichtet und belüftet während der neu überdachte Teil nun nur noch durch Lüftungskuppeln mit Frischluft und Licht versorgt werden konnte. Die Konstruktionen wurden aufgrund der hohen Gefährdung allesamt feuersicher ummantelt.

Ist die Umnutzung von Gebäuden historisch relevant oder ist es nur nostalgische Wehmütigkeit, die dafür sorgt, dass Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden?

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Teil 2 – Heutige Nutzung [/su_note]

Kein Geld für Kindergärten?

Kindergärten fehlen 13mio Euro

Kinder sind die künftige Gesellschaft des Landes, doch irgendwie will das Land nicht für sie bezahlen. Und das, obwohl Bund und Länder schon 2008 eine finanzielle Unterstützung für die Aufstockung der Betreuungsplätze zusagten.

Ein Recht auf Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bringt nichts, wenn das Kind schlicht nirgends untergebracht werden kann. Eltern können nicht wieder arbeiten gehen und alleinerziehende müssen vom Staat abhängig sein, um ihr Kind selbst zu betreuen.

Kann das sein?

Von 2008 bis 2013 gab es viele Umbauten, Neubauten und Vergrößerungen von Kindertagesstätten, denn die Kinder brauchen Platz. Seit dem 1. August 2013 hat jedes Kind mit vollendetem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf Betreuung. Die Erweiterung von Gebäuden reicht allerdings nicht, um ein Kind zu betreuen. Es fehlen noch Verpflegung und die Betreuung durch geschultes Personal. Den Kommunen wurde mit dem 1. und 2. Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ massive finanzielle Unterstützung zugesagt, also machten die Kommunen sich daran, die Tagesstätten auszubauen.

Um’s Geld betrogen?

Neustadt an der Weinstraße in Rheinland Pfalz (RLP) allerdings hat sich nun dazu entschieden, gegen das Land zu klagen, denn trotz Zusicherung ist Neustadt bisher auf rund 13 Millionen Euro sitzen geblieben, die die Stadt vorgestreckt hat. Dieses Geld will Neustadt nun erstattet bekommen. Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (CDU) berichtete dem SWR von der geplanten Beteiligung des Dorfes Neunkirchen im Hunsrück und der Verbandsgemeinde Flammersfeld im Westerwald an dieser Klage gegen das Land

Wenn die Politik befiehlt, haben die Städte zu spuren.

Kann es angehen, dass man gesetzlich zum Bauen gezwungen wird und dann sein Recht auf Unterstützung einklagen muss? Gesetze werden gemacht und wer dagegen verstößt oder sie nicht einhält, hat mit den Konsequenzen zu leben. Dabei ist es belanglos, ob man Privatmann, Stadt, Gemeinde oder Land ist. Die Auflage, dass Betreuungsplätze durch Städte und Gemeinden geschaffen werden sollen, ist ebenso zu erfüllen wie die Zusicherung der finanziellen Unterstützung. Zwar ist es ein sehr löbliches Projekt, Kindern einen Betreuungsplatz zuzusichern und es bekommt einen faden Nachgeschmack, wenn man dabei das Thema Geld doch wieder in den Vordergrund rücken muss, doch ist eine Stadt, genauso wie eine Privatperson, nicht daran interessiert, Schulden zu machen oder Schulden zu vergrößern, indem sie sich an gesetzliche Auflagen hält.

Sollten sich Städte und Gemeinden bei einer Aufforderung, sich um die Betreuung des Nachwuchses zu kümmern, lieber an die eigene Nase fassen und beschämt anfangen, die Situation zu verbessern (weil sie ruhig von selbst auf die Idee hätten kommen können) oder sollten sie wirklich auf das zugesicherte Geld vom Land bestehen?

Bildnachweis: S.v.Gehren  / pixelio.de

Sind Wettbewerbe für junge und kleine Architekturbüros realisierbar?

Sind Wettbewerbe für junge und kleine Architekturbüros realisierbar?

Manche Architekturfakultäten fokussieren ihre Ausbildung auf das Wettbewerbswesen und bilden ihre Studenten zu Wettbewerbsentwerfern aus, doch ist es überhaupt realistisch, dass diese Absolventen später auch hauptsächlich Wettbewerbe machen? Read more

Städtebaudiskussionen ohne Architekten?

