A wie Anfang

MagicLetters A wie Anfang

Am Anfang eines jeden Bauprojektes steht der Entwurf. Und am Anfang vom Entwurf steht die Ideenfindung.

Im Architekturstudium werden die Anfänge einer jeden Aufgabe oft in den Arbeitsräumen der Uni gesucht. Die Gemeinsamkeit der Leidensgenossen ist es, was sie zusammen schweißt. Architekturstudenten versuchen jeder für sich und doch in Gemeinschaft, die Aufgabenstellungen zu bewältigen.

Während meist mit der Analyse des Bauortes begonnen wird, sind andere schon dabei, Geländemodelle zu modellieren oder selbst per Hand zu bauen. Wiederum andere unterhalten sich über ihre Entwürfe, lassen ihren Frust über die letzte Korrektur ab, machen sich Tütensuppen oder kleben Wände aus Pappe zu kleinen Kunstwerken zusammen. Read more

Wenn dich die Motivation verlässt

Wenn dich die Motivation verlässt, kurz davor alles hinzuwerfen? Studienkrise? Depressiv?

Du kennst das sicherlich. Das Gefühl, einfach keine Lust mehr zu haben. Du fragst dich, warum du den Mist hier eigentlich machst und warum du nicht einfach aufhörst.

Egal ob du dich durchs Studium quälst oder arbeitest, irgendwann hat doch jeder von uns diesen Punkt, an dem man denkt: WOZU?

Ich hatte ihn auch. Schon mehrfach. Während der Uni schon.

Was hat mir da geholfen?

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Bücherwünsche eines Architekten

WunschLiteratur eines Architekten

Da das Konsumfest Weihnachten nun naht und man sich mehr und mehr Gedanken darüber macht, was man den Lieben denn so zukommen lässt, fallen einem natürlich auch immer mehr Sachen auf, die einen selbst brennend interessieren, für die man aber noch nicht das passende Kleingeld hatte.

Was auf meiner vielleicht etwas speziellen Wunschliste steht,

zeige ich euch hier.

Hanok The Korean House

Hanok: The Korean House

zum Beispiel auf Amazon: http://amzn.to/1zNyEBF In recent decades, few nations have transformed themselves as radically as Korea. Amid Seoul’s glass-and-steel skyscrapers and luxury apartments, however, the traditional Korean home or Hanok is experiencing a surprising renaissance. Hanok: The Korean House showcases twelve very special Hanok that reflect today’s Korea—a country that’s putting a modern twist on traditional values. While the exteriors of these houses are indistinguishable from Hanok built decades ago, the interior designs have been completely updated.

Traditional materials of stone, wood, and clay are still the only components used in these houses. They also incorporate natural elements such as wind and sunlight, and baesanimsu—known in Chinese as feng shui—used to position the Hanok in harmony with the natural forces and geographical features of the site. But many of these new Hanok owners are architects who have incorporated open floor plans and cutting-edge architectural elements to create a more functional home.

Design for the Other 90%

Design for the other 90%

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Design for the Other 90% is an exhibition focusing on design for poor of the world, the 90% who cannot afford many things. The exhibition is on at Cooper-Hewitt, National Design Museum through September 23, 2007. Of the world’s total population of 6.5 billion, 5.8 billion people, or 90%, have little or no access to most of the products and services many of us take for granted; in fact, nearly half do not have regular access to food, clean water, or shelter. Design for the Other 90% explores a growing movement among designers to design low-cost solutions for this other 90%.

 

Wir leben in so viel Wohlstand und jammern dennoch. Es kann nicht schaden, sich immer mal wieder vor Augen zu führen, wie gut es uns eigentlich geht. Und es ist so interessant zu sehen, mit wie wenig andere Menschen auskommen. Zyniker mögen sagen „Ja, Wärmedämmung braucht man ja in Afrika auch nicht!“, aber so einfach ist es nicht. Egal ob es um Wassergewinnung oder Umweltkatastrophenopfer geht; es gibt genug Menschen, die wünschen sich einfach nur das Nötigste.

Architecture and Urbanism in Modern Korea

Architecture and Urbanism in Modern Korea

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This book traces the transformation of Koreas architecture and urban space over the course of the last hundred years, a period when the built environment changed so fundamentally as to make its transfigurations difficult to comprehensively understand.

Ich gebe ja zu, aufgrund meiner Interessen ist Korea auf meiner Wunschliste etwas stärker vertreten als die typische Star-Architektur, aber ist das hier auf dem Cover nicht eine Londoner Telefonzelle? Naja, gewisse Ähnlichkeiten sind jedenfalls vertreten.

 

Das Ego des Architekten

Das Ego des Architekten

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Wer steht nicht zuweilen ratlos vor der Mega-Architektur unserer Tage? Muss man ihr in jedem Fall Respekt bezeigen? Oder darf man nach der Berechtigung einer Architektur fragen, die ihren städte-baulichen und sozialen Kontext hochmütig ignoriert? Nach den Motiven ihrer Schöpfer und Auftraggeber, die ihr Ego über alles zu stellen scheinen? Wilhelm Kücker kennt die Malaise von innen und außen. In -prägnanten Kapiteln zeichnet er die Wege und Irrwege der Architekturmoderne von 1910 bis heute nach. Er demontiert Ikonen wie Le Corbusier, dem er das „Feindbild Mensch“ und die Neigung zu totalitären Regimen attestiert, bis hin zu Star-Architekten wie Herzog & Demeuron oder Philip Johnson. Wie nebenbei werden dem Leser die Augen für die essenziellen Fragen geöffnet. Was ist eine Stadt? Was soll Architektur? Seit wann gibt es überhaupt Architekten? Eindrucksvoll beschreibt Kücker den Abstieg des Berufsstands vom baumeisterlichen Künstler zum Dienstleister. Eine kritische, subjektiv-ironische, nie aber billig ressentimentgeladene Abrechnung, für Leute vom Fach und interessierte Laien.

 

Stadtsoziologie: Stadtentwicklung und Theorien

Stadtsoziologie: Stadtentwicklung und Theorien

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Diese Einführung knüpft an das Lehrbuch zur Architektursoziologie an und stellt – nicht zuletzt durch zahlreiche Abbildungen und Schaubilder – die Soziologie der Stadt sehr anschaulich und nachvollziehbar dar. Die historischen und sozio-ökonomischen Grundlagen werden ebenso herausgearbeitet wie aktuelle Probleme der Stadtplanung.

Oh Schreck, ein Lehrbuch?

Ist sie denn von allen guten Geistern verlassen? Nein, denn erstens geht es um Stadt und zweitens um Soziologie! Das „Partnerbuch“ mit dem schönen Namen Architektursoziologie habe ich bereits voller Lesehunger verschlungen und euch in einer Rezension davon berichtet.

 

Design Like You Give a Damn

Design Like You Give a Damn

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Design Like you Give A Damn [2] is the indispensable handbook for anyone committed to building a better a more sustainable future. With the rise in social demand for recycling programs and sustainable living this second title in the Design Like you Give A Damn repertoire, documenting more than 1 00 new projects from around the world tunes into this fever pitch of change. This volume is packed with practical and ingenious design solutions that address the need for basic shelter, housing, education, health care, clean water and renewable energy. One-on-one interviews and provocative case studies demonstrate how innovative design is reimagining community and uplifting lives. From swing sets in refugee shelters, a co-ed skate-park in war-torn Afghanistan, to building material innovations such as smog-eating concrete to innovative public policy that is repainting Brazils‘ urban slums, Design Like you Give A Damn [2] serves as a how-to guide for anyone seeking to build change from the ground up.

 

Small Scale Big Change

Small Scale Big Change

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Andres Lepik war Kurator für Architektur am MoMA, New York und ist heute Leiter des Architekturmuseums München. Autor zahlreicher Publikationen, u.a. zu Mies van der Rohe und dem Bauhaus.

Kleine Änderungen können so viel bewirken, wenn es die richtigen sind und wenn man sie den richtigen Menschen zur Verfügung stellt.


Wie vielleicht ersichtlich wird, interessiere ich mich für Soziologie, für humanitäre Architektur und für Urbanität. Das sind die drei Themen neben der Denkmalpflege, die mich schon seit sehr langer Zeit nicht mehr loslassen und zu denen ich auch immer wieder zurück gefunden habe. Was wünscht ihr euch denn so ins Bücherregal, egal ob zu Weihnachten oder ansonsten?

The Human Scale

The Human Scale ist ein beeindruckender Film über die Veränderung der Städte und wie die Menschen sich zunächst versuchen anzupassen, bevor sie ihre selbst geschaffene Umgebung anpassen, um besser in ihr leben zu können.

The Human Scale präsentiert die umgesetzten Visionen von Städtebauern und Architekten zur Verbesserung des Stadtlebens in gelungenen Beispielen.

Kennt ihr den Film schon und welche anderen, interessanten Filme über Städtebau und Architektur könnt ihr empfehlen?

Durch die Nacht streifen mit Lukas Furlan

LinkTipp_LukasFurlan

„Durch die Nacht streifen“ oder „roaming at night“ ist eine Foto-Reihe von Lukas Furlan, der in Wien studiert und eigentlich Landschaften viel lieber fotografiert als urbane Zusammenhänge. Da das Studium ihn aber oft nicht lässt, hat er die Flucht in die Natur zum Teil aufgegeben und nun bannt er seine städtische Umgebung in Pixel und schafft damit schöne Farb- und Lichtspiele, die sich wirklich eines Blickes als würdig erwiesen haben!

Wie anmutig und surreal triste Zweckbauten erscheinen können, wenn die Düsternis der Nacht die Schatten und den Dreck verschwinden lässt und die Lichter das Leben in den Vordergrund rücken, sieht man im folgenden Bild sehr deutlich.

 

Auf http://kwerfeldein.de/2014/11/01/durch-die-nacht-streifen/ gibt es weitere wunderbare Lichtspielbilder von Lukas Furlan.

