Mängel ohne Ende – Rezension

Ansorge Mängel ohne Ende

Dieter Ansorge bietet in seinem Buch einen tagebuchähnlichen Bericht über die Entstehung einer Doppelhaushälfte, bei der es „Mängel ohne Ende“ gab. Neben ausführlichen Beschreibungen der aufgetretenen Fehler beschreibt Ansorge, wie mit den Fehlern umgegangen und wie sie behoben wurden. Dabei gibt er einen ungefähren Einblick in die Kostenentwicklung der Mängelbeseitigung und gibt Aufschluss über die Möglichkeiten, wie diese Fehler hätten vermieden werden können. Inhaltlich deckt das Buch die Themen Rechtsgrundlagen, Planung, Bauüberwachung, Ausführung und Ablauf ab. Die jeweiligen Themen sind unterteilt und erläutern grob die einzelnen wichtigen Punkte wie ‚Entwässerungssatzung‘ oder ‚Tragwerksplanung‘. Das Kapitel ‚Bauausführung und Bauablauf‘ nimmt den größten Teil ein und hangelt sich chronologisch nach der Bauabfolge durch die Errichtung des Gebäudes.

Dieter Ansorge, Mängel ohne Ende

Allerdings ist das Buch eher umgangssprachlich verfasst, was den Eindruck eines zusammengefassten Blogs erweckt. Die Chronologie der auftretenden Mängel sowie die Spekulation über den zukünftigen Umgang damit, lässt vermuten, dass das Buch im Verlauf des Baus entstanden ist und später nicht in großem Umfang textlich überarbeitet wurde.
Auf den ersten Anschein wird der Eindruck vermittelt, in Ansorges Buch würde an Planern und Handwerkern aus reinem Prinzip kein gutes Haar gelassen, doch dieser Eindruck revidiert sich, wenn man Ansorges Werdegang und seine Berufswahl als Bauingenieur und Architekt betrachtet. Viele Abbildungen machen es dem Laien leicht, den angesprochenen Problematiken folgen zu können, dennoch fehlt eine professionelle Sachlichkeit und in manchen Punkten auch eine tiefere Beleuchtung wichtiger Punkte. Einige Formatierungsfehler im Textbereich (z.B. werden bei zwei hintereinander folgenden Stichpunktlisten die zweiten Überschriften als Stichpunkt in der ersten aufgeführt) erschweren das flüssige Lesen. Zusammenfassende Bemerkungen neben dem Text geben dem Fließtext eine gute Überschaubarkeit und helfen beim Wiederfinden bestimmter Themen.

Das Buch ist geeignet für Bauherren, Bauträger, Architekten und Planer, die sich anhand einer Beispielbaustelle einen Überblick über zu erwartende oder mögliche Baumängel verschaffen wollen.

[su_note note_color=“#e0e0e0″]Dieses Buch führt dem Leser brutal und deutlich vor Augen, welche Tücken im Bau eines vermeintlich einfachen Standardgebäudes stecken. Es klärt über die Pflichten der einzelnen Gewerke auf und offenbart die Unzulänglichkeiten in der Bauausführung.[/su_note]

Titel: Mängel ohne Ende – Doppelhaushälfte B
Ausgabe: 2., überarbeitete Auflage
Autor: Dieter Ansorge
Broschiert: 135 Seiten
Verlag: Fraunhofer IRB Verlag; Auflage: 2., überarb. Aufl. (5. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3816792219
ISBN-13: 978-3816792215
Preis: 24,90€ auf Amazon

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Das Buch wurde mir vom Fraunhofer IRB Verlag zur Verfügung gestellt.

[Rezension] Photovoltaik

Ralf Haselhuhns Fachbuch über Photovoltaik bietet einen einführenden und umfassenden Einblick in die Thematik, die über Technik, Planung, Recht und Inbetriebnahme hinaus auch auf die heiklen Themen der Qualität, Ökologie, Kosten und neue Technologien eingeht. Read more

[Rezension] denkmal ! moderne

 
Schon auf der Rückseite des Buches fällt auf, was auf dem Cover noch als Design hätte durchgehen können, sich aber durch das ganze Buch zieht: es gibt wenige Abstände in diesem Buch.