Die Bauwelt spricht durch Jan Friedrich aus Berlin heute davon, dass Stadtbauentwicklung meint, ganz ohne Architekten auskommen zu wollen. Stadtentwicklung gibt zwar erstmal nur den Rahmen an, doch sollten die, die den Rahmen später füllen, vielleicht auch ein wenig mitreden dürfen, denn immerhin haben sie mit dem Füllen schon recht viel Erfahrung gemacht. Wie schwer es Stadtplanern fällt in den kleinteiligeren Dimensionen der später zu bauenden Häuser zu denken, merkt man schon an der Universität. Daher wäre ein Blick mit dem Stift sicher gar nicht so schlecht. Allerdings könnten Einwände natürlich unangenehm sein, daher lässt man die Architekten einfach mal außen vor… Sicher ist sicher.

Jan Friedrich, Berlin, Bauwelt Redaktion

Beschissene Nebenjobs

Beschissene Nebenjobs

Ohne spendable Familie erweist sich die Schul- und Unizeit für viele als arbeitsreich, denn wenn man kein üppiges Taschengeld oder Unterhaltsunterstützung für die erste Studenten-WG bekommt, das Bafög nicht reicht oder man gar keines bekommt, dann heißt es für viele: das erste eigene Geld verdienen.

Was hat man vom Nebenjob und welche Aspekte sind weniger erfreulich? Read more

Lieblingsessen

Favorite Food #30daysdrawingchallenge

Skizzenbuch: Canson Art Book 180° 14,0*21,6cm

Stifte: Stabilo Pen* | Pentel Stylo Tradio*

Motiv: Ursprünglich für die 30DaysDrawingChallenge entstandene Zeichnung einer meines Lieblingsessens… Jawohl, Eisschokoladenburger. Was denn auch sonst?

Ort: Gezeichnet im Bett! Mal wieder.

[Buchtipp] Kitchen, Tim: Profitable Social Media Marketing

Tim Kitchen Profitable social media marketing

Erwartungen an das Buch

Der Titel „Profitable Social Media Marketing“ und der Untertitel „How to grow your business using facebook, twitter, google+, linked-in and more“ setzen hohe Erwartungen an den Inhalt dieses Buches und die Lernerfolge, die durch die Lektüre zu erzielen sind. Als Einsteigerwerk sollte es mehr als einen groben Einblick bieten und dem Leser am Ende so viel Wissen vermittelt haben, dass dieser sich in der riesigen Social Media Welt hinterher besser zurecht findet und nicht mehr so verloren und unwissend vorkommt. Und das schafft dieses Buch durchaus.
Es bietet Einführung in Social Media allgemein und in die gängigsten Aspekte davon, darüber hinaus Ratschläge und Anleitungen. Read more

Lieblingsort

Lieblingsort

Skizzenbuch: Canson Art Book 180° 14,0*21,6cm

Stifte: Stabilo Pen* | Pentel Stylo Tradio*

Motiv: Ursprünglich für die 30 Days Drawing Challenge entstandene Zeichnung einer meines Lieblingsortes. Wer hätte das gedacht, hinter meinem geliebten iMac.

Ort: Gezeichnet im Bett!

Farbklecks

30 Days Drawing Challenge

Skizzenbuch: Canson Art Book 180° 14,0*21,6cm

Stifte: Stabilo Pen* | Pentel Stylo Tradio*

Motiv: Ursprünglich für die 30 Days Drawing Challenge entstandene Zeichnung einer meiner Lieblingsbeschäftigungen… alles mit Farbe zu versehen.

Ort: Gezeichnet im Wohnzimmer auf einem schönen roten Sessel.

roter Himmel

Skizze von Landschaft

Skizzenbuch: Canson Art Book 180° 14,0*21,6cm

Stifte: Stabilo Pen* | Pentel Stylo Tradio*

Motiv: Ursprünglich für die 30 Days Drawing Challenge entstandene Zeichnung einer Landschaft.

Ort: Gezeichnet im Park auf der Wiese während mein und ein Freund versucht haben in der Dämmerung zu jonglieren.

