I love mondays von Tim Chimoy – Buchtipp

Tim Chimoy hat es wieder getan. Er hat wieder ein Buch geschrieben, das einen packt und mitnimmt durch eine Welt seiner Erfahrungen.

Im locker leichten Stil vom „Handbuch für ortsunabhängiges Arbeiten“ ist auch „I love mondays“ ein Buch, das sich sehr leicht und flüssig liest und durch seinen Humor öfter mal zum Lachen bringt.

„I love mondays“ beschreibt die veränderte Arbeitswelt, in der sich unsere und die kommende Generation befinden. Das geregelte Leben ist nicht mehr das, was es einmal war. Work-Life-Balance muss man sich im Betrieb hart erarbeiten – ein Widerspruch in sich? Der gesicherte Job ist nicht mehr so sicher, wie wir es aus unserer Kindheit oder den Erzählungen der Großeltern noch kennen.
Auch der gefürchtete „gläserne Mensch“ ist Thema in „I love mondays“.  Profile, die nur aus dem geschriebenen Wort im Lebenslauf bestehen, zählen nicht mehr. Das Profil besteht aus dem ganzen Internet. Der Expertenstatus wird dadurch aufgebaut, dass man überall seine Brotkrümel verteilt und dabei einen möglichst guten Eindruck hinterlässt. – Abschlüsse zählen nur noch sekundär und als Grundlage für das Expertenwissen, durch das man sich irgendwie aus der großen Menge der anderen Fische im großen Teich hervortun muss.

„I love mondays“ berät auch, was zu tun ist, wenn wir ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen wollen. In wenigen klaren Punkten wird erläutert, worauf es ankommt. Liest man sie, denkt man sich „Na das ist doch logisch!“, aber steht man selbst vor dem Projekt eigenes Portfolio oder neue Unternehmensseite, dann fragt man sich doch „Was genau verkaufe ich da eigentlich?“. Genau da greift „I love mondays“ ein und hält uns unter die Nase, was wir zuerst uns selbst und dann dem künftigen Kunden beantworten müssen.

Dank der Lektüre ist mein Kindle wieder gefüttert mit vielen neuen Büchern, die ich nun demnächst lesen werde. Buchempfehlungen aus Büchern sind meiner Erfahrung nach die Besten, denn bevor jemand etwas gutes über ein anderes Werk schreibt, muss man schon wirklich überzeugt davon sein. Natürlich ist da auch Eigennutz dabei, aber so bewahrt man sich in der Regel vor Blindkäufen und bisher waren meine Erfahrungen mit Empfehlungen in dieser Hinsicht sehr gut.

Gerade die vielen kleinen Einzelgeschichten, die man in „I love mondays“ findet, inspirieren ungemein. Nicht nur die motivierende Art zu schreiben, sondern auch die Geschichten an sich motivieren, sofort loszulegen. Oft kommt der Gedanke „die Idee hatte ich auch schon!“ und dann liest man, dass diese Idee tatsächlich schon jemanden zum Erfolg gebracht hat. Auch wenn man die gleiche Idee dann nicht nochmal nimmt, so öffnet es doch den Blick dafür, dass kleine Ideen vielleicht doch erfolgsversprechend sein können.

  • Ich habe mittlerweile überall meine Spur hinterlassen.

    Tim Chimoy
  • Reichen würde ein Kärtchen mit dem Aufdruck »Google mich«

    Tim Chimoy

Zum Schluss kommt das Thema Angst zu sprechen. Das Thema kennt jeder, irgendwie. Die Angst vor dem Start in ein neues Leben ohne Netz und doppelten Boden. Zwar gibt es viele Bücher, die sich mit dem Entrepreneurship beschäftigen und auch sie sprechen das Hauptthema zum Scheitern an: Die Angst. – Aber dieses Thema ist elementar, denn in Schockstarre dürfen wir nicht verfallen und uns verkriechen bringt uns auch nicht weiter. Mischa Miltenberger, der Co-Autor von „I love mondays“, beschreibt wie es auch nach einem Burnout weiter gehen kann. – Meiner Meinung nach sind Menschen, die einen Burnout erleiden, die idealen Selbstständigen. Wer sich schon für jemand anderen so versklaven kann, dass einem alles über den Kopf wächst, der kann es erst recht für sich. Und da vermutlich sogar noch viel besser! – Nach der Heilung. Wenn man moralisch und ideell komplett hinter seinem eigenen Projekt steht, dann kann man auch mit der (gesunden) Angst im Nacken seine Unternehmen effektiv anschieben.