Denkmal Moderne [Rezension]

Für das lesende Auge wirkt der Text, der sich bis eng an den Blattrand presst ungewöhnlich und leseunfreundlich. Wo soll man seine Finger beim Lesen lassen oder sich ganz frevelhaft in Buch-Bekritzeler-Manier Notizen machen? Der Platz am Rand jeder Seite reicht hier gerade mal für einen Klebezettel.   Mit erhobenem Zeigefinger wird dem Leser gesagt, was schon so alles schief gelaufen ist in der Denkmalpflege. In Beispielen wird anschaulich erklärt, was denn inzwischen ein wertvolles Denkmal hätte sein können, wenn es auf Grund seines zum Abrisszeitpunktes noch jungen Alters nicht schon rückgebaut worden wäre. Einzigartige Zeitzeugen innovativer Ingenierukunst (S. 29 z.B.) wurden so dem Erdboden gleich gemacht und bestehen für uns jetzt maximal digital oder auf Papier. Deutlich wird die Problematik aufgezeigt, die wir aufgrund unseres widersprüchlichen Umganges mit Bausubstanz haben. Einerseits wird teilweise nur noch für 10 oder 20 Jahre Lebensdauer des Hauses geplant und gebaut, andererseits ist erst erhaltenswert, wenn ein Gebäude mindestens eine Generation überdauert hat. – Reissen wir nun nach 20 Jahren alles nieder, haben die Denkmalpfleger bald massig Freizeit. Mehrere Beispiele stoßen den Leser auf die bekannte Zwickmühle hin: einerseits verändern sich Gebäude und Nutzungen im Laufe der Zeit entsprechend der sich wandelnden Anforderungen, andererseits geht dabei viel zu oft der feinsinnige Entwurf des Architekten verloren. – Und das zumeist für immer, denn Rekonstruktion und Wiederherstellung ist in der Denkmalpflege bekanntlich auch mit Vorsicht zu genießen. Die Bauten in diesem Buch erfahren eine schnelle Analyse, die oft Bauform wie auch unterschiedliche Begründungen zu jeweils relevanten Themen beinhaltet. Man erhält einen oberflächlichen Überblick über einige Denkmale und denkmalwerte Gebäude der ‚Moderne‘ .   Das Buch hat 143 Seiten und ist 2007 im Jogis Verlag als Softcover für stolze 49,95€ erschienen. Herausgegeben wurde es von Adrian von Buttlar und Christoph Heuter und Enthält zusätzlich Artikel von den Autoren Wolfgang Pehnt, Alexander Krauß, Kathrin Nessel, Angelika Schyma, Thomas Topferstedt, Roman Hillmann, Thomas Steigenberger und Steffen Krämer.

Broschiert: 144 Seiten Herausgeber: Heuter & Buttlar Verlag: Jovis; Auflage: 1., Aufl. (4. September 2007) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3939633402 ISBN-13: 978-3939633402 Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 1 cm

[Rezension] Denkmalpflege der Moderne

Denkmalpflege der Moderne – Konzepte für ein junges Architekturerbe Zunächst wird in diesem Buch veranschaulicht, was Denkmalpflege ist und gleichzeitig in Frage gestellt, welche Maßnahmen nicht schon wieder Wiederaufbau oder Rekonstruktion sind. Die Schwierigkeiten in der Differenzierung zwischen notwendiger Instandhaltung und romantischer Kopie werden aufgezeigt. Die Diskussion um die Moderne in ihrer Entstehungszeit wird mit ihren Kritiken und Konzepten ausführlich behandelt.

Denkmalpflege der Moderne

Verschiedene Denkmale der Moderne, die bereits Sanierungsvorgänge durchlebt haben und nun teilweise gänzlich andere Nutzung erfahren, werden behandelt. Dabei werden Umnutzungen und bauphysikalische Probleme angesprochen, leider werden konkrete Handlungsbeispiele nicht erläutert, was sehr schade und auffällig ist, da im vorhergehenden Kapitel noch ausdrücklich betont wird, wie wichtig das schriftliche Festhalten von Sanierungsvorgängen ist, um Wissen abseits von mündlicher Überlieferung und selbst gemachter Erfahrung zu erhalten. Besonders interessant sind in diesem Bereich die “Lebensläufe” der Gebäude und teilweise abgedruckte Planunterlagen. CAD-Zeichnungen von Detaillösungen und Vorher-Nachher-Schichtenaufbauten sind leider nicht beigefügt, was die einzelnen Berichte über die Sanierungen dann wieder oberflächlich wirken lässt und den Wissensdurst des Lesers nicht stillt.   Das Hardcover-Buch im Format eines Bildbandes wurde auf leicht glänzendem, starken Papier in hoher Auflösung gedruckt und macht einen sehr wertigen Eindruck. Es bietet Einblicke in das Thema der Denkmalpflege der Moderne, nennt einige Beispielbauten und geht kurz auf die jeweilien Entwürfe und Sanierungsmaßnahmen ein, ohne leider dabei ins Detail zu gehen oder konkrete Vorgehensweisen zu nennen. Insgesamt ein guter Ansatz und ein guter Einstieg ins Thema, leider bleiben viele offene Fragen stehen, ohne dass der Leser einen Hinweis bekommt, wo diese denn beantwortet werden könnten.