Alle diese schönen Bilder sind von Lukas Furlan und NICHT von Raumzeichner.de!

Studium vs. Arbeit

Universität vs Arbeit

Architekten haben diverse Pflichten und von ihnen wird viel verlangt, doch nur auf wenig davon werden sie im Studium vorbereitet oder überhaupt nur hingewiesen.
Sobald ein Architekt die ‚Komfortzone verlässt‘ und über den Tellerrand des Entwerfens hinaus schaut, wird er von Bauträgern, Bauherren und seiner Aufsichtspflicht in die Mangel genommen.

Was lernt man an der Uni?

Während des Studiums wird man intensiv auf den Entwurf vorbereitet. Der Entwurf ist die Königsdisziplin der Architekten und folglich auch das, wofür das Herz der meisten Architekten schlägt. Der Entwurf ist nicht nur das reine Denken mit dem Kopf, das weltfremde und abgehobene Ideenspektrum eines geborenen Individualisten mit schwarzem Anzug und rotem Schal, sondern viel mehr das sinnvolle Kombinieren von Möglichkeiten unter Berücksichtigung wichtiger Vorgaben bei kreativer Auslegung zwingender Einschränkungen. Vorgaben sind oft nicht konkret und selten ausreichend ausführlich durchdacht. Der Architekt ist geschult darin, sich in ein Gebäude und seine Nutzbarkeit hinein versetzen zu können und so sieht er konzeptionelle Mängel oder schlicht fehlende Punkte schneller, auf die ein Laie (was mit Verlaub die meisten Bauherren ja sind) gar nicht kommt und daher auch nicht in den Vorgaben nennt.

Der Architekt denkt also weiter und erkennt mögliche Erweiterungen der Liste, damit sich der Bauherr auch noch in 2-10 Jahren über sein Bauwerk freut und nicht in einem Jahr unglücklich ist, weil er einen für ihn wichtigen Raum nicht hat. Da sich der Architekt mit dem Bauherren auseinander setzt und sich in Menschen hineinversetzen kann, denkt er weiter, teilweise Jahrzehnte voraus, und macht Vorschläge, die den Gebäuden längere Nutzbarkeit geben.

Am konkreten Beispiel:

Ein Bauherr möchte ein Haus für sich und seine Kinder; die Familie passt hervorragend zusammen und der Familienclan möchte sich lange nicht trennen. Auch soll das Haus in Familienbesitz bleiben und niemand möchte weit weg ziehen.
Dass die Kinder irgendwann nicht mehr in der Elternwohnung leben wollen, bedenkt der Bauherr vielleicht noch und plant Einliegerwohnungen ein, dass aber irgendwann ein barrierefreier Zugang nötig wird, und daher Rampen oder gar Aufzüge notwendig werden könnten oder weitere Kinderzimmer für Enkel in Spe, hat er dann vergessen. Nach dem Hinweis vom Architekten, ist das dann aber doch in die Planung mit eingeflossen. Ein Glück, denn nach nur 9 Jahren ist es dann tatsächlich soweit, das erste Enkelchen zieht ein und alle sind froh, dass oben noch ein Kinderzimmer frei war.

Was wird vom Architekten erwartet?

Planung, Bauüberwachung, Kostenschätzung, Kostenüberwachung, Rechnungsprüfung und Schriftverkehr sind nur wenige Aspekte der Architektentätigkeit. Planen kann er ja, aber für den Rest ist er als Uni-Abgänger schlichtweg nicht vorbereitet. Was heißt das genau?
Der Diplom Ingenieur der Architektur wird mit einem Stapel Pläne auf die Baustelle gestellt und soll den Handwerkern auf die Finger schauen. Das klappt ja noch, aber dann soll er bewerten, ob die Arbeit, die diese Leute da verrichten, auch richtig ist. Das ist je nach Detailierungsgrad der Pläne relativ einfach. Bei einem 1:1 Plan, kann man kaum etwas falsch verstehen, denn da ist, wie der Name „Eins-zu-Eins“ schon sagt, wirklich alles abgebildet. Von der Dichtungsschicht bis hin zum Silikonklecks an der Fensterbank. Ist der Plan aber in 1:100 oder gar 1:200 abgebildet, dann sieht man nur schwarze Linien mit weissen Unterbrechungen, was dann Wände und Öffnungen sind. Anhand dieser abstrakten Darstellung ist es unmöglich nachzuvollziehen, wo welches Bauteil wie verbaut sein soll. – Und da soll sich dann der Herr Absolvent aus der Nase ziehen, wie das ganze funktioniert und ob das so richtig ist. Wann hat er sowas schonmal gesehen? Mit etwas Glück im Praktikum, aber das ist auch eher selten, denn Praktikanten bekommen die Bauleiteraufgaben selten zu Gesicht, immerhin ist die Bauleitung viel zu anspruchsvoll und zu fehleranfällig als dass ein Praktikant oder Werkstudent da etwas machen dürfte. 
Sobald er aber ein Zeugnis in der Hand hat, wird erwartet, dass er alles schon mehrfach gesehen hat und weiss, wie etwas verbaut wird, als wäre er ein Handwerker und hätte eine Ausbildung darin gemacht. – Und das in allen Gewerken, die es so gibt. Er ist also in der Vorstellung der Bauherren und der Gesetze ein Allroundtalent mit 200 Jahren Berufserfahrung. Oder hat es gefälligst zu sein.

Wo ist dabei das Problem?

Das Problem liegt darin, dass niemand innerhalb von einer Woche nach Erhalt des Zeugnisses, diese von einem erwarteten 200 Jahre Berufserfahrung erlangen kann und wird. Dennoch ist der Jungarchitekt dazu verpflichtet, diese Fehler und Mängel zu erkennen und anzuzeigen. Die Universitäten vermitteln viel theoretisches Wissen und die Philosophie, die hinter dem ehrenwerten Beruf des Architekten steckt, doch sie ist keine Ausbildung, in der der Auszubildende vollen Überblick in alle Gewerke erhält.
Meistens wird sogar erwartet, dass der Architekt mehr Wissen besitzt als der jeweilige Handwerker. Obwohl man meinen sollte, der Handwerker müsse wissen, welche Materialien er verbaut und wie sie chemisch miteinander reagieren, welche Hersteller mit welchen kombiniert werden können und wie man spezifische Probleme am besten löst, ist es doch immer wieder der Architekt, von dem erwartet wird, dass er dem Handwerker und dem Bauherren sagen kann, was wie wo in welcher Weise kombiniert werden kann und was wie wo und in welcher Weise funktioniert und ggf. warum es nicht funktioniert. 
Das Problem dabei: Ein Architekt ist kein Hellseher. Ein Architekt ist Planer, kein Werkstoffingenieur. Diese werden seperat ausgebildet und eindeutig besser bezahlt als jeder Architekt es jemals wird, warum also wird erwartet, dass ein Architekt das theoretische Wissen dieser hoch qualifiziert geschulten Menschen auch noch hat?

Der Lichtblick?

Absolventen des Studiengangs Architektur dürfen sich so lange nicht Architekt nennen, bis sie sich in die Architektenkammer eintragen lassen konnten. Um dies zu schaffen, muss man mindestens 2 Jahre Berufserfahrung nachweisen, alle Tätigkeitsfelder des Architekten durchlaufen und per Punktesystem eine gewisse Anzahl an Fortbildungen absolviert haben. Diese zwei Jahre geben dem Absolventen etwas Pufferzeit, um sich auf Baustellen umzusehen und ein Auge für ausgeführte Arbeiten zu entwickeln. Da er sich in den ersten zwei Jahren ohnehin nicht vollumfänglich selbstständig machen darf, ist er beschränkt haftbar und meistens irgendwie angstellt. Das Risiko liegt also nicht allein bei ihm und wenn wirklich etwas schief läuft, sollte er einen erfahrenen Chef haben, der Fehler erkennt und weiß, wie man zu handeln hat.
Doppelter Boden mit integriertem Fallnetz sozusagen.

Dass man nach der Uni erstmal ‚Nichts‘ weiss, ist nichts neues, allerdings fehlt mir im Bereich Architektur definitiv ein Trainee-Programm, das als erweiterte Ausbildung gesehen werden kann. Architektur-Absolventen werden ins eisige Wasser geworfen, was bei großen Unternehmen teils durch Mentoring-Programme abgemildert wird, in kleinen Büros aber duraus kritisch und rechtlich riskant sein kann.

Der Innenraum – Material, Konstruktion und Licht

Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.
Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg
Teil 2 – Heutige Nutzung
Teil 3 – Die Gewandung

Material und Farbe

Neben dem für Nürnberg typischen sichtbaren Sandstein wurde für die Fassaden des Hauses ebenfalls auch Putz benutzt, der in verschiedenen Tönen eingefärbt wurde. So ist die Fassade des Ost-Hauses in einem Rotton eingefärbt und das West-Haus in Grau. Der Ocker-Ton wurde für das angrenzende, den Innenhof nach Norden abschließenden Gebäuderiegel verwendet, sodass im Innenhof alle drei Farben und die Glasfassade der Treppenhaushalle zusammenkommen und ein farbenfrohes Ensemble bilden.

Für die verschiedenen Fenster wurden Holzrahmen verwendet, die dem historischen Charme des Gebäudes nahe kommen sollen und die Tradition des Fensterbaus hochhalten. Gestrichen wurden die Fenster in seidenmattem Perlenzian und bilden damit den kühlen Gegenpol zu den überwiegend warmtönig gehaltenen Fassadenflächen. Als untraditionelle Details sind die Eingangstüren nicht mehr aus Holz gearbeitet sondern nun ein- oder zweiflügelige Metallrahmentüren mit Glasscheibe und umlaufender Festverglasung2. Die Rahmen der Scheiben sind in dunklem Grau gehalten während die Scharniere, Türklinke, Griffe und Schlösser silbern glänzen. Die Tür in der Innenhoffassade wurde als zweiflügelige, automatische Schiebetür aus Glas ohne Festverglasung konzipiert.