Bundesrechnungshof | Diplomarbeit 2014

Konzept

Das Ziel des Entwurfes ist, das Gebiet zwischen Berliner- und Bethmannstraße aus der Isolation zu holen und neu zu beleben. Dazu ist eine vielfältige Nutzungsdurchmischung und die Anbindung an die Stadt nötig. Durch die Insellage des Baugebietes hat es nicht nur sich selbst sondern auch den südlich angrenzenden Teil abgeschottet und für Fußgänger, die aus dem nördlichen Gebiet kommen, keinen Anreiz geboten, Richtung Main weiter zu gehen. Die von Norden kommende Straße „Großer Hirschgraben“ wurden abgeschnitten, der Tunnel machte ein Überqueren der Straße hindernisreich und der lange Riegel am Bundesrechnungshof ein Umgehen aufwändig. Durch Verschmälerung der Straße, Entfernen des Tunnels und öffnung des Areals auf der Nord-Süd-Achse wird das Gebiet durchlässig und verliert den abschottenden Charakter .

Neben der Ausbildung einer Infrastruktur ist auch das Besiedeln mit anziehenden Nutzungen nötig, um das Gebiet zu beleben. So finden sich im Entwurf eine Hotelnutzung im denkmalgeschützten Bundesrechnungshof sowie Wohnungen, anmietbare Büroetagen und Gastronomie  um eine ganztägige Nutzung zu gewährleisten.
Eine Straßenbahnhaltestelle im Süden des Geländes verbessert die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und ein Parksystem unter dem Grundstück schafft platzsparend die Abstellmöglichkeit für rund 260 PKW und somit eine Entlastung des ruhenden Verkehrs am Gelände. Damit werden attraktive, fußläufig erreichbare Freiflächen geschaffen.

Zwei in sich schlichte, aber zusammen geschobene Körper bilden die Grundform des neuen Entwurfes, die die Nutzungen Wohnen und Arbeiten beinhalten. Der kleine Körper beinhaltet die Büronutzung mit variablen Grundrissen während der hohe, schlanke Körper vielfältige Wohnnutzungen von der Single- bis zur großen Maisonettewohnung anbietet. Die Maisonettewohnungen befinden sich zwischen den beiden Treppenkernen des Gebäudes und verbinden mit ihrer Ausführung als Crossover die Belichtung von Nord- und Süd und die Reduzierung von Erschließungsfläche. Die anderen Wohnungen haben entweder eine Südausrichtung oder zweiseitige Belichtung.

Energie und Ökologie

Die Nähe zum Wasser und somit die eingeschränkte Bebaubarkeit sowie die umgebende, niedrige Bebauung erlauben eine großzügige Sonneneinstrahlung auf das Gelände und die entstehenden Bauten, sodass eine intensive Nutzung der Sonneneinstrahlung möglich ist und Solarpanels genutzt werden können um die Energieeffizienz der Anlage zu steigern. Die nachhaltige Energieerzeugung reduziert Ressourcenverbrauch und und Emissionen.

