28. Oktober 2014 raumzeichner

Was ein lateinisches Kreuz mit einem kleinen Haus in Rom zu tun hat.

Il Gesu Giacomo Vignola

Wie lange baut man an einer kleinen, römischen Kirche und wie verbindet man einen Langbau mit einem Zentralbau? Was hat ein lateinisches Kreuz mit einem Haus zu tun und wie verändert sich ein Stil in der Architektur? – Hier und da werden ab und an kleine und große Bauwerke von Interesse hier vorgestellt. Heute, Il Gesù in Rom.

Il Gesu, Rom

Im Auftrag des Kardinals Alessandro Farnese begann Giacomo Vignola 1568 mit dem Bau der römischen Mutterkirchedes Jesuitenordens. Nachdem Vignola 1573 starb übernahm Giacomo della Portaden Bau und vollendete 1575 schließlich den Innenraumund die Fassade. Die Weihe fand erst im Jahre 1584 statt.

Im Grundriss entwickelte Giacomo Vignola eine homogene Verbindung aus den beiden Grundtypen der abendländischen Architektur: dem gerichteten Longitudinalbau und dem Zentralbau.

Im Grundriss erkennt man das in ein Rechteck gelegtes lateinisches Kreuz, dessen Seitenarme nur geringfügig über den ansonsten geschlossenen Grundriss hinaus ragen. Das vereinheitlichte Raumgefüge von Il Gesù wurde als Bautypus Vorbild für die europäische Sakralarchitektur des Barock.

Ähnliche Wirkung auf die Entwicklung des eurpäischen Baugeschehens hatte auch die Fassade, die mit der Zweigeschossigkeit und dem flachen Giebel einen Fassadentypus schuf, der sich im römischen Frühbarock in kreativer Abwandlung weithin durchsetzen sollte.

1568, Giacomo Vignola
Il Gesù
Via degli Astalli, 16,
00186 Roma
 

Grundriss Il Gesù von Giacomo Vignola

(1) Facciata
(2) Navata
(3) Cappella di sant‘Andrea
(4) Cappella della Passione
(5) Cappella degli Angeli
(6) Cappella di san Francesco Saverio
(7) Cappella del Sacro Cuore
(8) Abside
(9) Altare maggiore
(10) Cappella della Madonna della Strada
(11) Capella di sant’Ignazio
(12) Cappella della Santissima Trinità
(13) Cappella della Sacra Famiglia
(14) Cappella di san Francesco Borgia
(15) Cupola
(16) Sacrestia
(17) Ante Sacrestia
(18) Crocifisso maggiore

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raumzeichner Julia ist #Absolventin #Architektin #Denkmalschützerin #Urbanistin #OnlineRedakteurin und einiges mehr. Sie hat jahrelange Erfahrungen in Fachschaften und Gremien gemacht, und arbeitet jetzt als Architektin, während sie alle Informationen aus den Bereichen Denkmalpflege und Urbanität wissbegierig in sich aufnimmt und mit euch teilt.

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