Innenraum

Beleuchtung

Blichtung im Längsschnitt und Treppenhaus-Grundriss

Die Beleuchtung des Eckstein erfolgt über eine Unzahl verschiedenster Lampen. Allein in der Treppenhaushalle gibt es fünf Ausführungen. Die meisten Lampen sind mit Energiesparleuchtmitteln ausgestattet. Flache Lampen sind vor allem an den Decken vom Eingangsbereich, den Treppenhäusern und dem Dachgeschoss angebracht. Die gleichen Lampen wurden im obersten Geschoss der Treppenhaushalle an den Wänden zwischen den Fenstern und Türen montiert.

Die Kegellampen sowie die Leuchtstoffröhren befinden sich vor allem in den Fluren zu den Büros. Ebenfalls in den Toiletten und in den Putzkammern befinden sich die Kegelleuchten, von denen immer eine permanent brennt und die anderen über Lichtschalter oder Bewegungsmelder zugeschaltet werden. In den Küchen sowie den Meditationsbereichen, im Foyer, im Eingangsbereich und auf den Ebenen 0 und -1 befinden sich Halogenstrahler, die punktuelle Lichtakzente setzen, in der Gesamtbeleuchtung aber einen eher unterordneten Rang haben. Die Blumenwand der Treppenhaushalle bestrahlen ab 20 Uhr abends Quecksilberdampflampen.

Belichtung

Dem natürlichen Sonnenlicht wurde im Haus der Kirche eine wichtige Rolle zugeschrieben. Als Begegnungsraum galt es eine gute, freundliche, einladende, positive Athmosphäre zu schaffen. Die Belichtung erfolgt in den drei Hauptgebäuden über die zumeist zweiflügeligen Fenster in den nach Ost, Süd und West ausgerichteten Fassaden. An den Nordfassaden gibt es keine Fenster, dafür ist die mittig angeordnete Treppenhaushalle nach Norden vollständig verglast und lässt so die größtmögliche Menge an Licht vom engen Innenhof ins Eckstein. Durch den recht geringen Abstand zu den gegenüberliegenden Gebäuden ist die Belichtung von den Straßenseiten gerade an der Westseite problematisch. Die große Menge an Fenstern ermöglicht aber eine gute Lichtausbeute, da jedes Büro über mehrere Fenster verfügt. Die Fensterflächen überwiegen in der Gesamtfläche der Fassaden, sodass bis auf den inneren Sanitärkern jeder Raum über Tageslicht verfügt.

Das Glasdach belichtet die gesamte oberste Ebene und sorgt dafür, dass durch das Auge der Gallerien Tageslicht bis in die Kelleretage des Hauses fällt. Zudem sind einige Flächen des Glasdaches mechanisch zu öffnen und dienen bei gutem Wetter der natürlichen Belüftung und einem guten Raumklima.

Durch die große verglaste Treppenhaushalle verfügen auch die nach innen gerichteten Büros und Seminarräume über Tageslicht, auch wenn sie keine Fenster zu den Straßen hin haben. Außerdem wurden alle zur Halle ausgerichteten Türen in Räume ohne Fenster als Glastüren ausgeführt. In die zur Treppenhaushalle gehenden Wände sind neben den Flurtüren auch Fenster im gleichen Stil wie die der Außenfassade eingelassen.

Im Längsschnitt wird deutlich, wie das Licht schräg in die Büros fällt und wie das Licht durch das Glasdach weit bis ins Gebäudeinnere eindringt. Da die Treppen schwebend und ohne Setzstufen konstruiert sind, wirken sie leicht und durchlässig und behindern das einströmende Licht so wenig wie möglich.

Die Halle spielt bei der Belichtung des ganzen Komplexes die größte Rolle und dient sogesehen als einziges großes Fenster mit darin schwebenden Ebenen, die dem Lichteinfall so wenig wie möglich im Weg stehen sollen. Ziel war es, einen großen, lichtdurchfluteten und möglichst schattenfreien Raum zu schaffen. Die einzigen unbelichteten Bereiche sind die Räume für die Technik und die Sanitäreinrichtung der Gastronomie, die sich im Keller des Hauses befinden und keinen großen Publikumsverkehr aufweisen und auch keine Auflagen für Arbeitsbedingungen erfüllen müssen. Der Querschnitt zeigt den Lichteinfall von den Straßenseiten und die indirekte Belichtung der innenliegenden Räume über die Treppenhaushalle (mitte).

Material im Innenraum

Im EG sowie im UG wurden für die massiven Treppen für Setz- und Trittstufen ein Belag von 3cm dicken, schwarzen Granit verwendet. Für die Fußböden in den Durchgangs- und Bewegungszonen wurden insgesamt rund 750m2 unglasierte, schwarze Fliesen im Maß von 1515cm verlegt. Verteilt in den Seminar- und Gruppenräumen wurden 170m2 6mm starkes Korkparkett verlegt. Für das Parkett wurde naturharzgebundener, unbehandelter, geschliffener Naturhartpresskork in Plattenmaßen von 3030cm verwendet, das eine gewissen Grundfußwärme sichert, worauf gerade in den Bereichen des Meditationsraumes sowie in den Räumen für die Kindergruppen großer Wert gelegt wurde. In den anderen Räumen wurde als Bodenbelag Stabparkett eingesetzt. Aufgrund der hohen Belastung, die ein Boden durch Stuhlrollen erfährt, wurde für die BüroraÅNume strapazierfähiges Linoleum gewählt.

Gallerie in der Treppenhaushalle, Lichtsituation | Fensterfassade von Innen

In den WC-Räumen wurden schlichte, weiße 15*15cm Wandfliesen auf Dünnbettmörtel angebracht, die leicht zu säubern sind und die innenliegenden kleinen Räumlichkeiten nicht verdunkeln.

Die innenliegenden Fensterbänke sind aus Betonwerksteinen gefertigt. Sichtbarer Beton findet sich auch an den Untersichten der Gallierien in der Treppenhaushalle. Die Abdrücke der Schalung wurden sichtbar gelassen und der Beton weiß gestrichen. Die Schalungsstruktur ist aber nur im Bereich der Treppenhaushalle zu finden, in den Fluren und den anderen Treppenhäusern ist die Decke glatt gearbeitet und ebenfalls weiß gestrichen bzw mit einer Akkustikdecke abgehängt. Die frei schwebenden Treppen sowie die Handläufe an Treppe und Gallerie wurden aus hellem Buchenholz gefertigt und bilden einen farblichen und warmen Kontrast zu den schwarzen Böden, der rohen Decke und dem kühlen Metall der Nordfassade.

Möblierung und Ausstattung

Möblierung des Begegnungsraumes

Die mit Beamer und Bestuhlung ausgestatteten Seminarsäle und -räume wurden mit einer Akkustikdecke versehen. Die Bestuhlung ist schlicht, robust und stapelbar ausgewählt, die Teeküchen im ganzen Haus wurden als Theken ausgeführt, sodass sie offen sind und dem Konzeptpunkt der Kommunikation entsprechen. Sie laden zum Aufenthalt ein, sind im gleichen Holz gebaut wie die Bürotüren und klein und übersichtlich gehalten. Sie verfügen über Mikrowellen, Herde, KühlschraÅNnke und Spülmaschinen und wurden von den Mitarbeitern zusätzlich mit Kaffeemaschinen und Wasserkochern ausgerüstet, sodass eine Mittagspause im Büroalltag sowie auch Verköstigung bei Veranstaltungen kein Problem darstellen. Die in der Treppenhaushalle strategisch verteilten Sitzgruppen sind ebenso schlicht und zweckmäßig ausgewählt. Die Stühle haben Metallrahmen und farbige, dünne Polster. Die Rückenlehne besteht aus gelochtem Buchenholz und nehmen damit die Farbigkeit der Treppengeländer und der Treppenstufen auf.

Es gibt Ausführungen mit und ohne Armlehnen, die wiederum aus Buche bestehen und gebogenen Varianten des Treppen- Handlaufs entsprechen.

Konstruktion

Die Bestandshäuser1 wurden nach dem Krieg kostengünstig und zeiteffektiv aus Stahlbeton in die Höhe gezogen2. Da es im Herzen der Altstadt liegt war die Druckerei Tümmels gezwungen sich dem Aussehen4 des Vorkriegszustandes anzunähern.

Ein Bau aus Nürnberger Sandstein kam allerdings nicht in Frage, sodass die Gebäude Stahlbetonmassivbauten sowie Stahlbetonskelettbauten sind. Der Neu-Anbau des Treppenhauses ist eine Konstruktion aus Stahlbeton, Stahl und Glas. Die Gallerie-Ebenen sind aus Stahlbeton gefertigt und wurden in den Bestandshäusern verankert. Das Dach sowie die Fassade sind eine Stahl-Glaskonstruktion, die keine tragenden Wirkungen hat.

Habt ihr schon mal ein Gebäude so unter die Lupe gekommen?

Die Gewandung

2014-11-07 Eckstein
Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.

Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg
Teil 2 – Heutige Nutzung
Teil 3 – Die Gewandung 

Madonna

Fassadengestaltung der Burgstraße

Madonna

Nach dem Vorbild der reich geschmückten Nürnberger Kirchen mit ihren auf Konsolen unter Baldachinen gestellten Figuren wurden in Nürnberg an vielen Gebäuden die Hausheiligen aufgestellt. Diese befinden sich überwiegend an den Hausecken in Höhe des ersten Obergeschosses und blicken vorwiegend wachend auf die Straße hinab. Gerade als mit der Zeit die Frömmigkeit der Bürger nachließ und einige Statuen von den Kirchen verschwanden wurden die Hausheiligen immer wichtiger für die Gläubigen, wenn sich ein solcher fürs eigene Haus geleistet werden konnte. Die Eckstatuen an den Häusern dienten als Statussymbole der Hauseigentümer und natürlich als Bekenntnis der Frömmigkeit der Bewohner, genau wie die Chörlein.