Nachhaltigkeit und Sparsamkeit werden immer wichtigere Themen bei der Planung ökologischer und umweltschonender Gebäude. Je weiter man auf konventionell erzeugte Energie verzichten kann, desto weniger wird die Umwelt in Mittleidenschaft gezogen und das Gebäude wird unabhängiger. In Deutschland steigt seit 1990 die jährliche Sonneneinstrahlung durch verminderte Staub- und Schadstoffemissionen. Die Verwendung von solarenergiegewinnenden Vorhangfassaden an Süd- und Westfassade ermöglichen eine erhöhte Energieeffizienz des Gebäudes ohne optische Beeinträchtigung.
Solaranlagen nutzen diffuses und direktes Sonnenlicht und verschiedene Solarzellen besitzen verschiedene Empfindlichkeiten. Dünnschichtmodule unterscheiden sich in Wirkungsgrad, Einstrahlungs- und Temperaturabhängigkeit von kristallinen Modulen. Sie haben eine höhere Verschattungstoleranz als Standardmodule, und nutzen energieschwächeres Licht (z.B. bei Bewölkung, diffuses Licht) besser aus als mono- und polykristalline Module. Neben den nach Süden ausgerichteten Systemen eigenen sich durch die vertikale Ausrichtung auch die nach Nordwest und Ost orientierten Fassaden zur Energiegewinnung durch die Einstrahlung der tiefer stehenden Morgen- und Abendsonne. Sie tragen so zu einer gleichmäßiger über den Tag verteilten Energiegewinnung bei. Als abschließendes Bauteil des Neubaus werden Photovoltaik-Elemente an Stelle von herkömmlichen Panelen im Form einer hinterlüfteten Vorhangfassade als Kaltfassade eingesetzt und bieten damit eine Erhöhung der Energieeffizienz in zweierlei Hinsicht. Als Bestandteil des Gebäudes bildet sie die unverzichtbare schützende Hülle und liefert direkt nutzbare Energie. Der Energieaufwand für die Herstellung von Photovoltaik [PV]-Anlagen ist eine Vorleistung die mit der Gewinnung von Solarstrom zurückgezahlt wird. 1,8-3,6 Jahre sind geschätzt für die energetische Armotisierung einer Anlage in Deutschland realistisch. Die Ausführung der Gebäudehaut als Lochfassade vermindert die direkte sommerliche Wärmeeinstrahlung und damit die Überhitzung der Räumlichkeiten. Dabei erlaubt die leichte, vorgehängte Elementfassade großzügige Fensteröffnungen und verbindet dies mit dem Vorteil, gleichzeitig große Flächen für die Photovoltaik-Anlage zu bieten, während die Hinterlüftung den Wirkungsgrad der PV erhöht.

Holz

Die Verwendung von Holz als umweltgerechtes und leichtes Rohmaterial in der gesamten Fassade vermindert nachweislich die graue Energie des Neubaus. Die brandschutztechnische Gefahr von Holz im Bau ist bei fach- und sachgerechter Verwendung hauptsächlich psychologischer Natur, wie der Bau und die Planungen kompletter Holzhochhäuser bewiesen. Holz als konstruktives Baumaterial ermöglicht in Holzhybridbauweise Gebäude mit bis zu 30 Stockwerken und 100m Höhe. Durch die Verwendung von industriell vorgefertigten Modulen ist der Aufbau schnell und ressourcenschonend.

Brandschutz und Brandbekämpfung

Die nichttragende Außenfassade ist als hinterlüftete, mit Mineralfaserdämmstoff gedämmte Konstruktion ausgeführt. Der geschossweise Einbau eines im Brandfall im Hinterlüftungspalt aufschäumenden Brandschutzbandes verhindert die Brandweiterleitung hinter der Fassade. Desweiteren dient die Stahlbetondecke mit mehr als 20cm Stärke als Brandschutzabschottung zwischen den Geschossen. Die baurechtlichen Anforderungen werden durch Verwendung schwerentflammbarer oder nichtbrennbarer Materialien erfüllt. Der Einbau von Rauchmeldern und Sprinklern erweitert das Brandschutzkonzept und gewährleistet eine gesteigerte Sicherheit des Gebäudes. Im Brandfall kann die elektrische spannungsführende PV-Fassade durch die Fenster durchdrungen werden. Feuerwehraufzüge sowie abgeschottete Treppenräume ermöglichen den Zugang der Feuerwehrkräfte sowie das schnelle Verlassen des Gebäudes. Die Aufzugsvorräume sind zusätzlich als druckluftbelüftete Räume auszubauen.

