The architect’s guide to writing

The Architect's guide to writing. Deutsche Rezension

Erwartungen:

Der Titel „The architect’s guide to writing“ lässt viel erwarten. Meine Erwartung, dass einem ein Hinweisbuch zum Texten an die Hand gegeben wird, haben sich leider nicht bestätigt. Man erfährt nicht, wie man inhaltlich idealerweise Texte strukturiert und wie man beispielsweise seine Projekte schriftlich gut darstellt.

Inhalt:

Das Buch besteht fast ausschließlich aus Inhalten, die sich nur für den englischen Sprachraum anwenden lassen. Neben der anscheinend häufigen Falschverwendung von Wörtern, die nicht einmal Fachbegriffe sind, beschäftigt es sich mit Wortkombinationen, Zeichensetzung und zum Beispiel mit dem Einsatz von ‚this‘ und ‚that‘.

Die Beispiele sind alle sehr konkret und lassen sind für den deutschen Muttersprachler wie ein Englischkurs, der sich vom ersten bis zum fünften Lernjahr erstreckt.

Qualität des Inhalts:

Obwohl die Inhalte nicht oder nur selten auf andere Sprachen übertragen lassen, ist das Buch qualitativ für den US-englisch-sprachigen Leser sicherlich aufschlussreich. Wenn man die Hinweise über den Einsatz des Fragezeichens liest und den Vermerk dazu, dass es häufig falsch platziert wird, erscheint dieser zunächst überflüssig erscheinende Part durchaus sinnvoll.

Fazit:

Aufgrund der teilweise sehr elementaren Grundkenntnisse der englischen Sprache, die der Durchschnitts-Ingenieur in Deutschland schon mit dem Schulenglisch auf den Weg bekommen hat, stellt sich eine Frage: Lesen diejenigen, denen dieses Buch helfen würde, überhaupt Bücher?

Empfehlenswert?

Meine Erwartungen anhand des Titels haben sich leider nicht bestätigt, dennoch ist dieses Buch empfehlens- und lesenswert für all diejenigen, die sich mit dem Verfassen von Texten auf Englisch beschäftigen.
Der Titel ist meiner Meinung nach irreführend, da dieses Werk sich als Einsteiger-Englischkurs-Unterstützung entpuppt und sich wenig auf die Zielgruppe der Architekten bezieht. Die Begründung des Autors, warum sein Werk für Architekten so wertvoll ist, begnügt sich damit, dass Architekten gutes und fehlerfreies Englisch anstreben sollten.

Für mich ein Fehlkauf.

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Images Pub; Auflage: New. (15. September 2014)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1864705728
ISBN-13: 978-1864705720
Erhältlich: 16,67€ auf Amazon

Mängel ohne Ende – Rezension

Ansorge Mängel ohne Ende

Dieter Ansorge bietet in seinem Buch einen tagebuchähnlichen Bericht über die Entstehung einer Doppelhaushälfte, bei der es „Mängel ohne Ende“ gab. Neben ausführlichen Beschreibungen der aufgetretenen Fehler beschreibt Ansorge, wie mit den Fehlern umgegangen und wie sie behoben wurden. Dabei gibt er einen ungefähren Einblick in die Kostenentwicklung der Mängelbeseitigung und gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, wie diese Fehler hätten vermieden werden können. Inhaltlich deckt das Buch die Themen Rechtsgrundlagen, Planung, Bauüberwachung, Ausführung und Ablauf ab. Die jeweiligen Themen sind unterteilt und erläutern grob die einzelnen wichtigen Punkte wie ‚Entwässerungssatzung‘ oder ‚Tragwerksplanung‘. Das Kapitel ‚Bauausführung und Bauablauf‘ nimmt den größten Teil ein und hangelt sich chronologisch nach der Bauabfolge durch die Errichtung des Gebäudes.