Eine Notiz vom 10.11.1952 über die Madonnenstatue besagt:

Fassadenansicht Halbwachsengässchen

Herr Dr. Nagel gibt bekannt, dass die Originalfigur vom Anwesen Burgstr. 1 vom Hausbesitzer im Jahr 1886 an das Germ. Museum verkauft wurde. Die Reste vom Sockel und Baldachin sind damals auch weggekommen. Die Figur hatte damals schon weder Arme noch Flügel. Für die Nachbildung (im Fembohaus[ Haus an der Burgstraße aufwärts Richtung Burg, welches in die Straße hineinragt. Benannt nach einem der späteren Besitzer mit Nachnamen Fembo, inzwischen als Museumshaus bekannt.) soll nun auch Sockel und Baldachin neu hergestellt werden.“

Chörlein

Als Chörlein werden die Auskragungen im ersten Obergeschoss eines Hauses bezeichnet. Chörlein sind typisch für das Nürnberger Stadtbild. Früher hieß der Chor auch Ausladung, Erkerlein oder Studitorium. In anderen Städten werden diese Anbauten Erker genannt, in Nürnberg ist der Begriff „Chor“ allerdings seit 1598 schriftlich belegt.

Es gibt verschiedene Ausführungen dieser Anbauten. Manche sind aus Holz und wirken wie ans Haus angeklebte Schränke oder schlichten Kästen, andere sind aus Stein und durch ihre detaillierte und filligrane Ornamentierung der prächtigste Bestandteil eines städtischen Hauses. Viele dieser Chörlein weisen einen Bogengiebel vor.

Südfassade

Südchörlein

Chörlein an Nachbarhaus in der Burgstraße

Sitz des Chörleins in der Fassade

 

Der Name Chor rührt daher, dass in den Auskragungen für die Familien kleine Andachten gehalten wurden. Da die meisten Nürnberger Chörlein keinen sakralen Ursprung mehr hatten sondern reine Zierbauten waren, wurden sie ganz normal in den Familienalltag integriert und dafür benutzt um zu sehen, wer an der Tür steht oder was auf der Strasse passiert.

Über 450 Chörlein schmückten vor dem zweiten Weltkrieg die Fassaden der Stadt, durch die Bombenangriffe wurden 350 von ihnen zerstört. Dank der Nürnberger Altstadtfreunde e.V. zählt Nürnberg wieder 17 restaurierte oder neu aufgehängte Chörlein mehr. Am großen Sandsteinchor an der Südfassade sind Reliefs und Inschriften plaziert. Im mittleren Brüstungsabschnitt befindet sich ein Relief mit drei Männern die dem Druckereihandwerk nachgehen und das ganz offensichtlich auf den Wiederaufbau durch Tümmel zurückzuführen ist. Darunter befindet sich die Inschriff „Gott gruess die Kunst“. Das untere Brüstungsrelief ziert ein in Ornamente gebettetes Medallion in dem die Justizia mit Schwert, Augenbinde und Waage abgebildet ist. Der Chor des Eckstein sitzt ausserhalb der Symmetrie der Fassade am Ende des ersten Wanddrittels1. Er beginnt traditionell über dem ersten Geschoss, erstreckt sich dann allerdings über erstes und zweites Obergeschoss.

Fassadenanalyse

Das Haus der Kirche zeigt sich als 6-geschossiger Bau mit 7 Strassenfassaden und einer Hoffassade. Die Südseite als Hauptfassade präsentiert sich mit vier Fensterreihen und einer Gaubenreihe. Der Spitzboden ist von Süden nicht belichtet. Es gibt drei horizontale Bereiche. Der unterste bildet das Sockelgeschoss mit großen Fenstern und einem eigenen Raster. Darüber erstreckt sich ein mittlerer Teil mit einem homogenen Fensterraster und darüber wiederum das Gaubengeschoss. Als verbindendes Element findet sich das Format des Fensters auch im Sockelgeschoss wieder, da die Höhe der oberen Fenster als Ausgangspunkt dient und die Festverglasung als Rahmen um das Format herum gelegt wurde.

Ostfassade Teil 3

Ostfassade Teil 1 und 2

Südfassade

Die Westfassade teilt sich in 4 Fassadenbereiche. Die beiden mittleren sind traufständig, wie es die Nürnberger Bauvorschriften vorsehen, die südliche ist Giebelständig und die nördlichste besteht aus einem gläsernen, schwebenden Rechteck. Die Giebelfassade ist symmetrisch aufgebaut und horizontal wieder in drei Bereiche gegliedert. Das Sockelgeschoss mit den großen Glasflächen besitzt die Eingänge. Die Fenster sind symmetrisch und gleichmäßig gerastert. Im Giebeldreieck finden sich dann zwei weitere Fensterformate. In der zweiten Fassade findet sich ein einheitlicheres Raster. Die zwei Fenster rechts und links messen zwei mal die Breite der Zwischenräume. Der mittlere Zwischenraum hat die Breite eines Fensters. Die Tür sitzt genau unter der linken Fensterachse und misst die Breite von zwei Fenstern und einem Zwischenraum. Die Erdgeschossfenster haben das gleiche Format der anderen Fenster, sind allerdings ohne Zwischenraum nebeneinander gesetzt.

Die dritte Ostfassade ist auch in Sockelgeschoss, Obergeschosse und Dachbereich aufgeteilt und weist ein neues Fensterformat auf, das sich wieder zu einem Raster zusammensetzen lässt. Die Formate lassen sich auseinander ableiten. Wenn das unterste südlichste Fenster der Maßstab (a) ist, dann ergeben sich daraus die anderen Fenster mit exakt 1,4a. Die Breite der Hauptfenster entspricht genau dem Doppelten der kleineren Seitenfenster (c). Bis auf den Sprung zwischen EG und den oberen Geschossen gibt es in der Brüstungshöhe keine Abweichungen vom Maß (d). Das langgezogene Erdgeschossfenster hat genau die halbe Höhe des Fenstermaßes (a).

Durchgang Eckstein / Ellembogengässchen / Ostfassade

Innenhoffassade

Die nördlichste Fassade, die den Durchgang zum Ellenbogengässchen bildet, hat ein klares Raster aus 4 Elementen, einem oberen Abschluss und ist symmetrisch aufgebaut. Die Spaltenbreite (a) bildet ein wiederkehrendes Modul in der horizontalen Aufteilung der Fassade, indem sie -als Quadrat- den Geschosswechsel in der Fassade anzeigt. Jeweils darüber beschreibt ein zweites Maß (b) die Höhe der Brüstung und dazwischen das dritte Maß (c) die Höhe der Fenster. Der oberste Bereich (e) ist nicht verglast und bildet den oberen Abschluss des gläsernen Riegels indem er das Dach bildet.

Der Innenhoffassade wurde in der Rasterung ebenfalls eine Symmetrie zugrunde gelegt, der sich allerdings links noch ein kleiner Teil anfügt, der die Verbindung zum Ostflügel bildet. Vertikal ist die Fassade in den vorspringenden unteren Abschnitt (g) und den zurückgesetzten oberen Abschnitt (h) geteilt. Außerhalb der Symmetrie befindet sich die Eingangstür fast mittig in der rechten Fassadenseite.

 

Der untere Abschnitt teilt sich horizontal in zwei gleich dimensionierte Flächen, der obere Abschnitt mit dem Giebel weist verschiedene Größen auf. Oben und unten sind die Glasflächen in ihrer maximalen Höhe gleich, der mittlere Fensterstreifen ist etwas schmaler. Zwischen oberem und mittlerem Streifen gibt es eine Trennung aus gleichgroßen kleineren Glasflächen. Der Streifen direkt über dem vorspringenden Teil fällt schmaler aus. Die Westfassade teilt sich in zwei Bereiche, die jeweils in Sockelgeschoss, Obergeschosse und Dach einteilen lassen. Der Linke weist ein Fensterraster auf, das sich aus dem Element des Fensters bilden lässt. Ist das Fenster mit Flügeln und Festverglasung Element 1, ist die Brüstung genau 3/4 des Fensters hoch und die Breite des Mauerpfeilers zwischen den Fenstern misst genau 1/4 davon. Die rechte Fassade ist symmetrisch gespiegelt, wobei die Fenster die gleiche Größe wie die der linken Seite haben. Die Festverglasung wurde allerdings weggelassen. Der horizontale Abstand zwischen den Fenstern misst hier 1 1/4 der Breite. Die Position der EG-Öffnungen resultiert aus den Achsen der OG-Fenster. In der Mitte befindet sich die Tür mit einseitiger Festverglasung, die großen Fenster sind ähnlich denen der Südfassade. An der abgeschrägten rechten Fassadenecke hängt ein nach unten spitz zulaufender Körper aus mehreren horizontalen Scheiben und Hohlkehlen am unteren Abschluss der Obergeschosse.

Weitere Details

Holzfenster in Westfassade

Detail_Aussenlampe

Detail Erker

Die Hauslampe an der Westwand des Eckstein wurde in Anlehnung an die historischen Straßenlampen in Nürnberg gefertigt. Ähnliche Ausführungen finden sich an den umliegenden alten und restaurierten Häusern der Nürnberger Altstadt und tragen zu einem einheitlichen Erscheinungsbild von Strassenzügen bei, auch wenn die einzelnen Exemplare oft Abweichungen haben und es dadurch zunächst scheint, als gäbe es kein zweites Exemplar dieser einen Lampe. Im Falle des Eckstein allerdings findet sich der Zwilling nicht weit entfernt an einem Haus im Halbwachsengässchen.