Revitalisierung

Denkmalpflege ist  nur möglich, wenn die Denkmale genutzt werden. Damit sie nutzbar werden, sind Kompromisse nötig. Der seit über einem Jahrzehnt leer stehende Bundesrechnungshof erfährt eine Wiederbelebung durch seine neue Nutzung als Hotel. Die Struktur der ehemaligen Zellenbüros eignet sich hervorragend für eine Hotelnutzung. Auch im Hotelentwurf gibt es die Nutzungsdurchmischung des übrigen Entwurfes. Durch die neue Bebauung entsteht ein neuer Vorplatz vor dem alten Haupteingang, der seine Bedeutung weiterhin behält. Im Erdgeschoss des Hauptflügels findet sich neben der publikumsoffenen Bar und der Rezeption im Foyer auch der Frühstücksraum, der es mit seiner Lage ermöglicht, direkt nach dem Frühstück auf Erkundungstour das Hotel zu verlassen. Der Westflügel bildet den Hostel-/lowbudget-Trakt des Hotels. Dort finden sich 5-10-Bett-Zimmer und günstigere kleine Zimmer mit unmittelbarer Nähe zur im Neubau befindlichen Gastronomie. Dieser Trakt ist besonders für junge reisende Gruppen geeignet, die das Nachtleben der Stadt erkunden wollen. Im Ostflügel finden sich hauptsächlich die Sondernutzungen. Im Bereich des historischen Konferenzraumes findet auch der neue Konferenzbereich mit variablen Abtrennmöglichkeiten seinen Platz. Mittels Trennwänden kann entweder ein großer Saal oder mehrere kleine Räume gebucht und genutzt werden. Im obersten Geschoss des Hauptflügels befindet sich mit Blick auf die Skyline der Wellnessbereich, in dem man mit einzigartiger Aussicht die Seele baumeln lassen kann.

Lüften in der Stadt

Wicona WicLine 215, Hybridfenster mit Doppelfassadenprinzip ist ein zweischaliges Fenster, das einen nach innen öffnenden Flügel mit einem nach außen öffnenden Parallel-Abstellflügel verbindet. Die doppelte Verglasung ermöglicht einen erhöhten Schallschutz bei geöffnetem und geschlossenem Fenster und eine individuelle Lüftung. In den Glaszwischenraum kann ein Sonnenschutz integriert werden und die Witterungs- und Windunabhängigkeit senkt den Energieverbrauch.

Facts

  • Verortung: Alter Bundesrechnungshof FFM, Bethmannstraße / Berliner Straße, Frankfurt am Main
  • Höhe: Flacher Bau 34m, hoher Bau 59m Geschosse: flacher Bau 9 Geschosse, hoher Bau 16 Geschosse
  • Nutzung: Büro, Wohnen, Gastronomie, Hotel
  • Gesamtfläche: BGF ca 30.000 qm
  • 68 Wohnungen (zwischen 30 – 180qm),  8 Büromieteinheiten
  • PKW Stellplätze: 260 Stellplätze in automatischem Parksystem
  • Green Building: Photovoltaikanlage an der Fassade

Software

  • Vectorworks 2013
  • Adobe CS6 Photoshop, Indesign, Illustrator
  • Artlantis Studio 5
  • Cinema 4D

[Rezension] Photovoltaik

Ralf Haselhuhns Fachbuch über Photovoltaik bietet einen einführenden und umfassenden Einblick in die Thematik, die über Technik, Planung, Recht und Inbetriebnahme hinaus auch auf die heiklen Themen der Qualität, Ökologie, Kosten und neue Technologien eingeht. Read more

[Rezension] denkmal ! moderne

 
Schon auf der Rückseite des Buches fällt auf, was auf dem Cover noch als Design hätte durchgehen können, sich aber durch das ganze Buch zieht: es gibt wenige Abstände in diesem Buch.

Denkmal Moderne [Rezension]