Während man das Buch von Tim Chimoy „I love mondays“ liest, kribbelt es einem direkt in den Fingern und man möchte sofort loslegen. Als ausgebildeter Architekt hat er einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, aber durch sein Studium und die Arbeit in einem Unternehmen bereits bewiesen: Er kann sich durchbeissen. Das ist ein elementarer Bestandteil, wenn nicht sogar Grundstein, der Selbstständigkeit und so geht er mit gutem Beispiel voran und erreicht sein Ziel, den Leser zu motivieren.

Wer sich mit der eigenen Idee selbstständig machen will, findet in diesem Buch viel Motivation, es ist ein Motivationskick für diejenigen, die eine Nische besetzen wollen. Denkmalpflege ist so eine Nische.

Warum also bei diesem Thema nur die altmodischen Wege gehen und die Arbeit auf dem Amt suchen? Was fällt euch zu dem Thema ein und wollt ihr euch selbstständig machen?

Zum Buch*

  • Für mich würde sich das Wort »Lebensstellung« bei einem Einstellungsgespräch anhören wie eine Drohung oder einfach nur ein Scherz.

    Thorsten Kolsch
  • Achte darauf, auf wessen Meinung du hörst. Jeder da draussen hat eine Meinung, aber nicht jede Meinung ist auch qualifiziert.

    Patrick Baumann

Wie wird man (k)ein Architekt? | Julian Münzel | Rezension

Der Titel „Wie wird man (k)ein Architekt?“ lässt einen Erfahrungsbericht vermuten, der tendenziell eher ernüchternd enden würde. Umso überraschender ist es dann, einen sehr humorvollen Comic vorzufinden.

Der Leser wird beim Abitur abgeholt und zum Bund geschleppt. Immer und immer wieder wird Abschied genommen und irgendwann wird nach einer erfolgreichen Ausbildung tatsächlich das Architekturstudium begonnen.
Dieser Werdegang ist zwar nicht der Standard aber durchaus auch nicht ungewöhnlich und die Einblicke, die man in das Architekturstudium bekommt, sind hinter aller Komik dennoch mit bitterer Wahrheit gewürzt.

Wie wird man (k)ein Architekt? von Julian Münzel Rezension

Neben Studentenjobs werden auch Exkursionen beschrieben und natürlich das Architektur-Studenten-Leid schlechthin: Entwürfe und Präsentationen.
Von den üblichen Verdächtigen, die es in jeder Fakultät auf Seiten der Professoren sowie der Studenten gibt, bis hin zum Dilemma duchgearbeiteter Nächte wird nichts ausgelassen.

 

Julian Münzel überzeugt hier mit einer sehr gesunden Portion Selbstironie und einer Art Galgenhumor, die jeden Absolventen mindestens schmunzeln lässt.

 

Da ich nicht wusste, was mich erwartet, habe ich das eBook zunächst auf den Kindle Paperwhite geladen. Da es aber Farbbilder hat, ist es durchaus lohnenswert, es am Rechner oder einem Tablet zu lesen.

 

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 20335 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 53 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.*
  • Sprache: Deutsch

The architect’s guide to writing

The Architect's guide to writing. Deutsche Rezension

Erwartungen:

Der Titel „The architect’s guide to writing“ lässt viel erwarten. Meine Erwartung, dass einem ein Hinweisbuch zum Texten an die Hand gegeben wird, haben sich leider nicht bestätigt. Man erfährt nicht, wie man inhaltlich idealerweise Texte strukturiert und wie man beispielsweise seine Projekte schriftlich gut darstellt.

Inhalt:

Das Buch besteht fast ausschließlich aus Inhalten, die sich nur für den englischen Sprachraum anwenden lassen. Neben der anscheinend häufigen Falschverwendung von Wörtern, die nicht einmal Fachbegriffe sind, beschäftigt es sich mit Wortkombinationen, Zeichensetzung und zum Beispiel mit dem Einsatz von ‚this‘ und ‚that‘.