Ein Stein mit der Jahreszahl 1953 wurde in die Ostfassade nahe der Madonna in Höhe des Straßenschildes in die Wand eingelassen. 1953 ist das Jahr des Wiederaufbaues nach dem Krieg, als mithilfe des Architekten Huthöfer aus den wenigen erhaltenen Mauern wieder die Buchdruckerei Tümmels entstand. Am großen Sandsteinchor an der Südfassade sind Reliefs und Inschriften plaziert. Im mittleren Brüstungsabschnitt befindet sich ein Relief mit drei Männern die dem Druckereihandwerk nachgehen und das ganz offensichtlich auf den Wiederaufbau durch Tümmel zurückzuführen ist. Darunter befindet sich die Inschriff „Gott gruess die Kunst“. Das untere Brüstungsrelief ziert ein in Ornamente gebettetes Medallion in dem die Justizia mit Schwert, Augenbinde und Waage abgebildet ist.

Was ein lateinisches Kreuz mit einem kleinen Haus in Rom zu tun hat.

Il Gesu Giacomo Vignola

Wie lange baut man an einer kleinen, römischen Kirche und wie verbindet man einen Langbau mit einem Zentralbau? Was hat ein lateinisches Kreuz mit einem Haus zu tun und wie verändert sich ein Stil in der Architektur? – Hier und da werden ab und an kleine und große Bauwerke von Interesse hier vorgestellt. Heute, Il Gesù in Rom.

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Mängel ohne Ende – Rezension

Ansorge Mängel ohne Ende

Dieter Ansorge bietet in seinem Buch einen tagebuchähnlichen Bericht über die Entstehung einer Doppelhaushälfte, bei der es „Mängel ohne Ende“ gab. Neben ausführlichen Beschreibungen der aufgetretenen Fehler beschreibt Ansorge, wie mit den Fehlern umgegangen und wie sie behoben wurden. Dabei gibt er einen ungefähren Einblick in die Kostenentwicklung der Mängelbeseitigung und gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, wie diese Fehler hätten vermieden werden können. Inhaltlich deckt das Buch die Themen Rechtsgrundlagen, Planung, Bauüberwachung, Ausführung und Ablauf ab. Die jeweiligen Themen sind unterteilt und erläutern grob die einzelnen wichtigen Punkte wie ‚Entwässerungssatzung‘ oder ‚Tragwerksplanung‘. Das Kapitel ‚Bauausführung und Bauablauf‘ nimmt den größten Teil ein und hangelt sich chronologisch nach der Bauabfolge durch die Errichtung des Gebäudes.

Dieter Ansorge, Mängel ohne Ende

Allerdings ist das Buch eher umgangssprachlich verfasst, was den Eindruck eines zusammengefassten Blogs erweckt. Die Chronologie der auftretenden Mängel sowie die Spekulation über den zukünftigen Umgang damit, lässt vermuten, dass das Buch im Verlauf des Baus entstanden ist und später nicht in großem Umfang textlich überarbeitet wurde.
Auf den ersten Anschein wird der Eindruck vermittelt, in Ansorges Buch würde an Planern und Handwerkern aus reinem Prinzip kein gutes Haar gelassen, doch dieser Eindruck revidiert sich, wenn man Ansorges Werdegang und seine Berufswahl als Bauingenieur und Architekt betrachtet. Viele Abbildungen machen es dem Laien leicht, den angesprochenen Problematiken folgen zu können, dennoch fehlt eine professionelle Sachlichkeit und in manchen Punkten auch eine tiefere Beleuchtung wichtiger Punkte. Einige Formatierungsfehler im Textbereich (z.B. werden bei zwei hintereinander folgenden Stichpunktlisten die zweiten Überschriften als Stichpunkt in der ersten aufgeführt) erschweren das flüssige Lesen. Zusammenfassende Bemerkungen neben dem Text geben dem Fließtext eine gute Überschaubarkeit und helfen beim Wiederfinden bestimmter Themen.

Das Buch ist geeignet für Bauherren, Bauträger, Architekten und Planer, die sich anhand einer Beispielbaustelle einen Überblick über zu erwartende oder mögliche Baumängel verschaffen wollen.

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Dieses Buch führt dem Leser brutal und deutlich vor Augen, welche Tücken im Bau eines vermeintlich einfachen Standardgebäudes stecken. Es klärt über die Pflichten der einzelnen Gewerke auf und offenbart die Unzulänglichkeiten in der Bauausführung.[/su_note]

Titel: Mängel ohne Ende – Doppelhaushälfte B
Ausgabe: 2., überarbeitete Auflage
Autor: Dieter Ansorge
Broschiert: 135 Seiten
Verlag: Fraunhofer IRB Verlag; Auflage: 2., überarb. Aufl. (5. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3816792219
ISBN-13: 978-3816792215
Preis: 24,90€ auf Amazon

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Fraunhofer IRB Verlag zur Verfügung gestellt.

Heutige Nutzung des Hauses Eckstein

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.
Teil 1 – Haus Eckstein in Nürnberg[/su_note]
 
Heute wird ein Teil des Gebäudekomplexes des Hauses Eckstein vom Café „Zeitlos“ für seine Räumlichkeiten genutzt.
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Dieses befindet sich im südlichen Bereich des Hauses im Erdgeschoss. Das eigentliche Hausder Kirche, zu finden unter dem Namen „Eckstein“, erstreckt sich mit seinen Sälen, Büros sowie Groß- und Gruppenräumen über den restlichen Gebäudekomplex. Auf den ersten Blick wirkt das Haus von Innen kahl, kühl und ungastlich. Die Einrichtung ist funktional schlicht gehalten, denn der Publikumsverkehr macht es notwendig, dass die Räumlichkeiten leicht und schnell zu reinigen sind. Dunkle Steinböden stehen im Kontrast zu den einfachen, weißen Wänden und den Türen aus hellem Holz. Die Treppen sind aus Stahl gefertigt und mit Holzstufen versehen. Das Gemeindehaus wartet mit vielen Veranstaltungen auf. Das Programm reicht von Pilates und Yoga über Hilfe für Alleinerziehende bis hin zu spirituellen Meditationen.

Entwurfsskizzen der Architekten

Institutionen im Haus sind die Evangelische Fachstelle Al- leinerziehende, die evangelische Stadtakademie Nürnberg, das Forum Erwachsenenbildung/ ev. Bildungswerk e.v., das Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden und die Evangelische Jugend Nürnberg.

Haus Eckstein in Nürnberg

Café Zeitlos im Eckstein

Genau wie das gesamte Gebäude sind auch die Räume des Café Zeitlos‘ verwinkelt, was nicht in geringem Maße dazu beiträgt, dass der Gastraum eine gewisse Intimität hat und der Besucher sich behütet und geborgen fühlt. Kleine Gästegruppen können sich in eine der Nischen, die durch die Lage des Kamins entstehen, zurückziehen.

Auffällig sind die offen liegenden Lüftungsrohre, die sich wie Fremdkörper silbern glänzend von der seidenmatt dunkel- blau gestrichenen Decke abheben. Auch der Weg zu den Sanitäreinrichtungen, der durch eine in Wandoptik bemalten orangenen Tür von den kühlen Fluren des Eckstein abgetrennt ist, beschreibt einen radikalen Stilbruch. Durch ein massives Gitter sind die weiteren Flure des Eckstein abgetrennt, doch der Blick in die Treppenkonstruktion ist frei bevor die schwarz glänzenden Treppen in den Keller zu den Gästetoiletten führen.

Das Gebäude

Konzept und Vision

ZurKonzeptfindungwurdenBeteiligtevomArchitektenbiszum Nutzer in einem offenen Verfahren einbezogen. Gleichzeitig wurde die bauliche Umsetzung von den Architekten erarbeitet. Das Haus der Kirche sollte einladend gastlich und Raum für spirituelle Tiefe sein, es sollte das geistliche Leben aufnehmen und Gespräche fördern.
Unter einem Dach vereinigt werden sollten das Gemeindehaus St. Sebald, die evangelische Jugendarbeit, die Gremien und Informations- sowie Hilfsdienste, die allesamt dennoch eigen- ständig zu bleiben hatten.
Für das direkte Signal der Gastlichkeit sollten Infothek als auch Restaurant dienen.
Aus einem introvertierten Produktionsbetrieb galt es ein sich nach aussen öffnendes, einladendes Haus zu machen. Außer- dem sollte es ganz ohne Schwierigkeiten für jeden zu betreten sein, so war die Prämisse. Durch Offenheit und viel Licht sollte Angst und Beklemmung entgegengewirkt werden und durch gesicherte Barrierefreiheit ist der Zugang jedem möglich.

Das Haus der Kirche durfte nicht in Konkurrenz zu den großen Baudenkmälern in seiner nächsten Umgebung treten und sollte dennoch ein architektonisches Zeichen setzen. Die Möglichkeit, Bindeglied zwischen den verschiedendsten konzeptionellen und räumlichen Vorstellungen seiner Nutzer zu sein, deren Anspruch es war, eine eigene Identität in dieser Einrichtung zu bekommen, blieb erhalten.
Schnell entstand die Vision eines Hauses, das den Außenraum, die Straße, den Platz, einbezieht und innen wie außen durchläs- sig ist und dadurch alle Nutzungsebenen miteinander verwebt. Luft,Licht,Wasser,Pflanzen,FarbeundMaterialsolltenLeben spürbar machen, Positives ausstrahlen und Raum zur Ent- wicklung und Veränderung geben. Einblick und Ausblick sind gleichermaßen gegeben.