Für das lesende Auge wirkt der Text, der sich bis eng an den Blattrand presst ungewöhnlich und leseunfreundlich. Wo soll man seine Finger beim Lesen lassen oder sich ganz frevelhaft in Buch-Bekritzeler-Manier Notizen machen? Der Platz am Rand jeder Seite reicht hier gerade mal für einen Klebezettel.   Mit erhobenem Zeigefinger wird dem Leser gesagt, was schon so alles schief gelaufen ist in der Denkmalpflege. In Beispielen wird anschaulich erklärt, was denn inzwischen ein wertvolles Denkmal hätte sein können, wenn es auf Grund seines zum Abrisszeitpunktes noch jungen Alters nicht schon rückgebaut worden wäre. Einzigartige Zeitzeugen innovativer Ingenierukunst (S. 29 z.B.) wurden so dem Erdboden gleich gemacht und bestehen für uns jetzt maximal digital oder auf Papier. Deutlich wird die Problematik aufgezeigt, die wir aufgrund unseres widersprüchlichen Umganges mit Bausubstanz haben. Einerseits wird teilweise nur noch für 10 oder 20 Jahre Lebensdauer des Hauses geplant und gebaut, andererseits ist erst erhaltenswert, wenn ein Gebäude mindestens eine Generation überdauert hat. – Reissen wir nun nach 20 Jahren alles nieder, haben die Denkmalpfleger bald massig Freizeit. Mehrere Beispiele stoßen den Leser auf die bekannte Zwickmühle hin: einerseits verändern sich Gebäude und Nutzungen im Laufe der Zeit entsprechend der sich wandelnden Anforderungen, andererseits geht dabei viel zu oft der feinsinnige Entwurf des Architekten verloren. – Und das zumeist für immer, denn Rekonstruktion und Wiederherstellung ist in der Denkmalpflege bekanntlich auch mit Vorsicht zu genießen. Die Bauten in diesem Buch erfahren eine schnelle Analyse, die oft Bauform wie auch unterschiedliche Begründungen zu jeweils relevanten Themen beinhaltet. Man erhält einen oberflächlichen Überblick über einige Denkmale und denkmalwerte Gebäude der ‚Moderne‘ .   Das Buch hat 143 Seiten und ist 2007 im Jogis Verlag als Softcover für stolze 49,95€ erschienen. Herausgegeben wurde es von Adrian von Buttlar und Christoph Heuter und Enthält zusätzlich Artikel von den Autoren Wolfgang Pehnt, Alexander Krauß, Kathrin Nessel, Angelika Schyma, Thomas Topferstedt, Roman Hillmann, Thomas Steigenberger und Steffen Krämer.

Broschiert: 144 Seiten Herausgeber: Heuter & Buttlar Verlag: Jovis; Auflage: 1., Aufl. (4. September 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3939633402 ISBN-13: 978-3939633402 Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 1 cm

[Rezension] Denkmalpflege der Moderne

Denkmalpflege der Moderne – Konzepte für ein junges Architekturerbe Zunächst wird in diesem Buch veranschaulicht, was Denkmalpflege ist und gleichzeitig in Frage gestellt, welche Maßnahmen nicht schon wieder Wiederaufbau oder Rekonstruktion sind. Die Schwierigkeiten in der Differenzierung zwischen notwendiger Instandhaltung und romantischer Kopie werden aufgezeigt. Die Diskussion um die Moderne in ihrer Entstehungszeit wird mit ihren Kritiken und Konzepten ausführlich behandelt.

Denkmalpflege der Moderne

Verschiedene Denkmale der Moderne, die bereits Sanierungsvorgänge durchlebt haben und nun teilweise gänzlich andere Nutzung erfahren, werden behandelt. Dabei werden Umnutzungen und bauphysikalische Probleme angesprochen, leider werden konkrete Handlungsbeispiele nicht erläutert, was sehr schade und auffällig ist, da im vorhergehenden Kapitel noch ausdrücklich betont wird, wie wichtig das schriftliche Festhalten von Sanierungsvorgängen ist, um Wissen abseits von mündlicher Überlieferung und selbst gemachter Erfahrung zu erhalten. Besonders interessant sind in diesem Bereich die “Lebensläufe” der Gebäude und teilweise abgedruckte Planunterlagen. CAD-Zeichnungen von Detaillösungen und Vorher-Nachher-Schichtenaufbauten sind leider nicht beigefügt, was die einzelnen Berichte über die Sanierungen dann wieder oberflächlich wirken lässt und den Wissensdurst des Lesers nicht stillt.   Das Hardcover-Buch im Format eines Bildbandes wurde auf leicht glänzendem, starken Papier in hoher Auflösung gedruckt und macht einen sehr wertigen Eindruck. Es bietet Einblicke in das Thema der Denkmalpflege der Moderne, nennt einige Beispielbauten und geht kurz auf die jeweilien Entwürfe und Sanierungsmaßnahmen ein, ohne leider dabei ins Detail zu gehen oder konkrete Vorgehensweisen zu nennen. Insgesamt ein guter Ansatz und ein guter Einstieg ins Thema, leider bleiben viele offene Fragen stehen, ohne dass der Leser einen Hinweis bekommt, wo diese denn beantwortet werden könnten.

