I love mondays von Tim Chimoy – Buchtipp

Tim Chimoy hat es wieder getan. Er hat wieder ein Buch geschrieben, das einen packt und mitnimmt durch eine Welt seiner Erfahrungen.

Im locker leichten Stil vom „Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten“ ist auch „I love mondays“ ein Buch, das sich sehr leicht und flüssig liest und durch seinen Humor öfter mal zum Lachen bringt.

„I love mondays“ beschreibt die veränderte Arbeitswelt, in der sich unsere und die kommende Generation befinden. Das geregelte Leben ist nicht mehr das, was es einmal war. Work-Life-Balance muss man sich im Betrieb hart erarbeiten – ein Widerspruch in sich? Der gesicherte Job ist nicht mehr so sicher, wie wir es aus unserer Kindheit oder den Erzählungen der Großeltern noch kennen.
Auch der gefürchtete „gläserne Mensch“ ist Thema in „I love mondays“.  Profile, die nur aus dem geschriebenen Wort im Lebenslauf bestehen, zählen nicht mehr. Das Profil besteht aus dem ganzen Internet. Der Expertenstatus wird dadurch aufgebaut, dass man überall seine Brotkrümel verteilt und dabei einen möglichst guten Eindruck hinterlässt. – Abschlüsse zählen nur noch sekundär und als Grundlage für das Expertenwissen, durch das man sich irgendwie aus der großen Menge der anderen Fische im großen Teich hervortun muss.

„I love mondays“ berät auch, was zu tun ist, wenn wir ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen wollen. In wenigen klaren Punkten wird erläutert, worauf es ankommt. Liest man sie, denkt man sich „Na das ist doch logisch!“, aber steht man selbst vor dem Projekt eigenes Portfolio oder neue Unternehmensseite, dann fragt man sich doch „Was genau verkaufe ich da eigentlich?“. Genau da greift „I love mondays“ ein und hält uns unter die Nase, was wir zuerst uns selbst und dann dem künftigen Kunden beantworten müssen.

Dank der Lektüre ist mein Kindle wieder gefüttert mit vielen neuen Büchern, die ich nun demnächst lesen werde. Buchempfehlungen aus Büchern sind meiner Erfahrung nach die Besten, denn bevor jemand etwas gutes über ein anderes Werk schreibt, muss man schon wirklich überzeugt davon sein. Natürlich ist da auch Eigennutz dabei, aber so bewahrt man sich in der Regel vor Blindkäufen und bisher waren meine Erfahrungen mit Empfehlungen in dieser Hinsicht sehr gut.

Gerade die vielen kleinen Einzelgeschichten, die man in „I love mondays“ findet, inspirieren ungemein. Nicht nur die motivierende Art zu schreiben, sondern auch die Geschichten an sich motivieren, sofort loszulegen. Oft kommt der Gedanke „die Idee hatte ich auch schon!“ und dann liest man, dass diese Idee tatsächlich schon jemanden zum Erfolg gebracht hat. Auch wenn man die gleiche Idee dann nicht nochmal nimmt, so öffnet es doch den Blick dafür, dass kleine Ideen vielleicht doch erfolgsversprechend sein können.

  • Ich habe mittlerweile überall meine Spur hinterlassen.

    Tim Chimoy
  • Reichen würde ein Kärtchen mit dem Aufdruck »Google mich«

    Tim Chimoy

Zum Schluss kommt das Thema Angst zu sprechen. Das Thema kennt jeder, irgendwie. Die Angst vor dem Start in ein neues Leben ohne Netz und doppelten Boden. Zwar gibt es viele Bücher, die sich mit dem Entrepreneurship beschäftigen und auch sie sprechen das Hauptthema zum Scheitern an: Die Angst. – Aber dieses Thema ist elementar, denn in Schockstarre dürfen wir nicht verfallen und uns verkriechen bringt uns auch nicht weiter. Mischa Miltenberger, der Co-Autor von „I love mondays“, beschreibt wie es auch nach einem Burnout weiter gehen kann. – Meiner Meinung nach sind Menschen, die einen Burnout erleiden, die idealen Selbstständigen. Wer sich schon für jemand anderen so versklaven kann, dass einem alles über den Kopf wächst, der kann es erst recht für sich. Und da vermutlich sogar noch viel besser! – Nach der Heilung. Wenn man moralisch und ideell komplett hinter seinem eigenen Projekt steht, dann kann man auch mit der (gesunden) Angst im Nacken seine Unternehmen effektiv anschieben.

Während man das Buch von Tim Chimoy „I love mondays“ liest, kribbelt es einem direkt in den Fingern und man möchte sofort loslegen. Als ausgebildeter Architekt hat er einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, aber durch sein Studium und die Arbeit in einem Unternehmen bereits bewiesen: Er kann sich durchbeissen. Das ist ein elementarer Bestandteil, wenn nicht sogar Grundstein, der Selbstständigkeit und so geht er mit gutem Beispiel voran und erreicht sein Ziel, den Leser zu motivieren.

Wer sich mit der eigenen Idee selbstständig machen will, findet in diesem Buch viel Motivation, es ist ein Motivationskick für diejenigen, die eine Nische besetzen wollen. Denkmalpflege ist so eine Nische.