Umsetzung

Nachdem die dominante Ecksituation des Hauses am Rat- hausplatz lange diskutiert wurde und man schon probierte, das turmartige Eckgebäude von einst wieder herzustellen, ließ man diese Überlegung letzendlich aus mehreren Gründen fallen.
Buchstäblich ins Gegenteil verkehrt wurde diese Idee, indem die Hausecke im Erdgeschoss nun zurückgezogen wurde um so eine offene Arkade zu schaffen, über die die Empfänge der beiden Institutionen des Hauses erreichbar sind. Über die Ecke erreicht man den Gastronomiebereich sowie die Informationstheke des Eckstein.
Als Lebensader des gesamten Gebäudes entstand die zwischen
die Hauptbaukörper eingefügte glasüberdeckte Treppenhalle.
Durch- und Einblick in alle Nutzungsebenen ist über EmpHoalrbewanc,hsengässchen Brücken und Freitreppen gegeben. Sie führt durch das Gebäude
bis zum wieder auferstandenen Ellenbogengässchen, das einen
eigenen Eingang zum Haus der Kirche bekam.
Raumklima und Raumakustik werden durch die die östliche HallenwandgestaltendeBepflanzungpositivbeeinflusst.Diese hängendenPflanzgefäßewerdendurcheinDachwasserreser-
voir versorgt, das durch die Dachbegrünung von Schadstoffen befreitundsogefiltertdemWachstumskreislaufwiederzuge-
führt wird.
Über sich immer wieder aufweitende Erschließungsbereiche werden die unterschiedlichen Raumstrukturen zugänglich gemacht.
Es gibt Säle, Seminarräume, eine Bibliothek, ein mobiles Café der Behindertenarbeit, Gemeinderäume und Büroräume. Sie bieten durch ihre verschiedenen, verschachtelten Flächen Ni- schen und Plätze für Teeküchen und Sitzbereiche für Mitarbeiter und Raum für Informationsaustausch in Form von Stellwänden undRepräsentationsflächen.
Durch die Lebensader des Hauses wird der Blickbezug nach außen zur Nürnberger Burg, St. Sebald, dem Rathaus und zum Straßenraum hergestellt.
In Anlehnung an die bisherige Nutzung des Gebäudes der Druckerei Tümmels wurde das Konzept des industriellen Zweck- baus in differenzierter Weise in Material- und Farbwahl sowie inderBehandlungderOberflächenaufgenommen.
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Umbau und Neubau

Im Rahmen der neuesten Umbaumaßnahmen wurde unter Anderem der vorhandene Stahlskelettbau der alten Druckerei der den Ostteil des Gebäudekomplexes1 bildet, entkernt und durch die Treppenhaushalle erweitert.
Diese ist eine Konstruktion aus Stahlbeton und Glas.
Bauteil 1 besteht aus einem Untergeschoss, 4 Normalgeschos- sen und 2 Dachgeschossen. Der Dachstuhl ist eine Konstruktion vorwiegend aus Stahl und Holz.
Im Zuge der Umbauten wurde ein weiterer Neubau direkt an Bauteil 1 angeschlossen. Das sogenannte Bauteil 2 ist ein Stahlbetonmassivbau mit einem Untergeschoss, 5 Normal- geschossen und einem Dachgeschoss. Der Dachstuhl ist vollständig aus Holz konstruiert. AufgrundderVergrößerungderDachgeschossnutzflächemuss- ten in den Bestandsgebäuden die vorherigen Kehlbalkendach- konstruktionen abgebrochen werden. Sie wurden einheitlich durch Pfettendachkonstruktionen ersetzt.
Durch die geänderte Nutzung und bereichsweise Erweiterung mussten die vorhandenen Träger teilweise zusätzlich unter- stützt werden.

Baukörper und Volumen

Baukörper und Volumen

Den alten Feuerschutzbestimmungen folgend stehen die Dä- cher der drei Bestandsgebäudeschenkel traufseitig zu Straßen undInnenhof.DemwidersprechendbefindetsicheinSatteldach als verbindendes Stück über dem alten Innenhof , sodass es zum neuen, kleinen Innenhof giebelständig ist.

Funktion und Nutzung

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ImErdgeschossbefindensichdieoffenenundfreizugänglichen Räume wie das Foyer und wenige kleine Büros und die Räum- lichkeiten des Café Zeitlos im Südteil.
In den Räumen Richtung Süd und Ost in den oberen Geschos- sen befinden sich hauptsächlich die im Haus angesiedelten Büros während die öffentlichen Räume und Säle den westlichen Gebäudetrakt sowie den kleinen Glaserker und große Teile der Dachgeschossräume belegen.
Die Sanitärbereiche ziehen sich wie ein Kern senkrecht durch das Haus in der Mitte nahe des Aufzuges. Die Toiletten im Keller gehören zum Café Zeitlos und sind vom restlichen Eckstein abgetrennt.

Erschließung

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Die Zugänge vom Straßemraum zum Haus befinden sich in allen vier Himmelsrichtungen. Der Südliche Zugang ist der Haupteinang zum Café Zeitlos, der über eine breite Stahltreppe wenige Stufen hinauf in die Gastronomie führt. Im SüdOsten ist die eingezogene Erdgeschossecke der Eingangsbereich für den Nebeneingang des Zeitlos und den Haupteingang zur Infotheke des Eckstein. Gleich daneben an der Ostfassade befindetsichderrollstuhlgerechteEingangmitkleinerRampe, ebenfalls zur Infotheke und direkt zum Fahrstuhl des Hauses. Ein weiterer Eingang liegt im Ellenbogengässchen in der großen Glasfassade. Von diesem Eingang im Staffelgeschoss führt eine kurze Treppe mit Rollstuhllift in die erste Vollebene von der aus auch wieder der Fahrstuhl erreichbar ist.
Das Haus Eckstein als Haus der Kirche ist als Haus mit viel Begegnungsraum konzipiert. So dient die gläserne Treppen- haushalle nicht nur als reiner Wegraum sondern vor allem der Begegnung und dem Austausch, der Kommunikation.
Die offenen Freitreppen sowie die mehreren im Haus verteilten Treppenhäuser dienen nicht nur als Fluchtwege sondern vor allem dazu, eine Bewegungsdynamik im Haus zu schaffen. Egal wo das Ziel liegt, es gibt mehrere Wege, es zu erreichen und dabei wird zumeist auch eine der vielen Teeküchen pas- siert, die ebenfalls Teil des Begegnungskonzeptes sind. Neben den Teeküchen, Informationswänden und verstreut plazierten Stehtischen gibt es in der Treppenhaushalle auch einige kleine Sitzgruppen, die zum Gespräch einladen.
Die ganze Treppenhaushalle ist hell und offen gestaltet und mit vielen Pflanzen ausgestattet. Eine Reihe von Kübelpflanzen steht an der Glasfassade verteilt und eine hängende Pflanz- kastenkonstruktion befindet sich mitten in der Halle an der ehemaligenAußenwanddesOstbaus.DiePflanzeninstallation wird durch ein Regenwasserreservoir vom Dach gespeist. Pflanzen, Sitzgruppen sowie einige verteilt plazierte Details verleihen der Halle einen freundlichen Charakter mit viel Aufent- haltsqualität sodass der erste Eindruck eines Missverhältnisses zwischen Nutz- und Bewegungsfläche aufgehoben wird. Das Nutzungskonzept des Eckstein hätte kaum eine andere Verteilung der Flächenverhältnisse zugelassen.

Haus Eckstein in Nürnberg

Eckstein Haus der Kirche Nürnberg
[su_note note_color=“#e0e0e0″]Das Haus Eckstein in Nürnberg wurde zuletzt von Architekturbüro Fritsch + Knodt & Klug umgebaut. Der Geschichte und dem Umbau des Hauses wird eine kleine Serie gewidmet, die in den nächsten Wochen auf Raumzeichner.de erscheinen wird. Neben der Architektur werden auch Städtebau und Geschichte analysiert und beschrieben.[/su_note]

Geschichte des Hauses

Unter dem Eintrag „Ellenbogengässchen“, das durch den neuesten Umbau durch das Architekturbüro Fritsch + Knodt wieder hergestellt wurde, konnte im Bestand der Kommunalregistratur ein Grundstücksverkauf des “FlurstücksNr. 6101/2 der Gemarkung Sankt Sebald“ von der Stadt an „die Buchdruckerei W. Tümmels und den Verlag des Fränkischen Kuriers GmbH“ aus den Jahren 1941-1943 (C 7/VIII Nr. 1122) gefunden werden (Stadtarchiv Nürnberg).
Die erste Erwähnung des Grundstücks zur Burgstraße 1-7 in den Unterlagen des Stadtarchivs Nürnberg stammt vom 29. Juli 1879 aus einem Protokoll. In den Akten des Stadtmagistrats Nürnberg mit dem Betreff: Gesuch des Grundstücksbesitzers Wilhelm Tümmel um Aufstellung eines Dampfkessels […] vom 1. Oktober 1892 wird der Schriftverkehr samt einfacher Skizzen zum Umbau für den Einbau eines Kessels festgehalten.

Bilder mit freundlicher Unterstützung aus dem Stadtarchiv Nürnberg.

Der Architekt Georg Heim errichtete 1887/88 das “Haus des Fränkischen Kuriers“ an dieser Stelle. Aus alten Zeichnungen geht hervor, dass sich das Haus radikal veränderte, die Kubaturen aber blieben. Da in den Akten aus 1887 von der Errichtung gesprochen wird, ist spekulativ, ob das Gebäude in diesem Zug völlig abgerissen wurde (Zu einem Abriss konnte ich keine Belege finden.).
Unter Wahrung der vorgefundenen mittelalterlichen Baufluchten und Grundstücksstrukturen entstand ein Gebäudeensemble im „Nürnberger Stil“. Es wurde bewusst kein nüchterner Fabrikstil gewählt sondern eine würdige und harmonische Repräsentation.

Der Nürnberger Maler Friedrich Wanderer beriet Gerorg Heim stilistisch und griff auf die traditionellen Bauformen wie Chörlein, Ziergiebel und Erker zurück.
Die Bombenangriffe des 2. Weltkrieges zerstörten den gesamten Gebäudekomplex bis auf die südwestliche Ecke.