Die Beispiele sind alle sehr konkret und lassen sind für den deutschen Muttersprachler wie ein Englischkurs, der sich vom ersten bis zum fünften Lernjahr erstreckt.

Qualität des Inhalts:

Obwohl die Inhalte nicht oder nur selten auf andere Sprachen übertragen lassen, ist das Buch qualitativ für den US-englisch-sprachigen Leser sicherlich aufschlussreich. Wenn man die Hinweise über den Einsatz des Fragezeichens liest und den Vermerk dazu, dass es häufig falsch platziert wird, erscheint dieser zunächst überflüssig erscheinende Part durchaus sinnvoll.

Fazit:

Aufgrund der teilweise sehr elementaren Grundkenntnisse der englischen Sprache, die der Durchschnitts-Ingenieur in Deutschland schon mit dem Schulenglisch auf den Weg bekommen hat, stellt sich eine Frage: Lesen diejenigen, denen dieses Buch helfen würde, überhaupt Bücher?

Empfehlenswert?

Meine Erwartungen anhand des Titels haben sich leider nicht bestätigt, dennoch ist dieses Buch empfehlens- und lesenswert für all diejenigen, die sich mit dem Verfassen von Texten auf Englisch beschäftigen.
Der Titel ist meiner Meinung nach irreführend, da dieses Werk sich als Einsteiger-Englischkurs-Unterstützung entpuppt und sich wenig auf die Zielgruppe der Architekten bezieht. Die Begründung des Autors, warum sein Werk für Architekten so wertvoll ist, begnügt sich damit, dass Architekten gutes und fehlerfreies Englisch anstreben sollten.

Für mich ein Fehlkauf.

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Images Pub; Auflage: New. (15. September 2014)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1864705728
ISBN-13: 978-1864705720
Erhältlich: 16,67€ auf Amazon

Mängel ohne Ende – Rezension

Ansorge Mängel ohne Ende

Dieter Ansorge bietet in seinem Buch einen tagebuchähnlichen Bericht über die Entstehung einer Doppelhaushälfte, bei der es „Mängel ohne Ende“ gab. Neben ausführlichen Beschreibungen der aufgetretenen Fehler beschreibt Ansorge, wie mit den Fehlern umgegangen und wie sie behoben wurden. Dabei gibt er einen ungefähren Einblick in die Kostenentwicklung der Mängelbeseitigung und gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, wie diese Fehler hätten vermieden werden können. Inhaltlich deckt das Buch die Themen Rechtsgrundlagen, Planung, Bauüberwachung, Ausführung und Ablauf ab. Die jeweiligen Themen sind unterteilt und erläutern grob die einzelnen wichtigen Punkte wie ‚Entwässerungssatzung‘ oder ‚Tragwerksplanung‘. Das Kapitel ‚Bauausführung und Bauablauf‘ nimmt den größten Teil ein und hangelt sich chronologisch nach der Bauabfolge durch die Errichtung des Gebäudes.

Dieter Ansorge, Mängel ohne Ende

Allerdings ist das Buch eher umgangssprachlich verfasst, was den Eindruck eines zusammengefassten Blogs erweckt. Die Chronologie der auftretenden Mängel sowie die Spekulation über den zukünftigen Umgang damit, lässt vermuten, dass das Buch im Verlauf des Baus entstanden ist und später nicht in großem Umfang textlich überarbeitet wurde.
Auf den ersten Anschein wird der Eindruck vermittelt, in Ansorges Buch würde an Planern und Handwerkern aus reinem Prinzip kein gutes Haar gelassen, doch dieser Eindruck revidiert sich, wenn man Ansorges Werdegang und seine Berufswahl als Bauingenieur und Architekt betrachtet. Viele Abbildungen machen es dem Laien leicht, den angesprochenen Problematiken folgen zu können, dennoch fehlt eine professionelle Sachlichkeit und in manchen Punkten auch eine tiefere Beleuchtung wichtiger Punkte. Einige Formatierungsfehler im Textbereich (z.B. werden bei zwei hintereinander folgenden Stichpunktlisten die zweiten Überschriften als Stichpunkt in der ersten aufgeführt) erschweren das flüssige Lesen. Zusammenfassende Bemerkungen neben dem Text geben dem Fließtext eine gute Überschaubarkeit und helfen beim Wiederfinden bestimmter Themen.