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Krämer, Stuttgart;
Auflage: 1. Neuausg. (Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3782815343
ISBN-13: 978-3782815345
Größe und/oder Gewicht: 29,4 x 24,2 x 2,6 cm
Preis: 28,00€ auf Amazon

 

 

[Rezension] Architektursoziologie

Ein Buch für Architekten, Soziologen, Städtebauer und alle, die sich dafür interessieren, warum sich unsere urbane Umwelt verändert.

Bernhard Schäfers Architektursoziologie [Rezension]

“Grundlagen – Epochen – Themen” lautet der Untertitel Schäfers’ Lehrbuch über Architektursoziologie und ist gleichzeitig auch die grundsätzliche Gliederung des Werkes. Kurz wird dem Leser die Herkunft und Entwicklung des Begriffes der Architektursoziologie vermittelt. Neben der Entwicklung des Begriffes der Architektur als Bauform und Berufsfeld wird auch der Wandel der sozialen Stellung der Architektur im Laufe der Zeit besprochen. Viele, dem Architekturstudenten geläufige, Namen wie Camillo Sitte, Leo von Klenze oder Inigo Jones (um nur wenige zu nennen), sowie Namen bedeutender Philosophen tauchen auf und bilden ein dichtes Netz von Zusammenhängen und Entwicklungen. Neben architektonischen und architekturtheoretischen Fachbegriffen, fließen auch weniger geläufige Begriffe aus der Philosophie ein, die teilweise einiger Recherche bedürfen, da sie dem Architektur- oder Städteplanungsstudenten im Werk selbst nicht erläutert werden.

In 3 Themenblöcken und 12 Kapiteln mit zahlreichen Unterkapiteln wird dem Leser nicht nur vermittelt, welche Ansprüche es an den ‘Raum’ gibt, wie diese sich verändern und wie der ‘Raum’ Bestandteil vieler Wissenschaften ist. Hauptaugenmerk liegt in der Verknüpfung der sozialen Gegebenheiten und deren Auswirkungen auf die Architekturentwicklung der Zeit, was einerseits einen Geschichtsbuchcharakter schafft, andererseits aber auch umfassenderes Verständnis fördert, als es übliche Geschichtsbücher können. Durch den Verzicht vieler (für die Architektur weniger wichtiger) geschichtlicher Details wird so ein auffrischender Schnelldurchlauf durch die Architekturgeschichte betrieben. Dabei hätten allerdings ein paar mehr Bilder zur Vergegenwärtigung der erwähnten Bauwerke durchaus für ein entspannteres Durcharbeiten des Buches hilfreich sein können. Manchmal bedarf es erst eines Lehrbuches, um altbekannte Gegebenheiten wie die Entwicklung der Eisenbahn, durch pures Erwähnen wieder ins Gedächtnis zu rufen und so Verknüpfungen zum Wandel in der Architektur sichtbar zu machen.
Jedem Kapitel ist ein erläuternder Literaturteil angehängt. Tabellen und Schaubilder gibt es recht wenige, was ein flüssiges Lesen erleichtert, allerdings späteres, schnelles Suchen erschwerlicher gestaltet, da grafischere Elemente augenfälliger sind. Hilfreich ist die Gestaltung der Absatzformate, da oft zusammenfassend wichtige Fragestellungen oder Sachverhalte stichpunktartig aufgelistet sind und ein kurzes Resumé zum umgebenden Text erleichtern. Teilweise werden Themen, wie beispielsweise Herder’s Theorie (s. 70) erwähnt; eine erweiterte Erklärung dazu bleibt allerdings dann leider entgegen aller Erwartungen doch aus, was ein trauriges Gefühl von unerfülltem Wissensdrang hinterlässt, das mit ein paar vertiefenden Details hätte verhindert werden können.
Neben der spannenden Thematik ist hervorzuheben, dass das Lehrbuch in ansprechendem Stil geschrieben ist, dennoch keine ‘leichte Kost’ darstellt. Es hilft dabei, dem Architekturstudenten ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen kulturellem Wandel (bedingt durch verschiedenste Einflüsse in der Gesellschaft) und Entwicklung in der Architektur zu vermitteln und bietet andersherum auch dem Soziologiestudenten Einblicke in die Gründe, weshalb sich Stadtbilder veränderten. – Vermutlich wird es dem Soziologiestudenten allerdings aufgrund fehlenden Vorwissens zu vielen benannten Gebäuden schwerer fallen, das Lehrbuch ohne ausufernde Recherchen in der Weise durchzuarbeiten, als dem Architekturstudenten, der bereits 7 Semester Architekturgeschichte und Architekturtheorie mit den dazugehörigen Namen, Daten und Bauwerken hinter sich hat.
Für 32,99€ ist das Buch nicht gerade ein Schnäppchen aber eine lohnenswerte Investition.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften; Auflage: 2., durchges. Aufl. 2006 (27. Juni 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3531150308
ISBN-13: 978-3531150307
Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,8 x 1,4 cm
EUR 32,99 auf Amazon

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