Wiederaufbau Druckerei Tümpels 1952 und Umbau 1968

Momentaufnahmen des Wiederaufbaus

Ab 1952 plante der Architekt Hans Huthöfer den Wiederaufbau des gesamten Areals. Von seiner Planung wurden allerdings nur Teile verwirklicht.
Es entstand ein für den Druckereibetrieb abgestimmter Betonstützbau in Verlängerung zum noch bestehenden zum Rathausplatz traufständigen Gebäude zwischen Burgstraße und Krämergasse. Die unbebauten Flächen dienten als Lade- und Rangierfläche der Druckerei.
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Nürnberg Ellenbogengässchen

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Nürnberg Ellenbogengässchen 49.456160, 11.077053

Allein der Funktion folgend wurde auf das repräsentative Äußere des Neubaues völlig verzichtet. Die inneren Funktionsabläufe standen im Vordergrund der Planung, sodass vergitterte Fenster sowie versteckte Zugänge entstanden und provisorische Zwischen- und Anbauten den Charakter des Rathausplatzes gänzlich veränderten.

Halbwachsengässchen 2, Untere Krämergasse 4 (Links), 1942

Aus einem Schreiben vom 12. Oktober 1948 von der Technischen Abteilung der Baupolizei an das Stadtbauamt geht hervor, dass laut Architekt die Erstellung eines Lagerschuppens zur Unterbringung von Material während der Bauarbeiten unbe- dingt notwendig sei. Anfang 1954 wurde laut Schlusskontrolle die Errichtung eines behelfsmäßigen Schuppens und eines Transformatorenraumes fertiggestellt.
Die Baupolizei setzt schon in einem Schreiben vom 26. Oktober 1948 Bestimmungen über den Umgang mit Materialien beim Bau des Hauses fest. So wird unter Anderem festgelegt, dass zur Mörtelbereitung nur scharfkantiger Bausand verwendet werden darf.
Sand- oder Backsteine sind laut Bestimmung gründlich zu reinigen, wenn sie aus einem Abbruch stammen.
Backsteine dürfen nur unter Verwendung von Portlandzement vermauert werden.
Die Untersichten der Treppen und der Podeste sind weiß zu verputzen.
Die Außenwände des Gebäudes sind zu verputzen und zu streichen.

Aus der Baubeschreibung vom 23.7.1968, unterschrieben mit Hans Huthöfer, Architekt BDA, für die erdgeschossige Hofüberbauung im „Anwesen der Firma W. Tümmels-Verlag, Nürnberg, Burgstr. 1-7“ geht hervor, dass die im Keller überdeckte Hofanlage im Erdgeschoss eine Maschinenaufstellung ermöglichen soll, weshalb eine Abstützung der Decke ins untere Kellergeschoss von Nöten sei.
Im Zuge dieser Baumaßnahme fertigte man eine Stahlkonstruktion zum Abfangen an, die im Keller auf die vorhandenen Fundamente und Mauern aufgestützt wurde. Diese Stahlkonstruktion wurde durch die Decke hindurchgeführt und oberhalb als Stütze für eine Überdachung genutzt.

Die Überdachung wurde aus vorgefertigten Betonteilen gebaut. Die statischen Berechnungen ergaben eine Belastarkeit der Decke mit 1,0t/m2. Die Fensterbrüstungen in Richtung der Maschinenhallen wurden herausgebrochen und die Fenster entfernt, sodass es eine Verbindung hergestellt werden konnte. Die an der Burgstr. gelegenen Räume wurden von ihr aus belichtet und belüftet während der neu überdachte Teil nun nur noch durch Lüftungskuppeln mit Frischluft und Licht versorgt werden konnte. Die Konstruktionen wurden aufgrund der hohen Gefährdung allesamt feuersicher ummantelt.

Ist die Umnutzung von Gebäuden historisch relevant oder ist es nur nostalgische Wehmütigkeit, die dafür sorgt, dass Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden?

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Teil 2 – Heutige Nutzung [/su_note]

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Ohne spendable Familie erweist sich die Schul- und Unizeit für viele als arbeitsreich, denn wenn man kein üppiges Taschengeld oder Unterhaltsunterstützung für die erste Studenten-WG bekommt, das Bafög nicht reicht oder man gar keines bekommt, dann heißt es für viele: das erste eigene Geld verdienen.

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Bundesrechnungshof | Diplomarbeit 2014

Konzept

Das Ziel des Entwurfes ist, das Gebiet zwischen Berliner- und Bethmannstraße aus der Isolation zu holen und neu zu beleben. Dazu ist eine vielfältige Nutzungsdurchmischung und die Anbindung an die Stadt nötig. Durch die Insellage des Baugebietes hat es nicht nur sich selbst sondern auch den südlich angrenzenden Teil abgeschottet und für Fußgänger, die aus dem nördlichen Gebiet kommen, keinen Anreiz geboten, Richtung Main weiter zu gehen. Die von Norden kommende Straße „Großer Hirschgraben“ wurden abgeschnitten, der Tunnel machte ein Überqueren der Straße hindernisreich und der lange Riegel am Bundesrechnungshof ein Umgehen aufwändig. Durch Verschmälerung der Straße, Entfernen des Tunnels und öffnung des Areals auf der Nord-Süd-Achse wird das Gebiet durchlässig und verliert den abschottenden Charakter .

Neben der Ausbildung einer Infrastruktur ist auch das Besiedeln mit anziehenden Nutzungen nötig, um das Gebiet zu beleben. So finden sich im Entwurf eine Hotelnutzung im denkmalgeschützten Bundesrechnungshof sowie Wohnungen, anmietbare Büroetagen und Gastronomie  um eine ganztägige Nutzung zu gewährleisten.
Eine Straßenbahnhaltestelle im Süden des Geländes verbessert die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und ein Parksystem unter dem Grundstück schafft platzsparend die Abstellmöglichkeit für rund 260 PKW und somit eine Entlastung des ruhenden Verkehrs am Gelände. Damit werden attraktive, fußläufig erreichbare Freiflächen geschaffen.

Zwei in sich schlichte, aber zusammen geschobene Körper bilden die Grundform des neuen Entwurfes, die die Nutzungen Wohnen und Arbeiten beinhalten. Der kleine Körper beinhaltet die Büronutzung mit variablen Grundrissen während der hohe, schlanke Körper vielfältige Wohnnutzungen von der Single- bis zur großen Maisonettewohnung anbietet. Die Maisonettewohnungen befinden sich zwischen den beiden Treppenkernen des Gebäudes und verbinden mit ihrer Ausführung als Crossover die Belichtung von Nord- und Süd und die Reduzierung von Erschließungsfläche. Die anderen Wohnungen haben entweder eine Südausrichtung oder zweiseitige Belichtung.

Energie und Ökologie

Die Nähe zum Wasser und somit die eingeschränkte Bebaubarkeit sowie die umgebende, niedrige Bebauung erlauben eine großzügige Sonneneinstrahlung auf das Gelände und die entstehenden Bauten, sodass eine intensive Nutzung der Sonneneinstrahlung möglich ist und Solarpanels genutzt werden können um die Energieeffizienz der Anlage zu steigern. Die nachhaltige Energieerzeugung reduziert Ressourcenverbrauch und und Emissionen.

Nachhaltigkeit und Sparsamkeit werden immer wichtigere Themen bei der Planung ökologischer und umweltschonender Gebäude. Je weiter man auf konventionell erzeugte Energie verzichten kann, desto weniger wird die Umwelt in Mittleidenschaft gezogen und das Gebäude wird unabhängiger. In Deutschland steigt seit 1990 die jährliche Sonneneinstrahlung durch verminderte Staub- und Schadstoffemissionen. Die Verwendung von solarenergiegewinnenden Vorhangfassaden an Süd- und Westfassade ermöglichen eine erhöhte Energieeffizienz des Gebäudes ohne optische Beeinträchtigung.
Solaranlagen nutzen diffuses und direktes Sonnenlicht und verschiedene Solarzellen besitzen verschiedene Empfindlichkeiten. Dünnschichtmodule unterscheiden sich in Wirkungsgrad, Einstrahlungs- und Temperaturabhängigkeit von kristallinen Modulen. Sie haben eine höhere Verschattungstoleranz als Standardmodule, und nutzen energieschwächeres Licht (z.B. bei Bewölkung, diffuses Licht) besser aus als mono- und polykristalline Module. Neben den nach Süden ausgerichteten Systemen eigenen sich durch die vertikale Ausrichtung auch die nach Nordwest und Ost orientierten Fassaden zur Energiegewinnung durch die Einstrahlung der tiefer stehenden Morgen- und Abendsonne. Sie tragen so zu einer gleichmäßiger über den Tag verteilten Energiegewinnung bei. Als abschließendes Bauteil des Neubaus werden Photovoltaik-Elemente an Stelle von herkömmlichen Panelen im Form einer hinterlüfteten Vorhangfassade als Kaltfassade eingesetzt und bieten damit eine Erhöhung der Energieeffizienz in zweierlei Hinsicht. Als Bestandteil des Gebäudes bildet sie die unverzichtbare schützende Hülle und liefert direkt nutzbare Energie. Der Energieaufwand für die Herstellung von Photovoltaik [PV]-Anlagen ist eine Vorleistung die mit der Gewinnung von Solarstrom zurückgezahlt wird. 1,8-3,6 Jahre sind geschätzt für die energetische Armotisierung einer Anlage in Deutschland realistisch. Die Ausführung der Gebäudehaut als Lochfassade vermindert die direkte sommerliche Wärmeeinstrahlung und damit die Überhitzung der Räumlichkeiten. Dabei erlaubt die leichte, vorgehängte Elementfassade großzügige Fensteröffnungen und verbindet dies mit dem Vorteil, gleichzeitig große Flächen für die Photovoltaik-Anlage zu bieten, während die Hinterlüftung den Wirkungsgrad der PV erhöht.