Das Buch ist geeignet für Bauherren, Bauträger, Architekten und Planer, die sich anhand einer Beispielbaustelle einen Überblick über zu erwartende oder mögliche Baumängel verschaffen wollen.

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Dieses Buch führt dem Leser brutal und deutlich vor Augen, welche Tücken im Bau eines vermeintlich einfachen Standardgebäudes stecken. Es klärt über die Pflichten der einzelnen Gewerke auf und offenbart die Unzulänglichkeiten in der Bauausführung.[/su_note]

Titel: Mängel ohne Ende – Doppelhaushälfte B
Ausgabe: 2., überarbeitete Auflage
Autor: Dieter Ansorge
Broschiert: 135 Seiten
Verlag: Fraunhofer IRB Verlag; Auflage: 2., überarb. Aufl. (5. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3816792219
ISBN-13: 978-3816792215
Preis: 24,90€ auf Amazon

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Fraunhofer IRB Verlag zur Verfügung gestellt.

[Buchtipp] Kitchen, Tim: Profitable Social Media Marketing

Tim Kitchen Profitable social media marketing

Erwartungen an das Buch

Der Titel „Profitable Social Media Marketing“ und der Untertitel „How to grow your business using facebook, twitter, google+, linked-in and more“ setzen hohe Erwartungen an den Inhalt dieses Buches und die Lernerfolge, die durch die Lektüre zu erzielen sind. Als Einsteigerwerk sollte es mehr als einen groben Einblick bieten und dem Leser am Ende so viel Wissen vermittelt haben, dass dieser sich in der riesigen Social Media Welt hinterher besser zurecht findet und nicht mehr so verloren und unwissend vorkommt. Und das schafft dieses Buch durchaus.
Es bietet Einführung in Social Media allgemein und in die gängigsten Aspekte davon, darüber hinaus Ratschläge und Anleitungen. Read more

[Rezension] Photovoltaik

Ralf Haselhuhns Fachbuch über Photovoltaik bietet einen einführenden und umfassenden Einblick in die Thematik, die über Technik, Planung, Recht und Inbetriebnahme hinaus auch auf die heiklen Themen der Qualität, Ökologie, Kosten und neue Technologien eingeht. Read more

[Rezension] denkmal ! moderne

 
Schon auf der Rückseite des Buches fällt auf, was auf dem Cover noch als Design hätte durchgehen können, sich aber durch das ganze Buch zieht: es gibt wenige Abstände in diesem Buch.

Denkmal Moderne [Rezension]

Für das lesende Auge wirkt der Text, der sich bis eng an den Blattrand presst ungewöhnlich und leseunfreundlich. Wo soll man seine Finger beim Lesen lassen oder sich ganz frevelhaft in Buch-Bekritzeler-Manier Notizen machen? Der Platz am Rand jeder Seite reicht hier gerade mal für einen Klebezettel.   Mit erhobenem Zeigefinger wird dem Leser gesagt, was schon so alles schief gelaufen ist in der Denkmalpflege. In Beispielen wird anschaulich erklärt, was denn inzwischen ein wertvolles Denkmal hätte sein können, wenn es auf Grund seines zum Abrisszeitpunktes noch jungen Alters nicht schon rückgebaut worden wäre. Einzigartige Zeitzeugen innovativer Ingenierukunst (S. 29 z.B.) wurden so dem Erdboden gleich gemacht und bestehen für uns jetzt maximal digital oder auf Papier. Deutlich wird die Problematik aufgezeigt, die wir aufgrund unseres widersprüchlichen Umganges mit Bausubstanz haben. Einerseits wird teilweise nur noch für 10 oder 20 Jahre Lebensdauer des Hauses geplant und gebaut, andererseits ist erst erhaltenswert, wenn ein Gebäude mindestens eine Generation überdauert hat. – Reissen wir nun nach 20 Jahren alles nieder, haben die Denkmalpfleger bald massig Freizeit. Mehrere Beispiele stoßen den Leser auf die bekannte Zwickmühle hin: einerseits verändern sich Gebäude und Nutzungen im Laufe der Zeit entsprechend der sich wandelnden Anforderungen, andererseits geht dabei viel zu oft der feinsinnige Entwurf des Architekten verloren. – Und das zumeist für immer, denn Rekonstruktion und Wiederherstellung ist in der Denkmalpflege bekanntlich auch mit Vorsicht zu genießen. Die Bauten in diesem Buch erfahren eine schnelle Analyse, die oft Bauform wie auch unterschiedliche Begründungen zu jeweils relevanten Themen beinhaltet. Man erhält einen oberflächlichen Überblick über einige Denkmale und denkmalwerte Gebäude der ‚Moderne‘ .   Das Buch hat 143 Seiten und ist 2007 im Jogis Verlag als Softcover für stolze 49,95€ erschienen. Herausgegeben wurde es von Adrian von Buttlar und Christoph Heuter und Enthält zusätzlich Artikel von den Autoren Wolfgang Pehnt, Alexander Krauß, Kathrin Nessel, Angelika Schyma, Thomas Topferstedt, Roman Hillmann, Thomas Steigenberger und Steffen Krämer.