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Krämer, Stuttgart;
Auflage: 1. Neuausg. (Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3782815343
ISBN-13: 978-3782815345
Größe und/oder Gewicht: 29,4 x 24,2 x 2,6 cm
Preis: 28,00€ auf Amazon

 

 

[Rezension] Architektursoziologie

Ein Buch für Architekten, Soziologen, Städtebauer und alle, die sich dafür interessieren, warum sich unsere urbane Umwelt verändert.

Bernhard Schäfers Architektursoziologie [Rezension]

“Grundlagen – Epochen – Themen” lautet der Untertitel Schäfers’ Lehrbuch über Architektursoziologie und ist gleichzeitig auch die grundsätzliche Gliederung des Werkes. Kurz wird dem Leser die Herkunft und Entwicklung des Begriffes der Architektursoziologie vermittelt. Neben der Entwicklung des Begriffes der Architektur als Bauform und Berufsfeld wird auch der Wandel der sozialen Stellung der Architektur im Laufe der Zeit besprochen. Viele, dem Architekturstudenten geläufige, Namen wie Camillo Sitte, Leo von Klenze oder Inigo Jones (um nur wenige zu nennen), sowie Namen bedeutender Philosophen tauchen auf und bilden ein dichtes Netz von Zusammenhängen und Entwicklungen. Neben architektonischen und architekturtheoretischen Fachbegriffen, fließen auch weniger geläufige Begriffe aus der Philosophie ein, die teilweise einiger Recherche bedürfen, da sie dem Architektur- oder Städteplanungsstudenten im Werk selbst nicht erläutert werden.

In 3 Themenblöcken und 12 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln wird dem Leser nicht nur vermittelt, welche Ansprüche es an den ‘Raum’ gibt, wie diese sich verändern und wie der ‘Raum’ Bestandteil vieler Wissenschaften ist. Hauptaugenmerk liegt in der Verknüpfung der sozialen Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Architekturentwicklung der Zeit, was einerseits einen Geschichtsbuchcharakter schafft, andererseits aber auch umfassenderes Verständnis fördert, als es übliche Geschichtsbücher können. Durch den Verzicht vieler (für die Architektur weniger wichtiger) geschichtlicher Details wird so ein auffrischender Schnelldurchlauf durch die Architekturgeschichte betrieben. Dabei hätten allerdings ein paar mehr Bilder zur Vergegenwärtigung der erwähnten Bauwerke durchaus für ein entspannteres Durcharbeiten des Buches hilfreich sein können. Manchmal bedarf es erst eines Lehrbuches, um altbekannte Gegebenheiten wie die Entwicklung der Eisenbahn, durch pures Erwähnen wieder ins Gedächtnis zu rufen und so Verknüpfungen zum Wandel in der Architektur sichtbar zu machen.
Jedem Kapitel ist ein erläuternder Literaturteil angehängt. Tabellen und Schaubilder gibt es recht wenige, was ein flüssiges Lesen erleichtert, allerdings späteres, schnelles Suchen erschwerlicher gestaltet, da grafischere Elemente augenfälliger sind. Hilfreich ist die Gestaltung der Absatzformate, da oft zusammenfassend wichtige Fragestellungen oder Sachverhalte stichpunktartig aufgelistet sind und ein kurzes Resumé zum umgebenden Text erleichtern. Teilweise werden Themen, wie beispielsweise Herder’s Theorie (s. 70) erwähnt; eine erweiterte Erklärung dazu bleibt allerdings dann leider entgegen aller Erwartungen doch aus, was ein trauriges Gefühl von unerfülltem Wissensdrang hinterlässt, das mit ein paar vertiefenden Details hätte verhindert werden können.
Neben der spannenden Thematik ist hervorzuheben, dass das Lehrbuch in ansprechendem Stil geschrieben ist, dennoch keine ‘leichte Kost’ darstellt. Es hilft dabei, dem Architekturstudenten ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen kulturellem Wandel (bedingt durch verschiedenste Einflüsse in der Gesellschaft) und Entwicklung in der Architektur zu vermitteln und bietet andersherum auch dem Soziologiestudenten Einblicke in die Gründe, weshalb sich Stadtbilder veränderten. – Vermutlich wird es dem Soziologiestudenten allerdings aufgrund fehlenden Vorwissens zu vielen benannten Gebäuden schwerer fallen, das Lehrbuch ohne ausufernde Recherchen in der Weise durchzuarbeiten, als dem Architekturstudenten, der bereits 7 Semester Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit den dazugehörigen Namen, Daten und Bauwerken hinter sich hat.
Für 32,99€ ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen aber eine lohnenswerte Investition.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2., durchges. Aufl. 2006 (27. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3531150308
ISBN-13: 978-3531150307
Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,8 x 1,4 cm
EUR 32,99 auf Amazon

