1. Dezember 2014 raumzeichner

Die Qualifizierung Denkmalpflege der DenkmalAkademie

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bietet eine ausführliche berufsbegleitende Weiterbildung im Gebiet der Denkmalpflege an. Ehemals war die „Qualifizierung Denkmalpflege“ ein Angebot der Denkmal Akademie, die lange Jahre mit der DSD zusammen gearbeitet hat. Inzwischen ist die Denkmal Akademie ein Teil der DSD und die Qualifizierung bietet unverändert ihre Ausbildungsmöglichkeiten.

Aufbau

Die Qualifizierung Denkmalpflege ist ein berufsbegleitender Kurs, der in einer Zeitspanne von etwas über einem Kalenderjahr absolviert werden kann. Man kann ohne weitere Auflagen auch drei Kalenderjahre dafür in Anspruch nehmen.

Der Themenkomplex ist aufgebaut in 8 große Blöcke, die in Wochenseminaren organisiert sind. Diese finden an verschiedenen Orten in Deutschland statt und haben jeweils ein Schwerpunktthema. Neben diesen Wochenseminaren gilt es, weitere 5 Tagesseminare zu belegen. Innerhalb der einzelnen Schulungstage werden Vorträge aus den verschiedensdsten Berufsgruppen gehalten. Die Schüler lernen aus der fachlichen Erfahrung von Spezialisten das wichtigste für ihr Gebiet und haben für gewöhnlich die Möglichkeit, bei weiteren Fragen später mit den Dozenten in Verbindung zu treten.
Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung.

Themen

  1. Rechtliche Grundlagen
  2. Historische Grundlagen
  3. Fachliche Grundsätze
  4. Besondere Aspekte der Baudenkmalpflege
  5. Praxiswoche: Bestandsaufnahme
  6. Integrierte Planung
  7. Denkmalpflege in der Praxis
  8. Denkmal als Ressource

Unterlagen

Neben den Vorträgen an sich gibt es von vielen Vortragenden eine kurze schriftliche Übersicht und von einigen die ausgedruckte Präsentation als Skript. Online gibt es die meisten Skripte zum herunterladen, wenn man Teilnehmer des Kurses ist und sich verpflichtet, diese Unterlagen nur privat zu nutzen und nicht weiter zu geben. Es erinnert also sehr an die Uni. Man bekommt Skripte und Vorlesungsfolien und kann mit denen dann lernen.

Finanzen

Ein Wochenkurs kostet aktuell 450€ und beinhaltet unbegrenzt viel Kaffee, die Skripte und ein paar Knabbereien, die das Gehirn mit Zucker versorgen. Ein Tageskurs kostet um die 250€. 4850€ kostet also die komplette Qualifikation Denkmalpflege, wobei unter Umständen ein Rabatt ausgehandelt werden kann, wenn man die Qualifikation in ‚einem Rutsch‘ absolviert.
Des Weiteren kann man natürlich versuchen, mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, dass dieser eventuell einen Anteil des Kurses übernimmt. Immerhin nutzt man ihm mit dem neuen Wissen auch und der Kurs ist wirklich kein Urlaub.
Als weitere Möglichkeiten kann man sich über den Bildungsscheck der einzelnen Bundesländer informieren. Im Jahr 2014 wurde ein Stipendium von der DSD verteilt, mit viel Glück ist es also auch möglich, dass die Stiftung selbst einen Teil oder die kompletten Kosten übernimmt.

Dauer

Im Wochenseminar dauern die Kurse täglich rund 9 Stunden mit Mittagspause und kurzen Kaffeepausen. Mal sind es 8 Stunden, mal sind es 10 Stunden, je nachdem, wie viele Fragen gestellt werden. Die Tagesseminare sind ebenfalls rund 9 Stunden lang.
Insgesamt kann man sich für die Absolvierung aller Seminare der Qualifizierung Denkmalpflege und der Prüfung bis zu 3 Kalenderjahre Zeit lassen. Je nachdem wie die Kurse liegen, kann man aber auch in rund 15 Monaten alle Kurse belegt haben.

Zielgruppe / Teilnehmer

Neben Architekten ist der Kurs der DSD auch für Sachverständige, Bauingenieure und Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörden geeignet. Da die Themengebiete sehr umfangreich und weit gefasst sind, können die verschiedenen Zielgruppen aus den großen Seminaren etwas lernen. Je nach Wissensstand der Teilnehmer ist es nicht für jeden gleich leicht in den Vortrag einzusteigen. Bei einer so breit gestreuten Gruppe kann es aber auch kaum gelingen, jedem den gleichen Einstieg in neue Themen zu garantieren, auch wenn die Dozenten sich redliche Mühe geben. Allein schon die Tatsache, dass die Personen aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen kommen und andere Erfahrungswerte haben, lässt sie verschiedene Wissensstände haben.
Die gute Mischung der Berufsgruppen lässt sehr interessante Diskussionen und Fragerunden entstehen, da aus gestellten Fragen aus dem einen Berufsfeld neue Fragen für ein anderes Berufsfeld entstehen und somit eine rege Unterhaltung entsteht.

Fortbildungspunkte für Architekten

Gerade als frischer Absolvent ist es von Interesse, ob eine Weiterbildung die nötigen Fortbildungspunkte bietet, die man als „AiP“ erbringen muss, um sich in die Architektenkammer (AK) eintragen lassen zu können. Dies ist von der jeweiligen AK jeweils zu prüfen. Dazu reicht es, dem zuständigen Sachbearbeiter in der Kammer eine kurze eMail mit dem Programm zu senden. Dieser bewertet dann, ob und wieviele Punkte in welchem Bereich der geforderten Weiterbildungen die Kurse abdecken.
Beispiel: Bei der AK RLP war es so, dass im WS 2014/2015 der Wochenkurs „Gesetzliche Grundlagen und Rahmenbedingungen der Denkmalpflege“ 16 Punkte im Bereich Recht gegeben hat und damit dieser Bereich bereits ausgeschöpft war. Das bedeutet, innerhalb der nächsten 2 Jahre bis zur Eintragung in die Kammer, muss ich keine Kurse zum Thema Recht mehr hören.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen.

Unterbringung

An manchen Standorten organisiert die DSD die Unterbringung der Kursteilnehmer, weil beispielsweise in Görlitz ein Gästehaus zur Verfügung steht. In Standorten wie Bonn kümmern sich die Teilnehmer selbst um ihre Unterkunft.

Informationen

Informatinen zur DSD gibt es auf der Homepage.
Das Programm der Qualifikation Denkmalpflege gibt es jährlich in aktualisierter Form auf den Seiten der Denkmalakademie. Neben den Seminaren im Rahmen der Qualifikation gibt es auch zusätzliche Kurse, die durch ihre Themenrelevanz interessant sind, aber nicht zwingend zur Qualifikation gehören bzw. auch gar nicht angerechnet werden.
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About the Author

raumzeichner Julia ist #Absolventin #Architektin #Denkmalschützerin #Urbanistin #OnlineRedakteurin und einiges mehr. Sie hat jahrelange Erfahrungen in Fachschaften und Gremien gemacht, und arbeitet jetzt als Architektin, während sie alle Informationen aus den Bereichen Denkmalpflege und Urbanität wissbegierig in sich aufnimmt und mit euch teilt.

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