Broschiert: 144 Seiten Herausgeber: Heuter & Buttlar Verlag: Jovis; Auflage: 1., Aufl. (4. September 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3939633402 ISBN-13: 978-3939633402 Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 1 cm

[Rezension] Denkmalpflege der Moderne

Denkmalpflege der Moderne – Konzepte für ein junges Architekturerbe Zunächst wird in diesem Buch veranschaulicht, was Denkmalpflege ist und gleichzeitig in Frage gestellt, welche Maßnahmen nicht schon wieder Wiederaufbau oder Rekonstruktion sind. Die Schwierigkeiten in der Differenzierung zwischen notwendiger Instandhaltung und romantischer Kopie werden aufgezeigt. Die Diskussion um die Moderne in ihrer Entstehungszeit wird mit ihren Kritiken und Konzepten ausführlich behandelt.

Denkmalpflege der Moderne

Verschiedene Denkmale der Moderne, die bereits Sanierungsvorgänge durchlebt haben und nun teilweise gänzlich andere Nutzung erfahren, werden behandelt. Dabei werden Umnutzungen und bauphysikalische Probleme angesprochen, leider werden konkrete Handlungsbeispiele nicht erläutert, was sehr schade und auffällig ist, da im vorhergehenden Kapitel noch ausdrücklich betont wird, wie wichtig das schriftliche Festhalten von Sanierungsvorgängen ist, um Wissen abseits von mündlicher Überlieferung und selbst gemachter Erfahrung zu erhalten. Besonders interessant sind in diesem Bereich die “Lebensläufe” der Gebäude und teilweise abgedruckte Planunterlagen. CAD-Zeichnungen von Detaillösungen und Vorher-Nachher-Schichtenaufbauten sind leider nicht beigefügt, was die einzelnen Berichte über die Sanierungen dann wieder oberflächlich wirken lässt und den Wissensdurst des Lesers nicht stillt.   Das Hardcover-Buch im Format eines Bildbandes wurde auf leicht glänzendem, starken Papier in hoher Auflösung gedruckt und macht einen sehr wertigen Eindruck. Es bietet Einblicke in das Thema der Denkmalpflege der Moderne, nennt einige Beispielbauten und geht kurz auf die jeweilien Entwürfe und Sanierungsmaßnahmen ein, ohne leider dabei ins Detail zu gehen oder konkrete Vorgehensweisen zu nennen. Insgesamt ein guter Ansatz und ein guter Einstieg ins Thema, leider bleiben viele offene Fragen stehen, ohne dass der Leser einen Hinweis bekommt, wo diese denn beantwortet werden könnten.

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Krämer, Stuttgart;
Auflage: 1. Neuausg. (Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3782815343
ISBN-13: 978-3782815345
Größe und/oder Gewicht: 29,4 x 24,2 x 2,6 cm
Preis: 28,00€ auf Amazon

 

 

[Rezension] Architektursoziologie

Ein Buch für Architekten, Soziologen, Städtebauer und alle, die sich dafür interessieren, warum sich unsere urbane Umwelt verändert.