Hundekopf

Hundekopf Zeichnung

Stifte: Copic Multi Liner* in verschiedenen Stärken

Motiv: Ein Sammelsurium an ganz bestimmten Insidern für ein ganz spezielles Geburtstagsgeschenk in Form eines tShirts mit eben dieser Zeichnung vorne drauf.

Ort: In der Mittagspause in einer Medien Agentur im schönen Berlin am Alexanderplatz.

Städtebau-Notizen

Städtebau Notizen

Skizzenbuch: Oxford Office Book 14,8*21,0mm

Stifte: Copic Multi Liner*

Motiv: Da ich ab und zu gefragt wurde, was ich so alles in mein Notiz-/Skizzenbuch schmiere, gibt es hier die Antwort. Ab und an sind es einfach Mitschriften aus der Vorlesung.

Ort: Geschrieben in der TU Kaiserslautern.

Städtebau Notizen von Raumzeichner

Städtebau Notizen von Raumzeichner

am Alexanderplatz kriegt man das Heulen

In der Berliner Zeitung gibt es heute ein sehr interessantes Interview mit der Architektin Theresa Keilhacker, die Vorsitzende des Fachausschusses nachhaltiges Planen und Bauen an der Architektenkammer Berlin und Ratsmitglied der Stadtentwicklung Berlin.

Theresa Keilkacker URBAN DESIGN • ARCHITEKTUR

Berlin Mitte droht zum ‚Museum ohne Dach‘ zu werden, wenn man nicht durch Stärkung des Wohnanteils dagegen wirkt.
Es wird über vertane Chancen nach der Wende, Durchmischung der Bevölkerung mit Hilfe von Wohngeld und damit dem Entgegenwirken vor Ghettos und Slums, sowie städtebauliche und architektonische Entwicklungen gesprochen. Thematisiert wird das Brachland um den Hauptbahnhof, für das es wettbewerbauslobende Bauherren geben muss sowie der Umgang mit der alten Substanz in Berlin.

Meinung: Ähnlich wie in Frankfurt ist es auch in Berlin wohl kein Allheilmittel, einen gigantischen Elektronikmarkt in eine Stadt zu pflanzen. Der Bestand wird unterdrückt und weggeschoben, in den Schatten gerückt. Mit einem kreativen städtebaulichen Umgang würde der Bestand, so kritisch er auch betrachtet werden mag, zur Geltung kommen. So wie es jetzt geschieht, wird im die Chance dazu genommen. Der Bestand ist Geschichte und jedes alte Gebäude war zunächst einmal ‚Veraltet‘ bevor man den kulturellen und geschichtlichen Wert darin entdecken konnte, der es letztendlich zum Denkmal werden ließ.

„Die Architektin Theresa Keilhacker über die Ignoranz gegenüber der Ost-Moderne, die Gentrifizierung von Stadtgebieten und die Zukunft von Tegel und Tempelhof“ Ein Interview geführt von: Ralph Kotsch, Ulrich Paul

Quelle: Berliner Zeitung Nummer 195, Montag, 22. August 2011, Seite 18

Ursprünglich veröffentlicht auf dem Pfaffenberg-Blog.

Potsdam Schinkel Wettbewerb

Großer Entwurf
TU Kaiserslautern Lehrgebiet Städtebau
WS 2011/2012
Betreuer: Prof. Ingemar Vollenweider Read more

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