Warum also bei diesem Thema nur die altmodischen Wege gehen und die Arbeit auf dem Amt suchen? Was fällt euch zu dem Thema ein und wollt ihr euch selbstständig machen?

Zum Buch*

  • Für mich würde sich das Wort »Lebensstellung« bei einem Einstellungsgespräch anhören wie eine Drohung oder einfach nur ein Scherz.

    Thorsten Kolsch
  • Achte darauf, auf wessen Meinung du hörst. Jeder da draussen hat eine Meinung, aber nicht jede Meinung ist auch qualifiziert.

    Patrick Baumann

Wie wird man (k)ein Architekt? | Julian Münzel | Rezension

Der Titel „Wie wird man (k)ein Architekt?“ lässt einen Erfahrungsbericht vermuten, der tendenziell eher ernüchternd enden würde. Umso überraschender ist es dann, einen sehr humorvollen Comic vorzufinden.

Der Leser wird beim Abitur abgeholt und zum Bund geschleppt. Immer und immer wieder wird Abschied genommen und irgendwann wird nach einer erfolgreichen Ausbildung tatsächlich das Architekturstudium begonnen.
Dieser Werdegang ist zwar nicht der Standard aber durchaus auch nicht ungewöhnlich und die Einblicke, die man in das Architekturstudium bekommt, sind hinter aller Komik dennoch mit bitterer Wahrheit gewürzt.

Wie wird man (k)ein Architekt? von Julian Münzel Rezension

Neben Studentenjobs werden auch Exkursionen beschrieben und natürlich das Architektur-Studenten-Leid schlechthin: Entwürfe und Präsentationen.
Von den üblichen Verdächtigen, die es in jeder Fakultät auf Seiten der Professoren sowie der Studenten gibt, bis hin zum Dilemma duchgearbeiteter Nächte wird nichts ausgelassen.

 

Julian Münzel überzeugt hier mit einer sehr gesunden Portion Selbstironie und einer Art Galgenhumor, die jeden Absolventen mindestens schmunzeln lässt.

 

Da ich nicht wusste, was mich erwartet, habe ich das eBook zunächst auf den Kindle Paperwhite geladen. Da es aber Farbbilder hat, ist es durchaus lohnenswert, es am Rechner oder einem Tablet zu lesen.

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 20335 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 53 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.*
  • Sprache: Deutsch

The architect’s guide to writing

The Architect's guide to writing. Deutsche Rezension

Erwartungen:

Der Titel „The architect’s guide to writing“ lässt viel erwarten. Meine Erwartung, dass einem ein Hinweisbuch zum Texten an die Hand gegeben wird, haben sich leider nicht bestätigt. Man erfährt nicht, wie man inhaltlich idealerweise Texte strukturiert und wie man beispielsweise seine Projekte schriftlich gut darstellt.

Inhalt:

Das Buch besteht fast ausschließlich aus Inhalten, die sich nur für den englischen Sprachraum anwenden lassen. Neben der anscheinend häufigen Falschverwendung von Wörtern, die nicht einmal Fachbegriffe sind, beschäftigt es sich mit Wortkombinationen, Zeichensetzung und zum Beispiel mit dem Einsatz von ‚this‘ und ‚that‘.

Die Beispiele sind alle sehr konkret und lassen sind für den deutschen Muttersprachler wie ein Englischkurs, der sich vom ersten bis zum fünften Lernjahr erstreckt.

Qualität des Inhalts:

Obwohl die Inhalte nicht oder nur selten auf andere Sprachen übertragen lassen, ist das Buch qualitativ für den US-englisch-sprachigen Leser sicherlich aufschlussreich. Wenn man die Hinweise über den Einsatz des Fragezeichens liest und den Vermerk dazu, dass es häufig falsch platziert wird, erscheint dieser zunächst überflüssig erscheinende Part durchaus sinnvoll.

Fazit:

Aufgrund der teilweise sehr elementaren Grundkenntnisse der englischen Sprache, die der Durchschnitts-Ingenieur in Deutschland schon mit dem Schulenglisch auf den Weg bekommen hat, stellt sich eine Frage: Lesen diejenigen, denen dieses Buch helfen würde, überhaupt Bücher?

Empfehlenswert?

Meine Erwartungen anhand des Titels haben sich leider nicht bestätigt, dennoch ist dieses Buch empfehlens- und lesenswert für all diejenigen, die sich mit dem Verfassen von Texten auf Englisch beschäftigen.
Der Titel ist meiner Meinung nach irreführend, da dieses Werk sich als Einsteiger-Englischkurs-Unterstützung entpuppt und sich wenig auf die Zielgruppe der Architekten bezieht. Die Begründung des Autors, warum sein Werk für Architekten so wertvoll ist, begnügt sich damit, dass Architekten gutes und fehlerfreies Englisch anstreben sollten.

Für mich ein Fehlkauf.

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Images Pub; Auflage: New. (15. September 2014)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1864705728
ISBN-13: 978-1864705720
Erhältlich: 16,67€ auf Amazon

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