Bernhard Schäfers Architektursoziologie [Rezension]

“Grundlagen – Epochen – Themen” lautet der Untertitel Schäfers’ Lehrbuch über Architektursoziologie und ist gleichzeitig auch die grundsätzliche Gliederung des Werkes. Kurz wird dem Leser die Herkunft und Entwicklung des Begriffes der Architektursoziologie vermittelt. Neben der Entwicklung des Begriffes der Architektur als Bauform und Berufsfeld wird auch der Wandel der sozialen Stellung der Architektur im Laufe der Zeit besprochen. Viele, dem Architekturstudenten geläufige, Namen wie Camillo Sitte, Leo von Klenze oder Inigo Jones (um nur wenige zu nennen), sowie Namen bedeutender Philosophen tauchen auf und bilden ein dichtes Netz von Zusammenhängen und Entwicklungen. Neben architektonischen und architekturtheoretischen Fachbegriffen, fließen auch weniger geläufige Begriffe aus der Philosophie ein, die teilweise einiger Recherche bedürfen, da sie dem Architektur- oder Städteplanungsstudenten im Werk selbst nicht erläutert werden.

In 3 Themenblöcken und 12 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln wird dem Leser nicht nur vermittelt, welche Ansprüche es an den ‘Raum’ gibt, wie diese sich verändern und wie der ‘Raum’ Bestandteil vieler Wissenschaften ist. Hauptaugenmerk liegt in der Verknüpfung der sozialen Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Architekturentwicklung der Zeit, was einerseits einen Geschichtsbuchcharakter schafft, andererseits aber auch umfassenderes Verständnis fördert, als es übliche Geschichtsbücher können. Durch den Verzicht vieler (für die Architektur weniger wichtiger) geschichtlicher Details wird so ein auffrischender Schnelldurchlauf durch die Architekturgeschichte betrieben. Dabei hätten allerdings ein paar mehr Bilder zur Vergegenwärtigung der erwähnten Bauwerke durchaus für ein entspannteres Durcharbeiten des Buches hilfreich sein können. Manchmal bedarf es erst eines Lehrbuches, um altbekannte Gegebenheiten wie die Entwicklung der Eisenbahn, durch pures Erwähnen wieder ins Gedächtnis zu rufen und so Verknüpfungen zum Wandel in der Architektur sichtbar zu machen.
Jedem Kapitel ist ein erläuternder Literaturteil angehängt. Tabellen und Schaubilder gibt es recht wenige, was ein flüssiges Lesen erleichtert, allerdings späteres, schnelles Suchen erschwerlicher gestaltet, da grafischere Elemente augenfälliger sind. Hilfreich ist die Gestaltung der Absatzformate, da oft zusammenfassend wichtige Fragestellungen oder Sachverhalte stichpunktartig aufgelistet sind und ein kurzes Resumé zum umgebenden Text erleichtern. Teilweise werden Themen, wie beispielsweise Herder’s Theorie (s. 70) erwähnt; eine erweiterte Erklärung dazu bleibt allerdings dann leider entgegen aller Erwartungen doch aus, was ein trauriges Gefühl von unerfülltem Wissensdrang hinterlässt, das mit ein paar vertiefenden Details hätte verhindert werden können.
Neben der spannenden Thematik ist hervorzuheben, dass das Lehrbuch in ansprechendem Stil geschrieben ist, dennoch keine ‘leichte Kost’ darstellt. Es hilft dabei, dem Architekturstudenten ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen kulturellem Wandel (bedingt durch verschiedenste Einflüsse in der Gesellschaft) und Entwicklung in der Architektur zu vermitteln und bietet andersherum auch dem Soziologiestudenten Einblicke in die Gründe, weshalb sich Stadtbilder veränderten. – Vermutlich wird es dem Soziologiestudenten allerdings aufgrund fehlenden Vorwissens zu vielen benannten Gebäuden schwerer fallen, das Lehrbuch ohne ausufernde Recherchen in der Weise durchzuarbeiten, als dem Architekturstudenten, der bereits 7 Semester Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit den dazugehörigen Namen, Daten und Bauwerken hinter sich hat.
Für 32,99€ ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen aber eine lohnenswerte Investition.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2., durchges. Aufl. 2006 (27. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3531150308
ISBN-13: 978-3531150307
Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,8 x 1,4 cm
EUR 32,99 auf Amazon

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