Dieter Ansorge, Mängel ohne Ende

Allerdings ist das Buch eher umgangssprachlich verfasst, was den Eindruck eines zusammengefassten Blogs erweckt. Die Chronologie der auftretenden Mängel sowie die Spekulation über den zukünftigen Umgang damit, lässt vermuten, dass das Buch im Verlauf des Baus entstanden ist und später nicht in großem Umfang textlich überarbeitet wurde.
Auf den ersten Anschein wird der Eindruck vermittelt, in Ansorges Buch würde an Planern und Handwerkern aus reinem Prinzip kein gutes Haar gelassen, doch dieser Eindruck revidiert sich, wenn man Ansorges Werdegang und seine Berufswahl als Bauingenieur und Architekt betrachtet. Viele Abbildungen machen es dem Laien leicht, den angesprochenen Problematiken folgen zu können, dennoch fehlt eine professionelle Sachlichkeit und in manchen Punkten auch eine tiefere Beleuchtung wichtiger Punkte. Einige Formatierungsfehler im Textbereich (z.B. werden bei zwei hintereinander folgenden Stichpunktlisten die zweiten Überschriften als Stichpunkt in der ersten aufgeführt) erschweren das flüssige Lesen. Zusammenfassende Bemerkungen neben dem Text geben dem Fließtext eine gute Überschaubarkeit und helfen beim Wiederfinden bestimmter Themen.

Das Buch ist geeignet für Bauherren, Bauträger, Architekten und Planer, die sich anhand einer Beispielbaustelle einen Überblick über zu erwartende oder mögliche Baumängel verschaffen wollen.

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Dieses Buch führt dem Leser brutal und deutlich vor Augen, welche Tücken im Bau eines vermeintlich einfachen Standardgebäudes stecken. Es klärt über die Pflichten der einzelnen Gewerke auf und offenbart die Unzulänglichkeiten in der Bauausführung.[/su_note]

Titel: Mängel ohne Ende – Doppelhaushälfte B
Ausgabe: 2., überarbeitete Auflage
Autor: Dieter Ansorge
Broschiert: 135 Seiten
Verlag: Fraunhofer IRB Verlag; Auflage: 2., überarb. Aufl. (5. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3816792219
ISBN-13: 978-3816792215
Preis: 24,90€ auf Amazon

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Fraunhofer IRB Verlag zur Verfügung gestellt.

[Buchtipp] Kitchen, Tim: Profitable Social Media Marketing

Tim Kitchen Profitable social media marketing

Erwartungen an das Buch

Der Titel „Profitable Social Media Marketing“ und der Untertitel „How to grow your business using facebook, twitter, google+, linked-in and more“ setzen hohe Erwartungen an den Inhalt dieses Buches und die Lernerfolge, die durch die Lektüre zu erzielen sind. Als Einsteigerwerk sollte es mehr als einen groben Einblick bieten und dem Leser am Ende so viel Wissen vermittelt haben, dass dieser sich in der riesigen Social Media Welt hinterher besser zurecht findet und nicht mehr so verloren und unwissend vorkommt. Und das schafft dieses Buch durchaus.
Es bietet Einführung in Social Media allgemein und in die gängigsten Aspekte davon, darüber hinaus Ratschläge und Anleitungen. Read more

[Rezension] Architektursoziologie

Ein Buch für Architekten, Soziologen, Städtebauer und alle, die sich dafür interessieren, warum sich unsere urbane Umwelt verändert.