Holz

Die Verwendung von Holz als umweltgerechtes und leichtes Rohmaterial in der gesamten Fassade vermindert nachweislich die graue Energie des Neubaus. Die brandschutztechnische Gefahr von Holz im Bau ist bei fach- und sachgerechter Verwendung hauptsächlich psychologischer Natur, wie der Bau und die Planungen kompletter Holzhochhäuser bewiesen. Holz als konstruktives Baumaterial ermöglicht in Holzhybridbauweise Gebäude mit bis zu 30 Stockwerken und 100m Höhe. Durch die Verwendung von industriell vorgefertigten Modulen ist der Aufbau schnell und ressourcenschonend.

Brandschutz und Brandbekämpfung

Die nichttragende Außenfassade ist als hinterlüftete, mit Mineralfaserdämmstoff gedämmte Konstruktion ausgeführt. Der geschossweise Einbau eines im Brandfall im Hinterlüftungspalt aufschäumenden Brandschutzbandes verhindert die Brandweiterleitung hinter der Fassade. Desweiteren dient die Stahlbetondecke mit mehr als 20cm Stärke als Brandschutzabschottung zwischen den Geschossen. Die baurechtlichen Anforderungen werden durch Verwendung schwerentflammbarer oder nichtbrennbarer Materialien erfüllt. Der Einbau von Rauchmeldern und Sprinklern erweitert das Brandschutzkonzept und gewährleistet eine gesteigerte Sicherheit des Gebäudes. Im Brandfall kann die elektrische spannungsführende PV-Fassade durch die Fenster durchdrungen werden. Feuerwehraufzüge sowie abgeschottete Treppenräume ermöglichen den Zugang der Feuerwehrkräfte sowie das schnelle Verlassen des Gebäudes. Die Aufzugsvorräume sind zusätzlich als druckluftbelüftete Räume auszubauen.

Revitalisierung

Denkmalpflege ist  nur möglich, wenn die Denkmale genutzt werden. Damit sie nutzbar werden, sind Kompromisse nötig. Der seit über einem Jahrzehnt leer stehende Bundesrechnungshof erfährt eine Wiederbelebung durch seine neue Nutzung als Hotel. Die Struktur der ehemaligen Zellenbüros eignet sich hervorragend für eine Hotelnutzung. Auch im Hotelentwurf gibt es die Nutzungsdurchmischung des übrigen Entwurfes. Durch die neue Bebauung entsteht ein neuer Vorplatz vor dem alten Haupteingang, der seine Bedeutung weiterhin behält. Im Erdgeschoss des Hauptflügels findet sich neben der publikumsoffenen Bar und der Rezeption im Foyer auch der Frühstücksraum, der es mit seiner Lage ermöglicht, direkt nach dem Frühstück auf Erkundungstour das Hotel zu verlassen. Der Westflügel bildet den Hostel-/lowbudget-Trakt des Hotels. Dort finden sich 5-10-Bett-Zimmer und günstigere kleine Zimmer mit unmittelbarer Nähe zur im Neubau befindlichen Gastronomie. Dieser Trakt ist besonders für junge reisende Gruppen geeignet, die das Nachtleben der Stadt erkunden wollen. Im Ostflügel finden sich hauptsächlich die Sondernutzungen. Im Bereich des historischen Konferenzraumes findet auch der neue Konferenzbereich mit variablen Abtrennmöglichkeiten seinen Platz. Mittels Trennwänden kann entweder ein großer Saal oder mehrere kleine Räume gebucht und genutzt werden. Im obersten Geschoss des Hauptflügels befindet sich mit Blick auf die Skyline der Wellnessbereich, in dem man mit einzigartiger Aussicht die Seele baumeln lassen kann.

Lüften in der Stadt

Wicona WicLine 215, Hybridfenster mit Doppelfassadenprinzip ist ein zweischaliges Fenster, das einen nach innen öffnenden Flügel mit einem nach außen öffnenden Parallel-Abstellflügel verbindet. Die doppelte Verglasung ermöglicht einen erhöhten Schallschutz bei geöffnetem und geschlossenem Fenster und eine individuelle Lüftung. In den Glaszwischenraum kann ein Sonnenschutz integriert werden und die Witterungs- und Windunabhängigkeit senkt den Energieverbrauch.

Facts

  • Verortung: Alter Bundesrechnungshof FFM, Bethmannstraße / Berliner Straße, Frankfurt am Main
  • Höhe: Flacher Bau 34m, hoher Bau 59m Geschosse: flacher Bau 9 Geschosse, hoher Bau 16 Geschosse
  • Nutzung: Büro, Wohnen, Gastronomie, Hotel
  • Gesamtfläche: BGF ca 30.000 qm
  • 68 Wohnungen (zwischen 30 – 180qm),  8 Büromieteinheiten
  • PKW Stellplätze: 260 Stellplätze in automatischem Parksystem
  • Green Building: Photovoltaikanlage an der Fassade

Software

  • Vectorworks 2013
  • Adobe CS6 Photoshop, Indesign, Illustrator
  • Artlantis Studio 5
  • Cinema 4D

[Rezension] Architektursoziologie

Ein Buch für Architekten, Soziologen, Städtebauer und alle, die sich dafür interessieren, warum sich unsere urbane Umwelt verändert.

Bernhard Schäfers Architektursoziologie [Rezension]

“Grundlagen – Epochen – Themen” lautet der Untertitel Schäfers’ Lehrbuch über Architektursoziologie und ist gleichzeitig auch die grundsätzliche Gliederung des Werkes. Kurz wird dem Leser die Herkunft und Entwicklung des Begriffes der Architektursoziologie vermittelt. Neben der Entwicklung des Begriffes der Architektur als Bauform und Berufsfeld wird auch der Wandel der sozialen Stellung der Architektur im Laufe der Zeit besprochen. Viele, dem Architekturstudenten geläufige, Namen wie Camillo Sitte, Leo von Klenze oder Inigo Jones (um nur wenige zu nennen), sowie Namen bedeutender Philosophen tauchen auf und bilden ein dichtes Netz von Zusammenhängen und Entwicklungen. Neben architektonischen und architekturtheoretischen Fachbegriffen, fließen auch weniger geläufige Begriffe aus der Philosophie ein, die teilweise einiger Recherche bedürfen, da sie dem Architektur- oder Städteplanungsstudenten im Werk selbst nicht erläutert werden.

In 3 Themenblöcken und 12 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln wird dem Leser nicht nur vermittelt, welche Ansprüche es an den ‘Raum’ gibt, wie diese sich verändern und wie der ‘Raum’ Bestandteil vieler Wissenschaften ist. Hauptaugenmerk liegt in der Verknüpfung der sozialen Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Architekturentwicklung der Zeit, was einerseits einen Geschichtsbuchcharakter schafft, andererseits aber auch umfassenderes Verständnis fördert, als es übliche Geschichtsbücher können. Durch den Verzicht vieler (für die Architektur weniger wichtiger) geschichtlicher Details wird so ein auffrischender Schnelldurchlauf durch die Architekturgeschichte betrieben. Dabei hätten allerdings ein paar mehr Bilder zur Vergegenwärtigung der erwähnten Bauwerke durchaus für ein entspannteres Durcharbeiten des Buches hilfreich sein können. Manchmal bedarf es erst eines Lehrbuches, um altbekannte Gegebenheiten wie die Entwicklung der Eisenbahn, durch pures Erwähnen wieder ins Gedächtnis zu rufen und so Verknüpfungen zum Wandel in der Architektur sichtbar zu machen.
Jedem Kapitel ist ein erläuternder Literaturteil angehängt. Tabellen und Schaubilder gibt es recht wenige, was ein flüssiges Lesen erleichtert, allerdings späteres, schnelles Suchen erschwerlicher gestaltet, da grafischere Elemente augenfälliger sind. Hilfreich ist die Gestaltung der Absatzformate, da oft zusammenfassend wichtige Fragestellungen oder Sachverhalte stichpunktartig aufgelistet sind und ein kurzes Resumé zum umgebenden Text erleichtern. Teilweise werden Themen, wie beispielsweise Herder’s Theorie (s. 70) erwähnt; eine erweiterte Erklärung dazu bleibt allerdings dann leider entgegen aller Erwartungen doch aus, was ein trauriges Gefühl von unerfülltem Wissensdrang hinterlässt, das mit ein paar vertiefenden Details hätte verhindert werden können.
Neben der spannenden Thematik ist hervorzuheben, dass das Lehrbuch in ansprechendem Stil geschrieben ist, dennoch keine ‘leichte Kost’ darstellt. Es hilft dabei, dem Architekturstudenten ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen kulturellem Wandel (bedingt durch verschiedenste Einflüsse in der Gesellschaft) und Entwicklung in der Architektur zu vermitteln und bietet andersherum auch dem Soziologiestudenten Einblicke in die Gründe, weshalb sich Stadtbilder veränderten. – Vermutlich wird es dem Soziologiestudenten allerdings aufgrund fehlenden Vorwissens zu vielen benannten Gebäuden schwerer fallen, das Lehrbuch ohne ausufernde Recherchen in der Weise durchzuarbeiten, als dem Architekturstudenten, der bereits 7 Semester Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit den dazugehörigen Namen, Daten und Bauwerken hinter sich hat.
Für 32,99€ ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen aber eine lohnenswerte Investition.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2., durchges. Aufl. 2006 (27. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3531150308
ISBN-13: 978-3531150307
Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,8 x 1,4 cm
EUR 32,99 auf Amazon

Potsdam Schinkel Wettbewerb

Großer Entwurf
TU Kaiserslautern Lehrgebiet Städtebau
WS 2011/2012
Betreuer: Prof. Ingemar Vollenweider Read more

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