Bernhard Schäfers Architektursoziologie [Rezension]

“Grundlagen – Epochen – Themen” lautet der Untertitel Schäfers’ Lehrbuch über Architektursoziologie und ist gleichzeitig auch die grundsätzliche Gliederung des Werkes. Kurz wird dem Leser die Herkunft und Entwicklung des Begriffes der Architektursoziologie vermittelt. Neben der Entwicklung des Begriffes der Architektur als Bauform und Berufsfeld wird auch der Wandel der sozialen Stellung der Architektur im Laufe der Zeit besprochen. Viele, dem Architekturstudenten geläufige, Namen wie Camillo Sitte, Leo von Klenze oder Inigo Jones (um nur wenige zu nennen), sowie Namen bedeutender Philosophen tauchen auf und bilden ein dichtes Netz von Zusammenhängen und Entwicklungen. Neben architektonischen und architekturtheoretischen Fachbegriffen, fließen auch weniger geläufige Begriffe aus der Philosophie ein, die teilweise einiger Recherche bedürfen, da sie dem Architektur- oder Städteplanungsstudenten im Werk selbst nicht erläutert werden.

In 3 Themenblöcken und 12 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln wird dem Leser nicht nur vermittelt, welche Ansprüche es an den ‘Raum’ gibt, wie diese sich verändern und wie der ‘Raum’ Bestandteil vieler Wissenschaften ist. Hauptaugenmerk liegt in der Verknüpfung der sozialen Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Architekturentwicklung der Zeit, was einerseits einen Geschichtsbuchcharakter schafft, andererseits aber auch umfassenderes Verständnis fördert, als es übliche Geschichtsbücher können. Durch den Verzicht vieler (für die Architektur weniger wichtiger) geschichtlicher Details wird so ein auffrischender Schnelldurchlauf durch die Architekturgeschichte betrieben. Dabei hätten allerdings ein paar mehr Bilder zur Vergegenwärtigung der erwähnten Bauwerke durchaus für ein entspannteres Durcharbeiten des Buches hilfreich sein können. Manchmal bedarf es erst eines Lehrbuches, um altbekannte Gegebenheiten wie die Entwicklung der Eisenbahn, durch pures Erwähnen wieder ins Gedächtnis zu rufen und so Verknüpfungen zum Wandel in der Architektur sichtbar zu machen.
Jedem Kapitel ist ein erläuternder Literaturteil angehängt. Tabellen und Schaubilder gibt es recht wenige, was ein flüssiges Lesen erleichtert, allerdings späteres, schnelles Suchen erschwerlicher gestaltet, da grafischere Elemente augenfälliger sind. Hilfreich ist die Gestaltung der Absatzformate, da oft zusammenfassend wichtige Fragestellungen oder Sachverhalte stichpunktartig aufgelistet sind und ein kurzes Resumé zum umgebenden Text erleichtern. Teilweise werden Themen, wie beispielsweise Herder’s Theorie (s. 70) erwähnt; eine erweiterte Erklärung dazu bleibt allerdings dann leider entgegen aller Erwartungen doch aus, was ein trauriges Gefühl von unerfülltem Wissensdrang hinterlässt, das mit ein paar vertiefenden Details hätte verhindert werden können.
Neben der spannenden Thematik ist hervorzuheben, dass das Lehrbuch in ansprechendem Stil geschrieben ist, dennoch keine ‘leichte Kost’ darstellt. Es hilft dabei, dem Architekturstudenten ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen kulturellem Wandel (bedingt durch verschiedenste Einflüsse in der Gesellschaft) und Entwicklung in der Architektur zu vermitteln und bietet andersherum auch dem Soziologiestudenten Einblicke in die Gründe, weshalb sich Stadtbilder veränderten. – Vermutlich wird es dem Soziologiestudenten allerdings aufgrund fehlenden Vorwissens zu vielen benannten Gebäuden schwerer fallen, das Lehrbuch ohne ausufernde Recherchen in der Weise durchzuarbeiten, als dem Architekturstudenten, der bereits 7 Semester Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit den dazugehörigen Namen, Daten und Bauwerken hinter sich hat.
Für 32,99€ ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen aber eine lohnenswerte Investition.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2., durchges. Aufl. 2006 (27. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3531150308
ISBN-13: 978-3531150307
Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,8 x 1,4 cm
EUR 32,99 auf Amazon

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